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Die neue Welt · 1937-02-12 · Heft 631 (12.2.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 631 (12.2.1937)
Date
1937-02-12
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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V Seite 4 DIE NEUE WELT Nr. 631 vom 12. Februar 1Ö37 |3»BER(jHflHH,l.; RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTQ. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-WSsche, WelBwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot'WSsche, Damen- Kleine Preise Vielleicht mit den Interessen des Jischuws nicht vereinbar ist. Vor kurzem ist solch ein Fall passiert, wo ein junger Mensch ins Jerusalemer Ausforschungsamt gekommen ist, eine Sache, die unter den gegenwärtigen Umständen für uns Juden gefährlich werden kann. Das muß man vermeiden. Man muß rasch Hilfe bringen. Schauen wir uns das schwere Leben des Polizisten an: Mit seinen 6 Pf. St. muß er ein Zimmer ohne Küche mit 2 Pf. St. per Monat, fürs Essen 12 bis 14 Piaster täglich, für Wäsche monatlich 20 Piaster bezahlen. Für den Arzt und kulturelle Bedürfnisse darf er nichts ausgeben. Frau und Kind darf er nicht haben. Auch ist seine Zukunft nicht rosig. Nach löjähriger Dienstzeit bekommt er von der Regierung ein paar Pfund und — Schluß. Er ist arbeitslos . . . Ich habe es für meine Pflicht gehalten, über eine Sache zu sprechen, über welche die palästinensischen Blätter schweigen und über die man in Palästina nicht alles erzählen darf. Deswegen .habe ich euch, meine Brüder in der Galuth, diesen Brief geschrieben, damit ihr unseren zionistischen Führern ein „Memento" zuruft! 4J/o Millionen Dollar für Palästina Die amerikanische Palästina-Konferenz, welche am 7. Februar in Washington abgehalten wurde, gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der amerikanischen Judenheit für den Palästina-Gedanken und brachte den entschlossenen Willen der amerikanischen Judenheit zum Ausdruck, unbeschadet aller politischen Schwierigkeiten den Aufbau des Jüdischen Nationalheims in verstärktem Maße fortzusetzen und die weitesten Kreise der amerikanischen Judenheit für diesen Zweck zu mobilisieren. Die Konferenz beschloß, sofort mit der Durchführung eines 41/«-Millionen-Dollar-Drives zu beginnen, dessen Ergebnis den Notstands- und Wiederaufbauaktionen des Keren Kajemeth und des Keren Hajessod zufließen soll. Regelung der Palästina-Einwanderung Der Konferenz lag ein Bericht des Londoner Mitglieds des Zionistischen Aktionskomitees Joseph L.Cohen über die wirtschaftliche Lage in Palästina Vor, der in dem Vorschlag gipfelt, die Einwanderung nach Palästina in Zukunft entsprechend der Höhe des investierten Kapitals zu regeln. Cohen erörtert drei Möglichkeiten, die als Basis für die Bemessung der Einwanderung in Betracht kommen, und zieht aus seinen .Untersuchungen den Schluß, daß es am richtigsten wäre, für je 150 Pf und neu investierten Kapitals einenEinwanderer zuzulassen. Er weist darauf hin, daß das Einströmen von 100 MiUionen Pfund nach Palästina, von denen 85 Millionen in Investitionen angelegt wurden, Lebensmöglichkeiten für weitere 650.000 Menschen geschaffen hat. Cohen legt im einzelnen dar, daß die Entwicklung von Landwirtschaft und Industrie in Palästina verstärkte Einwanderung ermöglicht hat. Aus den bisherigen Erfahrungen ergibt sich, daß die auf dem Lande lebende Bevölkerung mit Leichtigkeit verdreifacht werden könnte; die Möglichkeiten für die Ausbreitung in der Industrie sind als noch elastischer zu beurteilen als die in der Landwirtschaft. Absolut falsch wäre es, die wirtschaftliche Lage in Palästina als ein