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Die neue Welt · 1937-02-19 · Heft 633 (19.2.1937) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 633 (19.2.1937)
Date
1937-02-19
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nr. 633 vom 19. Februar 1937 DIE NEUE WELT, -A^-.y. r,j-, f.-,..H;|r1r Seite 7 'mfesrwti1 sind nur einmal im Jahr möglich! Wffl Ein Jude aus Bagdad .Anreibt an die „Neue Welt" Wii galten von einem Freund unseres Blattes, Binem Juden bub Bagdad, welcher derzeit in Wien lebt, folgende Zuschrift: „Geehrter Herr Kedakteur! In Ihrer Nr. 631 vom 12. Februar 1937 bringen Sie in einem Artikel „Juden unter arabischer Herrschaft" einen Brief des Herrn S c h a r a b i aus Jemen über die Lage der j e m e n i t i s c h e n J u d e n. Was da gesagt wird, ist wahrlich traurig, fürchterlich und erinnert an mittelalterliche Zeiten in Europa. Aber noch trauriger ist, wenn der Brief Schreiber vermutet, daß die Lage der Juden in S y r i e ri, ja sogar im Irak dieser schrecklichen Lage der Jemeniten ähnlich ist. Jemen, ein verschlossenes und ganz primitives .Land, ist eine von der Außenwelt völlig abgeschlossene Provinz der alten Türkei gewesen, wo ein Haufe mittelalterlicher Araber versteckt lebt. Dieses Land mit einem großen, kulturell und sozial, und in Wirtschaft und Politik hochstehenden Land wie Irak zu vergleichen, nur weii seine Einwohner auc h Araber sind, ist kindisch und würde von völliger Unkenntnis der- Situation zeugen. Seit jeher, .auch in der Zeit, wo Irak eine türkische Provinz war, lebten die Juden dort als hochangesehene, geschätzte Mitbürger, die ihre eigenen hochstehenden sozialen Institutionen, modernste Schulen mit Tausenden von Schülern, erstklassige Spitäler, Klubs usw. hatten. Sie nehmen auch heute, noch an der Verwaltung des Landes, weiches in sprunghafter Entwicklung ' begriffen ist, großen Anteil. Immer noch haben die Juden im Irak in sehr herzlichem, ja, brüderlichem Einvernehmen mit ihren arabischen Mitbür|eJrh gelebt (die reichen Araber schickten ihre Kinder, in. jüdische; Schulen)und haben oft höchste Positionenbekleidet.-. ' : *c: J. 1 . Es gibt im Zentrum von Bagdad Straßen, die sogar nach j ü d i s c h e n Hei d e n benannt sind. Ich bin überzeugt, daß Tausende von Juden, die Staatsbürger gewisser „europäischer" Staaten sind, glücklich sein würden, wenn sie irakische Staatsbürger wären. Wenn vor einiger Zeit von einem Zusammenstoß einiger arabischer Extremisten mit Juden in Bagdad die Rede war, so war dies nur die Folge von Agitationen einiger palästinensischer Araber in Bagdad gegen die Zionisten. ' Nun muß ich aber erwähnen, daß diese meine Schilderung lediglich dazu dient, um einen Einblick in das Leben der Juden im Irak zu geben. Keinesf all-s*aber,- um die Idee einer jüdischen Kolonisation in Palästina im Rahmen eines großen oder kj einen arabischen Reiches gutzubeißen. Der Gedanke, Palästina unter arabische Herrschaft zu stellen, wäre nicht nur total verfehlt, sondern eine der unsinnigsten, absurdesten Ideen, die es überhaupt gibt. Die Judenstaatszionisten sollen nur weiter an ihren Zielen festhalten und sich durch nichts beirren lassen. Die Araber wissen wohl; daß eine arabische Herrschaft in Palästina undiskutabel ist, aber sie stellen die höchsten Forderungen, um mindestens fünfzig Prozent davon zu erreichen. Sie hüllen sich in ein Löwenfell und ver-, suchen, durch Lärmschlagen, Bluff und leere Drohungen die Engländer und Juden einzuschüchtern. Da! muß - man; k a 11 e s B1 u t bewahren, auf seinem Standpunkt beharren, den Pf lug in der einen Hand Trad ln der anderen das G ewe h r. Hochachtungsvoll Einnahmen und Ausgaben der Palästina- Regierung Aus Jerusalem: In den ersten neun Monaten des laufenden Finanzjahres -betrugendie gesamten Einkünfte 3,212.176 Pfund. Sie weisen gegenüber dem gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres einen Rückgang um 1,160.412 Pfund auf, t)ie gesamten Ausgaben betrugen. 