Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 635 (26.2.1937)
- Date
- 1937-02-26
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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. Seite 4 ME NEUE WELT Nr. 635 vom 26. Februar 1937 3 x BEROMAfin. I RABENSTEIQ 3 m!!£I££SSIS^m KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswohl und Kindar-Watche, Weiß, waren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. In Herrön-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-wasche, Damen- Kleine Preise den, den sie hier an die Juden verkauften, vordem niemals bearbeitet. Nur ihre Ziegen und Schafe pflegten sie hieher auf die Weide zu treiben. Aber die Eegierung kam den lächerlichen Beschwerden der Araber entgegen und unterstützte sie. Die faulen Beduinen lebten in den Tag hinein, auf Kosten der Regierung. Als die Regierung von diesen Kostgängern einen Nutzen haben wollte, und sie als Arbeiter für den Straßenbau Haifa —Jaffa einstellte, versagten sie völlig, obwohl man ihnen guten Lohn, Kost, Quartier etc. zusagte. Die arabischen Hetzer warteten auf den Augenblick, wo die Regierung die Beduinen mit Gewehren -zur Arbeit treiben würde, um im Londoner Parlament erzählen zu lassen, daß man arme Araber morde. Und die Regierung hat die Kostkinder weiter ausgehalten. Die arabischen Effendis taten alles, um die Juden in der Kolonie zu belästigen und Geld von ihnen zu erpressen. Obwohl die Polizei Wache hielt, machten die Beduinen weiterhin Ueberfälle, raubten und plünderten. Auf Anordnung der Palästina-Regierung sah ich durch die Finger und bestrafte die Schuldigen nicht, obwohl ich wußte, wö sie sich befanden. "Von Jerusalem kam der Befehl, die arabischen Nationalisten zu schonen. Obwohl mein Blut kochte, wenn ich zusehen mußte, was man den schwerarbeitenden Chaluzim antat, indem man das, was sie mit Schweiß und Blut aufbauten, zerstörte, mußte ich schweigen. Man beschoß die Chaluzim und ihre Pferde, vernichtete Bäume und Pflanzungen, und als ich die Aufstellung von Patrouillen zur Verhinderung der Ueberfälle verlangte, setzten die Effendis bei den höheren Stellen durch, daß das Sicherungssystem fallengelassen wurde, und ich bekam zu hören, ich möge das tun, was man mir befiehlt. . . . Was Jerusalem befiehl! Im April 1931 bemerkten in ' der Nacht zwei jüdische Wächter, daß die Beduinen ihre Viehherden auf ihre; Felder trieben, wo Heu zum Trocknen lag. Sie trieben das Vieh weg, worauf die Beduinen aus ihren Verstecken hervorkamen und die Wächter mit Klötzen und Stöcken zu schlagen begannen. Ein Wächter wurde von seinem. Pferd gerissen und wäre umgekommen,'wenn nicht sein Kamerad, obwohl von den Arabern umzingelt, geschossen und einen Araber verwundet hätte. Die arabischen Angreifer zerstreuten sich und die jüdischen Wächter, zerschunden/und zerschlagen, gingen in ihre Zelte schlafen. FEST-KUNDGEBUNG des „Berit Trumpeldor Oesterreichs" APPELL AN DIE JÜDISCHE JUGEND (Vor neuen Unruhen — Unser KamDf in Erez-Urael und in der Galut — Wir fordern AUjarecht Betar) Mittwoch, den 3. März 1937 Präzise 8 Uhr abends Festsaal Altes Rathaus, I, Wipplingerstraße Nr. 8 Redner : Naciv Betar Dr. Goldstein-Moll Bundesführer Inj?. Otto Seidmann BundesführerstellVertreter Erich Wolf Eintritt frei! Frühmorgens meldete man mir, daß es zu einem Zusammenstoß zwischen Juden und Arabern gekommen sei und die Juden Araber getötet und schwer verwundet hätten. Ich begab mich