statisches Moment anzusehen, das nur ein bestimmtes, von vornherein feststellbares Ausmaß der Einwanderung zuläßt. Vielmehr werde die wirtschaftliche Entwicklung in hohem Maße durch die Einwanderung selbst bedingt. Die Stärke der gegenwärtigen Einwanderimg ist von größtem Einfluß auf die der künftigen. Das Studium der Dynamik der Erschließung neuer Länder zeige, daß die nationale Produktion und zunehmende Bereitstellung von Arbeitskräften, id. h. Einwanderung, sich gleichzeitig mit gegenseitig fördernder Wirkung entwickeln. Durch Mangel an Arbeitskräften werde der Fortschritt Palästinas in Gefahr gebracht. Verstärkte Einwanderung müsse gefordert werden, denn jede Beschränkung der Einwanderung drücke den Lebensstandard unnötigerweise herab. Bestünde nicht der Mangel an Arbeitskräften in Palästina, dann hätten die 16 Millionen Pfund, die gegenwärtig als Bankdepositen brachliegen, in wichtigen Unternehmungen investiert werden können. Die Untersuchung Joseph L. Cohens gibt einen ziffernmäßigen Ueberblick über Kapitalinvestitionen, Einwanderung, Bevölkerung und Volkseinkommen, wobei betont wird, daß das Einströmen jüdischer Einwanderung und der Zufluß jüdischen Kapitals die beiden Hauptfaktoren sind, die zu dem Budgetüberschuß der Palästina-Verwaltung und zu dem vermehrten Reichtum des Landes beigetragen haben. Das gesamte von Juden in Palästina investierte Kapital wird auf 107 Millionen Pfund geschätzt, der Wert der von dem jüdischen Bevölkerungssektor geleisteten Jahresproduktion auf 20 Millionen Pfund; üavon entfallen auf die Landwirtschaft 3 Millionen, anf die Industrie 6,500.000, auf Häuserbau 2 Millionen, auf das Verkehrswesen 750.000, auf die GUterverteilung 3 Millionen, auf Leistungen in den freien Berufen 750.000, auf Gaststätten, Hotels, Theater usw. 2 Millionen, auf das Bank- und Versicherungswesen 500.000 und auf Sonstiges 1,500.000 Pfund. Verhältnismäßig ist die Zahl der in Industrie, Handwerk, Transportwesen und Baugewerbe Beschäftigten gegenüber den in der Landwirtschaft Tätigen gestiegen. Während Ende 1931 18 Prozent der jüdischen Bevölkerung in der Landwirtschaft tätig waren, sind es heute nur noch 14 Prozent. Botschaft des Präsidenten Roosevelt Aus Washington: Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, hat an die Washingtoner Palästina-Konferenz eine Botschaft gelichtet, in der er rühmend von der „Lebenskraft der jüdischen Pioniere Palästinas" spricht. Gleichzeitig weist der Präsident auf die Bedeutung der Balfour-Deklar a t i o n hin, deren Verkündung sich in diesem Jahre zum 20. Male jährt. Beim britischen Botschafter Aus Washington: Am Montag, den 8. Februar, hat sich eine Abordnung der amerikanischen Palästina- Konferenz zu dem britischen Botschafter in Washington begeben, um unter Hinweis auf die Arbeiten der Königlichen Kommission auf neue das den Juden durch das Mandat eingeräumte Recht zu betonen, nach Palästina bis zur vollen Ausnutzung der Aufnahmefähigkeit des Landes einzuwandern und Boden in Palästina zu erwerben. Die Abordnung machte gleichzeitig auf dieNotlagederJudenin vielen Ländern und die oft erzwungene Auswanderung aus solchen Ländern aufmerksam und forderte, daß die Königliche Kommission ihre Entscheidungen „im Geiste edler Großzügigkeit" treffe. Verb« d. JudensfaatszEOiH§ten Oesferrcidis Sektion Frater, EL, Erlafstraßc 5. Freitag, den 18. d., 8 Uhr abends, Oneg-Schabbat-Vortrag Dr. Markus Frey. — Dienstag, den 16. d„ halb 0 Uhr abends, Bibelvortragszyklus Babb. Dr. N. Zicker. Sektion IX/XVDJ, Semperstraße 19. Montag, den 15. d., halb 9 Uhr abends, Vortragsabend. Thema: „Die jüdischo Situation in aller Welt." — „Die Lage in Palästina." Redner: Dr. Sal. Wolf, Theodor Grubner. Sektion XIV/XV, Schanzstraße 32. Dienstag, den 16. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Theodor Grubner: „Die jüdischo Situation." — Samstag, den 20. Februar, im Festsaal des Ottakrlnger Bräu, XIII., Auhofstraße 1, Akademie mit Tanz. Reichhaltiges Programm. Judonstaatsjugend. Dienstag, den 16. d., halb 9 Uhr abends, im Heim II., Untere Augarten straße 38. Vortrag M. S. Brafmann: „Don Quichotte des 20. Jattrhunderts." mentarier zu den Judenverfolgungen in Polen aufzufassen ist. Der Ministerpräsident sprach zunächst über die seinerzeit von nationaldemokratischen Studenten durchgeführte Blockade der Warschauer Universität und betonte, daß die Polizei seiner Meinung nach in diesem Falle durchaus pflichtgemäß vorgegangen sei. Die Zerstörungen, die von den nationaldemokratischen Abenteurern angerichtet worden seien, erinnerten an die Zeiten des Mittelalters. Im übrigen hätten an der Blockade nicht nur Studenten, sondern auch gedungene Abenteurer teilgenommen, Arbeitslose, Arbeiter, Mittelschüler und Leute ohne Beruf. Gegen solche Exzesse müsse mit voller Strenge vorgegangen werden. Was die Judenfrage betreffe, fuhr der Ministerpräsident fort, so stimme er dem Senator Fürst Radziwill darin zu, daß ihre Regelung durch Regierjung und Gesellschaft erfolgen müsse. Es sei in der Tat keine leichte Sache. Die Regierung werde sich in dieser Frage nicht ReprfMfltiver PURINBALL des Club Im Israel Samtlag, den 20. Februar 1937, in den Festesten des Hotel Metropole, Morslnptatz Zum Tanz spielt das Ja zzorchester Elite Kiddis / Mitternachtsakademie / Barstiiberl / Juxbasar / Reichhaltige Gewinste, Haupttreffer 1 Freibillet Triest—Haifa—Triest, Tour. - Klasse, gespendet von „Adriatica" Schiffahrtsg es. Venedig, per procura Lloyd Triestino, I, Kärntnerring 6 Karten im Club Erez Israel, II, Praterstraße 13, und im Zionistischen Landeskomitee, I, Marc-Aurel-Straße 5 //ORT" und seine Förderer Aus Warschau: Die jüdischen Zeitungen in Polen widmen der Anwesenheit des Präsidenten des „Verbandes zur Förderung von Landwirtschaft, Handwerk und Industrie unter den Juden" (ORT), Dr. Leo Bramson, viel Aufmerksamkeit. Sie berichten, daß in Amerika die ORT-Tätigkeit durch Mrs. Roosevelt, die Frau des Präsidenten der Vereinigten Staaten, durch den Gouverneur des Staates New York, Herbert H. Lehman, u. a. m. gefördert werde. In Frankreich war der frühere Ministerpräsident Professor Paul Painleve", einer der eifrigsten Förderer der ORT-Tätigkeit. Die jetzigen ORT-Kurse in Paris tragen seinen Namen. Der jetzige Ministerpräsident L6on Blum war einer der Gründer und erster Vorsitzender des Pariser ORT-Komitees, er hat auch einige Male in ORT-Versammlungen Ansprachen gehalten. Der frühere französische Premier und jetzige Vorsitzende des Parlaments, Edouard Herriot, ist Vorsitzender, Senator Justin Godart Vizevorsitzender des Pariser ORT-Komitees. Mitglieder des Komitees sind ferner einige frühere Minister und mehrere Senatoren und Deputierte, u. a. der jetzige Kolonienminister Marius M o u t e t. Minister Moutet hat auf der letzten Konferenz des ORT in Paria erklärt: „Meine Funktionen als Kolonienminister gaben mir Gelegenheit, die ungeheure Wichtigkeit der Fachausbildung und Berufsumschichtung überhaupt, insbesondere diese Tätigkeit des ORT zugunsten der verarmten und verfolgten jüflischen Massen richtig einzuschätzen. Falls meine Mitwirkung als Kolonienminister und Mitglied der Regierung euch Nutzen bringen kann, werde ich mich freuen, euch, wo immer, notwendig zur Verfügung zu stehen." ( Auch zahlreiche angesehene Führer des