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Die neue Welt · 1937-03-19 · Heft 641 (19.3.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 641 (19.3.1937)
Date
1937-03-19
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 641 vom 19. März 1937 ÖIE NEUE WELT Seite 5 Wissen Sie, warum ... im Haushalt von zehntauscnden Wiener Juden zu MJSSACH immer wieder nur „Schmidl-Mazzoth" und Schmidls Mazzoth-Gricß sowie Mazzoth-Farvel verwendet werden? Weil „Schmidl-Mazzoth" die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwurden Herrn Oberrabbiner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten £££Ä£n?enü*en und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. \>edaH%ih, Sie die neue, Ustotdec* sämackUaftc Sfteaiatfnackc ,h.B/ in alten &e*sece* OucUäUe*! ZENTRALE! N. BRODETZKY I», Uopoid»flage« 43, Tel. A-40-0.90, A-60-2.63, A.48.4-48 Die 10 Gebote: „Schmidl-Mazzoth" 1. Sind seit mehr als 40 Jahren beliebt. 2. Haben einen besonders feinen Geschmack. 3. Sind sehr leicht verdaulich und bekömmlich. 4. Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. 5. Sind hygienisch und in Kaschruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen Verfahren hergestellt. 7. Werden in peinlichst reinen Räumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern deren Sauberkeit überwacht. 9. Der erstklassige Fachmann und Fabrikant N. Brodetzky. 10. Schmidl-Mazzoth sind garantiert frisch (Erzeugung ig37). ,,/CHMIDL"-GRIE/ nur in plombierten Säcken! AUS ALL Ein Appell an den König Der Zentralrat der rumänischen Juden, die Repräsentanz der gesamten Judenheit im Reich, sandte an König Carol folgendes Telegramm: „Der Zentralrat der rumänischen Juden, der sich soeben in einer Plenarsitzung mit der v e r z w e i f e 1ten Lage der Juden Rumäniens, die durch die Einführung diskriminierender Maßnahmen geschaffen wurde, befaßt hat, bringt Eurer Majestät die Gefühle der Ergebenheit und Liebe für Thron und Vaterland zum Ausdruck. Gleichzeitig nimmt sich der Zentralrat der rumänischen Juden ehrerbietig die Freiheit, Eurer Majestät die Ergebnisse der offiziellen rumänischen Arbeitslosenstatistiken zu unterbreiten, welche zeigen, daß die Arbeitslosenziffern in Rumänien die niedrigsten in der ganzen Welt sind und bei einer Gesamtbevölkerung von 18 Millionen Seelen kaum 10.000 Seelen umfassen, während andere Länder Hunderttausende, ja Millionen Arbeitslose zählen. Der Vorsitzende der 1934 gebildeten Kommission für Anwendung des Gesetzes zum Schutze der nationalen Arbeit hat selbst erklärt, daß es durchaus nicht die Juden waren, die die Durchführung dieses Gesetzes sabotieren, sondern daß vielmehr gewisse interessierte Parteien und Gruppen es ermöglicht haben, daß 30 Prozent der Arbeitcrbclegschaft in bestimmten Unternehmungen Ausländer sind. Man beschränkt jetzt die Freiheiten und Rechte der rumänischen Juden in einer Weise, daß sie in ihrem eigenen Heimatlande minderberechtigter als sogar die Ausländer sind; dies, obwohl weder die Verfassung noch die Friedensverträge eine Unterscheidung zwischen Untertanen auf Grund ihrer Herkunft zulassen. Eine Diskriminierung der heiligsten Menschenrechte * kann zu nichts Gutem führen. Der Vater Groß-Rumäniens, Seine Majestät König Carol I., Euer Großvater, hat seinerzeit erklärt, daß eine solche Unterscheidung die Existenz des Staates gefährde. Der Zentralrat der rumänischen Juden nimmt sich die Freiheit, Eure Majestät daran zu erinnern, daß König Carol I., als man ihm ein Gesetz vorlegte, welches Unterscheidungen in ethnischer Beziehung vorsah, dagegen Einspruch erhob und PARKSANATORIUM SAUERBRUNN Burgenland, Dr.-Hotlmann-Stralle 3 ganzjährig geöffnet, waldige Höhenlage; für innere, nervöse und Stoffwcchselerkrankungen. Mastu. Entfettungskuren, jedwede diätetische Behandlung. Zeitgemäße Preise Leitende Aerzte: Dr. Friedrich Weiss, Dr. Oeszö Steiner PROSPEKTE IN DER REDAKTION forderte, daß den Juden in diesem Lande die gleichen Rechte wio allen anderen Bürgern gegeben werden. Euer Vater, König Ferdinand, äußerte sich in der gleichen Weise. Wir hoffen, daß Eure Majestät es nicht zulassen wird, daß die jüdische Bevölkerung, die im Kriege ihr Blut für das Vaterland vergossen hat und später an dem Aufbau Groß-Rumäniens mitgewirkt hat, heute in eine schlimmere Lage gebracht werde