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Die neue Welt · 1937-02-02 · Heft 628 (2.2.1937) · page 3

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 628 (2.2.1937)
Date
1937-02-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nr. 628 vom 2. Februar 1937 DIE NEUE WELT Seite * Marion Dauies o. Ciark Gable KftlN und NABEL DIb Geschichte von zwei Mensehen, die sich lUMmmenstrltten und aus* einanderlebten Rotenfurm-Klnol, Stafa-Kinol/IL Votlvpark-KInoIX. i Warner Bros-aro&fllm a Anekdoten im diaen^iff Der Name Meir Dizengoff bleibt unvergessen. Er wird allmählich eine mythische Gestalt. Anekdoten bilden sich um ihn, Legenden. Wir veröffentlichen einige dieser Anekdoten, die Dr. I. Z. Kanner gesammelt hat. Das Märchen TeI*Aviv Bei seinem Aufenthalt in Rom wurde Dizengoff gefragt, was Tel-Aviv sei. „Tel-Aviv", sagte Dizengoff, „ist der größte Wahnsinn. Wir haben eine Stadt gegründet, wie sie nie gegründet worden ist: Ohne Kapital, ohne Pläne, ohne Baubewilligung, ohne Kommissionen — nur mit Kraft und Glauben." „Wieviel Einwohner zählt Tel-Aviv?" DiEengoff antwortete: „Jetzt im Augenblick zählt die Stadt soundsoviele Juden. Wieviele es in der nächsten Minute sein werden, läßt sich nicht sagen — soeben ist ein Schiff angekommen." Der Diplomat Dizengoff Es war während des Weltkrieges in Palästina. Der türkische General Dschemal Pascha, der die Front im Nahen Orient zu halten hatte, roch überall Spione. Insbesondere die Juden wurden der Spionage zugunsten Englands verdächtigt. Man meldete Dizengoff bei Djemal Pascha an. „Der Mann gehört an den Galgen, laß alle Vorbereitungen treffen", sprach Djemal zu seinem Adjutanten. Nach der Unterredung mit Dizengoff sagte er: „Es gibt Menschen, die man nicht hängen darf. Sorg' dafür, daß die jüdischen Armen tausend Sack Mehl bekommen." Was nicht für Palästina paßt Dizengoff hatte eine Aversion gegen Sonnenschirme. Es war ihm ein Greuel, zu sehen, wenn junge Leute mit aufgespannten Sonnenschirmen daherkamen. „Es ist kein Zeichen von Zivilisation, Dinge zu benützen,'die nicht ins Milieu passen." Und er brachte es dahin, daß die Leute vor ihm ihre Schirme schlössen. Bloß und Reifer Schon in früher Morgenstunde ritt Dizengoff — auch noch in hohem Alter — auf seinäm Pferd A g a d i aus. „Herr Bürgermeister, so früh schon auf den Beinen?" „Auf den Beinen? Gewiß. Aber nicht auf meinen, sondern auf den Beinen des Pferdes." Zwei Herrscher Tel-Aviv wuchs unter Dizengoffs Leitung: Aus einem kleinen Städtchen wurde ein großer Staat. Nach einem Besuch in Tel-Aviv wandte sich der verstorbene König von Belgien, Albert I, an Dizengoff: „Ich habe Sie, lieber Dizengoff, in Ihrem Staat besucht und lade Sie ein,- mir meinen Besuch in meinem Staat zu erwidern." Als Dizengoff sich für diese ehrende Einladung bedankte, sagte König Albert: „Danken Sie nicht. Es gibt keine zeremonielle Formel unter Menschen von der gleichen Branche." Der weißhaatage Jüngling Als man Dizengoff fragte, wieviel Jahre er auf sich habe, pflegte er zu antworten: „Ich fühle nicht die Last der Jahre. Seitdem ich inmitten der Jugend Palästinas lebe, bin ich zu jeder Jugendeselei bereit." Ein origineller Verein Nach einer schweren Krankheit traf Dizengoff einen seiner Freunde, der