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Die neue Welt · 1937-03-23 · Heft 642 (23.3.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 642 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 642 vom 23. März im DIE JfEÜE WEtT Seite S AUS ALLER WELT Jahod'nsky von Genera! Herfeog empfangen Aus J o h a n n i s b u r g (J. T. A.): Der Ministerpräsident der südafrikanischen Union, General Herfczog, empfing am i$. März den Präsidenten der Neu-Zionistischen Organisation, Wladimir Jabotinsky, und das Mitglied der Exekutive der N. 2. 0., Ing. S. Y. Jacobi, die sich gegenwärtig zu Besuch in Südafrika befinden, in Audienz. Der Audienz folgte ein Frühstück, dem die Minister K e m p und G r o e b 1 e r, der südafrikanische Kommissär für Palästina, Michael H a s k e 1, und die Unterstaatssekretäre des Innen- und Außenministeriums beiwohnten. Minister Groebler hieß in einer Ansprache Jabotinsky in Südafrika willkommen. In seiner Erwiderung setzte Jabotinsky die Ziele der N. 5. 0. auseinander. Sir Austen Chamberlain Aus London: Der frühere Außenminister Sir Aurten Chamberlain, einer der hervorragendsten englischen Staatsmänner, ist in London im Alter von 73 Jahren gestorben. Alfl Mitglied des Kriegskablnetts und auch in seiner späteren politischen Tätigkeit hat Sir Austen wiederholt zu jüdischen Problemen Stellung genommen und hierbei stets eine freundschaftliche Gesinnung gegenüber den Juden in England und anderen Ländern bekundet. Er setzte damit die Tradition seines Vaters, Joseph Ghamberlain, fort, der im Jahre 1903 Theodor Herzl nach London berief, um der Zionistischen Organisation die britische Provinz zur Errichtung einer autonomen jüdischen Heimstätte zur Verfügung zu stellen. Dieses Angehot führte zur Spaltung auf dem 6. Zionisten- JcongreA und zur Gründung der jüdischen territorialistischen Organisation ITO unter der Führung von Israel SUngwills. In den letzten Jahren ist Sir Austen Chamberlain wiederholt für den Schutz bedrohter jüdischer Gemeinschaften and für die Erleichterung des jüdischen Aufbauwerkes In Palästina eingetreten. Für die Unterdrückung der Juden in Deutschland durch die Hitler-Regierung fand Sir Austen Chamberlain im Parlament und außerhalb desselben Worte tiefster Entrüstung. Oft sprach er über dieses Thema und weckte Widerhall weit über Englands Grenzen hinaus, tm Rahmen der großen Ausspraene, exe im Unterhaus am 13. April 1933 über die Notwendigkeit einer Erleichterung der jüdischen Einwanderung aus Deutschland nach Palästina und über sonstige aus der tragischen Situation der Juden. In Deutschland sich ergebende Probleme stattfand, ergriff auch Sir Austen Chamberlain das Wort zu einer eindrucksvollen Rede. Im folgenden Jahre erschien Sir Austen auf einem Bankett, das der Anglo-Palestine Club in London unter dem Vorsitz von Baron James de Rothschild veranstaltete. Chamberlain sprach sich damals dafür aus, daß England seine Tore der jüdischen Einwanderung öffne. Die Bereitschaft Englands, Einwanderer aufzunehmen, habe schon in der Vergangenheit zur Vertiefung des englischen Nationalgefühls beigetragen. Die freundliche Aufnahme, die C r o m w e 11 den aus Spanien und Portugal vertriebenen Juden gewährte, habe tiefe Spuren hinterlassen. Hilfsbereitschaft für Bedrängte liege den meisten Engländern im Blut. Dr. Max Kollenscher gestorben Aus T e 1 - A v i v: Im 62. Lebensjahr starb in T e 1- Aviv der bekannte zionistische