Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 643 (26.3.1937)
- Date
- 1937-03-26
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite. 2 DIE NEUE WELT Nr. 643 vom 26. März 1937 Nach Amerika!!lif!!!n!!l!!i!lili[lll!l!l!!ili!l!llll!l!i^ mit Koscher-Küche i auf den Dampfern s g „QUEEN HARY", Soa\> t. der schnellste Dampfer der Welt iu „BERENGARIA".....7. April s „QUEEN HARY".....14. April - „AOUITANNIA".....21. April g „BERENGARlAV.....24. April | CUNARD WHITE STAR LIMITED | WIEN I. KÄRNTNERRING 4, TEL IM2-0-43, U-46-2-4S | älilNINiiiHllliinilllilliliiM finden. Das, würde aber in keiner Weise eine Lösung der Juden frage darstellen, wie gewisse Juden anzunehmen geneigt sind. Minister Moutet will administrative Erleichterungen gewähren, um Einwanderern die Niederlassung in gesunden Gebieten, die eine sofortige Kultivierung gestatten, zu ermöglichen. Für den Erfolg in den Kolonien sind jugendliches Alter r "1 Gesundheit wesentlich. Am wichtigsten i jedoch die Geldfrage. Dem Kolonienminister stehen keine Mittel für Ansied 1 u n g zur Verfügung. Die Investitionskosten für die erste Einrichtung müssen von jüdischen Organisationen getragen werden. Später würde Regierungshilfe zur Durchführung öffentlicher Arbeiten zur Verfügung gestellt werden, für gute Straßen, öffentlichen Gesundheitsdienst, Volks- und Gewerbeschulen. Eine so organisierte Kolonisation könnte nach unseren Erfahrungen Erfolg haben. Darüber hinaus würde eine solche Kolonisation zeigen, daß die Juden durch ihre Arbeit und ihre Fachkenntnisse dem Lande, das ihnen Gastfreundschaft gewährt, Gedeihen bringen. Es muß aber unterstrichen werden, daß eine solche Kolonisation keines- .falls in Masse n, sondern nur in Einheiten von .wenigen Hundert durchgeführt werden kann. Dies _ muß. gesagt werden, um jedes Mißverständnis .und grausame Enttäuschungen zu verhüten. Nach den Berichten, die das Ministerium aus den Kolonien erhalten hat, muß ein Einwanderer, wenn .'er Erfolg haben will, über mindestens 1000 , Pfund verfügen. Jüdische Wanderung nadh Südamerika _ Aus New York: Dr. Bruno Weil, Vizepräsident des Berliner Jüdischen Zentralvereins, hat nach einer vicreinhalbrnonatigen Informationsreise durch Südamerika von New York aus die Rückfahrt nach Europa angetreten. In Besprechungen mit Vertretern jüdischer Organisationen hat Dr. Weil betont, daß die Möglichkeit der Ansiedlung von Juden aus Deutschland zum großen Teil von den für diesen Zweck zur Verfügung stehenden Mitteln abhängt. Einige tausend Juden könnten in diesem Jahre mit einem Betrag von mehreren hunderttausend Dollar zur Niederlassung gebracht werden. Landwirte, Handwerker und Unternehmer mit ausreichendem Kapital kommen in erster Reihe in Betracht. Wenn auch das tropische Klima und andere natürliche Schwierigkeiten einer jüdischen Einwanderung Grenzen ziehen, so sind doch im ganzen die Aussichten günstig. Die bereits eingewanderten Juden aus Deutschland, auch die in engen wirtschaftlichen Verhältnissen, sind zum größten Teil zufrieden und beabsichtigen, in den Ländern ihres jetzigen Aufenthaltes zu bleiben. Seit 1933 haben 2 1.0 00 Juden aus Deutschland, etwa 20 Prozent aller aus Deutschland ausgewanderten Juden, in Südamerika ein Unterkommen gefunden. Es wanderten nach Argentinien 10.000, nach Brasilien 8000, nach Uruguay 600 und nach sämtlichen Ländern an der Westküste — Chile, Bolivien, Peru, Ecuador und Columbien — rund 2400 Personen ein. Alle südamerikanischen Länder benötigen Landwirte und Handwerker, ferner Einwanderer mit Kapital. Darüber hinaus gibt es Platz für eine sehr kleine Zahl von Aerzten, Professoren, Lehrern und geachultcn Industriearbeitern. Die Aussichten für kaufmännische Betätigung sind ausgesprochen schlecht. In gewissen Staaten herrscht eine ausgesprochene Abneigung gegen Hausier- und Wanderhandel. Die Einstellung der Bevölkerung zu den Juden ist günstig. In Chile erklärte Finanzminister Ross, es gebe im Lande keinen Antisemitismus. In Columbien