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Die neue Welt · 1937-02-12 · Heft 631 (12.2.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 631 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nr. 631 vom 12. Februar 1§37 DIE NEUE WELT Seite 5 Hie wiedit wäUek zehntausende jüdische Familien in Wien und in der österreichischen Provinz zu PESSACH irgend eine andere in-oder ausländische Sorte Mazzoth, Mazzoth- Gries oder Mazzoth -Farvel als die seit mehr als 40 Jahren so beliebten SCHMIDL MAZZOTH »SchmidhMazxoth« sind eine wunderbare Delikatesse von besonderem Wohlgeschmack. »Schmidl'Mazzoth« werden aus nur all erfeinstem Weizenmehl erzeugt. »Schmfdl«Mazzoth« werden in peinlichst sauberen modernsten Fabriksräumen erzeugt »SchmidhMazzofh« sind verläßlich streng koscher Zentrale: A ht S' * i I t NL BRODETZKY SCHNIDI-GRIES bei Einkauf von Mazzoth, Gries II, Leopoldsgasse 43 nur In und Farvel besonders auf die Telephone: A-40-0-90, A-60-2-63, A-48-4-48 plORlbierfeil SßikQlt Marke „SCHMIDL" Juden unter arabischer Herrschaft Zionistische und nichtzionistische Gegner des Judenstaatszionismus rechnen mit der Möglichkeit einer jüdischen Kolonisation im Rahmen eines großen arabischen Reiches. Die Judens taatler behaupten demgegenüber, daß die größte und blühendste jüdische Ansiedlung in Palästina, die nicht Herr ihres Schicksals, also mit den Attributen der Eigenstaatlichkeit ausgestattet ist, letzten Endes ein neues Ghetto unter drückender Fremdherrschaft sein würde. Ein neues und schrecklicheres Ghetto, ein Ghetto in Asien. Juden unter arabischer Herrschaft! Der Brief, welchen jetzt ein Jude, Chaim Scharabi, der vor kurzem aus dem Araberstaate Jemen nach Palästina gekommen ist, in den palästinensischen Zeitungen veröffentlicht, gibt ein eindringliches Bild vom Wesen einer arabischen Herrschaft. Er ist eine Antwort auf die Erklärung des Großmufti von Palästina vor der Königlichen Unteresuchungskommission, daß „die Juden in den arabischen Ländern völlige G1 6 i c h b e r e c h t i g u n g wie alle anderen Bürger genießen".. Der Brief lautet: „Ich bin erst vor einigen Monaten aus dem arabischen Jemen gekommen und will einige Tatsachen aus dem Leben der jemenitischen Juden erzählen, die genau das Gegenteil von dem zeigen, was der Mufti vor der Königlichen Kommission erklärt hat. Der jetzt herrschende Imam von Jemen hat sofort nach seiner Thronbesteigung den gesamten unbeweglichen Besitz der Juden konfisziert, der ihnen seit Generationen gehörte, und bald darauf den Juden vorgeschlagen, daß sie üir konfisziertes Vermögen von ihm zurückkaufen. Die Juden waren auf diese Weise gezwungen, für ihr eigenes konfisziertes Vermögen zu Ende 1936 hat das Statistische Büro der Zionistischen Organisation eine Zählung der jüdischen Landwirtschaft Palästinas durchgeführt. Nach dieser Zählung gab es zu Ende des Jahres 1936 in Palästina 203 jüdische landwirtschaftliche Siedlungspunkte mit einer Bevölkerung von 9 7.2 5 7 Seelen. Wenn man zu dieser Ziffer die Bewohner der Siedlungen im Emek Sebulun und der Industrieviertel, die sich in ländlichen Gegenden befinden und eine Bevölkerung von zirka 8000 Seelen haben, hinzunimmt, beträgt die Zahl der jüdischen Bevölkerung, die in Palästina auf dem Lande lebt, 10 5.0 0 0, Seelen. Schon diese Ziffer allein zeigt, welche Entwicklung und Ausdehnung die jüdische Landwirtschaft in Palästina in der letzten Epoche erfahren hat. Sie wird jedoch besonders deutlich, wenn man die Ergebnisse der jetzigen Zählung mit der letzten landwirtschaftlichen Zählung vergleicht, die im Jahre 1927 veranstaltet wurde und die gleichfalls alle jüdischen ländlichen Siedlungen Palästinas und ihre Bevölkerung umfaßt hatte. Nach der Landwirtschaftszählung vom Jahre 1927 bestanden in Palästina 104 jüdische landwirtschaftliche Siedlungspunkte mit einer Bevölkerung von 3 0.5 0 0 S e e 1 e n. Dies bedeutet, daß die jüdische landwirtschaftliche Bevölkerung in den letzten zehn Jahren um 66.825 