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Die neue Welt · 1937-03-26 · Heft 643 (26.3.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 643 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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■uttMftW DIE NEUE WELT Nr. 643 vom 26. März 1937 3xBER«l. J^SmmSlSLLmmm iSLL^ILL.! KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weißwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw.usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäschd, Damen- Kleine Preise Aus Polen Der Sejm hat ein Gesetz angenommen, welches NichtChristen verbietet, christliche Kultgeräte und religiöse Andenken herzustellen und zu vertreiben. Es dürfen auch bei der Herstellung durch christliche Unternehmer keine nichtchristlichen Arbeiter beschäftigt werden. Auf Gegenstände, die für den Export bestimmt sind, finden die Vorschriften des neuen Gesetzes keine Anwendung. Der Berichterstatter erklärte, daß das Gesetz •m Interesse der Beziehungen zwischen polnischer und jüdischer Bevölkerung notwendig sei und verhüten solle, daß die Volkserregung gegen die Juden sich verstärkt. Er wandte sich aber auch gegen den zu großen Anteil der Juden am Wirtschaftsleben im allgemeinen und wies darauf hin, daß die Juden nicht nur im Handel, sondern auch im Handwerk eine beherrschende Stellung einnähmen. Der Anteil der Juden am Handwerk betrage in den verschiedenen Städten 30 bis 79 Prozent, in Warschau seien 57 Prozent aller Handwerker Juden. In Polen ist vor einiger Zeit mit Unterstützung einer Reihe von Bankinstituten ein „Verband zur Stützung des polnischen Eigentums" gegründet worden, der sich die planmäßige Durchführung des antijüdischen Wirtschaftsboykotts zur Aufgabe gemacht hat. Ueberau wo jüdische Industrie- und Handelsunternehmungen bestehen, werden durch den Verband gleichartige nichtjüdische Unternehmungen gegründet. Eine Zweigstelle des Verbandes wurde jetzt auch in Warschau eingerichtet. Sie hat soeben einen Plan der Stadt Warschau herausgegeben, auf dem die nichtjüdischen polnischen Geschäfte verzeichnet und durch entsprechende Hinweise hervorgehoben sind. Die jüdische Gemeinde P1 o c k feiert demnächst ihr 700jähriges Bestehen. Das Festkomitee hat einen Aufruf erlassen, in dem festgestellt wird, daß ein noch vorhandenes amtliches Dokument aus dem Jahre 1237 von dem Bestehen einer organisierten jüdischen Gemeinde in Plock in jenem Jahre spricht. Dies sei eine nicht nur für die Juden von Plock, sondern auch für die gesamte jüdische Bevölkerung Polens sehr bedeutsame Tatsache. Es wird eine Festschrift „Die Geschichte der Juden in Plock von 1237 bis 1937" herausgegeben werden. GHABSTEINE.» „ok»g^ FORM AUS 0 I N WERKSTÄTTEN WULKAN u NEUBKUNN IHRE K N WEG 110' ST. MARX ' SEIT 1802 Getaufte Juden sollen dem jüdischen Kulturbund beitreten Aus Berlin: Reichs-Kulturwalter H i n k e 1 hat in seiner Eigenschaft als Sonderbeauftragter des Reichspropagandaministeriums zur Ueberwachung der geistig und kulturell tätigen Juden und Nichtarier mit Wirkung vom 15. März 1937 alle christlich getauften Voll -Juden und sogenannten Dreivierte 1- Juden, die bisher dem „Paulus-Bund" angehört haben, aus dieser Vereinigung nichtarischer Christen ausgegliedert und ihnen anheimgestellt, die Mitgliedschaft im jüdischenKulturbundzu