auf den Tatort. Bei den Juden war alles still. Die Beduinen traf ich an, wie sie vor ihren Zelten saßen und kochten. Ihr Scheich, ein alter Mann, verneigte sich vor mir und lud mich Jns Lager ein. Auf meine Frage, wo die Getöteten seien, antwortete der Alte, es gäbe keine Getöteten, nur einen Verwundeten, seinen Enkel. Er forderte Sühne. Ich nahm einen Arzt und führte ihn zum Verwundeten. Um diesen herum saßen auf der Erde Weiber und beweinten ihn wie einen Toten. Der Verwundete selbst schrie und heulte, der Doktor aber erklärte, daß die Kugel bloß seine Haut gestreift habe und die Verletzung ganz unbedeutend und harmlos sei. Auf die Frage, warum er sich ins Bett gelegt habe und weine, antwortete des Scheichs Enkel, man habe es ihn geheißen, denn die Kugel sei vergiftet gewesen und er werde sterben. Ich gab ihm einen -Stoß in den Hinterteil, trieb ihn aus dem Bette und er lief wie ein Wiesel davon. Dann gings zu den jüdischen Wächtern. Sie lagen zerschlagen, schwer verwundet, still im Bett. Der Doktor ordnete an, daß sie im Bett blieben. Ich stellte ein Protokoll auf, begab mich nach Tulkarem und telephonierte der Regierung nach Jerusalem. In den arabischen Zeitungen konnte man bereits eine blutige Geschichte von jüdischen Mördern in Wadi Chawarit lesen. Von Jerusalem erhielt ich den Befehl, die zwei Wächter zu verhaften und nach Tulkarem zu bringen. „Aber die jüdischen Wächter sind doch die Ueberfallenen", sagte ich am Telephon. , „Argumentieren sie nicht, Duff, und liefern Sie die beiden im Arrest ab. Stellen Sie sie unter Strafantrag." „Aber wessen soll ich sie beschuldigen?" „Seien Sie kein Narr und finden Sie etwas... Daß sie die Waffe benützt haben ..., nein..., daß sie einen Mord begehen wollten... Spekulieren Sie nicht, folgen Sie dem Befehl." Und mir blieb nichts anderes übrig, als die jüdischen Wächter zu verhaften. Ich hatte Mitleid mit den unschuldigen Leuten und sperrte sie nicht zusammen mit gemeinen arabischen Verbrechern ein. Das Gericht trat gleich von der idiotischen Anklage zurück und ließ sie frei. Und die Terrorakte der Beduinen gegen die jüdischen Kolonien gingen weiter. Aber auch untereinander bekämpften sich die Araber, töteten sich gegenseitig Schafe, ließen sie liegen, bis die Tiere faulten, und warfen sie dann ins Wasser, um es zu vergiften... Und die höchsten englischen Behörden waren immer zur Stelle, wenn es um arabische Beschwerden ging. Was ist am 6. ttökz tos? Boä <ks tKalUtaM IX in den Sälen des Ingenieur- und Architektenvereines Wien I, Eschenbachgasse Nr. 9 Eine Entgegnung Frau Dr. Offner, eine Führerin der Frauen der Judenstaatsbewegung, hat an der Vereinigung jüdischer Mädchen „Jung-Wizo" (J. W.) in der „Neue Welt" Kritik geübt. Wir bringen folgende Entgegnung, welche uns die bekannte Gründerin der J.W., Frau Marie Pollak, übermittelt hat. Als Mitglied der Bundesleitung der Kontinentalen Jung-Wizo und als eine der Gründerinnen dieser Organi-' sation möchte ich zum Artikel „Zionistische Mädchenbewegung" von Frau Dr. Offner in der „Neue Welt" vom 12. Februar d. J. einige Bemerkungen machen. Es freut mich, feststellen zu können, daß die Verfasserin die positive Leistung der Jung-Wizo anerkennt als spezielle weibliche Jugendbewegung und ihren Wert betont bei der organisatorischen Erfassung loser Zellen im zionistischen Leben zu einer festgefügten Gemeinschaft; Aus dieser Erkenntnis müßte sie es auch werten, daß die tatsächlich