Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 637 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 637 vom 5. Mär« 1937 DIE NEUE WELT Seite 7 Österreichische lnve$tition$anleihe 1937 zur öffentlichen Zeichnung auf Der Bundesminister für Finanzen legt gemäß dem-im Bundesgesetzblatte kundgemachten Kreditgesetze 1937, eine JUtte, binnen 30 Jahren rückzahlbare Anleihe Im Nennbeträge von 180 Millionen Schilling Die Anleihe ist durch 10 Jahre unkündbar AnloihQZWQclt Der Reinerlös der Anleihe wird zur ' Bedeckung dar Kotten Öffentlicher Arbeiten (Investitionen der Monopole, Bundesbetriebe und Bundesbahnen, Straßen-, Brücken- und Wasserbauten, Landesverteidigung, Beiträge an die Länder und die Stadt Wien zur Förderung der Bautätigkeit) sowie zur Rückzahlung kurzfristiger Bundesschatzscheine verwendet werden Stückelung, Rückzahlung Es werden Schuldverschreibungen zu 100. 500, 1000 und SOOO Schilling ausgegeben, die auf den Inhaber lauten. Die RUckxahlung der Schuldverschreibung erfolgt durch Verlosung öder freihändigen Rückkauf nach einen Tilgungsplan innerhalb von 30 Jahren. Verlosungen finden, wenn erforderlich, im Laufe des Monates Jänner, erstmalig im Jahre 1938, statt. Die Anleihe kann, vom 1. März 1047 angefangen, zu jeder Zinsenfälligkeit, mindestens 90. Tage vor dieser, aufgekündigt werden Verzinsung Der ZinilufS beträgt 4V2% jedes Jahres bezahlt für das Jahr.' Die Zinsen werden halbjährlich im nachhinein am 1. März und am 1, September Kotierung, Mündelsicherheit Die Anleihe wird an der Wiener Börse kotiert werden-. Sie ist mündelsUhar Steuer- und Gebührenbefreiungen Die Einlösung fälliger Zinsscheinc und Schuldverschreibungen geschieht ohne Abzüge abgabenrechtlicher Natur, das heißt ohne Abzug von Rentensteuer oder sonstigen derzeitigen öder künftigen Steuern oder Gebühren. Bei der Zeichnung ist keine Effektenum» satssteuer zu entrichten s ■* Zeichnungsbedingungen Die Anleihe wird tum Preise von 90% des Nennwertes zur Zeichnung aufgelegt. Der Preis für die gezeichneten Anleihebeträge ist am Zuteilungstage fällig. Er kann-auch in drei Raten bezahlt werden, ü. zw. sind für je 100 Schilling Nominale der Anleihe 30 Schilling bei Zuteilung, weitere 30 Schilling am 16. April 1937 und der Rest am 14. Mai 1937 zu entrichten. Für die Zeit voml. März 1937 bis zum Einzahlungstage sind Stückzinsen von-4V.,%, zu bezahlen. Mii Rücksicht auf den begrenzten Anleihebetrag wird eine Kürzung der gezeichneten Anleihebeträge vorbehalten. Zeichnungen bis zum Nennbetrag von lOOO Schilling werden vorsugsweise berücksichtigt Die Zeichnungsfrist beginnt am 1. Mfirx 1937 und endet am 15. März 1937 Zeichnungen werden entgegengenommen: Bei der Oesterreichischen Natibnalbank, der Oesterreichischen Pestsparkasse, bei allen in Oesterreich ansässigen Banken und Bankfirmen, beim Oorotheum. bei Sparkassen, Landes-Hypothekenanstalten und Kreditgenossenschaften, bei den Zweigniederlassungen der genannten Stellen sowie bei sämtlichen Postämtern. Aus Italien Mussolini und die Antisemiten Aus Rom (J. T. A.): Aufsehen erregte hier der Bericht der offiziellen italienischen Presseagentur (Agenzia Stefan!), daß der Regierungschef Mussolini in einer Sonderaudienz den Publizisten Giovanni Preziosi, Mitherausgeber der Monatsschrift „La Vita Italiana", empfangen hat. Preziosi hat seine Zeitschrift ganz in den Dienst der prodeutschen und a n t i j ü d i s c h e n Bewegung gestellt. Er hat die berüchtigten „Protokolle der Weisen von Zion" für Italien übersetzt und bearbeitet. Mitherausgeber von „La Vita