Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 633 (19.2.1937)
- Date
- 1937-02-19
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 633 vom 10. Februar 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 Wien sftdcAt dornt und (ehrt kaufen alte schön .. ♦ Schmidl Qualitäts Mazzoth Hie Pesfach-DellkatessQ tf ei Mlnschmeckors! „Schmidl-Mazzoth« sind deshalb seit mehr als 40 jähren beliebt und werden von Kennern bevorzugt, weil sie auf höchster Qualitätsstufe stehen. »Schmidl - Maroth« erzeugt der bekannte erste»Fachmann Herr Nathan Brodetsky mit den modernsten Maschinen, in peinlichst sauberen Räumen, mit geschultem Personal, aus dem feinsten Weizenmehl ... und unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabblner Babad. Sie sind daher in Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflich! Uedan^en Sie die neue, tesöndees schmackhafte Sftezialmaeke ,H. 3/ in alten Ussece^^eschäften! ZENTRALE: N. BRODETZKY ft» Lfjopoldtoatle 49, T«l. 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Natürlicher Bevölkerungszuwachs ' Nach Angaben der Regierung schwankt der Geburtenkoeffizient bei der jüdischen Bevölkerung in den letzten fünf Jahren zwischen 29 und 31, d. h. 29 bis Sl Geburten jährlich auf 10 0 0 Einwohner, und der Koeffizient der Sterbefälle zwischen 9 und 10 jährlich auf je 1000 Einwohner. Hieraus ergibt sich ein n a t ü r l rc»hr e r' Bevöl k*e'r u n g s z u w a ch s von 20 bis 22 Seelen jährlich auf je 1000 jüdische Einwohner. Diese Ziffer ist h o c h, nicht nur im Vergleich -zu den Juden in den Diasporaländern, sondern auch im Vergleich mit anderen Völkern und Ländern. Während der natürliche Bevölkerungszuwachs des jüdischen Palästina durchschnittlich 22 auf je 1000 Juden beträgt, ist der natürliche Bevölkerungszuwachs bei den jüdischen Gemeinschaften in den Diasporaländern der folgende: Polen: Geburten 20, Sterbefälle 9, Zuwachs 11; Litauen: Geburten 12, Todesfälle 10, Zuwachs 2; Kanada: Geburten 13, Todesfälle 6, Zuwachs 7; Lettland: Geburten 13, Todesfälle 8, Zuwachs 5. Der natürliche Zuwachs der Gesamtbevölkerung beträgt in einzelnen Ländern im Jahre 1935: Palästina: Geburten 45, Sterbefälle 18, Zuwachs 27; Polen: Geburten 26, Sterbefälle 14, Zuwachs 12; Litauen: Geburten 23, Todesfälle 14, Zuwachst; Kanada: Geburten 21, Todesfälle 10, Zuwachs 11; Lettland: Geburten 18, Todesfälle 14, Zuwachs 4; Deutschland: Geburten 19, Todesfälle 12, Zuwachs 7; Aegypten: Geburten 43, Todesfälle 28, Zuwachs 15. Die Bedeutung der natürlichen Vermehrung der jüdischen Bevölkerung Palästinas nimmt dauernd zu. So hat sich im Jahre 1936 der Jischuw auf Grund der natürlichen Vermehrung um 7729 Seelen (Geburten 11.029, Sterbefälle 3300) vergrößert. Diese Erhöhung macht fast ein Viertel der Einwanderung aus. Im Jahre 1922 betrug die natürliche Vermehrung 1371, im Jahre 1925 2183, im Jahre 1930 3872 und im Jahre 1936 7729. Um diesen Prozentsatz der natürlichen Vermehrung aufrechtzuerhalten, muß jede jüdische Frau in Palästina mindestens zwei Kinder haben, darunter ein Mädchen als künftige Mutter. Zieht man aber in Betracht, daß eine gewisse Zahl von Kindern kurz nach der Geburt sterben und Frauen im Fruchtbarkeitsalter, dann muß das' Geburtenminimum jeder jüdischen Frau mehr als 2 betragen, Kindersterblichkeit Zur großen natürlichen Vermehrung der jüdischen Bevölkerung Palästinas trägt das hohe soziale Niveau der jüdischen Einwanderer und das weitverzweigte Netz von Gesundheits- und Erziehungsinstitutionen, die von den Juden geschaffen worden sind, wesentlich bei. Im Jahre 1923 betrug die Kindersterblichkeit unter den Juden Palästinas 126 auf je 1000 Geburten; bei den Nichtjuden Palästinas 192 pro 1000; im Jahre 1926 108 bei Juden und 171 bei Nichtjuden j ini jähre gä2Q 90 bei Juden und 200 bei Nichtjuden^ fortfahre 1932 86 bei Juden und 162 bei Nichtjuden; im Jahre 1934 78 bei Juden und 147' bei Nichtjuden; im Jahre 1935 64 bei Juden und 131 bei