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Die neue Welt · 1937-04-09 · Heft 646 (9.4.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 646 (9.4.1937)
Date
1937-04-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 646 vom 0. "April 193T DIE NEUE WELT Seite 5 Verdrängen wir die Araber? Bevölkerungsbewegung in Palästina .,Dic palästinensischen Araber werden von den Juden aus ihrem Heimatland verdrängt." Diese Anklage wird von den Feinden des Zionismus immer wieder erhoben. Allerdings, ohne auch nur den Versuch eines Beweises zu unternehmen. Aus der nachstehenden Zusammenstellung über die jüdische und arabische Bevölkerungsbewegung in Palästina ist zu ersehen, daß die jüdische Kolonisation eine rapide Vermehrung der Araber mit sich gebracht hat, ganz besonders in den Gebieten jüdischer Kolonisation in Stadt und Land. Die Zahlen sind durchwegs den amtlichen Berichten der Palästina-Regierung entnommen. Vom Jahre 1922 — dem Jahre der Bevölkerungszählung — bis zum Jahre 1936 hat sich die eingesessene Bevölkerung von 671.000 auf 1,261.000 vergrößert, das heißt, fast verdoppelt. Im Laufe dieser Zeit hat sich die Zusammensetzung der seßhaften Bevölkerung wie folgt geändert: Anteil der Jahr Juden Nichtjuden Insgesamt Juden an der Gesamtzahl 1922 83.794 587.691 671.485 12,5% 1936 375.000 886.409 1,261.409 29,8% Die Zahl der jüdischen Bevölkerung hat sich, wie aus diesen Ziffern zu ersehen ist, vervierfacht, sie ist seit 1922 durch Einwanderung allein um 238.000 Seelen gestiegen. Das Wesen jüdischer Einwanderung und die Vermehrung der jüdischen Bevölkerung in Palästina sind wohl bekannt. Die demographische Entwicklung der arabischen Bevölkerung wurde jedoch nur selten beschrieben und analysiert. Im Vergleich mit anderen Ländern ging die Vermehrung der nichtjüdischen Bevölkerung Palästinas außergewöhnlich schnell vor sich. In den Jahren 1922 bis 1936 hat sich die seßhafte, nichtjüdische Bevölkerung um 5 0,1 Prozent vermehrt, in den Jahren 1923 bis 1935 hat sich die ägyptische Bevölkerung um 13 Prozent vermehrt, während die Zahl der japanischen Bevölkerung, deren schnelle Vermehrung bekannt ist, um 1 9,2 Prozent gestiegen ist. Die Bevölkerung Brasiliens, das auch ein Einwanderungsland ist, ist in derselben Zeitperiode um 32,4 Prozent gestiegen. Die Hauptursache dieser schnellen Vermehrung der arabischen Bevölkerung war die fallende, allgemeine und K i n'd e r s t e r b l i c h k e i t, die mit der allgemeinen Besserung der gesundheitlichen und wirtschaftlichen Bedingungen im Zusammenhang steht. Von größter Bedeutung ist auch in diesem Zusammenhang die a r a b i s c h e E i n- Wanderung, die von Nachbarländern durch den k relativen Wohlstand Palästinas angezogen wird. Palästina ist von einem Lande arabischer Auswanderung zu einem Lande arabischer Einwanderung geworden. Im Jahre 1913 sind aus dem Jerusalemer Bezirk allein 2000 Arbeiter ausgewandert, während in den Jahren 1920 bis 1930 nicht mehr als 134 0 arabische Auswanderer jährlich im ganzen Gebiet registriert wurden, und im Jahre 1935 die Zahl der arabischen Auswanderer auf 387 gefallen ist. In derselben Zeitperiode ist die arabische Einwanderung in Palästina — eine vor dem Kriege