gleichfalls von einer gefährlichen Krankheit genesen war. „Gründen wir", schlug ihm Dizengoff vor, „einen Verein, den. wir. den ,Klub der dem Alter Trotzend.en" nennen wollen. Mitglieder dürfen nur Burschen von 70 Jahren aufwärts sein." Die Uhr ist stehengeblieben Man erzähltsich eine wundersame Geschichte. Im Sitzungssaal der Tel-Avivcr Stadtgemeinde, wo Dizengoff arbeitete, hing elf Jahre lang eine elektrische Uhr, die anstandslos funktionierte. In Dizengoffs Todesstunde blieb sie plötzlich stehen... Alles fürs Lieblinqskind Sein Löbenlang arbeitete Dizengoff für sein Volk um des Volkes willen, sein Amt war ein Ehrenamt. So hielt er es über den Tod hinaus, Er vermachte sein Vermögen seinem Lieblingskind — dem Museum CTel-Aviv, AUS PALÄSTINA Morde in Haifa Aus Haifa: Gleichzeitig mit dem bekannten arabischen Arzt Dr. Taha wurde in der Nähe der ) Haifaer Moschee noch ein zweiter Araber durch Terroristen erschossen. In der Nähe von Akko, im äußersten Norden Palästinas, wurde der deutschchristliche Farmer Jakob Speker ermordet aufgefunden. Gegen das Haus des Haifaer jüdischen Bürgers Cohen wurde eine Bombe geschleudert, die aber nicht explodierte. Die Polizei in Haifa entdeckte das Zentrum der arabischen Terroristen und nahm zahlreiche Verhaftungen vor. Im Dezember 1936 nur 753 jüdische Einwanderer Aus Jerusalem: Wie offiziell mitgeteilt wird, sind im Monat Dezember 1936 im ganzen 753 jüdische Einwanderer, unter ihnen 85 sogenannte Kapitalisten mit einem Mindestbesitz von je 1000 Pfund, nach Palästina gekommen. Die Touristensaison setzt ein Aus Jerusalem: 350 Touristen, meistens Amerikaner, darunter viele Juden, sind in Palästina eingetroffen. Sie befinden sich auf einer von der Canadian Pacific Gesellschaft organisierten Kreuzfahrt. In jüdischen Kreisen herrscht Empörung darüber, daß die Agenten der Gesellschaft in Palästina, die Araber sind, in dem Reiseplan der Touristen im Lande jüdische Ortschaften, Führer und Transportorganisationen boykottieren. (Palcor.) Der Hafen von Tel Aviv Aus Tel-Aviv: Anläßlich einer am 26. Jänner in Tel-Aviv abgehaltenen Massenversammlung wurde bekanntgegeben, daß die bürgerlichen Gruppen sich bereit erklärt haben, 50.000 Aktien der neuen Ausgabe des Palestine Marine Trust (Gesellschaft zur Förderung des Tel-Aviver Hafens) zu erwerben. Der Verband der Landwirte wird weitere 30.000 Aktien übernehmen, während andere Rechtsgruppen, einschließlich von Misrachi, Allgemeinen Zionisten und Revisionisten, 20.000 kaufen werden. Diese Ankündigung wurde mit stürmischem Applaus und dem Absingen der Hatikwah begrüßt. (Palcor.) Luftverkehr mit Palästina Aus Warschau: Im April wird die polnische Fluggesellschaft „Lot" den regelmäßigen Post- und Passagierdienst von Warschau nach Tel-Aviv aufnehmen. Die Strecke soll in 3 6 Stunden zurückgelegt und zweimal in der Woche beflpg.en .werden. Der. Fahrpreis beträgt einschließlich der Rückfahrt 50 Pfund. Aus Rom: Die italienische Fluggesellschaft „Ala Littoria" richtet einen regelmäßigen Dienst auf der Strecke „Brindisi — Haifa ein. Der Flug soll in acht Stunden bewältigt werden. Aus Jerusalem: Sämtliche fremden Fluglinien werden den Flughafen von Lydda benützen. Er wird nach seiner Vollendung der größte des Nahen