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Die neue Welt · 1937-01-29 · Heft 627 (29.1.1937) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 627 (29.1.1937)
Date
1937-01-29
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIB NEUE WELT Nr. 627 vom 29. Jänner 1937 ] 3 x BERGMANN. 1.; RABENSTEIG 3 HIMMELPFORTG, 5 KÖLLNERH0F6ASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weiß, waren, Bettwäsche, Strick* und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise bisherigen Unruhen, welche solange andauern werden, bis diese Grundursachen beseitigt sind." Jeder Kompromißvorschlag, beispielsweise Kantonisierung oder Parität ist für die Ai*aber unannehmbar. Sie weigern sich, mit den Juden an einem „runden Tisch" zusammenzukommen, weil nur die A r a b e r das Schicksal des Landes zu entscheiden haben. Die Weltjudenheit hat nichts dreinzureden. Sie anerkennen nicht die zionistische Jewish Agency. Was soll mit den 400.000 Juden, einem Drittel der ganzen Bevölkerung geschehen? Auf diese Frage, die jedem arabischen Zeugen gestellt wurde, konnte man keine klare Antwort bekommen. Wenn sie zu einem TJebereinkommen mit England kommen würden, dann werde man auch diese Frage bereinigen.. Der Gedanke „Nicht herrschen und nicht beherrscht werden" ist den Arabern fremd. Sie wollen unbedingt herrschen. Die Pointe ihrer Haltung: „Wir fordern!" Es ist gut, daß die Araber so aufrichtig und unverschämt offen gesprochen haben. Sie haben sich damit wenig genützt, weil vor der Welt ihr wahres Gesicht enthüllt wurde. Schluß mit den Illusionen! Die politischen Vermittler und Friedensmakler haben auf ihre Bemühungen um einen Modus vivendi eine Antwort bekommen. Die arabischen Führer besitzen ein eigenes Programm und das haben sie ohne jede Einschränkung in seiner ganzen Nacktheit vor die Kommission gebracht. Natürlich klingen die arabischen Forderungen ein wenig lächerlich, wenn man die Wirklichkeit ihrer eigenen Lage im Land betrachtet. Heute von der Abschaffung des englischen Mandats zu reden oder davon, das Land so arabisch zu machen wie England englisch ist (bei einem Jischuw von 400.000 Juden!), heißt einfach: nicht die Realitäten berücksichtigen und bloß auf den Eindruck zu rechnen, den das Gerede in der Gasse macht. Man kann nicht glauben, Djemal Husseini und Auni Abdul Hadi seien so naiv, nicht zu verstehen, daß seit 1917 eine grundsätzliche Aenderung in der Lage Palästinas vorgekommen ist. Die jüdische Tatsache — die 400.000 Seelen . zählende jüdische Bevölkerung — kann man nicht auslöschen; auch das jüdische Element in der Welt ist vorhanden. Die englischen Verpflichtungen — und mehr noch: die englischen imperialen Interessen — haben vorläufig ihre Kraft nicht verloren. Bei gewissen Mitgliedern der Kommission wird vielleicht der arabische Patriotismus Sympathie finden, aber die primitive und — sagen wir — zu einfache Formel der Liquidierung des zionistischen Problems wird kaum Widerhall finden. Die Kommission ist gekommen,' um „einen Ausweg zu finden", einen „Ausgleich zu schaffen" und „das Land zu beruhigen" und nicht, um einen neuen Krieg hervorzurufen. Und man kann nicht sagen, daß das arabische Programm danach angetan ist, Frieden und Verständigung herbeizuführen; es ist die Ansage eines unbarmherzigen Krieges sowohl gegen die Juden als auch gegen Englands zionistische Politik. Peels Kommission ist nicht so leichtsinnig, zu glauben, daß man 50 Jahre jüdischer Arbeit anullieren kann. Was die Engländer bei dieser Lage tun werden, ist schwer vorauszusehen. Keinesfalls werden sie den Willen des Mufti erfüllen. Die Juden? Die Juden werden noch ruhiger, noch entschlossener werden in der Durchführung ihrer Aufgabe. Der Jischuw ist nicht erschrocken, als er das unverhüllte Gesicht der Araber sah. Er weiß jetzt, wie er sich vorzubereiten hat. Als eine Warnung für die Juden und Engländer iGt das arabische Auftreten nützlich gewesen und hat' zur rechten Zeit stattgefunden. Martyrium in Polen Aus Warschau (J. T. A.): In der Budgetkommission des Sejm wies der jüdische Deputierte Minzberg: darauf hin, daß in Galizien, als es noch zu Oesterreich gehörte, zahlreiche Juden im Eisenbahnwesen beschäftigt