erklärte Außenminister Coral de Soto, jüdische Einwanderer aus Deutschland seien stets willkommen. In Columbien ist Professor Halberstädter, ein jüdischer Einwanderer, von dem Präsidenten mit der Rcfoxm der Verwaltung be- Cafe Franz-Josefs-Kai« Kafffee hdd traut worden. Dagegen hat Bolivien ei"nschrähkcntf(r Maßnahmen gegen den Zustrom „unerwünschter Einwanderer" getroffen, wobei Juden dieser Kategorie zugerechnet werden. Jüdische Einwanderung nach Paraguay eingestellt Aus Pafis (J. T. A,): Die Leitung der Hias Ica Immigration Association (Hlcemj ist. voll ihrem Komitee in Montevideo telegraphiäch verständigt worden, daß die Regierung von Paraguay es dem „Lloyd Brasiliero, dessen Dafhpfer die Verbindung zwischen Montevideo und Asuncion auf dem Flußweg herstellen, verboten hat, jüdis'che Passagiere an Bord zu nehmen. Hiezu erklärt die Leitung der Hicem, daß diese Maßnahme einem vollständigen Verbot jüdischer Einf ©eiftiße Arbeiter \ grauen, J)?eröü)e, $ucfetftartfe, gartleibige effen im eigenen Sittereffe baS tmnfle, aromat. 6im0t1Bfirflt. ©efjr bequem: @tmon§brotpcic!d)en in (Stanniol. 8» afleit guten geinfoftljanMuttgeit unb öielen Säcfercien $u fjaben. 2)a§ erfte Örot in fjijgfomfdjet SJernacfung. ^©intonSbrotfabrif 2Bieit*Äagrait55. lägt. $ofttoerf. J Wanderung nach Paraguay gleichkomme. Es sei notwendig, alle für die Auswanderung nach Paraguay in Betracht kommenden Personen in Europa hievon in Kenntnis zu setzen, damit sie die Reise nicht antreten, selbst wenn sie hiezu sofort in der Lage sind. Die Flüdit in die Oeffenf h'dikeil Wir lassen uns nicht abschlachten! Aus Jerusalem: Die Tageszeitung ,,D a w a r" schreibt: „Die Räuber und Mordbrenner fühlen sich völlig sicher. Ihr Glaube, daß ihnen seitens der Behörden nichts geschehen könne, wenn sie mit Raub und Mord fortfahren, scheint unerschütterlich. So ist es nicht verwunderlich, daß Raub und Mord tägliche Flotter Mode-Trotfeur in gediegener Ausführung, blau, braun oder schwarz 4maL i.taborstrasse8a Erscheinungen sind. Die Räuber und Mörder haben aus der Erfahrung gelernt, daß man ungestraft einen jüdischen Hirten überfallen "und ermorden kann, denn nach den Gesetzen des Landes darf der auf sich allein angewiesene jüdische Hirt kein Gewehr tragen. Es ist ihm vollkommen unmöglich gemacht, sich gegen bewaffnete Mörder zur Wehr zu setzen. Und sie gehen in ihrer Frechheit auch nicht fehl, diese Räuber und Mörder. Die Polizei nimmt sich die Mühe, sie zu suchen, und wenn sie sie sucht, findet sie sie nicht. Wir sind vogelfrei! Doch nein! Die Regierung von 'Palästina^ und die' ganze Welt'"mögen; es wissen: Wir werden nicht weiterhin das Blut unserer; besten Söhne opfern, wir werden es nicht zulassen, daß man uns unser schwer erarbeitetes Hab und Gut raubt! Wül die Regierung uns verteidigen, so möge sie es mit der notwendigen Entschiedenheit tun und ohne Vrrzug das Böse ausrotten. Kann sie uns aber nicht' verteidigen, so möge sie uns doch zumindest nicht -an der Selbstverteidigung hindern. W i r *e rden nicht stillhalten, wenn man kommt, uns abzuschlachten! Wir werden rufen, bis unser Ruf gehört wird. Und will man versuchen, unseren Ruf zu ersticken, so werden wir andere Mittel finden, daß man uns hört! Die Anarchie muß endlich ein Ende nehmen." # Aus London: Der Leiter der politischen Abteilung der Zionistischen Exekutive, Professor Brodetsky, sprach auf 1 Kundmachung 1 § Die Wiener Molkerei bringt auch heuer § 1 Pessach-Koschermilch in allen ihren FiJia- | j len zum Verkauf. Die Pessach-Koscher- | | milch wird in ihren Meiereien in Niederi 1 Österreich unter streng ritueller Aufsicht 1 | der von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr.M. § | Rosenmann bestellten religiös verläß- 1 j liehen Organe D,nwp erzeugt. Jede | | Kanne und jede Flasche ist mit einer Plombe, | | respektive mit einer Schleife versehen mit j | dem Aufdruck ' | | nos ntto.'