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Die neue Welt · 1937-03-23 · Heft 642 (23.3.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 642 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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DIE NEUE WELT Nr. 642 vom 23. März 1937 kostet dieser Jugendliche moderne Slipper ,29 Mode-Noppen-Mäntel ganz K.-S.-Duchesse gef. Trotteur-Mäntel engl. « -. gemust, aparte Aermel . S Eleg. Sportmäntel aus Modefischgrät, ganz Mongol gef. S Feine Slipper-Mäntel »«._ aus neuesten Hodesfoffen, gufe Schneiderarbeit S*r8 Charmelaine-MänteJ Kragen u. Aermel reich gesteppt . . , . sD5i Woll-Georgette-Mäntel «a— hochaparte Jabot-Fasson . . . S QtJ Trachten-Kostüme * grau, mit grünem Aufputz . . S \j Smoking-Kostüme 1h— dunkelblau, Jacke gef.....s Elegante Kostüme aus Modesfreif-stoffen, Mongol cefOtfetl . . S Wollstoff-Kleider 1f.90 schöne Jumber-Fasson . . . . S J*f Aparte Bolero-Kleider mit reichem Plisseaufputz . S J" Slipper für Herren ifl._ aus Mode-Hoppenstoüen. gan: gel.....S *r" Herren-Straßenanzug i nin Modestreifdessins.....St" Für starke Frauen: * Uebergangs-tfäntel engl, gemüst. ganz gef.....S Lj Kunstseiden-Im pr.-Kleid ngo oder Charmeuse-Streifkleid . S J Wollstoff öder Mongol-Kleid -fi 90 vorteilhafte Fasson . . . . . S 1* In der Passage: Damen - Kunstseiden - Interlock - Hemden oder -Hosen 98 g, Damen-Netzhandschuhe mit breiter Stulpe 98 g, Charmeuse-Rockkombination S 2:50, Trachten-Westen mit langen Aermeln S 2.90, Schotten-Kleider S 3.90, Tupf-Kretonne-Schlafröcke S 3.90, Kunstseiden-Taft-Schottenblusen S 2.90, Streif-Charmeuse-Blusen S 3.90, Kiesel- Crepe-Blusen, Pastellfarben S 4.90, Crepe-Satin- Blusen (Kunstseide), Pastellfarben. S 5.90, graue Wickelschoßen S 4.90, Charmeuse-Kleider, moderne Dessins K 5.90, Hosenröcke S 8.90, Wollstoff-Kleider S 9.80. Aus der Schuhabteilung: Sämisch-Binde-Pumps IT90 mit Festabsatz, braun oder schwarz ...... S IL Boxkalf-Herrenschuhe 1f90 braun, moderne Fassons............. S J» Boden-Belag, Vorhänge, Bettwaren: Indenthren-Tisehtücher, 120x120, S 2.4.5, 90x90, 98 g, Phantasie-Etamine, 130 br., p. m , S 1.2.5, Vorhang-Ne,tzstoffe, 140 br., p. m S 1.29, Indanthren-Vorhangstoffe, vielfarbig, 140 br., p. m S 1.98, Donaüleu'm-Reste, 200 cm br., p. m'-* S 2.40, .Deckenkappen (Schlüpfer) 120xlB0, S 4.75, geblümte Wirtschafts-Steppdecken S 7.90, Batist-Doppelbettdecken, mit Einsatz: und Motiv, S 7.90, Gestickte Bettwäsche-Garnitur S 7.90. Unsere Stoff-Schlager: „Melita"-Kretonne für Dirndln und Schlafröcke, 80 cm . ... . , , S Kunstseiden-Duchesse schöne Futterfarben, 70 cm ,......, . , S Wäsche-Popeline gute Qualität, für Pyjamas und Hemden , . . S Kunstseiden-Twill-Imprime weich und geschmeidig, waschecht ...... 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In L o d z wurden zwei Juden, der 22jährige Cyalczinski und der 34jährige Chaim Rochfeld, überfallen und in den Rücken gestochen. Beide wurden schwerverletzt ins Hospital gebracht. An der Lemberger Universität wurden wiederum viele jüdische Stdenten durch Nationalisten überfallen und blutig-geschlagen. Die Polnische Telegraphen-Agentur meldet, daß polnische Studenten in Warschau anläßlich des Vortrages eines ausländischen Professors Tränengasbomben ins Lokal warfen, die herausströmenden jüdischen Studenten hinterrücks überfielen und brutal mißhandelten. Einem der Juden wurde ein Auge ausgestochen. In die Wohnung des Präsidenten der Wilnaer jüdischen Gemeinde, Maurice