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Die neue Welt · 1937-02-05 · Heft 629 (5.2.1937) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 629 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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: Nr. 629 vom». Februar r ' AUS ALLER WiLT Im Staate Mandsdiukuo Aua CJiarbin (J. T. A.)t Ermutigt durch das deutsch-japanische Abkommen gegen die Komintern, organisierten Japaner und zaristische Weißgardisten in der Stadt Mandschuria im Staate Mandschuikuo eine Demonstration, in der antijüdteche Transparente getragen und Rufe „Tötet die Juden."* ausgestoßen wurden. Die zehn jüdischen Familien der Stadt verbargen sich in Kellern und auf den Dächern. Jetzt treffen sie Anstalten, die Stadt zu verlassen, Diplomaten als „luden" insultiert Aus Berlin: 2. Februar (J. T. A.): Das Tschechoßlowakische Preßbüro teilt mit: Der 38jährige Georg Preuß, ein scharfer Antisemit, der auf offener Straße einen Zusammenstoß mit einer Gruppe von Spaziergängern von orientalischem Aussehen hervorgerufen hatte, wurde zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte die Spaziergänger auf das gröblichste insultiert und, da er sie für Juden ansah, ihnen gedroht, daß man sie aus dem Lande hinausjagen werde. Die insultierten Spaziergänger waren aber ein Legationssekretär der Gesandtschaft des Irak in Berlin und zwei türkische Freunde desselben, die dann gegen Preuß die Klage erhoben. Die Blätter verschleiern den Sachverhalt, indem sie lediglich mitteilen, daß Georg Preuß zwei Ausländer ohne Grund in grober Weise beleidigt habe. Wieder ein Todesopfer Aus Warschau (J. T. A.): In der Sterlingsgasse in Lodz, wo sich ein Lokal der Nationaldemokraten befindet, überfielen Huligans den 22 jährigen Simon Chelemer, Sohn des Präsidenten der Lodzer Exekutive der Agudas Jisroel, und versetzten ihm mehrere Messerstiche. Der Ueberfallene wurde ins Hospital gebracht, wo er an den Folgen der Verletzungen unter schweren Qualen starb. In der Pomorskagasse in Lodz wurden die jüdischen Passanten Lipman Katowski und Josef Grinsteln sowie Frau Malka Ginzburg von Huligans durch Messerstiche schwer verletzt. Sie wurden ins Hospital gebracht. Das sind nur einige Fälle aus der großen Serie täglicher blutiger Ueberfälle auf Juden in Lodzer Straßen. * Während der Unruhen der letzten Tage wurden an den Warschauer Hochschulen 16 jüdische Studenten und 3 jüdische Studentinnen schwer verletzt und zahlreiche leicht verletzt. " ' ■ ' » ' Die staatlichen Schulbehörden gehen dazu über, jüdischen Religionsunterricht an staatlichen Mittelschulen abzuschaffen. An zwei Lemberger und an einigen Provinzgymnasien wird jüdische Religion nicht mehr gelehrt. Die Generalversammlung des Vereins der Assistenten aller Lemberger Hochschulen beschloß die Einführung des Arierparagraphen. Ausgeschlossen wurden nicht nur Juden, sondern Assistenten jüdischer und halbjüdischer Abstammung. An der Lemberger Hochschule für Auslandshandel wurden die jüdischen Studenten und Studentinnen blutig mißhandelt und hinausgeworfen, weil sie sich geweigert hatten, Ghetto-Bänke einzunehmen.,Prof. Jusewicz hat es nicht einmal für nötig befunden, während der blutigen Vorgänge seine Vorlesungen zu unterbrechen. Was ist schon ein lud! Aus Warschau: Im Lodzer Stadtrat brachte der jüdische Stadtverordnete Lewin den M o r d an dem jungen Chaim Chelemer zur Sprache und wies darauf hin, daß der Mörder, Jan Anczak, Kommandant der Ordnungswache der Nationaldemokratischen Partei ist. Daraufhin erhob sich der nationaldemokratische Stadtverordnete Czernik und rief: „Was ist schon ein Jude? Ich wollte jede Stunde hunderte Juden töten." Der Antrag Lcwins, daß die Stadt für die Zurückgebliebenen der in Lodz in der letzten Zeit durch Antisemiten getöteten Juden sorgen solle, wurde nicht zur Abstimmung gebracht. Gegen die Verfolgung der luden in Polen Aus New York (J. T. A.): Der American Jewish Congress hielt in New York eine Konferenz ab, um gegen die Behandlung der