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Die neue Welt · 1937-03-05 · Heft 637 (5.3.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 637 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 637 vom 5. März 1937 DDE NEUE WELT Seite 5 „WU kaikUm eine Universität" Der Rektor der Hebräischen Universität Jerusalem, Prof. Hugo Bergmann, hielt sich im Verlauf seiner europäischen Reise in Prag auf, wo er der „Selbstwehr" bezüglich der Notwendigkeit einer jüdischen Universität folgende Erklärung gab: „Wir brauchen eine Universität. Weil der jüdische Genius eine Heimstätte braucht, der Geist einen Ort, wo von dem neuen Standpunkt aus, den wir uns dank unserer nationalen Bewegung errungen haben, unser Dasein in Vergangenheit und Gegenwart neu erforscht wird, wo wir in unserer eigenen Sprache uns selbst klarwerden und wo gleichzeitig die geistigen Waffen geschmiedet werden, die das jüdische Volk allüberall im Kampf um sein geistiges Dasein braucht. Weil das jüdische Volk, über alle Länder zerstreut, in allen Ländern den destruktiv wirkenden Kräften der unjüdischen Umgebung preisgegeben, einen geistigen Mittelpunkt haben muß. Weil das jüdische Volk in allen Ländern eine Intelligenz braucht, die seine Aegelegenheiten verwaltet und die an einem Orte erzogen werden muß, wo in einer jüdischen Umgebung, in der lebendigen hebräischen Sprache diejenigen menschlichen und nationalen Fähigkeiten in ihr ausgebildet werden, die sie nachher im Dienste des Judentums in allen Ländern einzusetzen haben wird. Weil der jüdische Gelehrte in fast allen Ländern daran gehindert wird, eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen, und dem jüdischen Volk dadurch ein Feld der Betätigung entzogen wird, wo es Hervorragendes leisten kann. Weil der jüdische Student in vielen Ländern nicht zum Universitätsstudium zugelassen wird: zwei Drittel der Studenten der Hebräischen Universität kommen heute schon aus dem Ausland. Weil wir für den Aufbau Palästinas eine Forschungsstätte brauchen, die die wissenschaftlichen Aufgaben löst, welche unsere Kolonisation uns aufgibt in Medizin, Naturwissenschaft, Technik und auch in der Erforschung und Fortbildung der hebräischen Sprache, der Geschichte des Landes sowie der Sprache, Geschichte, Kultur unseres Nachbarvolkes. Weil der J i s c h u w, soll er die historische Aufgabe erfüllen, die ihm das Weltjudentum zugedacht hat, eine zentrale Bildungsstätte haben muß für seine Jugend, für seine künftigen Lehrer, für jene Schichten der Gebildeten, die bei allen Völkern Träger der religiösen, nationalen und sozialen Bewegung sind." NACH EREZ ISRAEL von Triest und Genua mit den vorzüglichen Dampfern „MARCO POL 0". „E S P E R I A", „GAULE A", „GERUSALEMME" Zü PESSACH 25Bo ERHÄSSMUHO Auskünfte: „ADRIATICA" S. A. Goneralagentur Wien I, Kärntnerring 1 und alle Reisebüros Warnung vor Auswanderung nach Südafrika Aus Berlin: Der Hilfsverein der Juden in Deutschland gibt bekannt: Aus dem Text des südafrikanischen Binwanderungsgesetzes, der nunmehr vorliegt, ergibt sich eine außerordentliche Strenge der Einwanderungsbestimmung-en. Trotzdem wird aus Südafrika gemeldet, daß immer noch eine hohe Zahl von Einwanderern ankommt. Diese Einwanderer werden zu zeitweiligem Aufenthalt an Land gelassen. Aber es ist so gut wie sicher, daß fast alle das Land wieder werden verlassen müssen. Unter diesen Umständen warnen die südafrikanischen wie die zuständigen Londoner jüdischen Stellen jeden vor Auswanderung nach Südafrika, der nicht schon vor der Einreise die Genehmigung zu ständigem Aufenthalt erlangt hat. Der Hilfsverein kann eich dieser Warnung nur mit äußerstem Nachdruck anschließen., Beduinen-Scheichs bekommen von der Regierung Gehalt Aus Jerusalem (Palcor): Die arabische Presse meldet, daß die Palästina-Regierung damit begonnen hat, an die Scheichs der Beduinenstämme im Barsebaer