8,107.328 Pfund. Der VerwaltüngBüberschuß war am 31, Dezember 1936 gegenüber dem Stand vom 1. April J936 um 105.000 auf 6,3 7 2.6 5 3 Pfund gestlegen. Im Monat Dezember betxnigen die Einkünfte 453.000 Pfund. Sie waren um rund 50.000 Pfund niedriger als im 7. November. Die Ausgaben sind von 352.000 Pfund inj Novemtiör auf 3£9;000 Pfundim Dezember gestiegen. Nicht inbegriffen ist in den Ausgaben das Defizit bei' den Bisenbahnen, das am 30. November 65.000 Pfund betrug. V i,»,l,IUS^ lalzl unbedingt btl jedem Einkauf I _, 0-50- 3liüps$femb ober =$öfc / 5UnSttt43el5f)o[e, nflc (5t. IM 3>ufcenV-»attjWSa?.: fäentüdjet, geft. /.2 %tar Ämberitriimpfe, fdjmarä, Bis (Stö&e 4 / £crfpfat»' ten*£offet f. Ätttber, 20 30 cm / Samcni(5os>; lojdjen, nur ©röfte 35./ 2 oorgebr. tta#tiaftefc" ober!ta[fett»33etfert ufm. _, 0-98- Äinber^letber / (£ta= .tttta* ob. Ärehmtteslta* menfi.lujen / Äunftfeiben* [trumpfe / 3nterIoäVDa« rnenh. I |>emb o. «aerob» Ijofc (2Be6e) / trägerob. . 9B irtfd^ aftsfdjiirge /. Äunftfeibentiitrjcr / l,m färb. SBaföeiDpal, 1,10 Brett / Scttu^ioeBe, 1,20 Brett, per m / 3nbah> t^ren^Xtfd^tud), 80:80 em-- vom 15.-20JEBEJI ' Vwkatil lÄWCtt V<wat — Mengenangabe bescftrdttlcl! 3mprtme«aJlabc^enHe'ib aus Äurtirfetbe / Xtoeeb* mabcB,enlIeii), ©tö&e 90 / 35omen-9?a^emb aus 51<mell ober Chiffon /• SlorffomBinattort, roetfj o. färB. / 1 ßeintud), naht*, los, 120X200 ./ 1 3ac* .quatWEifät. 100X1ÖÖ / (5tac(51eber*§anbf4ülje f. Samen, B. (5r. hÜ ufro. _, 290— 9KongolBIujc ((Einseift.) / ß. S. Iaft*Sd)otten* Blufe / (S^armeufesSHod« .fomBtnatton / Samens .ftoppeh*23Iüfe mtf ftetfc öetfdjluß / Kretonnes Sdjfaftotf /■• SRipsIdrieh*' £ausfl. / Äitibct*Xrai* iMnasan^fc. (5r. 8 ufro. per Meter (solange der Vorrat reicht) mit kleinen Rehlern..... Flanell, Oxford, Kretone ......... Kleider-Tweedette, French ..... Organdy, glatt und imprim<§ ........ Miraball»Faconnö<lmprim6 ....... Kunstseiden-Matt-Taft-schotten .... Crepe-Mongol-Imprime, 90 breit .... „Sonnengold"-lmprime, ideal waschbar . Damen-Konfektion: Charmeuse-Kleider A AA oder Reinseiden-FoulardrKleider . . . . . . S 4a«PU Crepe-Mongol- oder Taft-Klelder ~ AA (Kunstseide) Eirizelstücke ......... S Vcafll Wollstoff-Kleider oder -Paletots oder K.-S.-Mongol-I'mp'r.-Kasaks ......{ Kammctarn-Damenmäntefl mit Mille-points-Dessins, "ganz gefüttert . S Damen-Sportmäntei einfarbig, Herrehfasson, ganz gefüttert . S Pelzverbrämte Damenmäntel (Schalkragen),gahz gefüttert (ßihzelstÜcke) S Smoking-KostUme Dünkelblau oder grau, Jacke gefüttert . S Wemwaren aus den Schaufenstern (leicht beschmutzi oder besohkflig't) lief redutlert i s -.90 S -.99 S .*9 S -.98 S 1.70 S 1.98 S 2.90 S 2.90 9.80 19.- Z9.- K T A B Oft S TR A S S E 4ß Neuer großer Wohnbau in Haifa Aua J e r u sa jem;, per aus Wien stammende junge Architekt Theodor M e n k e s in Haifa hat einen Plan zur Errichtung eines . 38 Häuser, umfassenden. Wohnbau« , b l o cH s im Jieraen, von Hadar Hakarmel. ausgearbeitet. Der Block, soll 160 Zweteirnj^erwohnungen enthalten und von GrUn?äächen umgebej^ajin. Für diese ist eine 10 Meter breite; All^b und;, ein ac^immbaisln vorgesehen. Dfe Wohnungen sollenh<elne 'gemeinsame Heizüngaahlage und eine Anlage für Heizgas erhalten. Die Kosten sind auf 75.000 Pfund«veranschlagt-. Reiche Araber flüchten zu uichtariseiieii 9aak«ii Aus Jerusalem: „Haboker" meldet, daß vfirmögende Araber in der letzten Zeit ihre Einlagen bei der Arabischen Bank abgehoben und sie in jüdische und ausländische Bankeh tibertragen haben. Es soll dies eine Folge der unerträglichen Ansprüche sein, die zu „patriotischen Zwecken" an die wohlhabende arabische Bevölkerung gestellt werden. Man glaubt, üaß auch die vor kurzem erfolgte Schließung der arabischen Zigarettenfabrik in Haifa auf die fortwährenden tfapitalentziehungen in Form geforderter „Spende n" zurückzuführen ist. im iüdischeh> l/otksüuHtl Alexander Watins Werk