Juden in Polen zu protestieren. Zahlreiche amerikanische Geistliche und über hundert Mitglieder des amerikanischen Parlaments hatten an die Konferenz Sympathiekundgebungen für die polnischen Juden gerichtet. Der New-Yorker Bischof William Thomas Manning bezeichnete in seiner Kundgebung die Auswanderungspläne der polnischen Regierung als unglaublich. Eine solche Massenaustreibung, schrieb Bischof Manning, wäre eine unerhörte Ungerechtigkeit und würde der jüdischen Bevölkerung Härten und Leiden auferlegen, die sich nicht mit Worten schildern lassen. Der Sekretär des Landesrates der Churches of Christ, Ce.vcrl, ciWr'-. rt'o gegenwärtigen Verhältn^e in Polea;..'.. zl :c . . aefo r d ci'un g für jeden Freund \ .n 1'____"<r_Y<'; ''••■l Mcnschenvecht". Seite 5 Wissen Sie, warum ... im Haushalt von zehntausenden Wiener Juden zu PESSACH immer wieder nur „Schmidl-Mazzoth" und Schmidls Mazzoth-Grieß sowie Mazzoth-Farvel verwendet werden? Weil „Schmidl-Mazzoth" die unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad erzeugt werden, den verwöhntesten Ansprüchen genügen und den nebenstehenden ZEHN GEBOTEN entsprechen. Vedeutyet* Sie die neue, be&ottdecs schmackhafte Sp&riattoacke ,H.B/ Up alten Usmcch Qe$cUä$e*t! ZENTRALES N. BRODETZKY II, laopoldsgaste 43, Tal. A-40.0-90, A-60'2.63, A.4S.4-48 Die 10 Gebote: „Schmidl-Mazzoth" X, Sind seit mehr als 40 Jahren beliebt, %, Haben einen besonders feinen Geschmack. 3. Sind sehr leicht verdaulich und bekömmlich. & Werden nur aus den feinsten Mehlen erzeugt. 5. Sind hygienisch und in Kaschruth einwandfrei! 6. Werden nach einem besonderen Verfahren hergestellt. 7. Werden in peinlichst reinen ' Räumen erzeugt! 8. Von Facharbeitern deren Sauberkeit überwacht. 9. Der erstklassige Fachmann und Fabrikant N. Brodetzky. 10. Schmidl-Mazzoth sind garantiert frisch (Erzeugung 1937). ,,/CHMIDL" - GRIE/ nur In plombierten Säcken! „Gute Freunde" Aus New York: Der Chefredakteur des „Tog", Dr. Margoshes, veröffentlichte in den „New York Times" ein offenes Schreiben an den polnischen Generalkonsul, in welchem der Entrüstung der amerikanischen Juden über die Behandlung der Juden in Polen sowie über die Bestrebungen, „drei Millionen Juden aus Polen hinauszuwerfen, als wären sie K e h r i c h t", Ausdruck gegeben wird. Der polnischen Regierung wird mangelnde Energie bei der Bekämpfung der Pogromwelle vorgeworfen. Nunmehr ging beim Büro des American Jewish Congress eine von angeblichen „guten Freunden der Juden" unterzeichnete Warnung des Inhalts ein, daß die amerikanischen Polen gegenüber Angriffen auf Polen und seine Regierung nicht schweigen werden; insbesondere wird vor der Abhaltung der angesagten Konferenz gegen den Antisemitismus in Polen gewarnt. Die Gilde der polnischen Journalisten in New York richtete offene Schreiben an den Präsidenten des American Jewish Congress, Dr. Stephen S. Wise und an Dr. Margoshes, in welchen die von jüdischer Seite an Polen geübte Kritik als „hysterisch" bezeichnet wird. Ein engKsdief Hetzer Seit längerer Zeit reist in Deutschland ein Engländer namens Beamish. herum und hält blutrünstige Hetzreden gegen die Juden. Er legte sich anfänglich den Titel „Oberst" zu, ist aber später davon abgekommen, weil es durchsickerte, daß er den Titel zu Unrecht führt. Zuletzt sprach er unter der Aegide Julius Streichers im „Deutschen Hof" in Nürnberg vor vielen hunderten Kreisleitern, Gauamtsleitern und ihren Gliederungen, vor Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden und der Wehrmacht. Julius Streicher stellte der Versammlung den „englischen Schriftsteller und Politiker Mr. Henry Hamilton Beamish" vor und führte aus: „Wer die Judenfrage kennt, für den ist das Geschehen in der Welt eindeutig klar, nicht nur das Gegenwärtige, sondern auch das Geschehen in vergangenen föitt Clfrrt4 •vmaö>c 3^ncn eincn Storfdjlag: Wen Sie einmal ^✓lU ijUXEl- Jvlti 3f)te 3cU)ne mit (ftlorobont<3al)nncifte unb raenn bann 3hre 3äf)tie in wenigen Sagen Menbenb mei& aussen, roerben Sie