Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 640 (16.3.1937)
- Date
- 1937-03-16
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 640 vom 16. März 1Ö37 DDE ttEtJE WELT SfifteSJ Der große Theaterbau in TeI*Aviv Im Oktober 1937 wird der Bau des neuen großen Theaters „Habimah" in Tel-Aviv beendet sein. Der Bau bedeckt eine Fläche von 3000 Quadratmeter. Der Saal für die Vorstellungen, der in der Form eines Halbkreises auf einer Fläche von 520 Quadratmeter errichtet wurde, wird 800 Sitzplätze im Parkett und 400 Plätze auf der Galerie umfassen. Die Drehbühne wird eine Fläche von 720 Quadratmeter bedecken. In der Konzertsaison werden dort noch 1000 Sitzplätze geschaffen werden können. Zwischen der Bühne und dem Saal ist Raum für ein Orchester von 7 5 Mann (für Opernaufführungen) reserviert. Zu beiden Seiten der Hauptbühne werden noch zwei kleine Drehbühnen eingebaut. Die Breite der Hauptbühne beträgt. 12 Meter, die Ofterreise nach Polen Abreise 24. März — billig, bequem, D-Zug AuskünfterDr. S.TOCker, „In die Welt"W.M.Renner IX, Liechtensteinstr. 2, Tel. A*14>504 ("nächst Schottenring) Höhe 17 Meter. Unter der Bühne befinden sich die Büroräume sowie achtzehn Zimmer für die Schauspieler. Im zweiten Stock ein kleiner Konzertsaal, der in der Form eines Amphitheaters gebaut sein und 300 Sitzplätze aufweisen wird. Der Haupteingang wird ganz aus Marmor gebaut werden, den „Habimah" als Geschenk von der belgischen Handelskammer erhalten hat, mit zwölf seitlichen Säulen von 12 Meter Höhe. Der Bau wird nach den Plänen des berühmten Architekten Prof. O. Kaufmann aufgeführt und zirka 30.000 Pfund kosten. Hiefür sind bereits 16.000 Pfund gesammelt, von denen allein Tel-Aviv zirka 11.000 Pfund aufgebracht hat. Aus dem Auslande sind bisher 2289 Pfund eingegangen. Das Baukomitee hat jetzt begonnen, den fehlenden Betrag von 10.000 Pfund aufzubringen, um den Bau zu beenden. Im Aufruf des Baukomitees heißt es, daß das neue Gebäude im Oktober dieses Jahres eröffnet werden soll, aus Anlaß des 20jährigen Jubiläums der „Habimah". J« Madaover über die Kgl« Kommi's§i'on London, Mitte März 1937. Am Samstag, den 6. März, hielt Dr. J. Machorer, Mitglied der Weltleitung der Judenstaatspartei und Vorsitzender der englischen Judenstaatspartei, vor dem Verband palästinensischer Studenten in London einen Vortrag über die „Königliche Kommission". Der Vorsitzende, Mr. Caspi, führte den Referenten mit einigen Worten über die wichtige zionistische Arbeit, die von Dr. Machover im Laufe vieler Jahre geleistet worden ist, ein, und erwähnte sein bedeutendes Werk über den Legislative Council „Governing Palestin e", dessen deutsche Ausgabe demnächst in Wien erscheint. Der Referent begann mit einer detaülierten Uebersicht der Aussagen vor der Kommission, besonders der arabischen Aussage, und analysierte sodann die verschiedenen Bemerkungen des Vorsitzenden und der Mitglieder der Kommission und zeigte, wie sich die allgemeine Tendenz der Kommissionsmitglieder aus diesen Aussprüchen bereits ergab. Der Vortragende bewies, indem er ausführlich die wichtigsten diesbezüglichen Dokumente zitierte, daß sämtliche Forderungen der Araber außerhalb der Kompetenz der Kommission lägen. Er stützte sich hierbei auf eine Erklärung im englischen Parlament, die anläßlich der Ernennung der Kgl. Kommission abgegeben wurde, wonach die Kommission nicht befugt sei, das Mandat selbst oder seine Satzungen einer Prüfung zu unterziehen. Wenn überhaupt dieses Problem jetzt angeschnitten werden könne, so habe nur der Völkerbundsrat hiezu die Befugnis. Der Referent führte aus, es sei bezeichnend für die allgemeine Haltung der Kommission, daß die jüdische Zeugenaussage (Shertock, Hofien usw.) auf Schritt uijd Tritt behindert wurde, indem die Kommission sie als unzulässig erklärte, während die Araber sich jede Ueberschreitung dieses Rahmens ungehindert erlauben durften. Betreffs Lord Peels Bemerkung während Shertocks Aussage, daß die Kommission durch