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Die neue Welt · 1937-03-23 · Heft 642 (23.3.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 642 (23.3.1937)
Date
1937-03-23
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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sftfts i DIB NEUE WELT Nr. 642 vom 23. Mar* 193? ™*L\ ps I e r- Sonderfahrt Mi9m. Isuste POLIN un'CZ'RNOWITZ ■ Abfahrt: 34. März 1937 ■ Auskunft und Anmeldungen ausschließlich im I Reisebüro „Marfenbrücke* ^Wgn l. gotenturrmtr 76 Telephon R-24-2-86/8? ) Lande sich so lange nicht bessern wird, als nicht radikale Aendernngen In der Administration Plate gegriffen haben. Werden diese Aenderungen nicht vorgenommen, so wird der Terror sich verschärfen und tarn Ausbrach neuer Unruhen in Zukunft fuhren. Eine entschlossene und starke Administration ist die erste Voraussetzung für die Wiederherstellung von Ruhe und Ordnung im Lande." Die Klagen, die seit Jahren gegen die Palästina- Verwaltung vorgebracht werden, sind hier in verblaßter, zum Teil zaghafter, ein wenig aktualisierter Form skizziert Ueber das Wesentliche, die Frage der Abwehr des Mordterrors, mit anderen Worten: die Frage des Selbstschutzes und der Uebernahme der Sicherheitsfunktionen, die eigentlich der Palästina- Regierung obliegen, ist in der Erklärung der Exekutive nichts zu finden. Die zionistische Welt wird zweifellos gerade im gegenwärtigen Augenblick jedes Wort, das die erregten Hetzen zu beruhigen geeignet ist, mit aufrichtiger Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Sie wird zwischen den Zeilen zu. lesen versuchen, um sich Trost und Kraft zu holen. Aber nichts davon! Eine matte, zu nichts verpflichtende Erklärung, auch kaum geeignet, auf die britische Administration Eindruck zu machen! Wiederum bloß eine schüchterne Mahnung und eine bis zum Selbstmord gehende Loyalität gegenüber der Palästina- Regierung! Wiederum der Ausdruck einer Resignation, die zu den Wünschen der patriotischen Zionisten Palästinas und der Galuth in Widerspruch steht! Man bekommt den Eindruck, daß die Erklärung der Exekutive das Höchstmaß ihrer Erbitterung gegen das Palästina-Regime darstellt, als eine Art Fortsetzung der Erklärungen, die sie vor der Kgl. Kommission im Spätherbst des Vorjahres abgegeben hat. Es ist schwer vorstellbar, wie innerhalb solch einer Atmosphäre der von gewissen palästinensischen Kreisen vorgeschlagene jüdische Generalstreik als Protest gegen das mandatswidrige Verhalten der Wauchope-Regierung Zustandekommen soll. Der Waad Leumi, der jüdische Nationalrat als Repräsentant der jüdischen Bürger Palästinas, veröffentlicht ebenfalls eine Erklärung als Protest gegen die Mordtaten der arabischen Banditen und als Ausdruck der tiefen Entrüstung über das Verhalten der Palästina- Regierung, wobei, nach einer Meldung des Palcor, auch bestimmte Forderungen in bezug auf die Wiederherstellung der Sicherheit gestellt werden. Die jüdischen Siedler in Nordpalästina verlangen die Einführung des Kriegsrechts in ihren Gegenden. Papierene Proteste werden geschrieben, während täglich jüdische Opfer fallen, und gleichzeitig erklärt der Kolonienminister Ormsby-Gore auf eine Anfrage im englischen Unterhaus bezüglich der Installierung des Kriegsrechts, er wisse nicht, ob Kriegsrecht zur Behandlung dieser Sache (nämlich der arabischen Bluttaten) geeignet wäre. England könne auf Grund einer Order Machtmittel anwenden, aber dies sei kein Kriegsrecht. „Kriegsrecht", sagte Ormsby-Gore auf eine