als in der Vergangenheit, wo sie noch nicht Bürgerrechte besaß." Unterzeichnet ist das Telegramm von Dr. Wilhelm Pildermann (Präsident der Union rumänischer Juden), Dr. Theodor Fischer (Präsident der Jüdischen Reichspartei) und Landesrabbiner Dr. M. Niemirower (Vertreter des jüdischen Kultus im Senat.) Aus Bukarest: Bei Beratung des Gesetzes Uber die Errichtung -eines K £ o d i t i a a i i■ Jfc .u t s für E R ELT Gewerbetreibende beantragte der Antisemitenführer Prof. Cuza die Aufnahme folgender Bestimmung: Kredite werden nur Rumänen ethnischer Abstammung gewährt. Der deutsche Senator Binder, sonst ein Anhänger der Rassentheorie, sprach sich gegen das Gesetz aus, welches ja auch Deutsche von der Kreditgewährung ausschließt. Diese' Gelegenheit ergriff der große rumänische Historiker und frühere Ministerpräsident Professor J o r g a, um ein Verdammungsurteil über die Rassengesetzgebung des Dritten Reiches <2>J>etferefte jtuffdjen ben 3ö^n fmb oft bic Urfacfje üulen SKunbgerudjä; biet &v§ti ift c£, toemt bic <3pei[erefte in güulniö überc\ef)en. (£§ btfbet fid) bann'SKüdjfäure, bie ben foftbaren ßaljnfdjtucls gerftört ©arurn abends als Letztes bor bem ©d)lafeitae()ert bie «Stoetferefie au£ ben Safyttgtoifdjeiträumen bitrd) grünblicfcc Reinigung mit ^lorobont-Safjnpafte entfernen. Morgens als Erstes bie 3ät)ne mit S^torobont-ßahnpafte pufeeiii, bereu föftltdjer peffermtnsflefchmaef nod) lanae naef) bem ©ebraud) ein ©efüljl ber grifdje unb <Sauberfeit im Stabe I)ütterläf$t. (Sfjtorobont, fdjäumenb ober mdjt|'d)äumcnb, betbe Qualitäten finb gleid) gut. %iibe S —.90. Defterreid)i[cfce3 ©rjeugniS. 3 Spritzer Chlorodo7it-Mundwasser in das Mundspülglas erhöhen die erfrischende Wirkung der regelmäßigen Zahn- und Munäpflepp mit Ghlorodont. auszusprechen. Senator Binder, sagte Jorga, habe als Deutscher kein Recht, über Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Gleichheit der Bürger zu sprechen, weil in Deutschland die Begriffe Gerechtigkeit, Menschlichkeit und Freiheit nach Einführung der Rassengesetzgebung aus allen Wörterbüchern ausgemerzt sind. In Rumänien aber wird die Verfassung immer noch hochgehalten. Jorga beantragte seinerseits die Ablehnung des Antrages Cuzas. Nachdem noch Minister Dr. Nistor sich gegen die demagogische Agitation der extremen Nationalisten gewandt hatte, lehnte der Senat mit 62 gegen 31 Stimmen den Zusatzantrag Cüzas ab. Aus Polen In der letzten Sitzung des polnischen Senats führte der Rektor der Warschauer Universität Professor Michalowicz aus: Wir tragen die Schuld an den furchtbaren Zuständen an den Hochschulen. Wenn wir nicht die Laster mit glühendem Eisen ausbrennen, wird eine moralische Katastrophe hereinbrechen. Man darf nicht schweigen, wenn man sieht, auf welchen Wegen der Grausamkeit und der Verlogenheit ein Teil der Jugend wandelt. Die heutigen Rassen kämpfe gegen die Juden sind nur ein Vorspiel zu anderen weit schlimmeren Leidenschaften. Auch die Mittelschulen werden von den Krankheiten der Lüge und der Brutalität ergriffen. Der jüdische Senator Rabbiner Prof. Mosche S c h o r r wies auf die ununterbrochenen antijüdischen Exzesse an den Hochschulen hin und fragte den Unterrichtsminister, warum er, der im Parlament die Exzesse verurteilt hat, nicht die Konsequenzen gezogen und nicht Maßnahmen gegen die Urheber der Unruhen ergriffen hat. In diesem grausamen Kampf, sagte Prof. Schorr, geht ein Teil der polnischen Jugend an den Hochschulen und an den Mittelschulen zugrunde. Die jüdische Jugend wird sich in das Ghetto nicht zurückstoßen lassen und weiterhin stolz und würdig um ihre Ehre kämpfen. Der antisemitische Senator Dzieduszicki warf Prof. Schorr vor, daß er mit „Haß" über die polnische Jugend sprach. Senator Schorr verwahrte: sich gegen diese Deutung seiner Rede und wies darauf hin, daß er selbst Professor an einer polnischen Hochschule und Mitglied der Akademie der Wissenschaften sei und seit vielen Jahren harmonisch mit der Jugend zusammenarbeite. * Der Senat der Wilnaer Universität sprach die Reicgierung von 54 jüdischen Studenten aus, v/eil sie sich geweigert haben, Plätze auf der linken Seite der Hörsäle (Ghettobänke) einzunehmen und, als die Professoren sie aufforderten, nicht stehenzubleiben, sondern sich auf die ihnen zugewiesenen Plätze zu begeben, zum Protest die