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Die neue Welt · 1937-04-16 · Heft 648 (16.4.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 648 (16.4.1937)
Date
1937-04-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite % DflB NEUE WELT Nr. 648 vom 16. April 103T 13 x BERQMAHH. I; RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFQASSE 1 Große Auswahl Wäscht "j$*ül in Hörren-Modewaren, Hemden, Unterhofen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- und Kinder-Wäsche. Weiß- , It , waren, Bett wisch^ Strick- |\ 1011| £ Pf CISC und Strumpf*» l usw. usw. AUS ALLER WELT Zum Fall Helmut Hlrsdi Aus Berlin: Am 20. März wurde durch das offizielle Deutsche Nachrichtenbüro bekanntgegeben, daß „der staatenlose Jude Helmut Hirsch vom Zweiten Senat des Volksgerichthofes am 8. März wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechens zum Tode verurteilt worden ist". Wir haben zu diesem Fall folgendes ermitteln können: Helmut Hirsch ist am 27. Jänner 1916 in Deutschland geboren. Seine Eltern waren Amerikaner, haben aber die ame^ikv^sche Staatsbürgerschaft durch ihren langen Aufe^hät»4ri Deutschland veloren. Sie lebten bis zum Herbst 1916 in Stuttgart. Sie zählten sich zu den ..deutsch-nationalen Kreisen" und gaben ihrem Sohn den zweiten Vornamen Wilhelm, weil er am 27. Jänner, dem Geburtstage Wilhelms II., geboren ist. Helmut Hirsch was bis März 1933 Mitglied der Bündischen Jugend. Er übersiedelte Anfang 1935 nach Prag, weil ihm als Juden die Fortsetzung seines Studiums in Deutschland unmöglich war. Er besaß einen tschechoslowakischen Staatenlosenpaß. Im Dezember 1936 verschaffte er sich bei der Deutschen Gesandtschaft in Prag das Einreisevisum zu einer Reise nach Stuttgart. Am Tage nach seiner Ankunft dort, wurde er in der Wohnung eines Freundes verhaftet. KIE V K A Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Die Verurteilung des erst 21jährigen Menschen zum Tode erfolgte wegen Vorbereitung zum Hochverrat und Sprengstoffverbrechens. Wodurch diese Delikte begangen worden sind, wird von den deutschen Behörden mit einem sorgfältigen Schweigen umgeben. Es ist sehr wahrscheinlich, daß Hirsch von einem Lockspitzel mißbraucht worden ist. Die Namen seiner beiden Mitangeklagten werden verschwiegen, sowohl der Name des Verurteilten als auch der des Freigesprochenen. Angeblich ist der Freigesprochene ein „Freund", mit dem er kurz zuvor in den Karpathen gewesen ist. Bisher sind alle Versuche, von den deutschen Behörden eine Auskunft über den Tatbestand und über das Schicksal des jungen Menschen zu bekommen, vergeblich gewesen. Die tote Frau Else Einstein ausgebürgert Aus Prag (J. T. A.): Eine der letzten Nummern des deutschen „Reichsanzeigers" enthält 36 Namen von Familienangehörigen aus Deutschland Ausgebürgerter, die nachträglich ebenfalls ausgebürgert wurden, darunter den Namen von Frau Elsa Einstein geb. Einstein. Frau Elsa Einstein, die Gattin und Cousine des großen Gelehrten und Nobelpreisträgers Prof. Albert Einstein, ist bekanntlich vor mehreren Monaten gestorben. Die Berner Synagoge geschändet Aus Zürich: Das „Israelitische Wochenblatt" schreibt: „Erst vorgestern haben wir gelesen, wie abfällig der Chef der Bundespolizei über die deutschen Schlagworte, wie „Juda verrecke" sich geäußert, und heute prangt in großen Lettern an der Synagoge