Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 637 (5.3.1937)
- Date
- 1937-03-05
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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DIE NEUE WELT Seite 3 1ÖMöeludek.,.mh! So verschieden die Ansichten und Ueberzeugungen der Wiener Judenheit in allen religiösen und wirtschaftlichen Fragen auch sein mögen, in e i n e m Punkte gibt es bei vielen Zehntausenden nur e i n e Ueberzeugungj Ob ^i^i^fuW^/ ob reich oder arm ... auf den P e s s a c h ■ T i s c h des Kenners und Feinschmeckers kommen seit mehr als kO Jahren nur die bei allen beliebten, von allen bevorzugten Besonders delikat ist die Spezialmarke „N. B." - Mazsoth, Grieß und Farvel, welche Sie in allen besseren Geschäften bekommen. „Schntidi »Qr.es nur cn plombierten Säcken" ZENTRALE: SdimiM- Hgy g^Wr ^<pp»y^yy ffUmoik Achten Sie im eigenen Interesse bei Einkauf von Maxzoth'Grieß besonders auf die Marke Ii, Leopoldsgasse 43, A-40-0-90, A-60-2-63, A-48-4 48 „SCHMIDL" N. B ROD ETZ K Y ^«^»«^«««»»H^fiS! IMe Kommtinisteii m Paläsima Ihre Rolle bei den Unruhen Nr. 637 vom 5. März 1037 toodm^kQd Majorität „Die Juden in Palästina haben die größte Geburtenziffer unter allen europäischen Nationen mit Ausnahme der Rumänen. Trotzdem ist ihre Geburtenziffer um zwei Drittel kleiner als die der mohammedanischen Araber in Palästina." Tschechoslowakisches Pressebüro, 1937. Stets anff „Die Rassentheorie als Argument im Kulturkampf ist das Eigenlob. Hat je ein Rassentheoretiker mit Schrecken und Scham gefunden, daß die Rasse, zu der er sich rechnete, die minderwertige heißen müsse t Es handelt sich immer um die Erhebung seiner selbst und der Seinen über andere und auf Kosten der anderen. Die Rassentheorie ist stets feindlich, stets anti, für eine Lehre, die sich als Wissenschaft ausgibt, ein schlechtes Zeichen. Der Standpunkt ist anti-asiatisch, anti-afrikanisch, anti-proletarisch, anti-semitisch." J. Huizinger, „Im Schatten von morgen". Palästinensische Kino'Kultur „Die hohe Kulturstufe der jüdischen Bevölkerung und ihre Herkunft aus den zivilisierten Ländern brachten für die Kinos die Notwendigkeit, wirklich gute Filme vorzuführen, und dies wie das Fehlen jeglicher Einfuhrbeschränkungen, führte dazu, daß in Palästina, mit wenigen Ausnahmen, die besten Produktionen der Welt vertreten sind. Vorherrschend auf dem Markt sind die amerikanischen und deutschsprachigen Produktionen. Letztere stammen heute ausschließlich aus Oesterreich, Ungarn oder der Tschechoslowakei und haben vor den anderen Produktionen den Vorteil, daß sie von der großen Schicht palästinensischer Juden deutscher oder jiddischer Muttersprache am besten verstanden werden." Dr. A. Markus, Haifa („Palästina", 1937). Vom ludevSein „Man muß keiner jüdischen Organisation angehören, um ein Jude zu sein; man muß keine Steuern zahlen, um ein Jude zu sein; man muß sich keiner Disziplin unterwerfen, um ein Jude zu sein. Aber weil es so leicht ist, Jude zu sein, daher ist es so schwer, Jude zu sein. Wir wollen das Jude-sein schwerer machen, aber eben dadurch auch leichter. Von heute ab wird es eine jüdische Steuer, jüdische Disziplin, jüdische Verantwortlichkeit geben. Es wird aber auch Freundschaft, Hilfsbereitschaft, brüderliche Wärme geben. Auf unseren Schultern liegt die schwere, aber teure Last der Schaf- . fung einer besseren, würdigeren jüdischen Zukunft." Leon Kubowitzky, Referat auf dem Ersten Jüdischen Weltkongreß 1936. Marxist und Jude und Holländer Im holländischen Parlament kam es zum ersten Male zu einer Judendebatte, als der nationalsozialistische Abgeordnete Graaf de Marchant et d'Ansembourg erklärte, Juden und Marxisten seien das gleiche, jüdische Bürger seien nicht hundertprozentige Holländer. Ihm erwiderte unter dem Beifall des ganzen Parlaments der Führer der Sozialistischen