französischen Judentums wirken für die Ziele von ORT. Ehrenpräsident dea französischen ORT ist der Oberrabbiner von Franlcreich, Professor Israel Levi, Vizevorsitzender der Führer der Alliance Israölite Universelle Professor Oualid. Dem Komitee gehören ferner Baron Henri de Rothschild, Professor Jacques Hadamar, der Dichter Edmond Flegg und andere an. von ausländischen jüdischen Organisationen ausgeht. Wie Minister Beck bereits erklärt habe, beruhe das gesamte Judenproblem nicht auf Rassen¬ oder Religionshaß, sondern ausschließlich auf wirtschaftlichen Grundlagen. Es werde nichts damit gewonnen, wenn man gegen zehn jüdische Marktstände einen Pergrom veranstaltet oder eine jüdische Frau verprügelt. Wir müssen, sagte der Ministerpräsident, alle Mittel anwenden, um Ruhe und Ordnung zu sichern. Achtung I Deutschland-Emigranten! Das Fürsorgeamt der Israelitischen Kultusgemeinde Wien teilt mit: Seit einiger Zeit ist unter den Deutschland-Emigranten das Gerücht verbreitet, daß der Völkerbund nunmehr für sie sogenannte „H a n s s o n - P ä s s e" ausstellt, auf Grund deren sie berechtigt wären, in eine große Anzahl von Ländern, angeblich in 28, frei einzureisen. Dieses Gerücht ist in jeder Hinsicht unzutreffend. Hansson ist wohl der aus Norwegen stammende derzeitige Leiter des sogenannten „Nansen-Amtes", das in den meisten Staaten offizielle Vertretungen besitzt. Die von diesen Vertretungen ausgegebenen Pässe heißen nach wie vor „N a n s e n - P ä s s e", werden jedoch ausschließlich an russische, syrische und seit einiger Zeit auch an Flüchtlinge aus dem Saargebiet unter gewissen Bestimmungen ausgegeben, jedoch nicht an Emigranten aus dem Deutschen Reiche. Für Deutschland-Emigranten besteht ein eigenes Hochkommissariat beim Völkerbund, das jedoch keine Pässe ausgibt. Hingegen haben einige Staaten, und zwar bisher Belgien, England, Dänemark, Frankreich und Norwegen ein am 4. Juli 1036 in Genf beschlossenes Abkommen ratifiziert, auf Grund dessen diese Staaten an Deutschland-Flüchtlinge Identität szeugnisse ausstellen. Dies gilt aber nur für jene Emigranten, die bereits zu einem bestimmten Termin im Jahre 1936 (beispielsweise in Frankreich am 5. August) in dem betreffenden Lande ansässig waren, nicht aber für neu Zu reisende. Der Inhaber dieses Identitätszeugnisses kann sich frei auf dem Territorium des betreffenden Staates bewegen und nach erfolgter Ausreise wieder in jenen Staat zurückkehren, der das Zeugnis ausgestellt hat. Die Einreise in a n d e r e S t a a t e n ist auf Grund dieses Papiers nur dann möglich, wenn das Einrelseland — mag es auch dem Abkommen vom 4. Juli 1936 beigetreten sein — ein Visum erteilt hat. Es sei noch bemerkt, daß die Schweiz und die Tschechoslowakei das Abkommen vom 4. Juli 1936 gezeichnet, aber noch nicht ratifiziert haben. Eine Antwort an Amerika Aus Warschau: Im Verlauf der Judendebatte, die wieder im polnischen Senat stattgefunden hat, gab Ministerpräsident General Dr. Slawoj Skladkowski; eine Erklärung ab, die vielfach auch als A n t w o r t auf die j Stellungnahme des American Jewish Congress , und der amerikanischen Gouverneure und Pav 1 avlai dlWM$^ I ä^ÄstSTihlnieV Süß, groß und saftig ist die Jaffa-Orange. Sie kräftigt und leistet doch auch sichere Gewähr für die schlanke Linie. Nicht nur in ihrer Substanz ist diese Edelfrucht aber von der Natur ausgezeichnet. Die Jaffa- Orange ist auch rein äußerlich von ausgesuchter Schönheit und dient daher als vornehmster Tafelschmuck. Zwischen grünen Blättern in flachen Schalen aufgebaut, zlert und belebt die Jaffa-Orange den Tisch ebenso wäj|

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