Distrikt ein ständiges Gehalt in Höhe von 16 bis 20 Pfund jährlich zu zahlen. W£R PROBT- DtR LOBT iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii STRUM-MAZZOTH Illl!!l|||||||||||||||||||||!ll!llllllllllllll!llllllllllllllll!!lllll!!lllllllllin die von Tausenden allen anderen Marken vorgezogen werden. die seit vielen Jahren mit Recht so beliebten, besonders schmackhaften Der verwöhnte Geschmack schätzt besonders die Well* Di €TDI 1MLM ATTÖTU* rut genleBende hervorragend d e 1 i k a t e Spezialität iKUnvie 31 i i fi wi'JSiii eler Nachahmungen unerreicht sind. welche trotz Auch das Pessacrtfest 1937 wird im Zeichen der „Sfr&irn - Mazzoth" stehen. „Sftrum - Mazzoth" werden nach einem besonderen Verfahren mit speziellen, patentamtlich geschützten Maschinen Oefen) auf elektrischem Wege unter Bedienung von nur jüdischen Arbeltern erzeugt. Wer „Strum- Masioth" kauft, verscha'ft jüdischen Arbeltern Beschäftigung, lindert und mindert jüdische NO». Die genaueste Einhaltung der streng orthodoxen Kaachruth-Vorschritten wird von Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad tiberwacht Verlangen Sie daher Uberall nur Merken Sie sich': jedes Paket ist mit den Namen,, ST RUH" gekennzeichnet. Wir garantieren für frische Ware, Erzeugung 1937III Besonders gut munden Vom „Strum" die r u n d e n I STRUM- MAZZOTH -Grieß- und -Farvel Weiset ausländische Mazzoth zurück — verlanget „STRUM-MAZZOTH», das vorzügliche österr. Erzeugnis! K„h3M,STRUM>WIENII Rotensterngasse 11, Tel. R-46-5-48 Womit ist Lord Peel nadi London gefahren? Von B. Weinstein (Tcl-AvivX (Siehe „Die Neue Welt" Nr. 636); Mit ein paar Dutzend Mappen, voll mit verschiedenen Memoranden, Dokumenten, Büchern und Broschüren! Es wäre aber leichtfertig und lächerlich, zu glauben, daß dieses Material die politischen Richtlinien der Kgl. Kommission beeinflussen werde. Nur naive „Hadassah"-Damen können davon träumen, daß das Hadassah-Memorandum an die Kgl. Kommission, das in deutlichster Weise auf die große humanitäre Tätigkeit unserer Hadassah hinweist, imstande sein wird, uns in dem großen politischen Kampf gegen die schädlichen Tendenzen der britischen Politik im Lande dienlich zu sein. Und nur solch ein feiner und vornehmer und auch naiver Jude, wie David Yellin, konnte einen Augenblick glauben, daß die Kgl. Kommission das entsprechende Tribunal .für unsere Beschwerden bezüglich der hebräischen Sprache ist. Man hat vergessen, daß aUe Schwierigkeiten und Versäumnisse auf den:,HangeI ''eift^'l^elteniten politikclien Regimes zurückzuführen sind. Während der Verhandlungen hat Lord Peel mehrmals betont, daß nicht die verschiedenen Dokumente der britischen Regierung oder englischer Politiker, sondern die Interpretationen der Kgl. Kommission maßgebend sein werden — bezüglich der Auffassung des Palästina-Mandats. Seine Punkte seien unklar, seine Deutung elastisch, seine Begriffe platonisch und die theoretischen Argumente betreffs des historischen Rechtes hätten keine praktische Bedeutung. Man habe in England sehr viel' über die internationalen Verpflichtungen gegenüber dem jüdischen Volk gesprochen und geschrieben, Bücher und Briefe veröffentlicht — alles gut und schön, aber das verpflichte durchaus nicht die Kgl. Kommission. Mit dieser klaren Richtlinie sind Lord Peel und seine Kollegen nach London gefahren. Man kann nicht sagen, daß die Kgl. Kommission bereits ein präzises Projekt betreffs des künftigen politischen Regimes in Palästina ausgearbeitet hat. Man weiß auch nicht sicher, ob sie schon den Kernpunkt der neuen Mandatsinterpretation festgesetzt hat. Aber in den Gehirnen der Mitglieder der Kommission schweben verschiedene Meinungen und eine Menge Projekte. In erster Linie steht vor ihr die zweifelhafte Frage: Ist vielleicht das jüdische Nationalheim bereits installiert? Wo steht geschrieben, daß nicht auch schon 400.000 Juden