bestehende, vielgeschmähte „Ueberparteilichkeit" es dieser Organisation ermöglicht, in jene noch immer bestehenden jüdischen Kreise einzudringen, die eine parteipolitische Beeinflussung ihrer heranwachsenden Kinder ablehnen. Wir geben gerne die von Dr. Offner festgestellte Tatsache zu, „daß die Führerinnen der J. W. Politik als charakterverderh e n d betrachten", müssen aber in diesem Zusammenhang ihre Bemerkung über „den stark bemerkbaren Einfluß von links" als contradictio in adjecto bezeichnen. Es ist unsere Ansicht, daß es nicht die Aufgabe jugendlicher Menschen ist, auf die Entscheidungen der Politik Einfluß zu nehmen, weil wir aus langjähriger Erfahrung zur Erkenntnis gelangt sind, daß die Ueberzeugungen jugendlicher Menschen labil und wenig fundiert, dem persönlichen Einfluß des einen oder anderen Redners oder Führers unterworfen sind. ' * Glaubt Dr. Offner nicht, daß es Herzischer Konzeption entspräche, wenn alle weiblichen Kräfte im Zionismus gesammelt würden, um die Position der Frau in Gemeinde, Jewish Agency und in Eres Israel zu stärken und ihren spezifischen Einfluß auf die Geschehnisse so zur Geltung zu bringen? In diesem Zeitpunkt erst , könnte man sich darüber auseinandersetzen, ob die politische Tätigkeit der Frau ihrer Leistung als erziehendes, vermittelndes und einigendes Element vorzuziehen ist. Richtigzustellen wäre auch, daß die J. W. weiterhin — trotz des organisatorischen Zusammenhanges mit der Senior-Wizo — ihre Autonomie als Jugendbewegung wahrt. Festzustellen wäre, daß die J. W. verschiedentlich anregend auf die Gestaltung und Entwicklung der Wlzo einwirkt. Unserer Ansicht nach bilden die Institutionen der Wizo in Palästina einen wichtigen, aufbauenden Faktor, von großer nationaler Bedeutung, well es sich hier um die Tatsache eines bleibenden Wertes für die Entwicklung der Palästina-Jugend handelt. Schließlich möchte ich Dr. Offner fragen, woher sie ihre Kenntnisse über die Art unserer Informationsarbeit schöpft. Hat sie jemals einer Sichah, einem Führerkurs oder ähnlichem beigewohnt? Kennt sie unsere Informationskurse über die Parteien im Zionismus oder unsere praktische Arbeit, wie Hachscharah- oder Chaluz-Ausrüstung (ohne Rücksicht auf Zugehörigkeit zur Partei oder Organisation)? Ist es ihr bekannt, daß unseren Mädchen vor ihrer Alijah im Wiener Palästina-Amt immer wieder das Zeugnis ausgestellt wird, daß sie sowohl in ihrer Vorbereitung für Erez, als auch in menschlicher Qualität zu den Besten gehören? Mehrere hunderte Mitglieder unserer Gruppen leben im Lande und sind in allen Zweigen der produktiven Arbeit tätig, nicht eine einzige noch, ist, trotz der besonderen Schwierigkeiten ihrer Stellung zwischen den Parteien, in die Galuth zurückgekehrt. In unseren Erwachsenengruppen arbeiten Mädchen aller Parteischattierungen friedlich miteinander. Die Wiener Jung-Wizo „Mirjam" baut eben ein Heim im Emek Sebulon, dessen oberster Grundsatz es ist, Jeder J. W. ohne Ansehung ihrer parteipolitischen Einstellung Aufnahme zu bieten. Mögen doch unsere Frauen endlich begreifen, daß nur in der Einigkeit unsere.Stärke liegt! " Marie Pollak. : * Wir bringen Frau Marie Pollak, deren Arbeitseifer und Opferwilligkeit vorbildlich. sind, den tiefsten Respekt entgegen. Wir können aber ncht umhin, ihr zu sagen, daß sie das Opfer einer Täuschung ist, wenn sie von der „Ueberparteilichkeit" der Jung-Wizo und Wizo spricht und daran glaubt. Wenn wir