Politiker Dr. Max Kollenscher, der bis vor wenigen Jahren dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin angehörte und auch im Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden eine führende Stellung einnahm. Dr. Max Kollenscher war ein aktiver Vorkämpfer des zionistischen Gedankens und gehörte zu dem engeren Kreis der Mitarbeiter Theodor Herzls. Seine letzte Arbeit war eine Broschüre, zu welcher er für den Judenstaatszionismus als einziger Lösung der Judenfrage eintrat. Ansprache des stellvertretenden Chefs der britischen Armee Aus London (J. T. A.): Die Vaterlandsliebe Ider englischen Juden wurde von dem stellvertretenden Chef der britischen Armee, Generai Sir Harry Knox, bei einem feierlichen Appell der Jewish Lads' Brigade (Jüdischer Pfadfinderverband) hervorgehoben. Ihr Angehörigen der jüdischen Gemeinschaft, sagte der General, habt ein hervorragendes Beispiel der Vaterlandsliebe gegeben. Ich weiß, daß über 50.000 eurer Glaubensgenossen im Kriege Heeresdienste geleistet haben, und daß die Jugend, zu der ich jetzt spreche, innerlich verwandt ist mit den jüdischen Soldaten der britischen bewaffneten Macht. Der General erinnerte daran, daß fünf Juden mit dem Viktoria^Kreuz ausgezeichnet worden sind und viele andere aller Art Tapferkeitsauszeichnungen erhalten haben. Die Juden haben die Haltung von Bürgern des Reiches eingenommen und gezeigt, daß sie erkannt haben, daß es Opferbereitschaft bedeutet, Bürger des größten Reiches zu sein, das die Welt jemals gesehen hat. Das Britische Reich habe eine große Vergangenheit! ein Viertel der. Menschen i Die letzten Ereignisse Bombenamdtlag in Jerusalem Aus Jerusalem meldet Palcor unter dem 17. Märzj In Jaffa-Street, der Hauptstraße von Jerusalem, explodierte um 7 Uhr abends, da der Verkehr am lebhaftesten Ist, an einer Haltestelle der Egged-Autobusse eine Bombe, die zahlreiche Personen verwundete und eine Panik hervorrief. 16 Juden wurden nach dem Hadassah- Krankenhaus gebracht, darunter zwei Frauen, ein achtjähriger und drei etwa zwölfjährige Knaben und ein zum Judentum übergetretener ehemaliger Mohammedaner. Ein jüdischer Polizist und ein Autobuschauffeur, ebenfalls ein Jude, erlitten schwere, aber nicht lebensgefährliche Verletzungen. Der Beamte des Keren Kajemeth, Naftali Benmenachem, wurde ernst, der Beamte der Jewish Agency, Mosche Tiktinsky, leicht verletzt. Bin Araber wurde verhaftet. Auf zwei arabische Cafes in Jerusalem, von denen eines in der Nähe des Jaifa-Torcs und das ändere unweit Liftas gelegen ist, sind heute abend zwei Bomben geschleudert worden. Laut Polizeimeldung sind dabei sieben Araber, davon zwei schwer, verletzt worden. Es besteht die Vermutung, daß die Bomben aus fahrenden Autos geworfen wurden. Laut Polizeimeldung stellt sich die Gesamtzahl der arabischen Opfer auf 1 Toten, 1 Schwerverwundeten und 6 Leichtverwundete. Auf jedes der Cafes wurden zwei Bomben geschleudert. Heute morgen explodierte eine Bombe mitten in einer Gruppe arabischer Arbeiter, die bei einem Bau in der Nähe des jüdischen Viertels von Jerusalem beschäftigt waren, wobei drei Verletzungen erhielten. Es wird angenommen, daß die Arbeiter sich anschickten, die Bombe zu schleudern, als diese frühzeitig zur Explosion kam. Bombenexplosion in Tel-Äviv Auch in Tel-Aviv kam ea in der Nähe der Grenze von Jaffa zu einer Bombenexplosion, die jedoch glücklicherweise keinen Schaden anrichtete. Ueberfall auf