erwerben. Dem jüdischen Kulturbund haben bisher nur Volljuden angehört, die zugleich Mitglieder der jüdischen Gemeinden waren, während im „Paulus-Bund" die christlich getauften Volljuden und Dreiviertel-Juden vereinigt waren. Keine Rettung für die Juden Deutsch-Oberschlesiens Aus Prag (J. T. A.): Die reichsdeutsche Presse teilt mit, daß die unter den Auspizien des Völkerbundes am 15. Mai 1922 für 15 Jahre abgeschlossene polnischdeutsche Konvention betreffend den Schutz der gegenseitigen Minderheiten in Oberschlesien am 15. Mai 1937 zu gelten aufhört und nicht verlängert werden wird. Der Statthalter und Gauleiter Wagner kündigte in einer Beratung der Staatsbeamten Deutsch-Oberschlesiens mit, daß nach dem 15. Mai die nichtdeutsche Bevölkerung der Provinz einer neuen Prozedur unterzogen werden wird. Man nimmt an, daß Wagner auf die Juden Oberschlesiens anspielte, die den vollkommen rechtlosen Juden im übrigen Deutschland gleichgestellt werden sollen. PARKSAHATORIUH SAUERBRUNH Burgenland, Dr.-Hollmonn.JIraBe 3 ganzjährig geöffnet, waldige Höhenlage; für innere, nervöse und Stoffwechselerkrankungen. Mastu. Entfettungskuren, jedwede diätetische Behandlung. Zeitgemäße Preise Leitende Aerzte: Dr. Friedrich Weiss, Dr. üeszö Steiner PROSPEKTE IN DER REDAKTION AUS PALÄSTINA Oege« die Kommunisten f Aus Jerusalem (J. T. A.): United Press meldet, daß die Polizei das „Gesetz1 zur Verbrechensverhütung" dazu benützen will, um einen großen Schlag gegen die kommunistische Agitation in Palästina zu führen. Alle kommunistischen Führer sollen verhaftet und so die kommunistische Tätigkeit auf einmal lahmgelegt werden. Man schätzt, daß es in Palästina 4 0 0 0 Kommunisten gibt. Die Durchführung einer solchen Maßnahme würde beweisen, daß auch die britischen Behörden der Ansicht sind, daß ein großer Teil der jüngsten Unruhen und Zusammenstöße auf kommunistisches Konto zu setzen ist. Ein neuer Palästi'na»Hafcn Aus Jerusalem: Die arabische Tageszeitung „El Liwaa" berichtet, daß die Regierung in der Nähe von AbuSabura, das 1km nördlich von der Kolonie Ia<hih S 7.50 S8.80,9.80,12.-.Haarfilz: S 16.-,19.-f23.- Extra-Velour in allen Formen II, Taborstraße Nr. 39 XIV, Sechshauserstraße 39 / XVII, Kalvarienberggasse 34 Nathania bei dem jüdischen Siedlungsgebiet von Waadi Hawarit (Emek Chefer) liegt, einen Hafen zu bauen beabsichtige. Es sollen bereits die erforderlichen Baumaterialien bereitgestellt und Arbeiter für den Bau angeworben sein. In der Zeit der Türkenherrschaft befand sich in Abu Sabura eine Anlegestelle für Segelschiffe, die den Warenverkehr zwischen Aegypten und Palästina besorgten. 45.000 Siedler leben auf dem Boden des Keren- Kajemeth Aus Jerusalem (J. T. A.): Nach den letzten Zählungen leben heute auf Keren-Kajemeth-Boden in Stadt und Land etwa 45.000 Menschen, d. s. 11 Prozent der gesamten jüdischen Bevölkerung Palästinas. Auf ländlichen Besitzungen des Keren-Kajemeth leben 31.600 Personen, d. i. ein Drittel der jüdischen Landbevölkerung. Heilmittelerzeugung in Palästina Aus Jerusalem: Vor einem Jahr hat die im Haifa-Bai-Gebiet errichtete Heilmittelfabrik H i 11 e 1 zum erstenmal ihre Erzeugnisse in den Handel gebracht. Es wurden zunächst 17 Heilmittel hergestellt, im Laufe des Jahres wurde die Zahl der Präparate auf 25 erhöht. Die Erzeugnisse haben bei