Italiana" ist Farinacci, früher Sekretär der faschistischen Partei, der im gleichen Fahrwasser wie Preziosi segelt. Der Empfang Preziosis durch Mussolini hat in Italien und im Auslande Kommentare hervorgerufen. Man weist darauf hin, daß gegenwärtig der Präsident der italienischen Arbeiterföderation, Cianetti, an der Spitze einer großen Delegation in Deutschland als Gast Julius Streichers weilt. ' Aus Paris (J. T. A.): „Temps" berichtet über den Empfang des Antisemiten und Streicher-Freundes Preziosi durch Mussolini und die neue antisemitische Schwenkung eines Teiles der italienischen Presse und fragt: „Ist dies der Beginn einer antisemitischen Politik in Italien?" Gegen die deutsche Rassentheorie Aus Florenz: Aufmerksamkeit in der italienischen Oeffentlichkeit rief ein Vortrag des bekann- ■ ten faschistischen Politikers und Vorsitzenden des Verbandes italienischer Zeitungsverleger, Prof. Niccolo Castellino über das Thema „Italienischer Faschismus und Deutschland" hervor. Prof. Castellino, der zu einem Auditorium hervorragender italienischer Persönlichkeiten und Mitglieder des Konsularkorps sprach, erklärte die deutsche Rassentheorie als vollkommen abwegig und das biologische Blutprinzip als vollkommen ungeeignet zur Fixierung des Begriffs der Nation und Volksgemeinschaft. Die deutsche Rassentheorie sei eine Chimäre. Der Redner verurteilte scharf den Antisemitismus und gab der Ueberzeugung Ausdruck, daß in Italien ein „jüdisches Problem" niemals existieren werde. Indessen betonte Professor Castellino die Solidarität Italiens mit Deutschland im Kampf gegen die bolschewistische Gefahr in Europa. Die schwarzen Juden in Abessinien Aus Rom, 28. Februar (J. T. A.): Das italienische Presse- und Propagandaministerium gibt bekannt: „Der Advokat Vit erb o, der von dem Ver* band der jüdischen Gemeinden Italiens und der Regierung beauftragt wurde, mit den Falaschas in GRABSTEINE F RIEDLÄNDER & DEUTSCH Wien, I. Bez., Seitenstettengasse 2, III Samstag XI., Zentr alt Hedhof, neb, d. 1. Tor. III geschlossen Abessinien Kontakt aufzunehmen, hat in diesen Tagen, die Gebiete ypn; Sechelt, Dembea und Delesa besucht. Die Falaschas sind deni neuen Regime dankbar, das sie von den früheren Bedrückungen befreit und ihnen die Freiheit des Kultus und die Möglichkeit einer Besserung ihrer wirtschaftlichen Lage gibt. Die Falaschas ihrerseits sind bereit, ihr Bestes zu tun .für die Intensivierung der ..La ndwir t,s. chaf fliehen Arbeiten und der handwerklichen Betätigung, der sie sich widmen. Sie erwarten mit vollem Vertrauen, und mit Treue, daß ihnen geholfen wird, ihr kulturelles Niveau und ihre berufliche' Ausbildung zu heben. Die .Regierung von. A m h a r a (die italienische Kolonialregierung) hat bereits ein Terrain zur Verfügung gestellt zur Errichtung einer Landwirtschafts- und H an d w er k e r s c h ul e für die Falaschas der dortigen Gegend." öJerbc-üJoche für „Gehwohl" Bei Abnahme von 2 Paketen zu 35 Groschen, das dritte SffltlS! Während der M.essewoche in der ParfUinerie„CasapiccolQ" VI, MariahillerstraBe 1c^yis-ä-vis Messepalast Bin Fußbad mit „GiBwiilil'f .,. eine \V 6 h 1 ta t! Krhäitlich in Apotfiekcri,' ^Drogerien und Parftimertcn! Erzherzog Anton in der Liebermaiin-Ausstclluiig Aus Wien:, Die . 