Frage Colonel Wedgwoods, „bedeutet das vollständige Ende jeder Zivüverwaltung. Die Regierung Seiner Majestät würde zögern, es in Kraft zu setzen." Die Mandatarmacht denkt also nicht daran, das, was auf der ganzen Welt im Fall blutiger Exzesse seitens eines Einwohnerteüs gegen den andern geschieht, nämlich Erstickung dieser Exzesse durch militärische Maßnahmen, zu unternehmen. Andererseits darf man nicht vergessen, daß die moralisch-politische Haltung der Jischuw-Majorität durch die Kreise um die „Histadruth" bestimmt wird. Noch vor einigen Wochen, nach den furchtbaren Ereignissen des Jahres 1936, regte ein Vertreter der „Mapei", der sozialdemokratischen Partei der jüdischen Arbeiterschaft Palästinas, bei der Mapai-Konferenz an, die Verbreitung des Sozialismus unter den Arabern zu forcieren, um auf diese Weise die Araber den jüdischen Aspirationen näherzubringen. Zwar gab damals Herr Ben Gurion, das blauweiße Fähnchen im roten Flaggenwald, eine weniger linke Auffassung der Lage kund, indem er an eine gesamtzionistiache Solidarität appellierte und hiebei Wendungen gebrauchte, die dem oppositionellen Vokabular gleichgeschaltet waren, aber die Wülensrichtung des Jischuw wird leider von der Histadruth bestimmt, die MsotcefötH wie um UstUnink . . . . an den SEDERABENDEN im Restaurant A. BARSCHAK Wlea II, Große Scblflgasse 3, Telephon A-40-4-38 unter Aufsicht' Sr. Ehrw. Herrn Babblner Josef Babad Berühmt seine ungar. Weine, Palästina-Weine, Met, Sllbowitz» Kognak von S 2.— per Liter aufwärts. Besonders empfehlenswert: sein* streng koscher« KUch« Weltkonferenz der Jiidenstaatszionfeten Tel-Aviv, Matz 1987: DAS Zentralbüro der Jadenstaatspartei berichtet: Das Exekiitivkomitee der Judenstaatspartei hat beschlossen, anfangs August die firste Weltkonferenz der Partei abzuhalten. Sie wird eine Woche vor dem Zionistenkongreß in Paris beginnen und vier Tage dauern. Es werden Delegierte aus 20 Landern erwartet. Auf der Tagesordnung stehen wichtige politische, wirtschaftliche und soziale Probleme des Zionismus, u. a. die Frage der Parität und der Kantonislerung In Palästina, die Zukunft der Arbeiterorganisationen, die Reform der Hachscharah und Alijah, der organisatorische Umbau der zionistischen Bewegung usw. Die Konferenz wird auch das Programm der Partei endgültig festzulegen haben. Die Partei wurde auf dem Prager Zionistenkongreß 1933 nach der Spaltung im Revisionismus gegründet In Paris wurde bereits ein Konferenzkomltee installiert, welches die technische Durchführung der Konferenz übernommen hat. bekanntlich vier Fünftel des jüdisch-palästinensischen Lebens kontrolliert und Bindungen besitzt, die sich allzu oft als für ein zionistisches Palästina schädlich erwiesen haben. Wie unter diesen Umständen der täglich Opfer ah Leben und Gut heischende arabische Terror gebrochen und die jüdische Aufbauarbeit ungestört weitergeführt werden kann, ist nicht ersichtlich. Proklamationen, mögen sie noch so demonstrativ sein, nehmen sich neben den arabischen Taten, nämlich Gewalttaten, allzu akademisch aus und verlieren, allzu oft wiederholt, jede Wirkung. So ist beispielsweise auch von einer Kundgebung, welche dieser Tage | seitens des Waad Leumi, des Oberrabbinats, der Stadtsind schwer enttäuscht worden — es sei denn, daß ihnen die Ehre genügt hat, vor Hitler defilieren zu dürfen. z/Luge und Verleumdung" Dad Dritte Reich hat kein Glück mit seineft Pressepolemiken. Der Bluff mit den Sowjetflugplätzen in der Tschechoslowakei, die Angriffe