Aerzten und Publikum guten Ruf erlangt. Die Fabriken Hillel und Zori haben nunmehr gemeinsam die Erzeugung des Digitalis- Präparats „D i g i t o v i n" aufgenommen. Im Zusammenhang damit ist geplant, den Anbau der Heilpflanze Digitalis Lanata in Palästina aufzunehmen. Salzgewinnung um 70 Prozent gestiegen Aus Jerusalem: Der Export von Pottasche und Bromsalzen aus dem Toten Meer durch die Palestine Potash Company ist im Jahre 1936 gegenüber dem Vor- Wir empfehlen die guten, modernen HEUDEGGER Auto-u.Möiorradschulen Wien 8TNeutfeggergasse18 Tel. JMfi-S-72 «nd liuersdorf, H:-Ö. jähre um 70 Prozent gestiegen. Bei den Bromsalzen allein beträgt die Steigerung 87 Prozent, bei Potasche 66 Prozent. Der vermehrte Export ist zum Teil auf die erhöhten Anforderungen der Rüstungsindustrie zurückzuführen. Tierschutz in Palästina Der Wiener „Tierfreund" schreibt: Nun hat auch Palästina, das bekanntlich englisches Mandatsgebiet ist, ein Tiersch utzgesetz erhalten. § 386 des am 14. Dezember 1936 erlassenen Strafgesetzes bedroht nämlich jeden, der ein Tier grausam schlägt, überlastet, quält oder mißhandelt, ein arbeitsuntaugliches Tier zu Arbeiten verwendet oder ein Tier auf eine Weise transportiert, die diesem überflüssige Leiden verursacht, mit Strafen bis zu einem Monat Arrest oder 20 Pfund Sterling. Ein Tier, an dem eine Tierquälerei begangen worden ist, kann dem Eigentümer abgenommen und in einem Tierspital auf Kosten des Täters gesundgcpflegt werden. Das Gesetz, das unter dem Einflüsse englischer Tierfreunde zustande kam — das verrät vor allem der für die angelsächsischen Staaten typische Aufbau des Tatbestandes —, ist sicherlieh nicht vollkommen, bedeutet aber für das Gebiet, für daa es erlassen wurde, einen ungeheuren Fortschritt. Oesterreich, das für sich den Ruhmestitel in Anspruch nimmt, Hort uralter Kulturgüter ztt sein, könnte jedenfalls froh sein, wenn es dieses für vorderasiatische Verhältnisse zugeschnittene Gesetz sein eigen nennen könnte. Der neue Personenbahnhof Tcl-An* Aus Jerusalem (J. T. A.): Die palästinensisch« Bahnverwaltung hat vor kurzem auf Grund der Vorschläge von Sir Felix Pole vorbereitende Arbeiten zum Bau einer Bahnstation bei Tcl-Aviv in Angriff genommen. Nunmehr hat eine Besprechung zwischen Vertretern der Bahnverwaltung, der Tel-Aviver Stadtverwaltung und der Di3triktsbchörden stattgefunden, in der die Vertreter der Stadt Tel-Aviv verlangten, daß die Bahnstation innerhalb des Stadtgebietes errichtet werde, und zwar an der Jehuda-Halevy-Straße, entweder zwischen der Herzl-Straße und Nachlat Benjamin oder an der Ecke der Harakovet-Straße. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) England: Männer sind keine Götter. Frankreich: Schlafwagen Paris —Toulon — Heimatlos. Amerika: Skandal in der Oper — Amigo —• Fury — Fünflinge geboren — Herrin der Dschungel — Romeo und Julia — Gefährliche Fracht — Die lieben Verwandten — Mordende Augen — Swing Time — Sturm über England — Drei süße Mädels — Rausch einer Nacht — Razzia im Südexpreß — Maria Stuart — Plinter der Maske — Weltmeister der Dummheit — König des Lachens — Süßer kleiner Fratz — Geborene Verbrecher, — Zum Tanzen geboren. Filme unter Arierparagraph Burgtheater — Ernte — Das Geheimnis eines alten Hauses — Letzte Grüße von Marie — Der Jäger von Fall — Das Hofkonzert — Die Nacht mit dem Kaiser — Diener lassen bitten — Ritt in die Freiheit — Es geht am mein Leben — Der Mann, von dem man spricht — Premiere —• Panzerkreuzer Sebastopol — Fridericus — Sein größter Erfolg — Truxa — Stadt Anatol — Donner, Blitz und Sonnenschein — Frauenliebe-Frauenleid — Ball im Metropol — Das schöne Fräulein Schragg — Kinderarzt Dr. Engel — Der Mitternachtskönig — Das Veilchen vom Postdamer Platz — Sein bester Freund — Die gläserne Kugel — Der Herrscher — Die Kreutzersonate — Die Schorfheide. Cafe Buchtbaum II, Kleine Pfarrgasse 21 Telephon A-43-5-19 vsssstsjsss nos?p ntps Modernst renoviertes Lokal' Angenehmer Aufenthalt / Inu. ausländische Zeitungen / Aufmerksamste liedienung / Normale I'reise Generalversammlung des §. €» Hakoah Mittwoch, den 24. d. M., fand im Klubheim die diesjährige Generalversammlung statt. Präsident Glücksmann wies vor allem auf die Passivität der Wiener Judenheit gegenüber dem größten und ältesten jüdischen Sportklub hin. Nichtsdestoweniger war die Arbeit der einzelnen Sektionen im abgelaufenen Vereinsjahr von Erfolg gekrönt. So gelang es ' der Tiscbtennissektion, die Staatsmeisterschaft zu erringen. Die Ringsektion wurde nur durch Quertreibereien um den verdienten ersten Platz gebracht. Die Hockeyspieler konnten ihre führende Position beibehalten. Auch der Leichtathletiksektion waren große Erfolge beschieden. Die Handballer haben beste Aussicht, in die erste Klasse aufzusteigen. Die Neuwahlen ergaben folgendes Ergebnis: Präsident Deszö Herbst, Geschäftsführender Vizepräsident Robert Glücksmann, Vizepräsident Rudolf Böhmer, Kassier Direktor Szillard Cserey, Schriftführer Julius Rosenfeld; Beisitzer Dr. Josef Menkes, Dr. Heinrich Sax, Dr. Ferdinand Bronner, Eugen Eisler, Medizinalrat Heufeld, Fritz Klepner, Leo Eisner, Alexander Salomonowicz, Max Löw, Paul Tichler, S. Z. Deutscher, Kurt Rosenblatt; Revisoren Dr. Hugo Kurzmann und Rudolf Buxbaum. Achtung, Chaluzunl Die Clialuztmorganisation des Vorbandes der Juden* staatszionisten „Heohaluz Haleumi" teilt auf diesem Wege ihren Mitgliedern mit, daß die Hachschorahsalson 1937 In kurzem beginnt. Es ist für ausgezeichnete) Hachschorahpliltze bei jüdischen Gutsbesitzern gesorgt. Die Arbeltsbedingungen sind die gleichen wie die der slowenischen Arbeiter (Hainzell) und beinhalten neben Beistellung von Quartier und dem Deputat, S 2.20 pro Kopf und Tag. Die Anmeldung für die Hochsehorah muß in den nächsten Tagen erfolgen. Chaweroth und Chawerim melden sich täglich zwischen ß und 7 Uhr abends im S t a d t k i b b u z, II., Rotcnsterngassc 12. Umsduditungskurs des Haoured Haleumi Warum haben wir nicht genügend Handwerker? Weil unsere Eltern gegen manuelle Berufe Vorurteile besaßen. Daher herrscht heute in Erez ein. zahlenmäßiges Mißverhältnis zwischen Handwerkern und ungelernten Arbeltern!!! Wir brauchen mehr Handwerker! Noch ist es nicht zu spät, ein Handwerk zu erlernen!!! .Wir geben Ihnen die Gelegenheit dazu in einem Metallarbeiterkurs (Bauschlosserei). Anmeldungen beim Haowed-Halcumi, II., Rotensterngasse I2/3/2/II, Stadtkibbuz, oder in der Werkstätte II., Taborstraße 59, rückwärts im Hofe. R-41-1-15-U- Arbeits'lose, die in größerer Entfernung wohnen, erhalten Fahrschein gratis. Rechtzeitig anmelden! 11

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