Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 643 (26.3.1937)
- Date
- 1937-03-26
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Preis 20 Groschen 186 Freifag, den 86« März 1937 Titl. Nf ♦ 643 V4b* b* Zeitung vom Verleger versendet .«Journal exp£di6 par VMitexix" DIE NEUEUclT E V U E HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40. vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen, monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.50; Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 18.—; Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, viertel« jährig Dinar 40.—; Eumänlen monaUich Lei 60.—, vierteljährig Lei 150.—; Deutschland monatlich Mark 1.-. yierteljährlt; Mark 3.—: Bulgarien monatlich Lewa 30.—, vierteljährig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 6.—, vierteljährig Lire 14,—% Schweiz und die übrigen Länder monatlich Schweizer lYancs 1.50, vierteljährig Schweizer Franca 4.50. Mit E bezeichnete, Anzeigen sind entgeltlich. Redaktion U.Verwaltung: IX,Universitätsstr.8,7eLA-20-2~78 - Erscheint Dienstag u.Freitag?4$8tolifotstitilft OberrabMncr Hertzog an die Judenheit der Welt Inmitten der tragischen Ereignisse und insbesondere unter dem Eindruck der neuen arabischen Terrorakte gegen den jüdischen Jischuw hat der Oberrabbiner vou Palästina, Dr. Isaac Hertzog, an die Judenheit der Welt eine Botschaft gerichtet, worin es heißt: In einer der in den Pessachgottesdienst eingefügten herrlichen dichterischen Kompositionen werden poetische Parallelen zwischen dem Pcssach Mizrajim, dem ägyptischen Pessach, und dem Pcssach . 1 e - A t i d, dem Pcssach der Zukunft, gezogen. Zu unserem tiefen Schmerz sind wir noch weit entfernt von dem Pcssach der Zukunft. Und doch scheint es, daß wir uns dem Erew Pessach der Zukunft nähern; es scheint, daß wir der Wiederherstellung Israels immer näherkommen. Möge das Hallel der Scdernacht jedes jüdische Herz erheben und erregen und es höher schlagen lassen in Hoffnung und Glauben, inspiriert von der majestätischen Vision des die ganze Menschheit umfassenden Pessach der Zukunft. Lasset uns am Sedcrabend mit der Inbrunst unserer jüdischen Scole beten, daß die Augen der Mandatarnution und aller Nationen sich öffnen mögen, um die Gerechtigkeit unserer Sache zu sehen, die Gerechtigkeit unseres historisch-prophetischen Anspruches auf das Abraham von Gott verheißene Landauf das Land unserer großen Vergangenheit, einer Vergangenheit, die sich für die gesamte zivilisierte Menschheit als von höchstem, geistlichem und sittlichem Wert erwiesen hat; auf das Land, das unsere messianische Hoffnung nährt, die Hoffnung, die in dem erhabenen universellen. Ideal von Micha und Jcsaja ruht; auf das Land, in das wir bereits so ungeheure Energie und Arbeit versenkt haben, so viele Opfer an Leben und Menschen und Werten im Verlauf seiner Wiedergewinnung für die Zivilisation aus jahrhundertelanger schrecklicher Trägheit und Vernachlässigung; auf das Land, das Millionen unserer Menschen die einzige Zufluchtsstätte vor der Flut des Hasses ist, die von Zeit zu Zeit bald in diesem, bald in jenem Teil der Welt, bald in dem einen, bald in dem anderen Lande auf die Judenheit losbricht; auf das Land, aus dem fUr Millionen unserer Brüder, die in der dichtesten Finsternis der heutigen Gallith, am Rande eines Abgrundes letzter Verzweiflung leben, der einzige Lichtstrahl der Hoffnung kommt. Lasset uns am Sedcrabend dieser unserer Brüder gedenken, lasset uns des Zieles unserer ewigen Sehnsucht gedenken; lasset uns gedenken des gesamten Jischuw, des alten