gegen die pol* nische Minderheitenpolitik, das Geschimpfe über die Kritik des New-Yorker Bürgermeisters La Guärdla am Hitler-Regime haben mit einer Blamage geendet. Auch die jüngste Affäre, die wiederaufgenommene Heize der deutschen Presse gegen Oesterreich, scheint sich zu einer vernichtenden Niederlage des nationalsozialistischen Deutschland auszuwachsen. Der Versuch, sich als Unschuldsengel hinzustellen und die Spannung zwischen Deutschland und Oesterreich auf Oesterreichs Schuldkonto zu schreiben, kann als gescheitert gelten. Die Entrüstung über die Unverschämtheit der reichsdeutschen Nazipresse weicht allmählich dem Staunen, wie denn solches nach dem Juli-Abkommen überhaupt noch möglich gewesen war. Was von österreichischer Seite zu dem aktuellen Fall gesagt wurde, entsprach ungefähr dem allgemeinen Tatbestand. Der Nagel traf aber erst dann den Kopf, als die Politische Korrespondenz die Stelle der amtlichen Meinung, das langersehnte Wort aussprach, daß die deutsche Presse, wenn sie einen Hieb führen will, zu „Lüge und Verleumdung" greift. Eine erlösende Wortverbindung. Wir Juden wußten schon lange, schon seitdem es einen sichtbaren Nationalsozialismus, bzw. Hitlerismus gibt, von diesem Wortpaar „Lüge und Verleumdung". Es hat uns genug geschadet, es hat in allzuvielen Ländern das Verhältnis zwischen den nichtjüdischen und jüdischen Staatsbürgern vergiftet. Bezüglich der reichsdeutschen Presse flä N ^rltniEsi? ^" ■ ■ Gratis Abholung FÄRBT zu Mindestpreisen - BÜGELT — expreß Tel. U-38-0-82 B-37-4-81 gemeinde Tel-Aviv, der Agudath Israel, der jüdischen Kolonien und der industriellen sowie landwirtschaftlichen Verbände unternommen wird, nichts Wesentliches zu erwarten. Der Kolonienminister Ormsby- Gore hat nämlich auf eine Interpellation im Unterhaus erklärt, daß seiner Ueberzeugung nach „die von den arabischen Banden begangenen Morde örtlichen (!) Charakter tragen und in keinem Zusammenhang mit dem Obersten Arabischen Ausschuß stehen". Die logische Folge dieser Ueberzeugung ist das Weiterbestehen der Terrorzentrale und der Glaube der arabischen Rädelsführer, daß die Palästina-Regierung mit ihnen sympathisiere, ein Glaube, der durch das passive Verhalten der Wauchope-Beamten seit Jahren in unvermindertem Maße besteht. Dieser Glaube ist die Hauptursache der arabischen terroristischen Wagnisse. Solange die Mandatarmacht ihn nicht gründlich zerstört, wird es in Palästina keine Ruhe geben — es sei denn, daß der Jischuw sich selbst mit eigenen Mitteln diese Ruhe erkämpft. o. r. Mra-Ie S 7.SO S 8.80,9.80,12.-. Haarfilz: S 1G.-f 19.-,23.- Extra -Velour in allen Formen II, Taborstraße Nr. 39 XIV, Sechshauserstraße 39 / XVII, Kalvarienberggasse 34 n D D W 1W 3 Unrentabler Verrat Die Melodie klingt nach, die Melodie des Sportskandals bei der Olympiade in Berlin, Sommer 1936... Es war ein pikanter Auftakt dieses größten Sportfestes, als drei jüdische Schwimmerinnen Oesterreichs (Deutsch, Langer und Goldner) von ihrer Sportbehörde disqualifiziert wurden, weil sie sich weigerten, im nationalsozialistischen Berlin, im Dritten Reich, anzutreten. Neben diesen auf die jüdische Würde bedachten Sportlerinnen gab es „in unserer Mitte" solche, die sich mit den Verbrechen, welche das reichsdeutsche Hakenkreuz am Judentum verübt, abfanden und in Erwartung einer Belohnung für die österreichischen Farben starteten. Und wie so oft im Leben, machte sich auch in diesem Fall Knechtseligkeit nicht bezahlt. Der eine der jüdischen Sportler, Robert