Ostens sein. Mit 2500 Dunam Bodenfläche ist er doppelt so groß wie der Flugplatz in Alexandrien. Der PaläsfinaffPavslion der Pariser Weltausstellung Aus Pari a: In Anwesenheit von Vertretern der französischen Behörden und der britischen Botschaft fand in Paris -die Grundsteinlegung für den Palästina-Pavillon auf der am 1. Mai zu eröffnenden Weltausstellung 1937 statt. Der Palästina-Pavillon, dessen Pläne von zwei jungen palästinensischen Architekten, Tamir und Grinspan, entworfen wurden, wird im Trocadero-Park errichtet. Der Pavillon wird vier Ausstellungsräume umfassen. Der erste. Saal soll nach Lord Balfour benannt werden und der Darstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina sowie des sozialen Lebens der Juden in Palästina und in der Diaspora gewidmet sein. Der zweite Raum wird den Namen des verstorbenen Bürgermeisters von Tel-Aviv, Meir Dizengoff, tragen und eine Uebersicht über die wirtschaftliche und industrielle Entwicklung Palästinas bieten. Die geistige und kulturelle Erneuerung des jüdischen Volkes Söll im dritten, nach Chaim Nachman B i a 1 i k be- KlNO»PROGilAM&fE # KREUZ-KINO 1, Wollzelle i? Telephon W-24-2-16 Vorstellungen «, V«8. %!0 Herrin der Dschungel mit Dorothy Lamour STAFA, VII MariahilferstraOe 120 Telephon B-88-0-GK Wocneiitaus Uli. VOT3VPARK IX, Wäi?rinRerstraiJe \'J Telephon A.18»3-D6 HögWil; k, HA, Vt9, ttlQ Fflnflinge geboren! (Das große Weltwunder) nannten Raum gezeigt werden. Für die palästinensisch« Zeitungs- und Buchproduktion sind besondere Stände vorgesehen; ferner sollen in dem kulturellen Teil der Ausstellung Modelle der palästinensischen Theater, Museen usw. aufgestellt werden. Der vierte Saal wird nach Baron Edmond de Rothschild benannt; in ihm wird die landwirtschaftliche und industrielle Produktion Palästinas ausgestellt. Das Komitee wül während der Ausstellung mehrer« Konzerte des palästinensischen Symphonieorchesters veranstalten. Als Dirigenten hofft man Toscaninizu gewinnen. Ferner sollen in einem Theater auf dem Ausstellungsgelände einige Aufführungen dör „Habiraah" stattfinden. Die Einlagen In den Banken Palästinas Aus Jerusalem (J.T.A.): Nach einer Veröffentlichung des Statistischen Büros der Palästina- Regierung betrugen die Einlagen in den palästinensischen Niederlassungen ausländischer Banken Ende Oktober 1936 14,14 0.14 6 Pfund. Das bedeutet eine Steigerung von 30.000 Pfund gegenüber September 1936. Die jüdischen genossenschaftlichen Kreditinstitute hatten Einlagen von insgesamt 2,642.053 Pfund. Unter den Niederlassungen ausländischer Banken ist auch die Angl o-Pales tIn e - B an k einbegriffen, deren Depositen Ende Oktober allein 71/2 Millionen Pfund betrugen. Von den übrigen fremden Banken sind die Barclays Bank, die Ottoman Bank, die Banco di Roma, die Dutch Union Bank und die Polnische Bank zu nennen. Außerdem bestehen in Palästina siebzig einheimische Bänken. SCH'JKFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 Regina! M, ttic Vornehm und gefährlich William Powall ludisdfie Einwanderung in britische Dominien Aus London: Im Unterhaus kam es zu einer Aussprache über jüdische Einwanderung nach Palästina und in Dominien des Britischen Reiches. Während der" Abgeordnete der Labour Party, Sir Robert Young, die