sowohl wio des neuen, der geheiligten historischen alten Städte ebenso wie der modernen, neuen Städte und der landwirtschaftlichen Sicdlungon; der Zentren d»r Lehre und der Frömmigkeit, der Talmud Thöras und Jeschiwoth, sbenso wie der Zentren des Gewerbefleißes und des Handels. Lasset uns am Sedcrabend aus der Tiefe unseres Herzens beten um das baldige Kommen des Pessach le-Atid, des Pessachs der Zukunft. Ich wünsche ganz Israel einen traditionsgemäßen, glücklichen Pessach. Isaac Hertzog, Oberrabbiner von Erez Israel. Sicherheitsvorkehrungen in Palästina Wegen der gesetzlichen Feiertage erscheint unsere nächste Ausgabe Donnerstag, den 1. April ■ min Neigung zu Krampfadern starke Knöchel usw. verlangen dasTragtn eines wirkungsvollen Krampfadernstrumpfes. Sehr empfohlen ist die bekannte Spitzenmarke „PARADRUIT" - Lastex — hauchdünn, ilußersi haltbar, höchste Hellwirkung; Der ideale Strumpf für Empfindliche! ,« \ Alleinverkauf: mmmmMMuif. a _ § Fachfirma Bondagen-rnTholasch Eiektromedlzlnitcho Apparate, auch leihweljel Wien, Taboratr. 22 Neue Befugnisse für Waudhope Aus Jerusalem wird berichtet: Die Regierung gibt bekannt, daß auf Grund der dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope gemäß dem königlichen Dekret (Order in Council) über die Sicherung der Ordnung in Palästina erteilten neuen Vollmachten umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen im Lande getroffen worden sind. Sofort nach der Rückkehr des High Commissioner nach Jerusalem wurde eine mechanisierte Polizeitruppe gebildet, die sich aus Engländern, Arabern und Juden zusammensetzt. Weiter wurde eine jüdische Polizeitruppe in der Stärke von 700 Mann zum Schutze derjüdischen Siedlungen in Galiläa gebildet. Diese Truppe wird mit Militärwaffen ausgerüstet sein. Aus London: Aus Kreisen des Colonial Office erfährt die J. T. A., daß die auf Grund der seinerzeitigen Order in Council dem High Commissioner für Palästina nunmehr erteilten erweiterten Vollmachten diesem Machtbefugnisse für alle nicht vorhergesehenen Situationen geben.' Bekanntlich haben sich palästinensische Gerich tsinstanzen auf den Standpunkt gestellt, daß das -Gesetz vom Jahre-1931-der Regierung nicht das; Recht gibt, Ausnahmegesetze in dem Umfang zu erlassen, wie sie es getan hat; in diesem Sinne wurden gewisse Urteile und Verordnungen der Regierungsinstanzen als illegal aufgehoben. Die dem High Commissioner nunmehr erteilten neuen Vollmachten machen solchen Auslegungen der Gesetze von 1931 und 1936 ein Ende; die Administration ist jetzt im Besitze aller juridischen Befugnisse zum Schutz von Leben und Eigentum der jüdischen Bevölkerung. (J. T. A.) Terrorakt verhindert Im Gegensatz zu den beiden vorhergegangenen Wochenenden, an denen ein beunruhigendes Ansteigen des arabischen Terrors zu beobachten war, ist das jetzige Wochenende ruhig verlaufen. Während der Freitag-Gebete in der überfüllten Omar-Moschee wurde nahe dem Eingang zur Moschee ein Araber, der eine Bombe unter seinen Kleidern versteckt hielt, von der Polizei verhaftet. Es verbreitete sich das Gerücht, daß ein Jude einen Bomenanschlag gegen die Moschee versucht hatte. Eine Zeitlang herrschte in der Stadt eine nervöse Spannung, die Ruhe wurde aber nirgends gestört. Durch die Verhaftung des arabischen Terroristen wurde, so glaubt man, ein provokatorisches Attentat verhindert, das unabsehbare Folgen hätte haben können. Die Regierung hat alle religiösen Prozessionen im Zusammenhang mit dem bevorstehenden moslemitischen Nebi-Musa-Fest verboten; ebenso alle Zusammenkünfte und Beratungen, die dazu angetan