Kinder Ein Araber schoß aus dem Hinterhalt auf einen jüdischen Knaben und ein jüdisches Mädchen, die in der Nähe der Siedlung Sedschera spazierengingen. Das Mädchen Wurde leicht verwundet. Ausnahmszustand in Jerusalem aufgehoben J. T. A. meldet aus Jerusalem: Nachdem seit den Bombenwürfen am Mittwoch und am Donnerstag keine Zwischenfälle in Jerusalem mehr passiert waren, hat der Uett&tote Mf&k&ose, Smmemf HOCHSTRASSE / TEL. Nr. 109 Fließendes Kalt- und Warmwasser Distriktskommissär den über Jerusalem verhängten Ausnahmezustand am Freitag wieder aufgehoben. Neue Ueberfälle Bewaffnete Araber vei*suchten heute, das der Siedlung J a v n i o 1 gehörende Vieh zu stehlen. Jüdische Polizisten schössen nach ihnen und nahmen zwei Araber fest. In das jüdische Steinwerk Migdal Zedek brachen arabische Diebe ein, die eine Anzahl von Instrumenten und andere Gegenstände stahlen. In Migdal (Galilea) kam es zu einer Schießerei zwischen Arabern und jüdischen Wächtern. Wieder ein jüdisches Opfer Der 27jährige Samuel Gottfried, Landwirt iü fcosch Pinah ist heute abend von Arabern ermordet worden. Es wurde zunächst angenommen, daß Gotfried erschossen TREFF #) 51, SEDER-ABENDEN am 2«. und 3 7. Min unter Leitung de« bekannten Oberkaiftort B. Zlmmertpitt im n*JD- Restaurant W. SPRITZER Ii, HAmmor-Purgttftll-dasse (1 Minute vom 0 i a n a b a d) Zur Verabreichung gelängen eMtklmigs Oater-SpetlalitBten. Austehank von original Palästina-Weinen zu zeitgemäßen Preisen. Tiechbeetellungen erbeten unter: A-45-5-42 wurde, als er vor seiner Haustür stand; später stellte es sich heraus, daß er von arabischen Hirten, die durch dis Siedlung zogen, erdolcht wurde. Spuren ließen darauf Schließen, daß er mit den Mördern gerungen hatte. Gottfried war ein Enkel eines der Gründer von Rosen Pinah. Sie wollen keinen Frieden Die jüdischen Stadträte von Jerusalem wandten sich privat an ihre arabischen Kollegen mit der Aufforderung, art die Bevölkerung einen Appell für Ruhe und Ordnung zu erlassen. Die arabischen Stadträte lehnten es ab, dieser Aufforderung Folge zu leisten. Bericht der KgL Kommission Aus London meldet die J. T. A.: „Manchester Guardian" teilt mit, daß der Bericht der Königlichen Kommission erst Ende Aprü fertiggestellt sein wird. Gleich nach Erhalt des Berichtes wird die englische Regierung ihn der ständigen Mandatskommission beim Völkerbund und dem Unterhaus unterbreiten. Kommunistische Attentate Die „Times" bringt ein Telegramm ihres Jerusalemer Korrespondenten, wonach die letzten Ueberfälle auf Juden und Araber höchstwahrscheinlich durch Kommunisten ausgeführt wurden. Der „Times"-Korrespondent erklärt weiter, daß man in den Kreisen der Palästina-Regierung geneigt ist, diese Auffassung anzunehmen. Solch eine Aufklärung der blutigen Geschehnisse sei für, beide Parteien, Juden und Araber, günstig, weil sie dazu beiträgt, eine Entspannung sowohl im jüdischen als auch im arabischen Lager herbeizuführen. Brand eines Messe»PavilIons Aus Tel-Aviv meldet „Palcor": Am 19. März nachts brach im Kolonisationspavillon auf dem Boden, der Levante-Messe ein Brand aus, wo die Leistungen des Keren Hajessod auf kolonisatorischem Gebiet ausgestellt waren. Der Pavillon brannte vollständig nieder. Man vermutet, daß der Brand die .Folge, eines verbrecherischen Attentats ist. Exekufive«Siizung in London Aus London meldet die J. T. A.: Für Mittwoch, den 24. März, ist nach London olne dringende Sitzung