'Ausstellung Max Liebermann, bei deren Eröffnung auffallenderweise keine offiziellen Persönlichkeiten erschienen sind und die auch sonst fast ausschließlich von. Juden besucht wurde, wurde einen Tag vor der Schließung vom.Er.zh erzog Anton und seiner Gattin, Erzherzogin Ilean'a, der Tochter ,der rumänischen Königin-Witwe, besucht. Aus Liebe zu Iu!ius Streicher Aus Zürich: Vor einem Zürcher Divisionsgericht hatte sich der Korporal, im Stabe des 28. Infanterieregiments, J,o s ef Speck, wegen Landesverrates zu verantworten. Speck, ein Mitglied der „Nationalen Front", hatte . eine ihm anvertraute Chiffriertabelle für Telephon- und Signalpatrouillen der Ortsgruppe Zürich der NSDAP, angeboten. "Vor dem Militärgericht erklärte er, er habe aus der Lektüre des „Stürmer" und des „Schwarzen Korps" den Eindruck gewonnen, daß Deutschland im Kampf gegen die Juden eine M i s s i o n z u. e r f ü'l 1 e n habe. Auch der Ufa-Film „Verräter" habe ihn dazu bewogen, Deutschland zu dienen, weil er die Juden hasse. Der Anklagevertreter betonte in seinem Plädoyer, daß sich bis zur Stunde kein Jude jemals vor einem Schweizer Militärgericht wegen Landesverrates zu verantworten gehabt habe. Er beantragte eine Zuchthausstrafe von einem Jahr. Das Gericht ging angesichts der Verwerflichkeit der Tat über den Antrag des Staatsanwalts, hinaus, verurteilte Josef Speck zu eineinha..lb,Jahren Zuchthaus und zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre nach verbüßter Strafe. Das Gericht verkündet« auch die Ausstoßung 3geck.& aus der Armee. Der Prozeß hat aufgezeigt, wie weitreichend die Wirkungen des deutschen Propagandaapparats sind. Cnzisten siechen einen „Budenfreund" nieder Aus Bukarest: Rechtsradikale Studenten haben den von ihnen als „J.udenfreund" verschrienen Rektor der Universität Jassy, Professor Bratu, durch Messerstiche schwer verletzt. Bratu ist als Gegner des Rechtsradikalismus allgemein bekannt. Im Zusammenhang mit dem Attentat sind 50. Personen verhaftet worden. Der Ministerrat" ist nach Bekanntwerden des Attentats zu einer Sitzung zusammengetreten und hat beschlossen, außerordentlich weitgehende Maßnahmen gegen die „Eiserne Garde" und die Rechtsopposition zu ergreifen. Den Studierenden wird verboten, politischen Parteien anzugehören. Jedes Tragen von Uniformen irgend eines politischen Verbandes ist verboten. Alle Geheimbünde wurden untersagt, darunter auch die Freimaurerlogen. Der Üeberfall auf Bratu geschah auf einer Straßenkreuzung. Einer der Attentäter hielt ihm den Mund zu, während drei andere auf ihn einstachen. Jüdischer Sport- und Schützenverein „Hasanah", Wien, IX., Hörigasse 14. Sonntag,- den 14. März 1937, um 5 Uhr nachmittags, im .Festsaale des Hotel Continental, II., Taborstraße 2, Nachmittagsakademie mit anschließendem Tanz, unter Mitwirkung prominenter Künstler (Theater und Kabarett). Beginn 5 Uhr. Ende halb 12 Uhr. Entree S 1.50. Vortrefflich-Mazzothprodukte überragen alle anderen, weil sie auf echten Spezia'l-Mazzoth-Lehmöf cn gebacken sind. Bekanntlich sind gerade Mazzothpi-odukte hauptsächlich vom Backprozeß abhängig und der gelernte Fachmann begutachtet, daß die in Eisenöfen (Dreh-, Ketten-) gebackenen Produkte niemals die Primaqualität der „Vortrefflich-Mazzoth" erreichen können, weil die Oefen nicht den richtigen Grund haben, um den Wären die Knusprigkeit zu verleihen. Vortrefflich beschäftigt die meisten jüdischen Arbeiter und Arbeiterinnen. Vortrefflich ist und bleibt vortrefflich! KINO^PROORilMME Ö Kruges, i Sacha Guiiry Telephon R-22-4-57 *"% "hltTn ' Boginn: %4, W, Roman eines Schwindlers *A8 und 9 Uhr (le roman d'un tricheur) t CHWEDEN A 49 O SO Vi4> Vi6. VA V,io STAFA, VII Mariahi If erstraße 120 Telephon B-33-0~< Wochentags: %*, tt», 7 u.9 VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginns Hh, *, V*9t'Mo Catherine Hepburn, Frederic March