die bisherigen Interpretationen des Mandats nicht gebunden sei, führte der Referent aus, daß, obzwar die Kommission offiziell von der britischen Regierung unabhängig sei, nichtsdestoweniger die Interpretationen des Mandats durch das Haager Tribunal, die Mandatskoinmisison des Völkerbundes und auch die offizielle Interpretation der britischen Regierung (z. B. der MacDonald-Brief an Dr. Welzmann vom Februar 1921) zweifellos für die Kommission bindend seien. Daher könne die von allen bisherigen britischen Regierungen akzeptierte Einwanderungsformel der „economic absorbtive capacity" (wirtschaftliche Aufnahmsfähigköit) des Landes nicht durch einen Federstrich auf eine neue Formel der „politic absorbtive capacity" — wie von den Arabern verlangt wird — umgestellt werden. Diese neue Formel sei sinnlos und würde die jüdische Einwanderung der Gnade politischer Agitatoren ausliefern. Dies würde mit der Schließung der Tore Palästinas für die jüdische Einwanderung gleichbedeutend und somit ein Bruch des Mandats sein. Der Vorsitzende betonte, daß die Kgl. Kommission wahrend des kurzen Aufenthalts in Palästina keine Möglichkeit hatte, selbst Material zu sammeln, und daher ihre Schlüsse nach den willkürlichen Auslegungen der palästinensischen Beamten wird ziehen müssen, die selbst vor der Kommission aussagten, daß Bie keine verläßlichen Unterlagen und kein statistisches Material betreffs anbaufähigen Landes sowie anderer wichtiger fundamentaler Fragen besäßen, Schließlich wird die Kommission die gleichen Ziffern, die schon im Simpson-Bericht verwendet wurden, benützen müssen, die sowohl von der Mandatskommission als auch von der britischen Regierung als absolut unbefriedigend bezeichnet wurden. Es sei daher, mangels ausreichenden statistischen Materials, für die Kominission sogar beim besten Willen nicht möglich, die Antworten auf ökonomischen Fragen zu finden. finy. Schocktet Solomon WWUhohh Wien Prag etnpfeUt&t sich ak . Wien, im Nissan 5697 Das Auffallendste und Erstaunlichste beim Verfahren der Kgl. Kommission in Palästina sei aber die Tatsache, ' daß sie es überhaupt nicht für notwendig hielt, eine Untersuchung über die Revolte anzustellen, trotzdem die britische Regierung auf der 29. Sitzung der Mandatskommission des Völkerbundes und im Parlament zusagte, es werde dies die erste Aufgabe der Kgl. Kommission sein. Daher werde die Untersuchung über die Verantwortung für die Revolte von der britischen Administration in Palästina selbst vorgenommen werden, d. h. von denselben Personen, die allein (wie dies auch in den führenden englischen Zeitungen zum Ausdruck gebracht wird) für die Revolte verantwortlich seien. Dem Referat folgte eine Diskussion, in der Doktor Machover verschiedenene Fragen der Anwesenden beantwortete. Der Vortrag schloß mit einer Dankeserklärung an den Referenten seitens der zahlreich erschienenen palästinensischen Studenten für die höchst interessanten und tiefgründigen Ausführungen. Mary Bobbitch. 2fiitt Tode Atfttfa (jttkMUfskna W^I^WTW w^r^WU w ^«r^F^W^^ VVWvWWIfil M Jachiei S 7.50 S 8.80,9.80,12.-. Haarfilz: S16.-, 19.-f23.- Extra - Velour in allen Formen II, Taborstraße Nr. 39 XIV, Sechshauserstraße 39 / XVII, Kalvarienberggasse 34 Rechtsgleichheit aller Burger in Jugo§IawBen Aus Belgrad: Während der Budgetdebatte im jugoslawischen Parlament hielt der antisemitische Abgeordnete Dr. Milan B a n i c eine Rede, in der er behauptete, der jüdische Einfluß wirke sich schädlich auf die jugoslawische Kultur aus. Insbesondere beanstandete es der Abgeordnete, daß eine der bedeutendsten jugoslawischen Verlagsanstalten, die die Werke der führenden jugoslawischen Schriftsteller herausgibt, unter jüdischer Leitung steht. Die Angriffe des Abgeordneten wurden von dem Kultusfriinister Svetkovic in seinem Schlußwort zurückgewiesen. Die königliche Regierung, erklärte der Minister, kann und wird es nicht zulassen, daß unser Leben von der Straße beherrscht wird. Es wird der Presse, die