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Die neue Welt · 1937-03-16 · Heft 640 (16.3.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 640 (16.3.1937)
Date
1937-03-16
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sefte * M5 NEUE WELT Nr. 640 vom 16. März 193? AUS ALLER WELT Bcrmudasilnseln unterm Hakenkreuz Aus London (J. T. A.): Auf den Bermudas- Inseln ist es überraschenderweise zur Ablehnung jüdischer Badegäste gekommen, welche in dieser Jahreszeit regelmäßig zu einem längeren Urlaub ciorthinreisen. Unter den 80.000 Amerikanern, die jedes Jahr ihren Urlaub dort verbringen, gab es immer rund 30.000 Juden. Der Beschluß wegen Nichtaufnahme jüdischer Gäste wurde vom Hotelierverband gefaßt, welchem eeit jüngster Zeit mehrere Reichsdeutsche angehören. In der Erklärung wird offen gesagt, daß die Unternehmungen keine jüdischen Gäste wünschen. Da die Gesetze auf den Bermudas-Inseln die Ablehnung von Besuchern gestatten, erklären die Behörden, daß sie in dieser Angelegenheit nichts unternehmen können. Die Meldungen hierüber haben in London sehr überrascht und werden Gegenstand der Behandlung durch die Regierung bilden. Die Bermudas-Inseln, die sich seit 1629 in britischem Besitz befinden, bestehen aus einer Gruppe von B60 kleinen Inseln im Atlantischen Ozean, etwa 1000 Kilometer südöstlich vom Kap Hatteras des Staates North- Carolina gelegen. Wegen ihres sehr milden Winters sind;lie Bermudas-Inseln ein stark besuchter Winterkurort. Strategisch sind die Inseln für England von großer Bedeutung, da die dortige Flottenbasis die Antillen und Trinidad beherrscht. Die Folgen der Sdiädhfeinsthränkuns Aus Warschau: In der Sitzung des polnischen Senats vom 9. März wurde von mehreren Rednern ein vollständiges Schächtverbot an Stelle der bisherigen Kontingentierung des zur rituellen Schlachtung zugelassenen Schlachtviehes gefordert. Der Senator Wierzynski erklärte, die Bestimmungen des neuen Tier- Echlachtungsgesetzes würden von den Juden dazu mißbraucht, die Landesgesetze zu sabotieren, um ihr früheres Monopol im Fleischergewerbe zurückzuerlangen. Der Landwirtschaftsminister möge daher das Gesetz in der Weise abändern, daß die rituelle Schlachtung vollständig verboten wird. Landwirtschaftsminister Poniatowski erwiderte, man müsse Geduld haben und die Auswirkungen des neuen Gesetzes abwarten. Da das Gesetz erst seit zwei Monaten in Kraft sei, könnten sich die gewünschten Ergebnisse noch nicht restlos zeigen. Der Minister versicherte, daß aber schon jetzt 50 Prozent des Fleischhandels aus jüdischen in nichtjüdische Hände übergegangen seien. Er sei davon überzeugt, daß in kürzester Zeit das Fleischergewerbe und der Fleischhandel zum größten Teil in nichtjüdischen Händen sein würden. Mazzoft'Versorguug der Juden in Rußland Aus London (J. T. A.): Auf eine Anfrage, betreffend die Pariser Meldungen, in denen auf die B ehinderung der Versorgung der jüdischen Bevölkerung in Rußland mit Mazzot infolge der Eingriffe der Sowjetbehörden hingewiesen wurde, hat der Botschafter der Sowjetunion in London erklärt, nach seinen aus Moskau erhaltenen Informationen seien die Gerüchte, das Mazzotbacken werden in diesem Jahre nicht erlaubt werden, ohne jede Begründung. Mazzot würden wie gewöhnlich gebacken, und er könne nur annehmen, daß cfie Meldung aus irgendeiner sowjetfeindlichen Quelle stamme, die bestrebt sei, bei der jüdischen Oeffentlichkeit Mißstimmung gegen die Sowjetunion zu erregen. Auch in Moskau wurde die Nachricht von einem Verbot des Backens von Mazzot amtlich dementiert. Es wurde erklärt, daß die neue Sowjetverfassung allen Glaubensbekenntnissen völlige Freiheit gewähre und daß ein Verbot des Mazzotbackens demzufolge eine Verletzung einer Verfassungsbestimmung darstellen würde. Allerdings wird zugegeben, daß die Verfassung die Verwendung von Lohnarbeitern für die Herstellung von Mazzot verbiete. Die Juden könnten Mazzot in den