Partei, Rechtsanwalt Dr. M. Mendel, der sagte, er fühle sich, obwohl Marxist und Jude, als hundertprozentiger Holländer. Die Zeitungen verurteilen Graafs Rede und weisen darauf hin, daß Juden sich auf alle holländischen Parteien verteilen. Meldung der J. T. A., 1937. Vor 32 Jahren „Sie, meine Herren Kongreßdelegierten, werden zu der Lebensfrage Stellung zu nehmen haben, ob der Zionismus zu seinen Vor-Herzlschen Ursprüngen umkehren, ob er wieder ein sogenannter praktischer Chowewe-Zionismus werden und mit einer gewältigen Anstrengung des ganzen Judenvolkes einige Dutzend Familien als subventionierte Trost- und Hoffnungskolonisten in Palästina ansiedeln oder ob er auf der von Herzl eingeschlagenen Bahn fortschreiten und eine große, weltpolitische Bewegung bleiben soll, die nicht stillsteht, ehe sie mit Zustimmung und unter Mitwirkung der Mächte dem ganzen jüdischen Volke normale Daseinsbedingungen geschaffen hat, ihm zum Heil und der Gesittung zum Nutzen." Max Nord au, Baseler Kongreß, 1905. Verb« d* Judensfaafsxfonfefen Oesterreichs Sektion P rat er, II,, Erlafstraße 5. Freitag, den 5. d. M., halb 9 Uhr abends, Oneg Schabbat. Referent: Aron Schwertfinger. — Dienstag, den 9. d. M., Bibelvortragszyklus Babb. Dr. N. Z i c k e r. Sektion X., Herndlgasse 2 3. Samstag, den 0. d. M„ 8 Uhr abends, im Heim, wichtige Ausschußsitzung. Sektion XIV/XV., Schanzstraße 32. Sonntag, den 7. d. M., um 7 Uhr abends, Heimabend, — Dienstag, den 9. d. M., halb 9 Uhr abends, Vortrag Ing. Oh. Guttmann: Rassenkunde und Schönheitsideal. Judenstaatsjugond. Dienstag, den 9. d. 1M[., halb 9 Uhr abends, im Helm, II., Untere Augartenstraße Nr. 38, Vortragsabend. Sonntag, den 7. d. M., um 6 Uhr abends, findet im Jüdischen Kulturtheater, I., Kai 3, eine Sondervorstellung statt. Zur Aufführung gelangt das mit großem Erfolg aufgeführte Stück „Die Grenze«. Restliche Karten an der Theaterkassa. Die Kultusgemeinde Stockerau-Korneuburg veranstaltet Samstag, den 6. März 1937, um 20.30 Uhr, in Hübners Kursalon, Wien I., einen Ball. Das Reinerträgnis Hießt dg» RenoyierungafondsdesTempels zu. Aus Jerusalem: Die Organisation „Antifa" (Kampf gegen den Faschismus), die von den „Linken Poale Zion" geschaffen wurde, hat eine umfangreiche Broschüre über die Ursachen und den Verlauf der letzten blutigen Unruhen in Palästina herausgegeben. Ein eigenes Kapitel der Broschüre ist der Rolle der KommunistischenParteiPalästinas während der letzten Unruhen gewidmet. Da die Einstellung der „Antifa" auf der kommunistischen Ideologie beruht, ist ihr Urteil über die schändliche Haltung der Kommunistischen Partei in Palästina besonders bemerkenswert. Sie schreibt: „Ein besonders tragisches Kapitel in der Geschichte der letzten Unruhen Palästinas bildet die Haltung der Kommunistischen L Partei Palästinas. Man konnte erwarten, daß eine Arbeiterpartei terroristische Ueberfälle auf unschuldige Frauen und Kinder tadeln, Brandstiftungen auf den Feldern und Vernichtungen des Arbeitsertrages arbeitender Menschen verurteilen und der Losung nationalistischen Kampfes die Parole des Klassenkampfes gegenüberstellen wird. Nicht so die Kommunistische Partei Palästinas. Es ist nicht das erstemal, daß die Kommunistische Partei Palästinas sich der chauvinistischen Hetze der reaktionärsten arabischen Kreise an- Eiiftsniw von der täglichen Quai ist die sanft-scharfe schließt und sie mit voller Energie unterstützt. Man braucht nur einen Fall aus der jüngsten Vergangenheit anzuführen: Als vor einiger Zeit im Jaffaer Hafen in Zementfässern ein Transport geschmuggelter Waffen entdeckt wurde, erhoben die arabischen Hetzer, obwohl nicht aufgeklärt wurde, wer die Waffen geschmuggelt hatte und für wen, ein Geschrei, daß die Juden Waffen ins Land einführen, um die Araber zu ermorden — nicht mehr und nicht weniger. Damals erließ die Kommunistische