der Straße dient, nicht gelingen, das Hauptfundament zu erschüttern, auf dem Jugoslawien steht: volle Gleichberechtigung für alle anerkannten Religionen und Rassegruppen, die mit uns auf diesem Boden leben. Der Xorstoß des Abgeordneten ßanic wird auch in Wie ein Meteor blitzte Alexis Granowskys Name! auf dem europäischen Theater- und Filmfirmamenfc auf. In Rußland geboren, Gründer des Moskauer Jiddi* sehen Kammertheaters, schuf Granowsky das neuen dem Naturalismus abgewandte Theater. Da nach dem Sieg der bolschewistischen Revolution ein jiddisches Theater aus Staatsmitteln geschaffen wurde, konnte Granowsky seine Regiepläne durchführen. Im Gegensatz zum Naturalismus stellte er das Theater auf musikalische und dynamische Grundlagen, wobei er erst das Material für diese Aufgabe formen mußte. Er zog bedeutende jüdische Maler für seine szenischen Experimente heran (Chagall, Altmann, Falk), verwendete Musik von Pulver, Krein, Achron, Rosowski und löste das Theater aus der bisherigen Starrheit« Zu seinen großen Regieleistungen gehörten Goldfadens „Hexe", Scholem Alechems „200.000", Perez* „Nacht auf dem alten Markt" und Mendele Mocher Sforiras „Benjamin III."» Der Sensationserfolg dieses Stückes veranlaßte ihn zu einer europäischen Tournee, die ihn im Jahre 1928 auch nach Wien führte. In Berlin verblieb Granowsky bis 1929 (um nicht mehr nach Moskau zurückzukehren). Hier inszenierte et! mehrere Stücke und ging dann nach Paris, wo er u. a. die Filme „Das Lied des Lebens", „Moskauer-Nächte" und „Tarras Bulba" inszenierte. Mit Alexis Granowsky verliert das moderne Theater einen seiner bedeutendsten und originellsten Regisseure. In der Geschichte der Regiekunst nimmt Granowsky, der im Alter von 47 Jahren soeben irt Paris starb, einen dominierenden Platz ein. den maßgebenden Zeitungen Jugoslawiens verurteüt. Im übrigen wird darauf hingewiesen, daß die Gruppe des Abgeordneten Banic insgesamt aus drei Mitgliedern besteht, die ironisch als die „Drei Musketiere" bezeichnet werden. (J. T. A.) Aus Rumänien Aus Bukarest: Das Organ der Union rumani* scher Juden „Curierul Israelit" teilt mit, daß die Rumänische Nationalbank ein Rundschreiben an ihre Zweigbüros versandt hat, in welchem diese angewiesen werden, den Banken der nationalen Minderheiten keine Kredite zu gewähren und die in derert Besitz befindlichen Wechsel nicht zu diskontieren. Durch diese Maßnahme sind zahlreiche jüdische Banfe Unternehmungen in allen Teilen des Landes schwer betroffen. Im rumänischen Abgeordnetenhaus führte Abg< Michael Slavesco Klage darüber, daß in vielen Staatsschulen die Lehrer und Lehrerinnen die Schulkinder zwingen, antisemitischen Schülerorganisationen beizutreten und Hakenkreuzabzelchen zu tragen. Die jüdischen Kinder werden dauernd Demütigungen unterworfen. Slavesco ersuchte die Regie* rung um Einschreiten. Verb« «!♦ Judehstaafszionfcten Oesterreichs Sektion Trat er, II., Erlafstraße 5. Dienstag den 16. d. M., halb 9 Uhr abends, Bibelvortragszyklus Rabb. Dr. N. Zicker. — Freitag, den 19. d. M., Onog Schabbat. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 83. Dienstag, den 16. d. M. halb 8 Uhr abends» Vortrag Fritz Richter.—* Sonntag, den 21. d. M., 7 Uhr abends, Heimabend. Sektion XX, Staudüigcrgasse 16. Donnerstag, den 18., d. M., halb 9 Uhr, abends, Vortrag Prof. Dr. Leo M o n c z e r. Juden Staats jugeud. Dienstag, den 16. d. M.» halb 9 Uhr abends, im Helm II., Untere Augartenstraße 38, Vortrag Karl Fränkel: Der Judenstaatsgedanke in der napoleonischen Zeit. — Mittwoch, den 17. d. M., halb 9 Uhr abends, im Heim, .'XV., Schanzstraße 32, Vortrag Fritz Neuländer: Katholizismus und Judentum. Gaste willkommen. Der Verband der Judenstaatszioiüsten gratuliert seinem Parteiratsmitglied Frl. Finy Schächter zu ihre« Verlobung mit Herrn Salamon Willmann aufs herzlichste. Der Verband der Judenstaatsiionisten-Sektiöti XIV/XV gratuliert seinem Leitungsmitglied Herrn Richard Kaufmann und Frau zur Geburt eines Sohnes.