staatlichen Bäckereien, den religiösen Vorschriften gemäß backen lassen. Eine Gruppe führender Rabbiner habe sich an die Regierung mit der Forderung gewandt, daß ihr die religiöse Ueberwachung des Mazzotbackens zugestanden werde; eine solche Ueberwachung sei jedoch in staatlichen Unternehmungen unzulässig. Eine endgültige Entscheidung in dieser Sache sei binnen kurzem zu erwarten* Terrorisierte Araber bitten um Schutz Aus Jerusalem: Zahlreiche Einwohner des arabischen Städtchens Samaria im Distrikt Nablus erhielten in den letzten Tagen Erpressungsbriefe, in welchen ihnen mit dem Tode-gedroht wird,-falls sie nicht bestimmte Summen zum arabischen Terrorfon'ds beisteuern. Die Einwohner von Samaria wandten sich an die Regierung um Schutz gegen diese Erpressungen-und die angedrohten Ueberfälle. Dieser Noppen - Boucle - Mantel ganz Kunstseide - Duchesse gefüttert (laut Bild).............S 29.- Lack-Regenmäntel passepoiliert........... Frilhlahrs-Mäntel \ n Boucle, ganz Mongol gefütt. (Einzclstücke) S itf Mode-Slipper an aus neuen Noppenstoffen............S/5tf Fischgrat-Mäntel oc oder Slipper, ganz Mongol gefüttert......SQU Mode-Moppen-Mäntel neueste Fassons, ganz Mongol gefüttert . . Charmelaine-Mäntel cn dunkelblau, mit apartem, .reichgestepptem Kragen StltJ sM Smoking-Kostüme Jacke, ganz gefüttert, dunkelblau . .......S 29 Für den Herrn Frühjahrs-überreck CSIipper> aus Modenoppen, ganz gefüttert . ... . . S Mode-Straßen-Anzug in zarten Streifen, hell oder dunkel . . . . S Ii.- In der Passage viele besondere Okkaiionen: Kinder-Sockerl, weiß u. färb, (bis 1* Jahre), 39 g, Damen- Ripp-Höschen, alle Gr. 50 g, DameiWCunstseiden-Interlock- Hemden od. -Hosen 98 g, Kunstseiden-Strümpfe, fehlerlos 98 g, Herren-Polo-Hemden, alle Gr.^S 1.50, Charmeuse-Rock- Kombination S 2.90, Damen-Trächten-Westen mit langen Aermeln S 2.90, Mode-Handtas.chen:S 2.90, Kunstseiden-Taft- Schotten-Blusen S 2.90, Schotten-Kleider S 3.90, Tupf- Kretonne-Schlafröcke 3 3.90, Graue Wickelschoßen S 4.90, Charmeuse-Kleider, moderne Dessins S 5.90, Englisch gemust; Hosenröcke S 8.90, Kunstseiden-Mongol-Kleider, einfarb. S 9.80, Wollstoff-Kleider mit. langen Aermeln S 9.80. 3 Wochen- Schlager Kunstseiden-Duchesse schöne Futterfarben, 70 cm breit.......S |,J Crepe-Cloquette I schöne Kleiderdessins, 70 cm breit.......S ■ Crepe-Satin-Bluse e.s (Kunstseide) Pasfellfarben...........S 0 Kleider-Tweed 9.90 Strapaz-Qualität, 100 cm breit ........... S & Crepe Travers Q.90 der aktuelle Kleiderstoff, 130 cm breit.....,S Ö Shetland oder Boucle-Tweed j.90 für Kostüme und Mäntel, 140 cm breit......S ft R.90 . S .90 Boucle-Noppe für Mäntel und Mode-Slipper, 140 cm breit . Karo-Boucle o das Neueste für den Mode-Slipper, 140 cm breit . S O Für das Heim: Indanthren-Vorhangstoffe, gestreift, 75 cm . . . S —.«5 Vorhang-Netzstoffe, 150 breit, periMeter . . , . , S 1.29 Gestickte Bettwäsche-Garnitur ,.......S 7.90 Schlüpfer f. Steppdecken, 120><180. . ..... .S 4.75 Wirtschafts-Steppüecken, geblümt, , . . . » s '7-00 Batist-Doppelbettdeckeit, m. Eins. 'ÜY Motiv . . , . S 7.90 Für Messebesucher viele Gelegenheitskäufe Bis 13. März täglich bis 7 Uhr Verkauf ttÜi/kuAMjtL )SwWwW%%wWWWWWwWw TABQRSJRASSE48 0a§tfsi>icl Benny Lovic Jiidi.Hcho Kiinstlerspielo, II., Praterstraße 34. Die Novität „Rebbezen 1937" mit dem neuen Star Jenny Lovic entpuppte sich gerade wegen ihres chassidischen Charakters als Treffer ersten Ranges. Wiederum konnte Jenny Lovic ihr reiches darstellerisches und tänzerisches Talent zeigen und das Publikum zu Beifallsstürmen hinreißen. Heimi Lewin und Dolly N a c Ivb a r stellten originelle Typen auf die Beine, Lore Glücksmann als Rebbezen-Mutter zeigte sich in ihrer klassischen Echtheit und Spielfreudigkeit. Ein durchschlagender Erfolg, der die Direktion veranlaßte, „Rebbezen 1937" auch die kommende Woche (ab Freitag, d. 19. d. M.) auf dem Spielplan zu belassen. CliopHisPreis in