Partei- Palästinas sofort einen Aufruf, in dem sie sich bemühte, die arabischen Faschisten und ihre Hetzer gegen den Jischuw noch zu überbieten. Ihren Aufruf: „An das arabische Volk!" schrieb die Kommunistische Partei im Namen „der Väter, die ihr Blut für die Heimat vergossen haben", und daß „die konfiszierten Waffen von den Juden gegen das Herz der Araber gerichtet werden sollten, um sie gänzlich ausz u r o 11 e n". Nebenbei bemerkt, hat der Verlauf der letzten Ereignisse klar gezeigt, in wessen Besitz sich ungeheure Reserven geschmuggelter Waffen befanden und wer sie benützt hat, um friedliche Passanten und Arbeiter, au Überfallen," Ferner wird in der Broschüre auf die konsequente Pogromtaktik der Kommunistischen Partei Palästinas hingewiesen, die mit Begeisterung jede Gelegenheit ergreift, um zu Kampf und Terror gegen Juden aufzurufen. So handelte sie, als der mohammedanische Fanatiker und Prediger Scheich Asadin-Al-Kassam eine terroristische Bande organisierte, die auf Straßen schutzlosen Juden auflauerte, um sie zu ermorden. Die Kommunistische Partei Palästinas hat gemeinsam mit dem mohammedanischen Klerus und der faschistisch-nationalistischen arabischen Jugend den Scheich Al-Kassam als F r e iheitskämpfer verherrlicht, der für die arabische Jugend als Beispiel dienen dürfe. In der gleichen Weise habe sie auch während der letzten Unruhen gehandelt. Nicht in einem einzigen Aufruf, den die Kommunistische Partei Palästinas in diesem blutigen, Zeitraum erlassen habe, habe sie auch nur mit einem Worte die grausamen Morde und niederträchtigen Ueberfälle auf unschuldige, schutzlose Menschen, Kinder, Greise und Frauen, gerügt. Sie habe im Gegenteil diese wilden, schlimmen Taten zu Heldentaten gemacht. Nachdem eine Bombe auf eine jüdische Schule an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa geworfen und neun kleine jüdische Kinder verwundet worden seien, hätten die Kommunisten als Antwort auf die Behauptung der arabischen Presse, daß das Verbrechen von Kommunisten begangen worden sei, einen Aufruf veröffentlicht, in dem die Partei diese Beschuldigung zurückgewiesen und erklärt habe, daß die Juden selbst die Bombe auf ihre eigenen Kinder geworfen hätten, um den Zorn der jüdischen Arbeiter gegen die Araber zu erregen. Weiter heißt es in dem Memorandum, daß die Kommunistische Partei Palästinas während der ganzen Zeit die heutigen Führer der arabischen nationalistischen Bewegung gestützt habe, trotz ihrer Beziehungen zu faschistischen Elementen im Auslande. Die Kommunistische Partei Palästinas habe nicht in einem einzigen ihrer Aufrufe auch nur mit einem Worte die arabischen Efendis und Wucherer, die den Fellachen das Fell abzögen, getadelt. Kein Wort von Klassenkampf und Klasseninteressen der armen arabischen Massen sei gefallen. Im Gegenteil, in den Auf- Der jüdische Wunderknabe Oskar Weitzner, der bereits außerordentliche Proben seiner Geigenkunst abgelegt hat, wirkt Samstag, den 13. März, bei dein vom Verband der Judenstaatszionisten veranstalteten Gesellschaftsabend (Festsaal des Hotel de France, I., Schottenring S) mit. Oskar Weitzner hat kürzlich mit sensationellem Erfolg bei einem Konzert des Chajes-Gymnasiums gespielt und ist das Tagesgespräch des jüdischen Wien. Weitere Mitwirkende: Trude Roth, Edmund Mühlstock, Oberkantor Josef Feuer, Bobbg Weiser, Jazzkapelle Rubinstein% ein Robben »per, ^^TSR "................■............himmimhin«««—im.....—n— sBefonbers naef) ftarfem XaM* genufo ober nad) ber Arbeit in jtaubiger, ttoefener ßuft empfinbet man bas (Scfiiljl ber griffe unb Sauberfeit, bas oon einer SRunbreinigung mit (Eljloro* bont--3al)npafte ausgebt. Serlangen Sie nad) 3I)rem periönlidjen ©eidjmad1 Gfjlorobont fdjäumenb ober ntaWdjäumenb, beibe Qualitäten jinb gleidj gut) ^\ £ube S. —.90. Öjterr. Cräeugms,, Chlorodont-Zah ripaste