Seelen oder 227 Prozent gestiegen ist. Von den 203 bestehenden jüdischen landwirtschaftlichen Siedlungen Palästinas befinden sich 110 auf dem Boden des Jüdischen Nationalfonds (K. K.!jrj4 Von den 107 neuen Swdlung»ßwnktenj di* in den zahlen. Trotzdem wird, wenn ein jemenitischer Jude nach Palästina übersiedeln will, sein gesamtes Vermögen erneut konfisziert. Dieses Gesetz gilt nicht für Araber und Christen, sondern ausschließlich für Juden. Alle Bewohner Jemens haben das Recht, auszuwandern, wann und wohin sie wollen. Nur für die Juden gilt das Verbot, nach Palästina zu wandern. Ein Jude in Jemen darf seinen ständigen Wohnsitz nicht verlassen und muß jedesmal, wenn er irgend wohin fahren will, auch im Lande selbst, eine hohe Kaution stellen als Garantie dafür, daß er zurückkehrt. Vor kurzer Zeit hat man einen Juden, der nach Katwa (bei Aden) fuhr, nach Jemen zurückgebracht, in Ketten gelegt und im Gefängnis so g equält, daß er einige Tage nach seiner Entlassung starb. Einige weitere Beispiele: In Jemen darf ein Jude nicht auf einem Pferde reiten, nur auf einem Esel und. hart am Straßenrande. Er darf nicht mit der Bahn fahren. Wenn ein Jude sich an einen Araber wendet und ihn nicht „Herr" nennt, wird er bestraft. Ein Araber darf einen Juden nicht beim Namen nennen. Er darf ihn auch nicht schlechthin „Jude" nennen, sondern muß ihn als „Hund" oder „Unreiner" ansprechen. In der letzten Zeit erschien eine neue Verordnung des Imam, daß sich jüdische Frauen nicht mit Schmuck auf der Straße zeigen dürfen. Dies sind nur einige wenige Beispiele,, Tropfen aus dem Meere von Bedrückungen der Juden in Jemen. Ich bin sicher, daß auch unsere Brüder im arabischen Syrien und Irak einiges über ihre tragische Lage unter der arabischen Herrschaft erzählen könnten." letzten zehn Jahren entstanden sind, sind gleichfalls 68 auf K.-K.-L.-Boden gegründet worden. Diese beiden Ziffern zeigen deutlich, wie groß der . Anteil des K. K. L. an der Entwicklung des jüdischen Dorfes in Palästina ist. Was die Größe der einzelnen landwirtschaftlichen Siedlungen nach der Zahl der Seelen, die in ihnen leben, anlangt, so hat die letzte Landwirtschaftszählung ergeben, daß 21 Prozent der bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen weniger als je 100 Seelen zählen; hiezu gehört ein großer Teil der neuen Siedlungspunkte, die sich erst zu entwickeln beginnen. Siedlungen mit einer Bevölkerungsziffer von 100 bis 200 Seelen bilden 30 Prozent, von 200 bis 500 Seelen 28 Prozent, von 500 bis 1000 Seelen 8 Prozent. 16 Kolonien zählten mehr als je 1000 Seelen. Bei der Siedlungszählung vom Jahre 1927 betrug die Zahl der Siedlungen mit einer Bevölkerung bis 100 Seelen fast 50 Prozent der Gesamtziffer der bestehenden landwirtschaftlichen Siedlungen, und Kolonien mit einer Bevölkerimg von über 1000 Seelen gab es in jener Zeit insgesamt nur 5. Endlich soll noch die Entwicklung von 16 der größten Kolonien, die heute je über 1000 Seelen zählen, in den letzten 22 Jahren (von 1914 bis 1936) behandelt werden: PetachTikwah zählte im Jahre 1914 3300 Seelen, im Jahre 1922 ging diese Ziffer auf 3008 zurück, 1927 stieg sie auf 5799 Seelen und Ende 1936 betrug die Bevölkerungsziffer 15.000 Seelen. Rech o bot hl 1914, 1100 Seelen, 1632 Seelen, 1927 1730 Seelen und im Jahre 1936 692T Seelen. Rischon Lezion: 1914 1500 Seelen, 1922 1373 Seelen, 1927 2143 Seelen und im Jahre 1936 5461 Seelen. Chedera: 1914 300 Seelen, 1922 570 Seelen, 1927 1378 Seelen und im Jahre 1936 4630 Seelen. Kfar Saba: 1914 100 Seelen, 1922 10 Seelen, 1927 449 Seelen und 1936 3000 Seelen. Ness Zionah: 1914 200 Seelen, 1922 310 Seelen, 1927 658 Seelen unt 1936 1495 Seelen. Sichron Jakob: 1914 1130 Seelen, 1927 1588 Seelen und 1936 1250 Seelen. Ein Teil der großen Kolonien ist erst nach dem Jahre 1914 entstanden, und zwar: Raanana zählte 1922 13 Seelen, 1927 156 Seelen und 1936 2299 Seelen; Ramat Gau: 1922 140 Seelen, 1927 732 Seelen, 1936 4000 Seelen; Schechunat Borochow: 