zu Bern die Aufschrift „Juda verrecke" und daneben das nationalsozialistisch-« Hakenkreuz. AUes in tiefblauer Farbe. Die Polizei hat sofort die Fahndung aufgenommen. In der Bevölkerung herrscht Scham und Empörung. Wenn schon Gotteshäuser geschändet werden, was hat man noch von jener Seite zu erwarten?" Neue Bücherverbrennung Aus Breslau: Anläßlich der schlesischen Gaukulturwoche erhebt die „Ostdeutsche Morgenpost" die Forderung nach neuen Bücherverbrennungen. Die Zeitung führt aus: „Eine im Bereich des Gaues Südhannover durchgeführte Prüfung von Altbuchhandlungen und Büchereibeständen hat gezeigt, daß noch zahlreiche Büchereien, die nicht unter Partei- und Staatsaufsicht stehen, Bestände enthalten, die wenig vermuten lassen, daß wir bereits im fünften Jahre des nationalsozialistischen Reiches leben. Wir greifen aus der Fülle der uns be* kannten Fälle nur eine kleine Bücherei von rund 500 Bänden heraus, bei der nicht weniger als vierzig Juden und Emigranten als Verfasser festgestellt wurden. Man fand noch Namen wie Vicki Baum, Felix Holländer, Thomas und Heinrich Mann, Jacob Wassermann, Stefan Zweig, Karl Ettllnger und andere mehr in trauter Nachbarschaft mit Maxim Gorki. Bei den meisten der bisher geprüften Büchereien hat es nicht viel besser ausgesehen, ja man hat feststellen müssen, daß bis zu CO Prozent aller Bücher in derartigen Büchereien, übrigens auch in anderen Gauen, besser nicht ständen, denn zu der jüdisch-marxistischen Literatur, die unbedingt ausgemerzt werden muß, kommt eine "Unmenge „Unterhaltungsliteratu r". die vollkommen der bürgerlichen Welt der Vorkriegszeit und des vorigen Jahrhunderts und des damit verbundenen Klassengedankens angehört. Die Bücher der vergangenen Niedergangsepoche müssen vernichtet werden. Wer sie nicht selbst vernichten kann, übergebe sie den polizeilichen Dienststellen oder der Reichsstelle zur Förderung des deutschen Schrifttums. , . ." Die Juden lehnen ab Aus Warschau: Wie die Jüdische Telegraphen- Agentur erfährt, beabsichtigt die polnische Regierung, eine Kommission nach Madagaskar zu entsenden, die die Möglichkeit jüdischer Ansiedlung in diesem Lande prüfen soll. Die polnische Regierung hat sich auch an jüdische Organisationen mit der Aufforderung gewandt, sich an dieser Expedition zu beteiligen. Wie die J. T. A. erfährt, haben die betreffenden Verbände die Einladung der polnischen Regierung abgelehnt. Zu den Lemberger Kullusurahlen Aus Lemberg meldet der „Moment" (Warschau): Soeben sind die 15 Kandidatenlisten zur Lemberger Kultusgemeindewahl erschienen. Die Allgemeinen Zionisten gehen zusammen mit dem Misrachi und dem Händlerverband, die Kleinhändler erscheinen mit fünf Listen, die Rechte Poale-Zion geht mit der Hitachduth, die Linke Poale-Zion mit dem Bund, ferner erscheinen zwei orthodoxe Listen, eine Aguda und eine Liste der Belczer Chassidim. Die größte Sensation hat die Liste der Radikalen Zionisten (Gruppe Jizchak Grünbaum) hervorgerufen, welche mit den Revisionisten zusammengehen. KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN! Die griechische Regierung und die Juden Aus Athen: Fast alle großen Zeitungen in Athen und in Saloniki haben das Dankschreiben veröffentlicht, das der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Saloniki, Gattegno, an den Ministerpräsidenten Metaxas für die Gewährung