Polen In Warschau fand ein internationaler Chopin- Kongreß statt, an welchen ein Chopin-Wettbewerb angeschlossen war. Bei reger Beteiligung von Kandidaten aus zahlreichen Ländern erhielt der jüdische Pianist Jakob S a k aus Sowjetrußland den Staatspreis in der Höhe von 5000 Zloty, die jüdische Pianistin Rosa .Tamarkina (ebenfalls aus Sowjetrußland) den Preis des Bildungsministers in der Höhe von 2500 Zloty. Vortrag Arch. F. Gutmann. Unter dem Titel „Jüdisches Schönheitsideal und Rassenkunde" spricht Arch. F. Gutmann am 23. März um :i/.,9 Uhr abends im Turnsaal des Makkabi, IX., Liechtensteinstraße 20. Ring der A.vH.vVerbände der zionistischen Verbindungen Der am 8. März 1937 abgehaltene Generalkonvent hat folgende Herren gewählt: Präses: Dr. Moritz H a r n i k, Vizepräs.: Hans Charmatz, Dr. Phöbus T u 11 n a u e r, Dr. Bruno Singermann, Schriftführer: Siegfried Rauchwerger. Bundesbruder Karl G u t w a 1 d wurde für seine auf' opfernde und erfolgreiche Tätigkeit die goldeEf Ehrennadel des Ringes verliehen. Für die Arbeit in diesem Jahre wurde folgendes Programm aufgestellt: Festigung der Stellung des Ringe« innerhalb unserer Bewegung durch intensive zionistisch« Tätigkeit. Konzentration der Alt-Herren-Verbände und Erfassung der Alten Herren für die Arbeit in der zionistischen Bewegung und im Ring. Festgehalten wird an der überparteilichen Stellung des Ringes als zionistischer Plattform. Förderung des Einheitsgedankena in der zionistischen Bewegung. Veranstaltung von Vorträgen. Herstellung des wirtschaftlichen Kontakte* zwischen den Eundesbriidern. Behandlung wirtschaftlicher Fragen der zionistischen Akademikerschaft. Behandlung der Probleme der zionistischen akademischen Jugend und Heranziehung derselben an die dem Ringe angeschlossenen Korporationen. KINO^KO^ÄlME^ KREUZ-KINO HINTER Telephon'K-V-^-lb' DER MASKE Vonuiiangen: «.«*,«•,«!. Boris Karloil, Jack Holt VOTIVPARK HINTER DER IX, WUhringerstraßc 12 feJ|Jl|g*gfE" Telephon A-18-3-Ö6 PlfOIlK Beginn: **, 6. Va9, 'AIP Jack Holt, BorlS KaflOlf stafa, vii Achtung, ""'^lES üeUerfulls-Kommimtlo! Wochentags: 'A4, 5,7 u.v Jack Holt Austritte aus dem Judentum — Kurt Finger, Ingenieur, geb. 4. September 1908 "Wien, ledig, XVI., Menzelgasse 12. — Eugen Cohn, Möbelhändler, geb. 16. Februar 1875 Wien, verh., XVI.; Ottakringerstraße 104. — Maria Hirsch geb. Ruzieka, Handelsangestellte, geb. 18. Jänner 1900 Wien, ger. getr., I., Kurrcntgasse 4. — Susanne Schlag, Hauptschülerin, geb. 1. Jänner 1923 Wien, ledig, XVIII., Pötzleinsdorferstraße 28. —- Gertrud« Schuh, Private, geb. 10. August 1920 Wien, ledig, XVIII., Bastiengas.se 85. — Peter Towipa, geb. 29. Mai 1912 Zalaegerszeg, ledig, XX., Dresdnerstraße 80. Artur Hiraehlund, Rentner, geb. 2. Mai 1875 Essen, verh., I. , Rathausstraße 19. — Federico Norman!, Kaufmann, geb. 27. Mai 1878 Grubisnopolje, verh., III., Gottfried- Keller-Gasse 13. — Cäcilio Fuchs geb. Low, Private, geb. 19. Oktober 1860 Kwassitz, verw., IV., Schönburgstr. 11. — Gertrud© Neuteld geb. Moll, Private, geb. 15. Oktober 1873 Altendorf, verw., VI., Eggerthgasse. 9. — Edith Nechl geb. Zellnku, Private, geb. 29. Dezember 1905 Mähr.-Ostrau, verh., II., Ausstellungsstraße 19. — Berta Mahler geb. Taussig, geb. 24. April.1872 Wien, Budappst. — Emilie Weisz, Kleidermacherin, geb.. 8. Dezember 1918 Wien, ledig, II., Stuwerstraße 46. — Dr. Rudolf Kallir- Nirensteln, Prokurist, geb. 18. August 1895 Wien, Prag. — Edith Kohn, Private, geb. 3. August 1913 Wien, ledig, II. Obermüllnerstraße 6. — Johann GottHeb, Artist, j»eb. 19. Februar 1914 Budapest, ledig, II., Rotensterngasse tt. — Margit Kulcaar geb. Wittmann, geb. 16. August 190» Budapest,verh., IX., Währingerstraßo 1. Elgemsm* Kerleger. mm»g$W W& yj&äötffiOftlicUer Redakteur: .Oberbaurat Robert Stricker. Vmül P^ßrei, und .Verjags,A^G, IgUM StQlüm&JW, beide .WiQO, " nW-^f^.^.^

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