1922 127 Seelen, 1927 346 Seelen und 1936 1861 Seelen, Von den später gegründeten Kolonien zählte Herzliahim Jahre 1927 585 Seelen, im Jahre 1936 4917 Einwohner. Bne Brak hatte 1927 657 Einwohner, 1936 2335 Einwohner. Die entsprechenden Ziffern für Magdiel sind die folgenden: 358 Seelen im Jahre 1927 und 1050 Seelen im Jahre 1936; Af ule: 950 Seelen im Jahre 1927, 1073 Seelen im Jahre 1936. Von den erst nach 1927 entstandenen Kolonien zählte Nathania im Jahre 1936 3000 Einwohner und Pardess Chana 1020 Einwohner. (Palcor.)] Industriegründungen in Jerusalem Aus Jerusalem: In der letzten Zeit hat sich auch in Jerusalem eine kleine Industrie zu entwickeln begonnen. In der jüngsten Zeit wurden eine Fabrik für Aluminiumwaren, eine Malzbierbrauerei, eine Schuhfabrik und eine Automobilwerkstätte errichtet In den nächsten Tagen werden in Jerusalem drei neue Fabriken eröffnet werden: eine Bauschlosserei mit 30 Arbeitern, eine Textilfabrik mit 30 Arbeitern und eine Fabrik für Portale. Touristenverkehr in Palästina Aus Jerusalem: In der diesjährigen Touristensaison in Palästina werden etwa 8000 Touristen erwartet. In der vorigen Saison war die Zahl fast doppelt so hoch. Auf der letzten Generalversammlung der palästinensischen Gesellschaft für die Entwicklung der Touristik, an der sowohl die jüdischen wie die arabischen Verbandsmitglieder teilnahmen, wurde die Frage der Touristik ausführlich besprochen. Der arabische Verbandsvorsitzende, Dimitri Salame, wies auf die verhängnisvolle Wirkung der letzten blutigen Ereignisse auf die Touristik hin. Es wurde beschlossen, einen Aufruf zu erlassen, der auf den Schaden hinweisen wird, welchen die Unruhen im Lande der Touristik zugefügt haben. Wie berichtet wurde, hat Aegypten dieses Jahr 50.000 Pfund für Touristenpropaganda ausgegeben. Der palästinensische Verband hatte im ganzen 1600 Pfund für Propaganda zur Verfügung. Gemeinsamer Hafen für Jaffa und Tel-Aviv Aus Jerusalem: Einer Meldung des „Dawar** zufolge, ist die Regierung mit der Erwägung eines Plans für einen neuen großen Hafen beschäftigt, der zwischen Jaffa und Tel-Aviv liegen und als gemeinsamer Hafen für beide Städte dienen soll, (Palcor.) Fünfzig Buchara-Juden eingetroffen Aus Jerusalem: 50 jüdische Flüchtlinge aus Buchara, die vor Verfolgungen nach Afghanistan geflüchtet waren, sind soeben mit Zertifikaten der Jewish Agency in Palästina eingetroffen. Eine zweite Gruppe in Afghanistan weilender jüdischer Flüchtlinge aus Buchara trifft in den nächsten Tagen in Palästina ein. Jüdische Steinbrüche Aus Jerusalem (Palcor): Beim Ausbruch des arabischen Streiks stand die jüdische Bevölkerung Jerusalems vor der Gefahr einer völligen Unterbrechung der Baubewegung, weil Steine und Kieselsteine fehlten, die bis dahin ausschließlich von Arabern bearbeitet worden waren. In den letzten sechs Monaten sind in der Umgebung Jerusalems viele jüdische Steinbrüche eingerichtet worden, die bereits heute 60 Prozent des Bedarfes an Steinen produzieren. Die jüdischen Steinbrüche befinden sich hauptsächlich in den Bergen in der Umgegend Jerusalems, zu beiden Seiten der Straße Jerusalem—Tel-Aviv. In den Steinbrüchen sind heute 250 jüdische Arbeiter beschäftigt. Der Handel zwischen Palästina und der Schweiz Aus Jerusalem: Dank dem im Jahre 1936 mit der Schweizerischen Regierung geschlossenen Abkommen ist der Wirtschaftsaustausch zwischen der Schweiz und Palästina bedeutend gestiegen. Im Jahre 1936 betrug der Import schweizerischer Waren in Palästina 1,800.000 Schweizer Franken (gegen 1,575.000 Schweizer Franken im Jahre 1935). Der Export aus Palästina nach der Schweiz stieg von 398.000 Schweizer Franken im Jahre 1935 auf 675.000 Schweizer Franken im Jahre 1936. Der Import aus allen anderen Ländern nach Palästina ist bekanntlich im Jahre 1936 gegenüber 1935 bedeutend gesunken. Die pEcSisdhe Landwfaf§chaft in Palä§fina Ihre Entwicklung in den letzten zehn fahren

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