ein Nationälheim darstellen? Vielleicht wäre es am Platz, den jetzigen Bestand zu konsolidieren und ihm nicht andere Sorgen aufzuladen?! Ferner: Ist nicht das Tempo der jüdischen Einwanderung in den letzten zwei Jahren abnormal und daher in politischem und wirtschaftlichem Sinn schädlich gewesen? Man sollte eine Pause machen und sie für innere Beruhigung und ökonomische Stabilität ausnützen. Der Zustand der jüdischen Massen in den Galuthländern ist ein schrecklicher, die Massen können nicht länger warten — das versteht die Kgl. Kommission, aber sie kann diese Tatsache nicht in ihre politischen Kalkulationen einbauen. Das Tempo verkleinern heißt in der Alltagssprache die Einwanderung begrenzen. Die laufende Schedule war eine Rücksichtnahme auf diese politische Tendenz. Drittens: Vielleicht kann man Palästina kantonisieren! Wenn die Juden von einem Judenstaat und einem geschlossenen Nationalheim reden, können sie doch mit dem Vorschlag der Kantonisierung einverstanden sein, denn solch ein Kanton könnte in einen Judenstaat verwandelt werden. Viertens: Die Juden müssen verstehen, daß England im Orient große und empfindliche Interessen hat und in Verfolgung dieser Interessen den arabischen Faktor ins Kalkül zieht, England darf sich nicht neue Spannungen im Vordem Orient erlauben, es muß die Araber beruhigen. Diese Meinungen sind das Resultat von Eindrücken. Wir wollen damit sagen, daß im großen und ganzen die Tendenz dieser Projekte bei der Kgl. Kommission besteht. Es beruhigt uns, daß die arabischen Zeugen durchgefallen sind und die arabischen Politiker vor der Kgl. Kommission ihr antibritisches Gesicht deklariert haben. Man sagt, daß aus dieser arabischen antienglischen Haltung die Kgl. Kommission die erforderlichen Konsequenzen ziehen wird. Vielleicht, vielleicht auch nicht. Aber auch im besten Fall verkleinert dieser Umstand nicht die Gefahr der oben erwähnten Tendenzen. Kürzlich hat eine englische Zeitung von verschiedenen Ueberraschungen geschrieben, welche die Kgl. Kommission für uns vorbereite. Verband der Judenstaatszioniston Oesterreichs Sektionen: IX-XVIII-XIX Samstag, 13. März 1937, Uhr abends, im Hotel de France, I, Schottenring 3 Gesellschafts- .knnfl m» Akademie aoeno «.Tau Mitwirkend: OSkar WeiftZlier (14jähr. Violinvirtuose) Trilde ROth (Vortragskünstlerin) Edmund Mühlstock (Bariton) Oberkantor Josef Feuer (Jüdische Volkslieder) BODby Weisser (Satirische Vorträge) Jazzkapelle Kurt Rubinstein Karten ä S 2.— in allen Sektionen des Verbandes der Judenstaatszionisten erhältlich / Telephonische Bestellungen unter A-20-2-78 erbeten Wenn wir die Tendenzen und Absichten der Kgl. Kommission mit ruhigen Nerven betrachten, dann stehen wir nicht vor der Gefahr von Ueberraschungen. Die Frage ist eine andere. Alle gestehen, daß wir in eine schwere und schicksalsvolle Epoche und in einen großen politischen Kampf nicht gegen einzelne drückende Schwierigkeiten und administrative Einschnürungen, sondern um die Grundlagen unseres Seins in Palästina treten. Und da stellen wir eine ganz einfache und berechtigte Frage: Wie sieht die zionistische Front am Vorabend dieses großen Kampfes aus? Mit welcher Ausrüstung betreten wir das politische Schlachtfeld? Wie steht es um unsere Leitung? Was denken sich die bürgerlichen zionistischen Parteien? Wo ist der glänzende Plan der nationalen Konzentration geblieben? Und wo ist unser Platz, der Platz der Judenstaatspartei, in der neugeschaffenen inneren und äußeren Konstellation? * Die letzte Frage hat eine besondere Bedeutung für uns selbst bekommen, weil wir immer danach strebten, im Zionismus eine Gruppe zu sein, die den jeweils auftretenden Fakten und Faktoren Rechnung trägt und der jeder egoistische Parteistandpunkt fremd ist. Jetzt ist der Augenblick gekommen, diese unsere Vorzüge m beweisen,

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