unbekannte Erscheinung — in steigendem Maße vor sich gegangen. Es wird geschätzt, daß 20.000 bis 30.000 Menschen aus dem Ost- Jordanland und Syrien im Laufe der letzten Jahre in Palästina eingewandert sind. Diese Situation steht in grellem Kontrast zu Syrien, dem Lande der relativ hohen Auswanderung, die im Durchschnitt in den Jahren 1923 bis 1933 — 9300 pro Jahr betrug, das heißt, siebenmal größer war, als die Auswanderung aus Palästina. Aufschlußreich ist auch die Tatsache, daß die arabische Bevölkerung sich am meisten in den Zonen jüdischer Kolonisationstätigkeit vermehrt hat. Dies trifft sowohl auf die städtische, als auch auf die ländliche Bevölkerung zu. Zwischen den zwei Regierungszählungen in den Jahren 1922 und 1931 hat sich die moslemische Stadtbevölkerung am meisten in den Städten mit großer jüdischer Bevölkerung vermehrt — zum Beispiel in H a i f a um 117 Prozent, in Jaffa um 71 Prozent und in Jerusalem um 48 Prozent. Diese Erscheinung tritt zurück, je mehr die arabische Stadt vom jüdischen Einfluß entfernt ist, wofür die Bevölkerungsziffern von J e n i n mit einer Steigerung von nur 12 Prozent und von Nablus mit einer Steigerung von 8 Prozent als schlagende Beweise dienen können. Dieser Prozeß schlägt in Gaza und Khan Junis ins Gegenteil um, wo die Bevölkerung sogar zurückgegangen ist. Dieselbe Erscheinung kann bei der 1 ä n d 1 i c h en Bevölkerung festgestellt werden. Die arabische ländliche Bevölkerung der Bezirke Haifa und Jaffa (in denen die Juden zur Zeit der Zählung wenigstens 25 Prozent der Gesamtbevölkerung bildeten) vergrößerte sich um 65 Prozent, bzw. 98 Prozent; in den Bezirken Ram 1 eh und Nazareth, wo die jüdische Bevölkerung 5 bis 15 Prozent der Gesamtbevölkerung bildet, stieg die arabische Bevölkerung um 44, bzw. 25 Prozent, während die Bevölkerungsvermehrung in den rein nicht jüdischen Bezirken Tulkerem und Nablus nur 35, bzw. 28 Prozent betrug. Der Einfluß jüdischer Kolonisation auf die arabische Bevölkerungszahl spiegelt sich noch besser in einigen arabischen Dörfern wider, die in der Nähe jüdischer Kolonien liegen und von ihnen in größerem Maße abhängig sind. Die Bevölkerung des Dorfes S a 1 a m a, in der Nähe von Tel- PARKSANATORIUM SAUERBRUNN Burgenland, Dr.-Hotfmann-Strafle 3 ganzjährig geöffnet, waldige Höhenlage; für innere, nervöse und Stoffwechselerkrankungen. Mastu. Entfettungskuren, jedwede diätetische Behandlung. Zeitgemäße Preise Leitende Aerzte: Dr. Friedrich Weiss, Dr. Deszö Steiner PROSPEKTE IN DER REDAKTION Aviv, hat sich um 211 Prozent vermehrt, diejenige von Zarnuque, in der Nähe von R i s h o n -1 e- Z i o n, um 102 Prozent, von E t - T u r, in der Nähe von Jerusalem, um 126 Prozent, von S a m a k h, in der Nähe von Daganiah und T i b e r i a s, um 93 Prozent und von Jibna, in der Nähe von Ness- Ziona, um 100 Prozent, während die Bevölkerung von nur 3 von 30 Dörfern der nichtjüdischen Bezirke Nablus, Tulkerem und Jenin sich um mehr als 55 Prozent vermehrt hat, und sogar in diesen drei Fällen betrug die Bevölkerungszunahme immer weniger als 70 Prozent. Schließlich muß eine Tatsache im Zusammenhang mit der Vermehrung der arabischen Bevölkerung besonders betont werden. Die arabische