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Die neue Welt · 1937-02-05 · Heft 629 (5.2.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 629 (5.2.1937)
Date
1937-02-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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P^MP*»-- -9rir^r^^imm rrli WE NEUE WELT Nf. 629 vom 5. Februar 1937 1 13 x BER<jMArlrl. 1- RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weiß« waren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise ktockeasiäefd Die Nutznießer Die jüdische Wirtschaft hat von den Bezielmngen mit den Arabern im wesentlichen den Nutzen eines zusätzlichen Warenabsatzes, von dem die Industrie und der Handel profitieren. Dagegen profitieren von den Wirtschaftsbeziehungen mit den Juden fast sämtliche arabischen Stände, auch die Fellachen und die Arbeiter, wenngleich in Betracht gezogen werden muß, daß die größten Nutznießer die arabischen Grund- und Hausbesitzer, die Unternehmer, die christlichen Großkaufleute, in der Landwirtschaft die Großbauern, insbesondere die Deutschen, und in der Industrie die intelligenteren Armenier sind. M. Ettinger In „Palästina", Jänner 1937. Zur Kgl. Kommission Boden in Palästina als „unkultivierbar" zu erklären, ohne an die vielhundertköpfigen Leistungen des rationalen jüdischen Kapitals zu denken, das ihm allerdings größere Werte entlockt als der arabische „Durchschnittsbauer" Palästinas, — ohne die Kräfte unserer Fonds in Rechnung zu stellen, die ungezählte Dunum •palästinensischen Oedlandes erlösten und befruchteten: wahrlich eine objektive Methode! Dr. A. Kupferberg (Tel-Aviv). Die wahre Gleidiberedifigung „Wir sind entschlossen, jeden amerikanischen Bürger zum Gegenstand des Interesses und der Sorge dieses Landes zu machen. Wir werden niemals irgend eine treue, den Gesetzen ergebene Gruppe innerhalb unserer Grenzen als überflüssig erachten!" Präsident Roosevelt (1937). Die Träger des Fortschritts Die arabische Bewegung bleibt in jeder Hinsicht von den ausbeutenden Schichten abhängig. Und deshalb wird natürlicherweise nichts unternommen, um die Lage des arbeitenden arabischen Volkes zu verbessern. Das einzige Land, wo die materiellen Verhältnisse der arabischen Arbeiter und eines Teiles der arabischen Fellachen verbessert wurden, ist Palästina, wo infolge der Entwicklung des Landes durch den Zionismus im allgemeinen und der jüdischen Arbeiterbewegung im besonderen die Lage der Arbeiterschaft eine Besserung erfuhr. Der Fortschritt im Lande, der durch die Juden bewirkt wurde, ist ein Dorn im Auge der Führer der arabischen Bewegung, die bei verschiedenen Gelegenheiten ihre Furcht vor dem Zionismus als Träger eines Ökonomischen und sozialen Fortschrittes zum Ausdruck brachten. M. Assaf „Die arabische nationale Bewegung in Palästina". Geist oder Körper! Der jüdische, von der vorderasiatischen Rasse wesentlich bestimmte Mensch kennt nicht unsere enge Verbindung von Körper und Geist, Leib und Seele. Der Geist sucht sich vielmehr über die körperliche Gebundenheit zu erheben und reiner Geist zu werden. Daraus entspringt die Wurzellosigkeit des Juden, das Gegenteil zu dem in Blut und Boden verwurzelten Deutschen . . . Neben diesen für die vorderasiatische Rasse typischen Erscheinungen trat bei Juden als Entartungserscheinung, ebenfalls als Folge der Wurzellosigkeit, vor allem nach 1918, ein krasser Materialismus, ein Kult des Körpers, hervor. Prof. Siegert, Göttingen („Juristische Wochenschrift", 1937). Je nach Bedarf« .. England bedient sich zur Erhaltung der Indienroute je nach Bedarf der verschiedenen Strömungen in diesen Gebieten: 1. des arabischen Nationalismus; 2. der beduinischen Solidarität; 3. des lokalen Partikularismus; J,. der wirtschaftlichen Kräfte; 5. des Zionismus. Dieser ist für England ein wirtschaftlich konstruktives, aber ein politisches störendes Element. Robert Montagne in „Affaires Etrangeres", 1937. Die Macht der Gewohnheit hindert uns oft, Neues zu versuchen. Wer einmal das köstliche dunkle Wiener Simonsbrot versucht hat, läßt es nie mehr in seinem Hause ausgehen. Vernünftige Worte Zum Kapitel: Juden und Legitimismus Das Blatt „Der Legitimist", Organ des Reichsverbandes jüdischer Legitimisten Oesterreichs, bringt einen Artikel von Walter Dietrich, Direktor der katholischen Wiener Tageszeitung „Neuigkeits-Weltblatt" und früherer Landesleiter der katholisch-legitimistischen Ottonia", in welchem das Verhältnis der legitimistischen Bewegung zu der Judenschaft behandelt wird. Die klaren und offenen Worte des Artikels, die nicht nur auf die legitimistische, sondern auch auf manch andere Bewegung gut anzuwenden sind, verdienen, von jüdischer Seite beachtet zu werden. Walter Dietrich schreibt u. a.: „Ein vielgenannter Mann der Nachkriegszeit hat Dogmen aufgestellt, welche die Juden als semitische „Rasse", die es allerdings nie gegeben hatte, und als Männer der Lüge bekämpfen. Sich mit derartigen Dogmatikern einzulassen, wenn hinter ihnen Millionen bezahlter Söldner stehen, ist immer ein Wagnis. Die Geschichte wird hier rechten. Wer Schuld auf sich geladen hat, der soll leiden oder sterben. Wer frei von Schuld ist, der sei, ohne Rücksicht darauf, ob „liegend" oder „stehend" getauft oder eines anderen, des mosaischen Glaubens, wirklicher Staatsbürger, der das Recht hat, „ungestört" zu leben. Die monarchistischen Verbände kämpfen seit dem Umsturz für die Restauration, für die Rückkehr zur alten Ordnung und für die seit Jahrhunderten bestehende Gleichheit aller Staatsbürger! Nun ist die Frage zu beantworten: Wie soll sich die Judenschaft zum Legitimismus einstellen? Soll sie sich betätigen oder nicht, soll sie in den Vordergrund treten, soll sie irgendwelchen besonr deren Organisationen angehören; wie soll sie sich verhalten? Darauf gibt es eine kurze Antwort: Nicht vordrängen, nicht in Verbänden eine Rolle spielen wollen, die zu 99 Prozent aus Katholiken bestehen, sondern' den Raum einnehmen, der ihnen gebührt! Der „Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs" bietet Platz und Gelegenheit für gute, ehrliche und erfolgreiche Mitarbeit. Selbst der ärgste Radauantisemit wird diese Tätigkeit in einem rein jüdischen Verband anerkennen müssen. Die Judenschaft muß dich einheitlich selbst organisieren in ihrem eigenen legitimistischen Verband, den auch unser oberster Führer, der Kaiser, autorisiert hat. Diese organisierte, einheitliche Judenschaft ist aber auch für uns Christen ein wertvoller Partner und ein guter Kamerad im Kampf für Recht und Ordnung, Kaiser und Vaterland!" Verband der Judenstaalszi'om'sfen Sektion Prafcer, II., Erlafstraße 5. Freitag, den 5. d., halb 9 Uhr abends, Ooueg Schabbat. Vortrag Rabb. Dr. Patron. — Dienstag, den 9. d., Bibelvortragszyklus Rabb. Dr. N. Z ick er. SektionXI V/X V, Schanzstraße 32. Dienstag, den 9. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Aaron Schwertfinger: Die jüdische Situation. Judenstaatsjugend. Sonntag, den 7. d., 3 Uhr nachmittags, im Heim, EL, Erlafstraße 5, Generalversammlung. Eintritt nur für Mitglieder. — Dienstag, den 9. <L, halb 9 Uhr abends, im Helm, II., Untere Augartenstraße 88, Plenarversammlung. Vortrag Dr. Felix Klug: „Nach der Kgl. Kommission". Gäste willkommen! Achtung! Achtung! Der Haoved Haleumi (HamUverkcrorgaiiisution des Verbandes der Judonstaatszionlsten) veranstaltet einen Metallarbeiterkurs (Umschlchtungskurs für Bauschlosserei). Lehrbehelfe werden beigestellt. Erstklassige Lehrkräfte. Arbeitslose, die österreichische Staatsbürger oder arbeitsberechtigt sind, erhalten Fahrscheine unentgeltlich beigestellt. Anmeldungen täglich zwischen 6 und 7 Uhr abends im Stadtkibbuz, II., Rotensterngasse 12. * Beschäftigt den Stadtkibbuz der Judenstaatszionisten! II., Rotensterngasse 12. Tel. R-41-1-15-U. England und Palä§tina Die Londoner „Times" nimmt in einem reuantlonellen Leitartikel abschließend zur Palästina-Frage Stellung. Sie hebt hervor, welche eingehende und sorgfältige Arbeit die Kommission im Lande geleistet habe, um sich über alle einschlägigen Fragen zu informieren. Aus den öffentlichen Verhandlungen vor; der Kommission ergibt sich die mangelnde Bereitschaft der beiden Seiten, der jüdischen und der arabischen, zu einem Kompromiß. Es