^r. | Vom 26. März bis 3. allen Verkaufsstellen April in :rhältlich RAI'PAPORT, Cafetier Wiener Molkerei f <l!lllilllllll>lllllll!!llllllllllll!l!lllllllllllll!lllll!ll!IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIH einem Bankett des Misrachi in London. Er richtete an die englische Regierung den Appell, den täglichen Mordtaten in Palästina Einhalt.zu gebieten. Wenn die Regierung die Morde nicht verhüten kann, so möge sie erlauben, daß die Juden selbst ihre Verteidigung in die Hand nehmen. Der „Dawar" ist das Organ der den Zionismus heute regierenden Arbeiterpartei und Professor Brodetsky ist ein. Mitglied der Exekutive. Ihre Auslastungen bedeuten Flucht in die Oeffentl.ichk © i t, P,as heißt, daß die zionistische Regierung die Flucht in die Öffentlichkeit ergriffen hat. Wann hat eine leitende Körperschaft das Recht dazu? Wenn sie vorher alles unternommen hat, was möglich war. Die zionistische Regierung hat aber nichts unternommen, um für die Sicherheit der Juden und des jüdischen Werkes in Palästina zu sorgen. Die Judenstaatszionisten haben lange vor dem Ausbruch der Unruhen in Palästina davor gewarnt, sich in Sicherheit zu wiegen. Sie haben zur Selbstverteidigung aufgerufen. Sie haben Jahr für Jahr, von Sitzung zu Sitzung, gefordert, daß die Zionistische Organisation bei dem Völkerbund und England dahin wirken möge, daß in der palästinensischen Garnison und Polizei jüdische Einheiten aufgestellt werden, auf die man sich in Stunden der Gefahr verlassen kann, deren Existenz allein schon hinreichen würde, den Hetzern und Räubern und Mördern den Mut zu nehmen. Man hat aber die kleine Partei der Judenstaatszionisten kaum zu Worte kommen lassen, man hat sie hohnlächelnd niedergestimmt, man hat es abgelehnt, auch nur einen Versuch in dieser Richtung zu unternehmen. Das Resultat: Täglich nutzlose, blutige Opfer. Flucht in die Oeffentlichkeit. . In wenigen Monaten tagt der Zionistenkongreß. Wird er Wandel schaffen? p£Hstm&kstefo-$emuim$ Vierzehn jüdische Kommunisten aus Palästina in Spanien gefallen Aus J-er u s a,l e/m^Privatbriofe, die aus Spanien in Palästina■ eingetroffen sind, berichten, daß von den jüdischen Kommunisten in Palästina, die in die Internationale Brigade der republikanischen Regierung Spaniens eingetreten sind, bis Ende Februar vierzehn gefallen sind. Ein Zionist im Vorstand der Kopenhagener jüdischen Gemeinde Aus Kopenhagen (J. T. A.): Nach der im Jänner erfolgten Konstituierung der Delegicrtenversammlung der Kopenhagener Gemeinde schritt dieselbe soeben zur Ergänzungswahl der Repräsentanz. Nach dem neuen Status sind von den sieben Repräsentanten alle zwei Jahre drei, bzw. vier neu zu wählen. Von den jetzt gewählten drei Repräsentanten sind Dir. Meyer und Rechtsanwalt. Oppenheim wiedergewählt worden; anstatt des zurückgetretenen Prof. Fredericia wählte die Versammlung den Vorsitzenden des skandinavischen zionistischen Verbandes und der dänischen zionistischen Vereinigung Kaufmann S 1 o r. Prof. Felix Frankfurter als Kandidat für den Obersten Gerichtshof Aus New York (J. T. A.): Das American Institute, of Public Opinion hat eine Umfrage bei 5000 amerikanischen Juristen über die von ihnen gewünschte Besetzung einer etwa frei werdenden Stelle im' Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten veranstaltet. Die höchste Stimmenzahl erhielt Prof. br. Felix Frankfurter von der Harvard-Universität. Prof. Frankfurter hat in der Brandeis-Mackschen Aera des a m e rikanischen Zionismus eine führende Rolle gespielt und war Mitglied der amerikanisch-jüdischen Delegation bei den Friedenskonferenzen in Frankreich. Der Präsident des jüdischen Gemeindeverbandes Italiens gestorben Aus Rom: In Rom ist der Präsident des Verbandes der Jüdischen Gemeinden Italiens, Adv. F e 1 i c e R a« v e n n a, einer der Vorkämpfer der zionistischen Bewegung in Italien, im Alter von 67 Jahren gestorben. Die- Regierung hat dem Verband ihr Beileid ausgesprochen. Wide wüste* es mld.... 1 daß auch houerzuPcasach die vorzüglichen J. EISEN iSf Engros-VersandHI, Rotensfarjigaste 12, R-47-Q-80 r