politischen Schwierigkeiten betonte, die. für das Britische Reich von einer fortdauernden verstärkten jüdischen Einwanderung nach Palästina zu befürchten seien, und darum die Ablenkung eines Teils des Einwandererstroms in die Dominien — besonders nach Australien — befürwortete, hob ein zweiter Redner derselben Partei, der Abgeordnete P. J. Bellen« g e r, die Leistungen der Juden in Palästina als vorbildlich für die Lösung von Kolohisätionsproblemen hervor. Haben die Mitglieder des Hauses, so fragte der Redner, bei der Behandlung dieses Problems über Palästina nachgedacht? Das Land war völlig entvölkert. Dadurch aber; daß Palästina infolge der Balfour-Deklaration zu einer neuen Heimat für die Juden geworden ist, kam es in den letzten Jahren zur B1 üte< Palästina hat anscheinend dieses Problem in weit wirksamerer Weise gelöst, als es für die Lösung der Reichs-* Probleme hier vorgeschlagen wird. Aus dem Verlauf der Debatte ging im übrigen hervor, daß Queensland und Südaustralien bereit sind, Einwanderer bestimmter Arbeiterkategorien in b eschränkter zahl aufzunehmen. Nach Auffassung des „Manchester Guardian" kommt das im Parlament beratene Reichssiedlungsgesetz überhaupt erst für eine vorläufig no'»h ungewism? Zukunft in Betracht. Praktische Bedeutung werde es erst erlangen, sobald die Dominien sich bereit erklären würden, einer mit Reichsunterstützung durchgeführten Wanderung' zuzustimmen. Kanada und Neuseeland seien bisher dazu nicht bereit. Verband der Judenstaafgzionfcfeii Sektion Prater, II., Erlafstraße 5, Dienstag, den 2. Februar, halb 9 Uhr abends, Bibelvortragszyklus, F.abb. Dr. N. Zicker: „Prophet Arnos". Freitag, den 5. d., Oneg-Schabbat-Vortrag; Rabb. Doktor Patron. Sektion Brigfttenau, XX., Staudinger» gasse 16. Donnerstag, den 4. d., halb 0 Uhr abends, Vortrag. Oberbaurat Robert Stricker: Die jüdische Situation. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 2. d., halb 9 Uhr abends, im Helm, n., Untere Augartenstraße Nr. 88, Plenarverßäramlung, Vortrag Erail Huttrer: Das Araberproblem. — Sonntag, den 7. d., 3 Uhr nachmittags, im Helm, II., Erlafstraße 5, Generalversammlung. D e b o r a h. Mittwoch, den 8. d., halb 0 Uhr abends» Im Helm, II., Erlafstraße 6, Vortragszyklus Josef Frankel: Die Geschichte des Zionismus. Der Verband der Judenstaatszlonisten und Judenstaatsjugend gratulieren Ihren Mitgliedern Herrn Moses Katz und Frl. Judith Schiff mann zu Ihrer Verlobung aufs herzlichste. Der Verband der Judenstaatszionisten, Sektion Prater, gratuliert seinem Ausschußmitglied Herrn Axtur Hecht anläßlich seiner Verlobung mit Frl. Anna D1 u g a 0 z. Silberne Hochzeit. Kürzlich feierten Herr Benjamin Schönberg und Frau Sara das Fest der silbernen Hochzeit. Herr Sehönberg gehört seit Jahrzehnten der zionistischen Organisation an und Ist stets ein treuer Arbeiter für die jüdische Saohe gewesen. Ihm und seiner Frau entbietet der Verband der Judenstaatszionlsten (dem Herr Schönberg als Parteiratsmitglied angehört) die herzlichsten Glückwünsche. j.mKoJ *ndreJ lm Galuth«, die neue Ilevue der „Jttdl sehen Künstler spiele", H., Praterstraße Nr. 34, bleibt wegen des außerordentlichen Erfolge« weiterhin auf dem Spielplan,

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