Parnes, wurde eine Bombe geschleudert, die explodierte und die ganze Wohnung zerstörte. Zum Glück sind Menschenopfer nicht zu beklagen. In vielen Städten Polens wurde den Juden der Besuch der Wochen- und Jahrmärkte verboten. Das Hauptorgan der Nationaldemokratischen Partei, „Warszawski Dziennik Narodowy", fordert die Vertreibung aller Juden aus Warschau. Streik der jüdischen Studenten in Wilna Aus Warschau: Der Streik der jüdischen Studenten in Wilna,-die sich gegen die Einführung einer Ghetto-Sitzordnung gewehrt haben, ist nach Abschluß eines Kompromisses abgebrochen worden. Die jüdischen Studenten haben den Vorschlag angenommen, Sitzplätze in den Hörsälen und Arbeitsplätze in den Laboratorien in Gruppen einzunehmen, denen außer ihnen auch die freiheitlich gesinnten polnischen Studenten sowie die. weißrussischen und die litauischen Studenten angehören. Andererseits bilden die nationaldemokratiachen polnischen Studenten besondere Gruppen. Der Ausschluß der 54 jüdischen Studenten, die in der letzten Zeit an den Laboratoriumsarbeiten nicht teilgenommen haben, wird zurückgezogen. Judenfeindliche Angriffe im irischen Parlament Aus Dublin (.T. T. A.): Der jüdische Abgeordnete des Dail (irländisches Parlament), Robert B r i s c o e, der in dem Kampfe um die Unabhängigkeit Irlands eine hervorragende Rolle, gespielt hat, hielt im Dail eine eindrucksvolle Rede zur Abwehr verleumderischer Angriffe des judenfeindlichen Abgeordneten B e lt o n. . Insbesondere verwahrte sich Abgeordneter Briscoe gegen die Gleichsetzung von Judentum und Kommunismus. Die Juden seien gute Bürger des Staates und bereit, Freud' und Leid ihrer Mitbürger ebenso zu teilen, •wie sie in der Vergangenheit an;-dem Kampfe für die nationale Unabhängigkeit teilgenommen haben. Außer •Briscoe . verwahrten sich auch mehrere nichtjüdische Abgeordnete, aufs schärfste gegen das Hineintragen von Judenhaß in die Beratungen des Dail. In diesem Sinne sprachen u. a. der Finanzminister S e a n McEntee und der Führer der Irischen Arbeiterpartei W. Norton. Jüdische Landwirte in U. S. A. Aus New York: Der Leiter der Jüdischen 'Agrikulturgesellschaft in den Vereinigten Staaten G a b r i e 1 D a v i d & o n teilt mit, daß unbeschadet der Ägrarschwierigkeiten des Jahres 1936 sich die jüdische landwirtschaftliche Betätigung in den Vereinigten weiter entwickelt hat. Die Gesellschaft hat s i e,beneinha 1 b Mi 1 Iionen Dollar an Darlehen fUr jüdische Landwirte ausgegeben. In vierzig Bundesstaaten der U. S. A. leben rund 10 0.0 00 Juden ausschließlich von landwirtschaftlicher Arbeit. In den letzten Monaten sind weitere 41 jüdische Farmen entstanden, jeder Farmer brachte ein Durchschnittskapital von 2700 Dollar mit. Der Durchschnittswert einer Farm ist 5200 Dollar, so daß den neuen Farmern die Hälfte der Investitionssumme als Darlehen gegeben werden muß. Eine Reihe jüdischer Flüchtlinge aus Deutschland hat sich in Amerika als Farmer niedergelassen; ihre Zahl würde sich sehr vermehren, würde die deutsche Regierung den Flüchtlingen erlauben, Teile ihres Vermögens ins Ausland hinüberzunehmen. RUckgang der jüdischen Bevölkerung in Deutschland Aus Be'rlin: In einem Vortrag über „Jüdische Emigration als Weltproblem" stellte Dr. Michael Traub fest, daß vom 1. Februar 1933 bis zum 1. Dezember 1936 rund 110.0 00 Juden Deutschland verlassen haben. Davon wanderten 38.000 nach Palästina, 29.000 nach Uebersee, 23.000 nach verschiedenen west-, Süd- und nordeuropäischen Ländern aus und etwa 20.000 