Nichtjuden. Im Laufe der Jahre 1923 bis 1935 ist also die Kindersterblichkeit in Palästina im allgemeinen sehr gesunken, bei den Juden um fast 50 Prozent, bei den Nichtjuden um 30 Prozent. Zusammensetzung nach Herkunftslandern Die Einwanderung hat den Prozentsatz der aschkenasischen (europäischen) Juden im Lande bedeutend, erhöht. Obwohl auch die Zahl der orientalischen Juden absolut stark gestiegen ist und heute 94.000 Seelen beträgt; ist ihr Prozentsatz dennoch von 51 Prozent der jüdischen Gesamtbevölkerung in den Jahren 1916 bis 1919 auf 23,2 Prozent gesunken. Die Zahl der orientalischen Juden und ihre Zunahme nach dem Weltkrieg: An erster'Stelle Sef ardim, im Jahre 1919 11.000, heute 37.000; die Jemeniten von 4400 im Jahre 1919 auf 18.000; die persischen Juden 1919 1900, heute 9000; die syrischen Juden von 1100 im Jahre 1919 auf 5000; die babylonischen und irakischen Juden im Jahre 1919 600, heute 5000; die kurdischen Juden von 500 im Jahre 1919 auf 5000. Fast die Hälfte (45.500 unter einer Gesamtzahl von 94.000) der orientalischen Juden leben in Jerusalem. Amtliche Statistik Aus Jerusalem: Die Bevölkerung Palästinas Ende 1936 einschließlich der im Lande sich aufhaltenden Reisenden, jedoch nicht unter Einrechnung der Angehörigen der britischen Streitkräfte und der Nomadenbevölkerung, wird amtlich auf 1,300.000 Seelen geschätzt. Davon sind 797.175 Mohammedaner, 384.058 Juden, 108.513 Christen und 11.378 Angehörige sonstiger Bekenntnisse. Die Gesamtzunahme der Bevölkerung wird mit 58.590 oder 4,62 Prozent angegeben. Die Zunahme der mohammedanischen Bevölkerung beträgt 26.040 Seelen, davon 25.917 natürlicher Zuwachs und 123 als Nettoeinwanderung. Die Zunahme der jüdischen Bevölkerung wird mit 28.933 angegeben, davon 21.183 als Ueberschuß der Einüber die Auswanderung und 7750 durch natürlichen Zuwachs. Politischer Bericht aus Palästina Zur Idee eines binationalen Staates nahm der Arbeiterführer und Vorsitzende der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gui'ion, auf der Gewerkschaftstagung in Tel-Aviv Stellung. Er betonte den Grundsatz, daß Palästina Sache des gesamten jüdischen Volkes und nicht nur derjenigen Juden sei, die bereits im Lande leben. Er erklärte, es gebe eine Entstellung des zionistischen Gedankens, die sich hinter Formeln, wie „politische Parität" und „binationaler Staat", verberge. Diese Entstellung rühre von der falschen Auffassung her, daß die jüdischen und die arabischen Ansprüche gleicher Art seien, während in Wirklichkeit die Juden ihre Rechte auf Grund des Mandats, nicht von der Tatsache herleiten, daß einige von ihnen Landeseinwohner sind, sondern von der Tatsache, daß sie Juden sind und daß der historische Anspruch des gesamten jüdischen Volkes auf seine alte Heimat anerkannt worden ist. Nicht das sei das Problem, wie die Rechte derjenigen Juden, die Einwohner Palästinas 'sind, geschützt werden sollen, sondern wie die Tore des Ländes für diejenigen offengehalten werden sollen, die noch nicht Einwohner Palästina« sind. In der folgenden Ausspräche bemängelte es das Mitglied des Hauptrates, Itzhaki, daß die Mitglieder der Histadruth, die vor der Königlichen Kommission auftraten, nicht uneingeschränkte Einwanderung gefordert haben. # Die Exekutive der Jewish Agency übermittelte der jetzt in London amtierenden Königlichen Kommission ein Memorandum, welches die Anklagen gegen die britische Administration in Palästina enthält. Zunächst wird darauf hingewiesen, daß die Palästina-Regierung von Anfang an nicht die Politik des Jüdisches Nationalheims als ein klares Ziel verfochten hat. Sie'hat statt dessen hinsichtlich der von England übernommenen Verpflichtungen zur Förderung des Aufbaues des Jüdischen Nationalheims eine wankendeHaltung eingenommen und dadurch unter den Arabern den Glauben hervorgerufen, daß England die Verpflichtungen zur Schaffung des jüdischen Nationalheims nicht ernst nimmt. Die Administration hat eine Reihe von