nicht irren, zählt Frau Marie Pollak zu den „Allgemeinen Zionisten". Wir verweisen sie auf einen Bericht der allgemein-zionistischen Wiener „Stimme" über das von ihr erwähnte „Heim im Emek Sebulon" in Palästina. Da wird mitgeteilt, daß beim Bau dieses Heimes nur Arbeiter beschäftigt werden, welche der sozialdemokratischen „Histadruth" angehören. Der „kühne" Versuch, zwei allgemein-zionistisch organisierte Arbeiter einzustellen, wurde so beantwortet, daß man sie hinausgeprügelt hat. Ist das „HerzischeKonzeption"? Man wirft aus dem unfertigen Heim hinaus und wird aus dem fertigen erst recht hinauswerfen, was nicht auf dem Standpunkt der „Klasse" steht. Wie bei den Einrichtungen der „alten". Wizo. Wir können die Damen von der Wizo und Jung-Wizo nicht daran hindern, daß sie fort und fort von der „UeberrMrteilichkeit" ihrer Arbeit sprechen, und billigen vielen von ihnen, z. B. der geehrten Schreiberin, den guten Glauben zu. Aber wir glauben nicht an diese Ueberparteilichkeit, weil alle Tatsachen in Palästina dagegen sprechen. Reichsverband jüdischer Legltlmisteu Oesterreichs. Mittwoch, den 3. März 1937, im Cafe" Silier, I., Schwedenplatz 6: Ordentliche Generalversammlung. Hierauf Vortrag des Herrn Wilhelm Peter von Hebr a-H uze: „Die militär-geogräphische Situation Rußlands". Verb« d« Judenstaat§zioiu§ten Oesterreichs Sektion P rater, II., Erlaf Straße 5. Freitag, den 2fi. ds., halb 9 Uhr abends, Oneg Schabbat. Vortrag: M. S. Brafman n. — Samstag, den 27. ds., 8 Uhr abends, Purimfeier, Akademie, Tanz. Regiebeitrag 5 1.—. Sonntag, 27. ds., halb 9 Uhr abends, spricht Nathan Blstritzky (Palästina) über „Jüdische Renaissance", Sektion XIV/XV, XV., SchanotruUo 32. Sonntag, den 28. d«., 3 Uhr nachm., Kinder-Purimfeier. Redner: Aron Schwortfinger. Jedes Kind wird beschenkt. — .Sonntag, den 28. ds., 7 Uhr abends, Heimabend. — Dienstag, den 2. März, halb 9 Uhr abends, Vortrag. Judenstaatsjugond. Dienstag, don 2. März, halb 9 Uhr abends, Im Heim, II., Untere Augartenstr. 38, wichtige Plenarversammlung. Anschließend Vortrag. — Sektion XIV/XV. Das Arbeitskomitee konstituierte sich, wie folgt: Siegfried Dreßler (Vorsitzender), Josef Wlllner (2. Vorsitzender), weiters die Chawerim Walter Bura, Paul Freud, Fritz Scharf, Leo Schwarz, die Chaweroth Hermino Allina, Grete Bergmann, Fuchs Else, Pepi Karten. Jeden Mittwoch, halb 9 Uhr, Sichah. Gäste willkommen! Führung durch die Lieber mann- Au Sh Stellung durch Univ.-Prof. Dr. Max Eisler. Die. Judenstaatsjugend veranstaltet unter Leitung des Herrn Prof. Dr. Max Eisler, Sonntag, den 28. ds., eine Führung durch beide Liebermann-Ausstellungen. Treffpunkt: halb 11 Uhr vorm., Grünangergasse 1 (Neue Galerle). Kostonbeitrag S 1.—. Gäste willkommen. Brith Hakanalm Gdud Herzl, VII., Halbgasse la. Samstag, den 27. ds., Werbeneschef. Ernstes und heiteres Programm. Unter anderem Aufführung des lustigen Purimspleles „Purlm in Hollywood". Beginn 6 Uhr nachm. Jugendliche erscheint zahlreich! Jeder neue Ohawer wird mit Tozereth Haara bewirtet. Eintritt frei. * Der Verband der JudenstaatszioniHten Oesterreichs gratuliert seinem Mitglied Gg. Ignaz Georg Becher und Frau zur Bar-Mizwah ihres Sohnes Manfred, HZ Künstler, JunMölzo „Mirjam" und Jüdischer Klub der Jungen" IIHIIIIIIIIIIM^ bieten die originellste und lustigste jUdisohe QroBveranstalung fUr jung ajultnd „Masken, Künstler und Du" Sophiensäle, Samstag, 13* Man Arranggmant: Jüdisch« Kulturstella