Juden kehrten als Rückwanderer nach Osteuropa zurück. Die jüdische Bevölkerung Deutschlands hat sich unter Berücksichtigung der natürlichen Abnahme während dieser vier Jahre um über 24 Prozent oder um 126.000 Seelen vermindert. Sie ist von 517.000 Seelen Anfang 1933 auf etwa 390.000 Anfang 1937 zurückgegangen. Dr. Traub schloß: „Würde es im Laufe der nächsten fünf Jahre gelingen, eine jüdische Gesamtauswanderung aus Deutschland von 1 0 0.0 0 0 Seelen zu ermöglichen, so würde sie wahrscheinlich zu 20 Prozent aus Altersgruppen unter 18 Jahren, zu 60 Prozent aus 18- bis 40jährigen und zu 20 Prozent aus Menschen über 40 Jahren bestehen. Die jüdische Bevölkerung Deutschlands würde sich bei dieser Auswanderung und bei fortdauernder natürlicher Abnahme bis Mitte 1941 auf zirka 28 0.0 00 Se'elen vermindern und fast zu zwei Dritteln aus Menschen über 45 Jahren bestehen. Von den jährlich 20.000 auswandernden Juden werden im Durchschnitt der nächsten fünf Jahre wahrscheinlich etwa 10.000 nach Palästina und etwadie gleiche Zahl nach.anderen Ländern gehen. Verstärkte antisemitische Propaganda in Osteuropa Aus Stuttgart: In Stuttgart fand eine Beratung der in Osteuropa ansässigen Deutschen statt. Professor Oberländer aus Königsberg gab den Delegierten folgende Richtlinien:' Die Bevölkerungen der Länder Osteuropas sind darüber aufzuklären, daß die Juden die besten Helfer des B o 1 s c h e w i s m u s seien. Die Propaganda gegen die Juden ist unter der Parole zu führen: Die Juden seien Bolschewisten und deswegen eine Gefahr für die Länder, in denen sie leben. Totale Ausschaltung jüdischer Aerzte» Aus Berlin: Im „Aerzteblatt für Berlin" wird eine Bekanntmachung des Vorstandes der Reichsbahnbeamten-Krankenversorgung wiedergegeben, wonach mit Wirkung vom 15. März 1937 die Erstattung der Rechnungen und Verordnungen aller jüdischen Aerzte, Zahnärzte und Dentisten von der . „Krankenversorgung" abgelehnt wird. Dieser Ausschluß der Erstattung wird auch auf diejenigen jüdischen Aerzte, Zahnärzte und Dentisten ausgedehnt, die zur Tätigkeit bei den gesetzlichen Krankenkassen oder den Ersatzkassen im Sinne der Reichsverordnung zugelassen sind (ehemalige Frontsoldaten) oder die im Oberschlesischen Abstimmungsgebiet ansässig sind. PessaduPrenuere in den „Jüdisdten Künstlerspi'elen" Wegen umfangreicher Vorbereitungen bleiben die „Jüdischen Künstlerspiele", II., Praterstraße 34, bis einschließlich Samstag geschlossen. Die nächste Vorstellung findet, Sonntag, den 28. d. M., nachmittags halb 4 Uhr statt. Sonntag übend geht als Premiere die Lustspieloperette „Die verkischewte Kalle" mit Jenny L o v i c in der Hauptrolle in Szene. Verband zionistischer Hochschülerinnen. Donnerstag, den 25. d. M., findet, um 20 Uhr, in der Lese- und Redehalle jüdischer Hochschüler, IX., Türkenatraße 9, eine Zusammenkunft statt. Wochenbericht, Referat, Vorlesung. Hochschülerinnen willkommen! KINO*PROGRAMME KREUZ-KINO Geborene i, woiizeiie i7 Verbreeher Telephon K-24-2-16 WWWIWIIW Vorstellungen .•<•, J/-.6, Vä8,'Aio Lewis Stone, Betty Grable NESTR0Y-KIN0 oenna' Durbin tST^to IääSS^; Tag»,*:«, «i, •/,.,«.» DreisüßeNädelt VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn: %4, «, V»8, 'Aio STAFA, VII Mariahüf erstraße 120 Telephon B-83-0-68 Wochentags: V**, 5,7 u. 7 TOOMAl der Eiefonten&oy Eigentümer, Verleger, Herausgeber, und yeraatworWciie? Be?aWew\:0^ba^ Druck: Druqkerei. und yerlags-A,-G, Jgnaz Stefcmann, beide. m*»T

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