Fein, erhielt zwar die goldene Verdienstmedaille, eine Auszeichnung, die für seine Leistung obligatorisch ist, aber eine Lebensstellung in öffentlichen Diensten, wie sie seinen nichtjüdischen Sportkollegen geboten wurde, bekam der Olympia-Recke nicht. Noch schlimmer erging es dem Läufer König. Er durfte zwar, obwohl türkischer Staatsangehöriger, in Berlin für Oesterreichs Sportruhm kämpfen, als er sich aber um die österreichische Staatszugehörigkeit bewarb, wies man ihn ab. Der Mohr hatte eben seine Schuldigkeit bereits getan. Der Verrat am jüdischen Volkstum hat sich, wie gesagt, nicht gelohnt, Die beiden jüdischen Sportler hat die österreichische amtliche Stelle ihr Urteil gefällt: Lüge und Verleumdung! Es wäre zweckmäßig, auch über gewisse österreichische Presseerzeugnisse, die ihr „geistiges, ideologisches und materielles Rüstzeug" aus dem Dritten Reich beziehen, das Urteil: „Lüge und Verleumdung" zu fällen. Niehl vergessen! Aus London (J. T. A.): Auf einer Tagung der Anglo-vJewLsb Association erklärte deren Präsident Leonard G. Montefiore, er sehe es als die erste Pflicht des Joint Foreign Commlttee (Ausschuß zur Wahrung der Interessen der Juden im Ausland) an, darauf zu sehen, daß das, was jetzt in Deutschland geschieht, nicht vergessen werde, sondern daß man imme» wieder auf die wahnwitzige Rassentheorie, die Verherrlichung von Gewalt und Grausamkeit in Wort und Schrift hinweist. Vor einigen Tagen habe er, Montefiore, den Brief eines hervorragenden englischen Journalisten erhalten, der es als das Furchtbarste bezeichnet, daß die Not der Juden in Deutschland allmählich von der Außenwelt vergessen wird. Wenn wir nichts anderes tun können, fügte Montefiore hinzu, so können wir wenigstens das erreichen, daß die Welt dieses Grauen nicht vergißt; wenn schon ein Christ die Verpflichtung in sich fühlt, an das Nichtvergessen zu mahnen, um wieviel mehr sollten wir diese Mahnung uns zu eigen machen! Montefiore erinnerte an den kürzlichen gewaltsamen Tod des Leiters der Bekenntniskirohe in Deutschland, Dr. Weißler, in einem deutschen Konzentrationslager und sagte, Weißler habe dagegen protestiert, daS der Antisemitismus zu einer Haupttheorie erhoben werde. Es sei nicht daran zu zweifeln, daß sehr viele Deutsch« über die Behandlung der Juden in ihrem. Lande ent«. . setzt sind. Italienische Propaganda unter den palästinensischen Arabern Aua Tel-Aviv (J. T. A.): Die hebräische Tageszeitung „Dawar" teilt mit, daß die Italiener eine intensive] Propaganda unter den Arabern in Jaffa führen, damit diese ihre Kinder zu einer Exkursion nach Italien schicken, wo ihnen eine faschistische Haltung beigebracht werden soll. Die arabische „Nationale Garde" in Jaffa, meldet „Dawar" weiter, hat im ganzem Lande Zweigstellen geschaffen und unterhält eine intime Verbindung mit den extremen Jugendgruppen in Syrien, Bund judisoher Frontsoldaten Oesterreich«. Mittwoch, 24. Marz 1937, Vortrag Pater Dr. Bartholomäus Fiala: „Beispielgebendes bei den Juden, von einem Christen gesehen." Ort: Kadermann, Prater, neben dem Lustspieltheaterkdno. Keine Konsumation. Regiebeitrag nn Groschen, Arbeitslose frei. Gäste willkommen. KUNDMACHUNGI Echt ups ZucKerbOckere!- und SchoKoladewaren hob eigener Erzeugung unter Aufsicht der Adas Jisroel Schiff schul bekommt man einzig nur bei der Firma Abraham Leib Pomeranz rcrA11:^9^^;; Verkaufslokal: II, Floßgasse 7 Schokoladewareh u. Haselnußtorten (Fa.Pischinger) n&u

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