Ueber zwei Jahre lang, kämpft Alexander Watin, der Maler, Zeichner und Pädagoge, um die Errichtung eines Instituts, das junge Menschen zum Verständnis für. Kunst und Kunstform, erziehen soll» Seine langjährigen Erfahrungen in Deutschland (Dresden), wo er eine Schule für Volkskunst erfolgreich leitete, geben ihm* die geistigen Mittel,-in Wien ein ähnliches, für die jüdische Jugend bestimmtes Institut zu errichten und zu führen. Alexander Watin hat bereits unerhörte Opfer für seine Idee gebracht. Er hat auch enthusiastische Anhänger und' Befürworter gefunden. Aber das Entscheidende: eine Sammlung der Kräfte in einem Verein zur Errichtung einer jüdischen Volkshochschule, ' ist ihm bisher versagt geblieben.- : fc Das schwere Problem, den jüdischen Menschen zu einem werktätigen Gestalter der Formehwelt zli führen, ihn aus der Oede des alltäglichen'uno!^ beruflichen Lebens zur Freude am schöpferisäheh/t^d'n'actischöpferischen ' Tun ' umzuleiten; hUf' ' Div Alfred Werner in; einer ■ soeben :erSchietf€öen^Schfitft „A1 exander Wa"tin ÜWcl die ' jüdisch;e Volkskunst" (Verlag R. Löwit)^behandelt/.Viel Ideengut ist darin gesammelt und ' niit. %in^en^r Treue' zum Werk" Wätins ausgestattet. ■ .(=, Es gibt keine wertvollere ,^ uns in , der Galuth, als . die von Alexander Watin propagierte Vplkskunstschule ins Leben zu rufen. Alles ist im jüdischen Menschen drin:..Sinnesfreude,• .Phantasie., Sehnsucht, Schaffenslust. Man pflege diese edlen Eigenschaften, und lasse sie wirksam werden l Die schönste Pflicht für den dynamischen Zionismus. x>~r. , Eme kunsfädhttle in, Haifa Aus Half a wird uns geschrieben: kürzlich,wurde hier ein Kunstinstitut gegründet, eine Schule für bildende Kunst, worin talentierte Kunstbeflissene unterrichtet und zu frei schaffenden Künstlern herangebildet werden. Es werden alle Techniken der Malerei, Zeichnung und Graphik gelehrt, und zwar nicht nach einem ötarren, dogmatischen Prinzip, sondern in der Weise, daß jeder Individualität Rechnung getragen wird. Obwohl die Mittel des Instituts .bescheiden sind,, steht es den Lehranstalten in Europa durchaus nicht nach. Der Bestand solch eines" Instituts in Palästina ist von großer Bedeutung, da hier das Verständnis für Form und Ausdruck sich; vom ästhetischen Gebiet auf die anderen Bereiche des tätigen Lebens auszuwirken vermag. Die Leitung der Schule liegt in den Händen des ausgezeichneten Fachmannes Professor P. K.- H o e n i c h, der seinerzeit in Bukarest Kurse für graphisohe Künst m'ij; außerordentlichem Erfolg leitete. Bedeutende künstlerische Persönlichkeiten des jüdischen Jischuws begrüßen das neue Institut in der Hoffnung, daß es sich günstig entwickeln werde. . liidisdie Kulturstelle L, Franz-Josefs-Käi 8, R-28-2-86 Jüdisches Kulturtheater: Täglich. 20.'. Uhh: Soholem Alejchema Komöaie „Schwer zu sein ein .lud"', deutsch von Jakob Roaenthal, Regie E. Jubal. Sonn-'und Feiertag, halb 4 Uhr, Nachmittagsvorstellung „Die Grenze". KunatsteUei Neuanmeidüngen gahatUsig. Ermäßigt» Karten für sämtliche Privat-, Bundestheater uud Konzerte. Leihbücherei (Jüdische VolkshochschulbUchereii> Neuerscheinungen, allgemeiöe Belletristik und Judaica. Neui jUdisoh« Kinderbücher. ~ Jeder Jud« zahlt als Btamm-Slitglied der Jüdische« Kulturatell« nur S 1.90 jährlich. , - , Jüdische Volkshochschule: Das' Sommersemester hat bereits begönnen. Hebräisch- -und- Englischkurse, Vorträge über Brauchtum und Kuiturgeßchiehte, Prospekte ganz- •tagij erhältlich. : F U h r uttjOm Zyklus ,,D as jüdische Wie n"). Sonntag^ den 21. d.: „Der Seitenatettentempel als Kunstwerk" (Beine T3autorm und Qeschiohte). TreMpunkt: I;. öeitenstetten. faS^* fv t1 U?r voj^^tags. Leitung; Dr.. Else .Hotmann und Architekt Ing. Leopold Ponzen. (Den Teilnehmern 'an dieser Führung wird einmalig Gelegenheit' gegeben, in unbekannte Detatl» der Gesichiohte des Wiener Judentums Einblick zu aehmen.)

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