fid) freuen, meinen 9?at befolgt 3U fiaben. £rofc ftärffter <J3ufcfraft greift Ghlorobont ben foftbaren 3afinfd)mel3 nidjt an, ba ber ^ufcförper biefer 3afmpafte toeidjer tft als ber 3afinfd)mel3. Serfud) über3eugt. Gfilorobont fdjaumenb ober ntäjtjdjQumenb, Beibe Qualitäten tfnb gleid) gut. Sube.S. —.90. Öftere. (Er3eugnts:' Chlorodont- Zahnpaste 2,42 Prozent Juden in der Bevölkerung der Tschechoslowakei Aus Prag (J. T. A.): Das Statistische Amt hat die Volkszählungsdaten nach der religiösen Zugehörigkeit der Bevölkerung der Republik ausgearbeitet. Danach sind 77,51 Prozent der Bevölkerung katholisch (davon 73,5 Prozent römisch-katholisch), 7,67 Prozent evangelisch, 2,42 Prozent israelitisch und 5,80 Prozent religionslos. Im letzten statistisch erfasten Jahrzehnt (1921 bis 1930) nahm die Zahl der Protestanten um 6,4 Prozent zu, die der Katholiken nur um 4,3 Prozent, die der Religionslosen um fast 18 Prozent, die der Israeliten dagegen nur um 0,81. Die Zahl der Gläubigen der griechischkatholischen Kirche hat sich verdoppelt. »♦MMMMMMm+wmwmwwmwwMMM^ SIEGN. KORNMEHL GROSSFLEISCHHAUERE3 Zentrale: IX., Berggasse 19, Tel. A-17-5-99 u. A-16-9-34 Lieferant für Heilanstalten Abteilungen für -^-Weisel» unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kultusgemeinde Wien Autozusteilung kostenlos IX., Berggasse 15 / XVIII., Währlngerstr. 97 Südisdhes Volk, was nun? Unter diesem Titel behandelt Dr. Nahum Go 1 dm a n n, Mitglied der Zionistischen Exekutive und Delegierter der Jewish Agency for Palestine vor dem Völkerbund, auf Grund einer umfassenden Analyse der jüdischen Gesamtsituation aktuellste Schicksalsfragen des jüdischen V o gl k e s in einem großangelegten Vortrag am Donnerstag, den 11. Februar 1 937, halb 9 Uhr abends, im Pestsaal des Hotel Continental, Wien, IL, Taborstraße. Karten ab S 1.— bei Buchhandlung A. Mejstrik, Wien, L, Wollzeile Nr. 6 bis 8, Tel. R-25-453, Buchhandlung- M. Rath, Wien. II., Taborstraße 20a, Tel. R-45-305, Jüdische KuUiuslelie, Wien, L, Fra.R5»,Io^ajy^i.34 ttfcj, 1^28*2.36, Jahrhunderten und Jahrtausenden. Aus dem Frankenland ist schon manches Samenkorn in die Welt gewandert. Man kennt uns in Amerika, in Asien, in Afrika, sogar in Damaskus. Glauben Sie, daß das Schicksal über Deutschland hinweg die Welt erlösen wird! Wir werden erleben, daß das, was in Deutschland begann, immer mehr ausstrahlt in die Welt." Professor Dr. Kraeger, der als Dolmetsch fungierte, erzählte von Beamish, daß er vor Jahren zu 5000 Pfund Strafe veruteilt wurde, weil er den jüdischen Gesundheitsminister, Sir Alfred Mond, einen Landesverräter nannte. Er gründete in England den Bund der „Britains", der gegen das Judentum kämpft. Beamish führte dann aus: „Beeinflußt durch jüdische Hetze, glaubt man in der Welt, Deutschland wolle einen Krieg. Ich bin hier zu der Ueberzeugung gekommen: Deutschland will nichts als den Frieden! Schon der Burenkrieg wurde von den Juden her-« beigeführt und finanziert, denn sie wollten und bekamen dann das Gold, die Diamanten, das Oei und damit das ganze Land. Die Völker der Welt stehen nur scheinbar gegen Deutschland, nur auf dem Papier der jüdischen Zeitungen. Ich habe mein besonderes Augenmerk darauf gerichtet, daß die antijüdischen Bewegungen in Südafrika und in Kanada nicht mehr neben-, sondern miteinander arbeiten. Die Zeitung Ihres Gauleiters, „Der Stürmer", ist auf der ganzen Welt verbreitet. Ich beuge mich vor diesem tapferen Mann, der es wagt, einer ganzen Welt den Kampf anzusagen. Der Jude ist kein Kommunist für sein eigenes Volk, er predigt den Kommunismus nur den anderen Völkern. Dadurch, daß Adolf Hitler das deutsche Volk vor dem Judentum rettete, hat er die menschliche Kultur überhaupt gerettet. Db Lösung der Judenfrage stelle ich mir in einer Auw ng der Juden aus all enLnädern und ihrer AnsiecV e'r.cui geschlossenen Siedlungsgebiet, nmi H ' " 'n- Insel Mada£.a;:k.';v, vcv."?; besser, für dein L-cici ' '.. i; d$n Juden zu ^i^.iu.'

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