finanzieller Pessach-Hilfe durch die Regierung an die bedürftige jüdische Bevölkerung gerichtet hat. Die führende Athener Zeitung „Ethniki" bemerkt zu diesem Schreiben: Die gegenwärtige Regierung macht keinen Unterschied in der Behandlung von Bürgern des griechischen Königreiches. Welcher Klasse, Rasse oder Religion ein Bürger auch angehören mag, er genießt gleiches Recht und findet beim Staat gleiches Interesse und gleichen Schutz. Beweis hierfür ist die wohlwollende Erledigung einer Reihe für die jüdische Bevölkerung wichtiger Probleme. In einem wahrhaft freiheitlichen Land ist eine solche Behandlung nur natürlich. Darum scheint es uns auch völlig verständlich, daß der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde dem Ministerpräsidenten so herzlich für das lebhafte Interesse dankt, das die Regierung der jüdischen Bevölkerung der mazedonischen Hauptstadt entgegenbringt. Eine andere Haltung wäre Mangel an Pflichtbewußtsein. Wir halten einen solchen für ganz unmöglich bei der staatstreuen und ehrlich arbeitenden jüdischen Bevölkerung Griechenlands. Robert Gottlieb — Direktor der P1CA. Aus Paris: Zum Direktor der Palestine Jewish Colonization Association (PICA) wurde, an Stelle des verstorbenen Henry Franck, Herr Robert Gottlieb ernannt. Die von Baron Edmond de Rothschild begründete PICA ist der größte Landeigentümer in Palästina, sie besitzt zwanzig Kolonien mit etwa 45.000 Acres, außerdem noch unbebautes Land. Präsident der Aufzeichnung jüdischer Künstler Aus BrUssel: Der in Brüssel veranstaltete Internationale Wettbewerb für Geiger um den Ysaye-Preis, der elf Tage dauerte, ist vor einigen Tagen zum Abschluß gelangt. Künstler aus 21 Ländern hatten an dem Wettbewerb teilgenommen, die musikalische Qeffentlichkeit der Welt verfolgte den Verlauf mit gespannter Aufmerksamkeit. Insgesamt wurden von den Preisrichtern zwölf Geigern Preise zuerkannt. Von den Künstlern sind vier Juden, und zwar David Oistrach, der den ersten Preis erhielt, Fräulein Lisa Hill eis (3. Preis), der 15jährige B. Goldstein (4. Preis), Mischa Fichtenholz (6. Preis). Von den teilnehmenden deutschen Künstlern ist keine r auch nur in die engere Wahl gekommen- Pie MufllHKreiee führen diesen deutschen Mißerfolg darauf zurück, daß das deutsche Kunstschaffen durch die gewaltsam« Ausmerzung: der Juden eine starke Einbuße erlitten hat. labotinsky in Südafrika Aus Johannesburg (J. T. A.): Der Präsident der Neu-Zionistischen Organisation, Wladimir Jabotinsky, und das Mitglied der Nessiut Ing. S. Jacob! wurden bei ihrem Eintreffen im Bahnhof von Johannesburg von einer großen Menschenmenge mit dem Bürgermeister an der Spitze empfangen. Der Vortrag Jabotinskys fand im größten Saal von Johannesburg statt, der überfüllt war. Jabotinsky geißelte die antijüdische Politik der britischen Administration in Palästina, worauf eine Resolution angenommen und telegraphisch an. das Colonial Office nach London gesandt wurde, in der England aufgefordert wird, die Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Volk zu erfüllen und auch die Wiederaufstellung der Jüdischen Legion zu ermöglichen. Der Palästina-Pavillon auf der Pariser Weltausstellung Aus Paris: Der Bau des Palästinensischen Pavillons auf der Pariser Weltausstellung schreitet schnell fort, so daß er sicherlich am 1. Mai fertiggestellt sein