Beamten, welche durchaus ungeeignet sind, die Aufgaben des Mandats durchzuführen. Auf die Unruhen in Palästina in den Jahren 1921 und 1929 sind destruktive Interpretationen hinsichtlich der Verpflichtungen Englands gegenüber dem jüdischen Volke gefolgt. Das hat die arabische Opposition gegenüber dem Palästina-Mandat nur gestärkt. Die Regierung hat die Artikel 2 und 6 des Mandats, welche si« verpflichten, die jüdische Einwanderung nach Palästina sowie die geschlossene jüdische Kolonisation durch ücberlassung von Staatsböden an die jüdischen Einwanderer zu ermutigen, nicht durchgeführt. Trotz aller Hinweise und Warnungen, die der Regierung aus verschiedenen, insbesondere aus jüdischen Kreisen zugingen, hat gar keine Vorbereitung getroffen, um den Unruhen des Jahres 1936 entsprechend zu begegnen. Die Regierung hat keinerlei Maßnahmen ergriffen, um den erwarteten Ausbruch der Unruhen zu verhindern.-. In Jaffa, wo die Unruhen ausbrachen, erwiesen sich die Polizeikräfte sowohl hinsichtlich der Zahl als auch der Bewaffnung als vollkommen unzureichend. Und als die Unruhen in Jaffa bereits ausgebrochen waren, wurden keinerlei Maßnahmen ergriffen, um deren Ausbreitung auf das übrige Land zu v e r h i n d e r n. Es wurden keinerlei Schritte ergriffen, um den arabischen Streikterror zu verhindern; im Gegenteil, der Oberste Arabische Ausschuß, der die Streikbewegung leitete, wurde von der Regierung anerkannt. Nach Beendigung der Unruhen haben die von den Organen der Regierung und den Gerichten begonnene ' Untersuchung und Verfolgung der Verbrechen mit einem' vollständigen Mißerfolg geendet. Die Untersuchung wurde hauptsächlich von arabischen Beamten geführt, die Hintergründe des Aufruhrs wurden nicht aufgedeckt, die Urheber nicht erforscht. Die mit dem Obersten Arabischen Ausschuß verbundenen Regierungsbeamten bekundeten gegenüber den Verbrechern eine Toleranz, die dazu angetan ist, zu neuen Unruhen zu ermutigen. * Das Mufti-Organ „AI Liwaa" berichtet über Meinungsverschiedenheiten zwischen dem High Commissioner Sir Arthur Wauchope und dem Oberstkommandierenden General John Dill, betreffend die Methoden der Administration zur Zeit der Unruhen, und fügt hinzu, Sir Arthur Wauchope werde in London befragt werden, ob er bereit sei, die von der Königlichen Kommission festzusetzenden Richtlinien in Palästina durchzuführen. Sollte er hiezu nicht bereit sein, werde er nach Palästina nicht mehrzurückkehren. \ Aus arabischer Quelle verlautet: Der Imam des Jemen sandte an den Obersten Arabischen Ausschuß ein Schreiben, in welchem er die Solidarität des Jemen mit den Palästina-Arabern und den Wunsch nach Zusammenarbeit mit anderen arabischen Ländern zur Liquidierung des Streites in Palästina bekundet. Ein arabischer Wunsch Aus Jerusalem (Palcor): Die arabische Zeitung „Adif a" fordert von der Regierung, sie möge den britischen Beamten und Polizisten verbieten, jüdische Frauen zu ehelichen, weil dies dazu führen könne, daß die Polizisten und Beamten nicht mehr neutral bleiben, sondern den Juden zuneigen. Das Blatt bringt als Beweis einen Erlaß des Präsidenten Roosevelt, welcher den Konsuln der Vereinigten Staaten verboten hat, Frauen aus den Ländern zu heiraten, in denen sie ihre Posten bekleiden, und zwar aus Furcht, daß die Frauen auf den Gedankengang und die politische Haltung ihrer Männer einwirken könnten. Adolf Hitler macht Schule! Repräsentativer PURIMBALL des Club Erez Israel Samatao, «tan SO. Februar 1037, In den Mttsiltn du Natal Matropol«, Morslnplati Zum Tanz spielt das Jazzorchester Elite Klddi» / Mittat nachtsaMdatltl« / Jos* KaitlB, Tenor / Kurt Brye. Vortragsmfeister / Barstuberl / Juxbasar Reichhaltige Gewinste, Haupttreffer l Freibillet Triest-HX-TrieVt Tour.,Kiasse, gespendet von „Adrlatica" Schiffahrtsges. Venedig, per procura Lloyd Triestino, I, Kärntnerring 6 _ %**ten CWp Hrez Israel, n,Frateratraße iß, jixjß im Ziöniötischeh LäuäesWniJtee, r,Marc.AureUStraße ß