sei nur fair, zuzugeben, daß die jüdischen Zeugen sich veranlaßt gesehen haben, keine Konzessionen auf Kosten der, leidenden Masse der polnischen Juden und der, Juden Mitteleuropas .zu machen. Aber selbst so scheine die zionistische Interpretation des Mandats provokatorisch. Die Behauptungen, die von den Wortführern der Zionisten vorgebracht wurden, seien darauf hinausgelaufen, daß nur'die Arbeit der Juden, vor allem die, in Palästina ein Jüdisches Nationalheim zu errichten, als positiv zu betrachten sei. Was den anderen Gemeinschaften in Palästina zugestanden worden sei, sei nur eine Sicherheitsklausel für den Schutz der religiösen Rechte und der Eigentumsrechte. Von den Arabern könne kaum erwartet werden, daß sie Geschmack daran finden, wenn man sie auf die Stellung als reine „Nichtjuden" verweist. Die arabischen Führer seien aber noch weniger; konziliant gewesen. Sie hätten nichts von Kantonisierung hören wollen und sie hätten die Anregung verworfen, daß sie sich mit Engländern und Juden auf einer Round-Table-Konferenz treffen sollen. Sie hätten u. a. die unverzügliche Sperre der jüdischen Einwanderung gefordert, das Verbot aller L a n d v e rkaufe an Juden und die Errichtung einer nationalen. Regierung, wobei sie sich geweigert hätten, sich auf mehr als vage Versprechungen einzulassen, die nach' der Erfahrung mit den Assyrern keine Minderheit leichtgläubig akzeptieren würde. Aus den veröffentlichten Verhandlungen vor der Kommission habe sich das lang Erwartete ergeben, daß die englische Regierung nicht erwarten könne, die Juden, die unter, dem Eindruck der Tragödie in Osteuropa stehen, würden einem Kompromiß zustimmen, und daß den Mufti oder die jungen arabischen Nationalisten nichts weniger als die völlige Aufhebung der Balfour-Deklaration zufriedenstellen würde. Unter diesen Umständen, könne die Mandatarmacht nur ihre eigene Lösung für die Mißhelligkeiten in Palästina finden. Aufzuklären ist noch die Frage, v/ie es möglich gewesen ist, daß Zusammenstöße, denen ein arabischer Generalstreik gefolgt ist, nicht so weit eingeschränkt werden konnten, daß sie nicht in eine Rebellion ausarteten, die erst unterdrückt wurde, als zwei britische Divisionen, durch Reservisten verstärkt, im Heiligen Land zusammengezogen worden waren. Man wird noch Aufklärung geben müssen über das langanhaltende Zögern der Palästina-Verwaltung, das Land zu entwaffnen und wenigstens abschreckende Strafen für unerlaubten Waffenbesitz zu verhängen; weiter über den offenbaren Konflikt zwischen der Regierung und einem Zweig der Rechtsprechung, über die Umstände, unter denen bewaffnete Banden imstande waren, aus anderen Ländern nach Palästina zu kommen und, nachdem sie endgültig umzingelt waren, die Erlaubnis erhielten, unbehelligt zu entweichen. Inzwischen, heißt es zum Schluß des Aufsatzes, gibt es nur zu viele Anzeichen dafür, daß die Extremeren arabischen Politiker dabei sind, sich auf die nächste Runde vorzubereiten. Bewaffnete Räuberei und die Einziehung von „patriotische n" Abgaben unter Drohung mit Gewalt haben nicht aufgehört. Der Anschlag auf den arabischen Bürgermeister von Haifa, dessen Haltung während des arabischen Generalstreiks den Extremisten nicht gefiel, ist ein anderes Zeichen für die Stimmung, die in einigen Bezirken Palästinas herrscht. Waffen werden fortgesetzt in das Land eingeführt. Es bleibe ein weitverbreitetes und nicht leicht zu nehmendes Gefühl, daß die Unentschlossenheit des Kolonienministeriums in London in der Vergangenheit und der außergewöhnliche Optimismus in Jerusalem zu einem nicht kleinen Teile für die Unruhen verantwortlich sind, die Palästina heimgesucht haben und beständig seinen Frieden bedrohen. Die Winterhilfe der Isr. Kultugemeinde Wien verteiiiinioAusspeisesteiien zirka 170.000 Mittagessen, über 250.000 kg Kohle und Koks, - ■■■■■■ zirka 2700 Lebensmittelpakete, ferner verschiedene BekleiäJI MAI^nlll^n I dongsgegenstände, eine Tagesheimstätte für Kinder und ^0^11061 IClCflllCfl S Postsparkassenkonto B 29.659 Tee» und Wärmestuben wurden errichtet r

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