der Zionistischen Exekutive einberufen worden. An der Sitzung wird sich auch Felix War bürg, der sich in London aufhält, beteiligen. Am 19. März hatten Dr. Weizmann und Möschen Shertok eine längere Konferenz mit dem Koloniemninister Ormsby-Gore, im Verlauf welcher die Lage in Palästina besprochen wurde. der Welt sind seine Bürger, es lohne sich, ihnen Schutz angedeihen zu lassen. Mit Stolz sehe ich, sagte Sir Harry zum Schluß, daß die jüdischen Söhne in die Fußtapfen ihrer Väter treten. Norwegische Schiffahrtslinie Saloniki—-Tel-Aviv Aus Saloniki (J. T. A.): Die Norwegische Mittelmeerlinie hat beschlossen, einen direkten Schiffsverkehr Saloniki—-Tel-Aviv einzurichten. Es wird dies die erste reguläre Schiffsverbindung von Griechenland nach Tel-Aviv sein. Der Verkehr auf der heuen Linie wird demnächst durch den Dampfer „Sardinia" eröffnet. SFreunaurerfLogen und Bne« Brich« Aus Bukarest (J. T. A.): Der rumänische Ministerpräsident Gh. Tatarescu hat vor kurzem die Freimaurer-Logen in Rumänien verboten. Prof. Alexander Cuza, Sohn des berüchtigten Antisemitenführers, hat in einer Rede im Parlament gefordert, daß die jüdischen Bne-Brith-Vereinigungen in dieses Verbot einbegriffen werden. Der Präsident des Zentralausschusses der Bne- Brith-Vereinigungen Rumäniens, Landesrabbiner Senator Dr. I. Niemirower, teilte dem J.-T.-A.-Vertreter zu dieser Angelegenheit folgendes mit: ..Bisher hat die rumänische Regierung keine Maßnahmen gegen die Bne-Brith-Vereinigungen ergriffen. Die meisten Bne-Brith-Vereinigungen in Rumänien haben, um keine Mißverständnisse aufkommen zu lassen, die Bezeichnung .Loge* fallengelassen. Sie alle sind legal eingetragen, ihre Versammlungen und Veranstaltungen sind öffentlich, eine Geheimprozedur gibt es bei ihnen nicht. Die Bne-Brith-Vereinigungen in Rumänien bestehen seit 6fi Jahren, Die, Tatsache, daß ich, .Oterrabbiner und Senator, an der Spitze der Bne-Brith-Veretnigungen in Rumänien stehe, ist der beste Beweis dafür, daß diese Vereinigungen weit entfernt davon sind, antireligiös und antipatriotisch zu sein, sondern daß sie auf der Ehrfurcht vor Gott, König und Vaterland basieren. Verb« d« Judensfaatszionisfen Oesterreichs Sektion Prater, DI., Erlafstraße 5. Dienstag, den 23. d., halb 9 Uhr abends: Bibelvortragszyklus Rabb, Dr. N. Zicker. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 23. d., halb 9 Uhr abends, im Heim, H„ Untere Augartenstraße Nr. 88: Vortrag Fritz Neuländer: Judenhaß in der Antike. Der Verband der Judcnstaatszionisten gratuliert seinem Mitglied Frl. Jenny Becher anläßlich ihrer Promotion zum Doktor der gesamten Heilkunde aufs herzlichste. * Meir Großmann hat bereits Paris verlassen und ist in London eingetroffen. Baruch Weinstein, Mitglied der Exekutive der Judenstaatspartei, hielt sich auf der Durchreise nach Polen einige Stunden in Wien auf, wo er wichtige politische Beratungen abhielt; Jüdischer Hochschulausschuß, IX., Alserstraße 26. Dienstag, den 23. d. M„ findet, um 20 Uhr, die Vorführung eines Palästina-.Fi 1ms (Ldchtbüder) statt. Als Einleitung spricht Herr Dr. Emanuel Keller über: „Meine Eindrücke in Palästina." Gäste herzlich willkommen! l/iele wissen es nicUt.... daß auch heuer zu Peasach die vorzüglichen J. EISEN Peinwurst und Selchwaren fiDD in allen Filialen und Verkaufsstellen zu haben sind En-groi-Venand: II,, Rotenstorngaiie 12, JM7-0-80!^

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