Bevölkerung wurde trotz der Bodenkäufe nicht in die Stadt gedrängt. Die Bevölkerungszählung im Jahre 1931 zeigte fast dasselbe Verhältnis zwischen Stadt- und Landbevölkerung, wie die Bevölkerungszählung im Jahre 1922, während im Laufe der zehn Jahre 1917 bis 1927 die Bevölkerung der drei größten Städte in Aegypten um 35 Prozent bei einer Vermehrung der Gesamtbevölkerung um nur 8,4 ^Prozent gestiegen ist. stische arabische Agitatoren sowif Kommunisten verhaftet worden, um eine Hetzpropaganda unter der arabischen Bevölkerung anläßlich des NebiMusa-Festes zu verhüten. In Ramie wurden fünfzehn Araber verhaftet. In einem Polizeibericht wird bekanntgegeben, daß in der Gegend von Nablus viele Waffen und Bomben beschlagnahmt wurden. Mehrere Personen wurden im Zusammenhang damit verhaftet. „Et Jamea el Islamia" meldet, daß bei Ras e 1 N a k u r a an der syrisch-palästinensischen Grenze dreiundzwanzig Juden als illegale Einwanderer verhaftet worden sind, unter ihnen auch Frauen und Kinder. Eine Rede UssisdiltBits Aus Jerusalem meldet Palcor: In Tel-Aviv fand eine stark besuchte Pressekonferenz statt, in der der Präsident des Keren Kajemeth, Ussischkin, einp Rede hielt. Er gab aeinem Zweifel über die Begründung der umlaufenden Gerüchte über die bevorstehende Teilung Palästinas in Kantone Ausdruck und erklärte, daß die Araber niemals ihre Zustimmung dazu geben würden. Obwohl die Zionistische Organisation noch keinen Beschluß in dieser Frage gefaßt hat, müsse er persönlich seinen energischen Protest gegen den Vorschlag einer Teilung des Landes ausdrücken. Ussischkin teilte den versammelten Journalisten mit, daß die Einnahmen des Keren Kajemeth im letzten Halbjahr um 24 Prozent gestiegen sind. Er erwähnte den Erwerb eines bedeutenden Bodenkomplexes im .Jordantal bei Beisan, wo sechs neue Siedlungen geschaffen werden sollen, von denen je eine nach Nahum Sokolow und nach Wolffsohn benannt werden, während eine dritte für Einwanderer aus Deutschland bestimmt ist; diese letzte ist vom amerikanischen Bnei Brith zu Ehren des 75. Geburtstages von Ussischkin gespendet worden. Ussischkin sagte ferner, daß der Keren Kajemeth in den letzten Monaten einen großen Bodenstrich von einem bekannten arabischen Führer erworben hat. H u 1 e h werde vom Keren Kajemeth und der ICA gemeinsam übernommen werden, wobei erstcrer seine Aufmerksamkeit auf das Projekt der Besiedlung des Hulehgebietes konzentrieren wolle, wodurch neues Leben nach Ober-Galiläa gebracht werden wird. Zum Schluß widmete Ussischkin warme Worte dem Andenken Nathan Birnbaums, dessen Ableben erst einige Minuten vorher der Versammlung bekannt wurde. Der Tel-Aviver Stadtrat hat von der Regierung die Mitteilung erhalten, daß diese 5000 Pfund für die Anpflanzung eines nach Dizengoff benannten Stadtparks (Gan Meir) in Tel-Aviv bewilligt hat.. (Palcor.) 9Dlan lernt nie ous. Stele Sftenfdjen putjen |id) toohl morgens bie 3ähne, aber ahmte oor bem Schlafengehen oerfäumen fie biefen toichiigen £>ienjt an ihrer hoch tjt bic grünblidje Reinigung ber 3äf)ne am 5lbenb nod) ber griihe. Sonft gehen bie 6pcijere|ie groijdjen ben 3af)nen ©cfunbheii. Unb midjttger als in mährenb bes Sdjlafens in ©ärung über unb führen 3ur (Enthebung ber gefürdjteten 3af)nfäule (Maries). Sarum morgens als (Srjtes, abenbs als ßehtes Chlorobonf. (£I)lorobont fd)äumenb ober md)tfä*jaumenb, beibe Qualitäten jinb gictd) gut. Xube S. —.90. öftere. (Eraeugnis. Chlorodont -Zahnpaste ......._ " 1 .