wird. Der endgültige Name des Pavillons wird „Israel in Palästina" lauten. Die Eröffnung des Pavillons mird am 3. Mai stattfinden, und man nimmt an, daß Dr. Weizmann an den Feierlichkeiten teilnehmen wird. Die innere Ausstattung des Pavillons hat die Direktion der Levantemesse übernommen, deren Direktor Evseroff und Architekt Sapojnikoff bereits in Paris eingetroffen sind. Wechsel in hebräischer Sprache Aus Prag (J. T. A.): In dem derzeit gültigen Wechselgesetz aus dem Jahre 1928 ist im § 109 die Bestimmung enthalten, daß ein Wechsel und eine Wechselerklärung ungültig sind, wenn sie in hebräischer Sprache oder Schrift geschrieben sind. Im Hinblick darauf, daß sich die Tschechoslowakische Republik auf der internationalen Konferenz zur Vereinheitlichung des Wechselrechtes im Jahre 1930 in Genf verpflichtet bat» das Einheitswechselrecht einzuführen, dessen Vorlage auf jener Konferenz gebilligt worden war, arbeitet man jetzt im Justizministerum an der Novellierung dieses Wechselrechtes. Der Abgeordnete der Jüdischen Partei, Dr. Angclo Goldstein, hat beim Justizminister Dr. Derer und im Legislativ-Referat des Justizministeriums interveniert, daß der erwähnte Paragraph 109 in der neuen Novelle ausgelassen werde. Der Justizminister anerkannte KIEVKA Mottensäcke IN DROGERIEN UND PARFUMERIEN.' die vorgetragenen Beweggründe, von denen besonders die Erschwerung von Wechseltransaktionen in Karpathorußland und die Schwierigkeit im Handel mit Palästina zu erwähnen sind, und versprach, dem Legislativ-Referat die Anregung zu geben, daß bei der Novellierung des Wechselgesetzes der Paragraph 109 beseitigt werde. Damit würden in Zukunft auch solche Wechsel gültig sein, die in hebräischer Sprache oder hebräischer Schrift abgefaßt sind. Zahl der Juden in Bayern Aus München: Auf der Tagung des Verbandes Bayerischer israelitischer Gemeinden teilte der Präsident, Oberstlandesgerichtsrat i. R. Dr. Neumeyer, mit, da« sich die Zahl der Juden in Bayern, die im Jahre 1933 noch 42.000 betragen habe, heute auf wenig mehr als 3 0.0 0 0 belaufe. Verb« d* ludenstaatszionisten Oesterreichs Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Sonn» tag, den 18. d., 7 Uhr abend«, Helmabend. —- Dienstag, den 20. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag, Emil HuttTer: Weltpolittk und Palästina. Sektion XX, Staudingergasse 16. Donnerstag, den 22. d., halb 0 Uhr abends, Vortrag, Fritz Richter: Die jüdische Situation in aller Welt. — Unsere nächsten Aufgaben. Judenstaatajugend. Dienstag, den 20. d., halb 9 Uhr abends, im Heim, IL, Untere Augartenatraße Nr. 38, Plenarveraammung. — Samstag, den 17. d.. 23 Uhr, Nachtvorstellung im Helios-Kino, II., Taborstraße 86. Zur Aufführung gelangt „Das Tagebuch einer Geliebten", mit Hans Jaray, Lilly Darvas, Szöke Szakall in den Hauptrollen. Restliche Karten an der Klnokaswa. * Partei ratssitzung. Mittwoch, den 21. d., um halb 9 Uhr abends im Heim, II., Erlafstraße 5, findet eine wichtige Parteiratssitzung statt. Erscheinen Pflicht.' Achten Sie doch einmal darauf, wieviel Menschen die Zahnpflege noch vernachlässigen. Dann Wörden Sie sehen, wie angenehm ein frischer Mund mit gepflegten weißen Zähnen auffallen kann- Wählen Sie Chloyodont schäumend oder nichtsehäumend — beide Qualitäten «ta<J gleich gut, B

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