sein können, die öffentliche Ruhe zu bedrohen. Die arabischen Führer hielten in Nablus eine Konferenz ab, in der beschlossen wurde, gegen das Verbot der Nebi- Musa-Prozessionen zu protestieren und sich dieserhalb an die Herrscher der arabischen Länder zu wenden. (J. T. A.) Aufruf des arabischen Komitees Aus Jerusalem: Das Oberste Arabische Komitee hat an die Araber Palästinas einen Aufruf erlassen, in dem sie aufgefordert werden, die Ruhe zu bewahren, bis die Kgl. Kommission ihre Arbeiten beendet und ihren Bericht erstattet hat. (J. T. A.) Zum Aufruf des Arabischen Komitees an die Bevölkerung um Ruhe, bemerkt die arabische Presse, daß der Beschluß, den Aufruf zu erlassen, in einer Sitzung des Komitees gegen die Stimmen der Mitglieder des I s t i klal (Unabhängigkeits-Partei) infolge des von der Regierung ausgeübten starken Druckes gefaßt wurde. „Fa- 1 a s t i n" stellt fest, daß das Oberste Komitee eine schwere Verantwortung auf sich geladen habet da eine Fortsetzung der Unruhen beweisen würde, daß die Führer keinen Einfluß auf die Bevölkerung haben, während ihr Aufhören darauf schließen lassen müsse, daß die Führerschaft selbst die Unruhen organisiert habe. (Palcor.) Von Wauchope begnadigte Araber Sechs Araber, die verschiedener während der Unruhen begangener Verbrechen wegen zum Tode verurteilt worden waren, wurden vom High Commissioner begnadigt; die Todesstrafe wurde in lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. Zwei von den Arabern hatten sich früher vergebens an den Kronrat in London gewandt, der erst vor einer Woche ihre Berufung gegen die Todesstrafe verwarf. Im Zusammenhang mit der Begnadigung der sechs Araber wird festgestellt, daß seit Beginn der Unruhen bis jetzt kein einziges Todesurteil vollstreckt worden ist, während in einem normalen Jahr rund 12 Hinrichtungen erfolgen. (Palcor.) irakfRegierung und Revolte Aus Jerusalem: Aus Bagdad wird gemeldet, daß die Irak-Regierung das Komitee zur Verteidigung der Palästina -Ar aber, welches im ganzen Lande eine antijüdische Aktion durchführte, aufgelöst hat. (J. T. A.) Begrenzte M®q>M*hkehen Aus Paris, 22. März (J. T. A.): Der Staatssekretär des französischen. Kolonienministeriums, Paul Bouteille, hat über die Aussichten jüdischer Einwanderung in französische Kolonien folgende Erklärung abgegeben: Kolonienminister Marius M o u t e t weiß, daß es unter den um Einwanderung sich bewerbenden Juden erfahrene Ingenieure gibt, welche den französischen Kolonien zu großem Nutzen gereichen würden. Er hat jedoch niemals ein Geheimnis aus den Schwierigkeiten gemacht, die einer solchen Kolonisation entgegenstehen. In unseren Kolonien mit gemäßigtem Kl i m a, z. B. Nordafrika, gibt es bereits eine zahlreiche eingeborene und weiße Bevölkerung. Unsere Kolonien mit tropischem Klima sind für Weiße ungeeignet, da sie dort nicht arbeiten können. Eine sofortige Lösung für Juden kann nur in einigen unserer Kolonien gefunden werden, die zwar in den Tropen liegen, aber infolge ihrer Höhenlage ein gesundes Klima haben. So wäre es in den höhergelegenen Gebieten von Madagaskar, in Neukaledonien, in bestimmten Teilen von Guyana und der Neuen Hebriden möglich, Raum für Einwanderer zu ERMXSSIGl'E FRUHJAHRSREISE NACH PALÄSTINA mit dem beliebten Dampfer „Galiläa" ab Wien 13. April Preis der Reise Wien—Wien Bahn III. Klasse, Schiff Touristenklasse . S 465.— Bahn II. Klasse, Schiff I. Klasse . . . , S 1035.— ADR1ATICA S. A. p'IMto-£xP«B. W'Pf- Oesterreich Generalagentur Wien I, RfilSÖbUfO tH}f Kärntnerrins Nr. 6 KoWr^ar' "Nr. 8 Telephon U-47-5-60 Telephon U-26-4-29