->-'•■ ™ ■'- - -• ■ " .....-• •■- ■■■1 ■ . •-»-■■yilWKiC.J'HkW^----'- ■ — 9ie §id*evheitexewh&hm§§e in Aus Jerusalem: High Commissioner Sir Arthur Wauchope hat in einer Beratung mit dem Chefsekretär der Palästina-Regierung, John Hathorn Hall, und mit den Leitern der Polizei die Sicherheitsverhältnisse in Palästina erörtert. Meldungen der arabischen Zeitungen zufolge soll bei diesen Beratungen ein Bericht an das Colonial Office ausgearbeitet worden sein. PxHsim Afymme, $mmziu$ HOCHSTRASSE / TEL. Nr. 109 Fließendes Kalt- und Warmwasser Wie die Tageszeitung „Haboker" meldet, werden die transjordanischen Streitkräfte durch eine demnächst zu mobilisierende Reserve verstärkt werden. Die zusätzlichen Truppen sollen hauptsächlich die Aufgabe haben, die Erdölleitung auf transjordanischem Gebiet zu bewachen. Auch die arabische Legion in Transjordanien soll durch weitere 400 Mann verstärkt werden. Der Stab der britischen Streitkräfte in Palästina hat angeordnet, die Truppen der Garnison Nablus- Dschenin um 350 Mann zu verstärken. Aus England sind 61 junge Leute eingetroffen, die für den Dienst in der Palästina-Polizei ausgebildet werden sollen. Laut ,,E1 Liwaa" treffen demnächst aus Aegypten 400 englische Polizisten zur Verstärkung in Palästina ein. Auf Grund des Gesetzes zur Verhütung von Verbrechen sind in Jerusalem mehrere n a t i o n a 1 i- Für Palästina gefallen Aus Jerusalem (J. T. A.): Seit dem 12. Oktober 1936, dem Datum des offiziellen Abbruches des arabischen Generalstreiks in Palästina, haben ihr Leben für den jüdischen Aufbau Palästinas hingegeben: 1. Jehuda Spiwak, Chedera; 2. David Malachi, Rechowot; 3. Secharja Awadar, Rechowot; 4. Elieser Turgeman (Kind), Tiberias; 5. Jacob L. Koppermann, Jerusalem; 6. Chaja Dehan, Tiberias; 7. Victor Ernanuel Dvaik, Jerusalem; 8. Mordechai Feldmann, Dschida; 9. Jizchak Kascher bei Kfar Witkin; 10. David Chamami bei Chedera; 11. Chaim Brock, Emek Bet Schean: 12. Dr. Lehrs, Bet Schean; 13. Henoch Metz, Kfar Hachoresch; 14. Schlomo Gafni, Kfar Hachoresch; 15. Gedalja Geller, Jawniel; 16. Salman Ben Sasson, Jawniel; 17. Jehuda. Elj'owitsch, JawnielJ 18. Schmuel Gottfried, Rosch Pina. Ferner ist in Ness Ziona der aus Polen eingewanderte christliche Arbeiter Stanislaw Sluga getötet worden, weil man ihn für einen Juden hielt. _ Vom Hafen TehAviv Palcor meldet: Die arabische Presse berichtet, daß der High Commissioner den arabischen Führern anläßlich der ihnen am 1. April gewährten Audienz erklärt hat, daß die Regierung nicht die Absicht hege, die Bauarbeiten im Tel-Aviver Hafen einstellen zu lassen; eine Vergrößerung des Hafens von Jaffa oder die Schaffung eines gemeinsamen Hafens für Jaffa und Tel-Aviv komme nicht in Betracht. Der Waad Leumi hat die amtliche Mitteilung erhalten, daß die Regierung demnächst eine Quarantäne-Station in Tel-Aviv einrichten wird. Bisher bestand eine solche Station nur in Jaffa.

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