Vorlesungen verließen. Das Vorgehen des Senats gegen die 54 Juden hat in jüdischen Kreisen Entsetzen hervorgerufen. Von den nichtjüdischen Studenten der Wilnaer Universität, die an den barbarischen, blutigen Exzessen gegen Juden teilnahmen, wurden bisher zwei relegiert. Jüdische Kolonisation in der Ukraine und Krim Aus New York (J. T. A.): Der Direktor des Agro-Joint, Dr. Josef Rosen, teilte vor seiner Rückreise nach Rußland mit, daß im Jahre 1937 10 Millionen Rubel (etwa 2 Millionen Dollar) für die weitere Entwicklung der jüdischen Kolonien in der Ukraine und der Krim, wo 250.000 Juden auf 3 Millionen Acker Boden angesiedelt und zehntausede in der Industrie beschäftigt sind, ausgegeben werden sollen. Die Kosten werden gemeinsam von der Regierung, dem Agro-Joint und den Kolonien gedeckt. Außerdem gewährt die staatliche Landwirtschaftsbank den Kolonien Kredite in Höhe von 5,400.000 Rubel zv/ecks AnSiedlung weiterer 500 jüdischer Familien. Ausgebaut werden die Elektrifizierung, die Bewässerung und die Industrieanlagen. Die Juden in Indien und Palästina Aus London: Im „Anglo-Palestinian Club" hielt Dr. Immanuel Olsvanger einen Vortrag über .,D i e Juden in Indie n", in dem er auf Grund der Beobachtungen, die er vor kurzem während seines dreimonatigen Aufenthaltes in diesem Lande machte, eine eingehende Schilderung der Zusammensetzung und der kulturellen Verhältnisse der indischen Juden gab. Insbesondere befaßte er sich mit den Bne Israel (eingeborene, farbige Juden) und regte an, daß junge Palästinenser nach Indien entsandt werden, um den Bne Israel die hebräische Sprache und die moderne hebräische Kultur Palästinas zu vermitteln. Unter den Bne Israel sei die Zionsliebe sehr stark und die palästinensischen Lehrer würden großem Lerneifer begegnen. Andererseits wäre zu wünschen, daß Juden aus Indien nach Palästina kommen und die wertvollsten Elemente der indischen Kultur in das sich entwickelnde geistige Leben Palästinas verpflanzen. Die Hakenkreuzler in New York Aus New York (J T. A.): An der Mauer der großen Synagoge in der Nähe des New-Yorker Central Park wurden mit Orangefarbe elf große Hakenkreuze aufgemalt. Die Polizei hat angeordnet, daß sämtliche New- Yorker Synagogen bewacht werden müssen. Gestapo verbietet die Landeskonferenz der jüdischen Jugendverbände Aus Berlin: Am letzten Sonntag hätte in Berlin die Delegiertentagung des Verbandes jüdischer Jugend vereine Deutschlands abgehalten werden sollen. Aus allen Teilen Deutschlands hatten sich, hunderte Delegierte eingefunden. Es wurden außerordentfflem Mm $(M®§e& in meinem neuen Keller letzt SüQwem 5150 und sämtliche yg-^ und nOS^ltf-Weine in unerreichter Qualität nur II, Rotensf erngasse 9 Hirsch l i P s c h t\ t z liehe Vorbereitungen für diese Tagung getroffen, die für die Zielsetzung und das Arbeitsprogramm der jüdischen Jugend vno grundlegender Bedeutung hätte werden sollen. Im letzten Augenblick verbot die Gestapo die von der Regierung durch einen früheren Entscheid erlaubte Tagung. In der jüdischen Jugend herrscht deswegen eine außerordentlich gedrückte Stimmung. Die dem Verband angeschlossenen Vereine zählen rund 50.000 Mitglieder, die allen religiösen und politischen Richtungen im Judentum angehören: Zionisten, Nichtzionisten, Revisionisten, Orthodoxe, Sportverbände, Jugendverband des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten. Verboten wurde auch die für den gleichen Tag angesagt gewesene Tcegesellschaft zugunsten armer jüdischer Familien in Berlin. Man befürchtet, daß die infolge der neuerdings scharf ablehnenden Haltung der amerikanischen Oeffentlichkeit gegenüber Hitler-Deutschland nervös gewordenen Nationalsozialisten als „Vergeltung" jüdische Kundgebungen in Deutschland nicht zulassen wollen. „Francop«!." Ihre Vorwandten und Freunde erwarten Sie. xu Ostern in Polen! Bequem und billig kommen Sie dorthin mit den Sonder/.Ugen des altbewährten Po!n. Verkehrsbüros „Francopol". Auch Sie sollen an diesen Sonderfahrten teilnehmen, -wenn Sie angenehme Feiertage verbringen wollen! In eigenem Interesse ist eine rasche Anmeldung — wegen günstiger Platzanweisung — ratsam. — Pohl. Vorkehrsbüro ..Francopol". Wien. III., Schwär* zenbersplatä jj (via-d-vis jjoIü. Konsulat), Tel, U»16t4-3ü,

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