waren, die unter der polnischen Verwaltung1 bis auf ganz geringe Reste verdrängt wurden. Aber diese wenigen jüdischen Beamten haben ein Martyrium durchzumachen. Im Direktionskabinett der Lemberger Eisenbahnverwaltung hat sich vor einigen Tagen einer der letzten jüdischen Beamten, Josef Wolf, mit einem Rasiermesser den Hals durchschnitten und ist kurz darauf gestorben. Aus hinterlas^enen Schreiben war zu ersehen, daß er wegen der fortwährenden Schikanen gegen ihn als Juden lebensüberdrüssig geworden ist. Solange — schloß Minzberg — der Plan, uns Juden auf die Inseln zu den Menschenfressern zu schicken, noch nicht verwirklicht worden ist, soll man unsere Menschenwürde nicht mit Füßen treten. Einer Abordnung fortschrittlicher Studenten, die beklagte, daß ein ordentlicher Studiengang wegen der] , fortwährenden blutigen Ueberfälle der Nationaldemokraten auf Juden und Fortschrittliche nicht mehr möglich sei, erwiderte der Rektor der Warschauer Universität, Prof. Antoniewlcz, er sei machtlos gegenüber den Natlonaldemokratcn. In der Warschauer Landwirtschaftlichen Hochschule überfielen die Nationallsten während der Vorlesung des Dekans der Gärtner-Fakultät, Prof. Korczewski, die im Saale befindlichen drei Juden, schlugen sie blutig, zerrten sie an den Ohren zum Saal hinaus und warfen isic die hohe Treppe hinunter. Auch an anderen Warschauer Hochschulen kam es zu antijüdischen Exzessen. Das gleiche wird von den Hochschulen im ganzen Lande gemeldet. Das Martyrium der jüdischen Studenten ist unbeschreiblich. Die Behörden lösten das jüdische Komitee für Hille an die infolge des neuen Schächtgesetzes brotlos gewordenen jüdischen Fleischhändler und Fleischereiarbeiter auf. K*tfe*.Mariahiir WIEN VI, MARI AH ILFERSTR ASSE 89«, TELEPHON B-2F-2-35, ß-29-4-69, 8-22-3-3? NEU RENOVIERTE SPIELSÄLE! Clearing-Abkommen Polen-Palästina Aus Warschau: Das staatliche Verrechnungsinstitut hat in einer unter Vorsitz seines Präsidenten Mlynarski abgehaltenen Sitzung das Clearing-Abkommen zwischen Polen und Palästina akzeptiert; es tritt Mitte Februar d. J. in Kraft. Das Abkommen betrifft den gegenseitigen Waren- und Geldaustausch und schließt auch die Wanderung von Personen mit einem Kapital von je 1000 Pfund aus Polen nach Palästina ein. Die polnische Armee und die Juden Aus Warschau: Bei Behandlung des Budgets des Kriegsministeriums im Sejm führte der jüdische Deputierte Minzberg aus: Wir Juden haben uns bemüssigt gesehen, bei Behandlung des Eudgets jedes Ministeriums unsere Einwendungen vorzubringen, weil wir überall benachteiligt werden. Bei Behandlung des Budgets des Kriegsministeriums wollen wir weder Einwände erheben noch Kritik üben; die Armee hat sich von g ewissen Einflüssen, die man jetzt in der Gesellschaft spielen läßt, fernzuhalten gewußt. Wir Juden nehmen eine positive Haltung zur Armee ein. Gutsituierter Wiener Geschäftsmann Junggeselle, 40 Jahre, sucht schöne schlanke Dame, ebenfalls gut situiert, zwecks Ehe ehrbar kennen zu lernen / Ausführliche Zuschriften unter „Religiöses Gefühl" an die Expedition Die Juden in Böhmen Aus Prag: Im Verlaufe der Parlamentsdebatte über das neue Kultusgemeindengesetz gab der Abgeordnete Goldstein eine Darstellung der jüdischen Bevölkerungbewegung in Böhmen seit einem halben Jahrhundert, also seit der Zeit der letzten gesetzlichen Regolung. Im Jahre 1890, d. i. in dem Jahr, in welchem das Gesetz von den inneren Verhältnissen der jüdischen Religionsgemeinschaft erlassen wurde, lebten in Böhmen 94.479 Juden (d. s. 1,66 Prozent der gesamten Einwohnerschaft in Böhmen); im Jahre 1921 79.675 (d. s. 1,19 Proder gesamten Einwohnerschaft in Böhmen); im Jahre 1919 85.827 (d. s. 1,27 Prozent der gesamten Einwohnerschaft in Böhmen); im Jahre 1921 79.675 (d'( s. 1,9 Prozent der gesamten Einwohnerschaft in Böhmen);. im Jahre 1930 76.301 (d. s. 1,07 Prozent der gesamten Einwohnerschaft in Böhmen). Hiervon lebten in Groß-Prag im Jahre 1890 23.473 (d. s. 24,85 Prozent aller Juden in Böhmen, respektive 5,91 Prozent der gesamten Präger Einwohnerschaft); im Jahre 1900 27.289 (d. s. 29,43 Prozent aller Juden in Böhmen, respektive 5,31 Prozent der gesamten Prager Einwohnerschaft); im Jahre 1910 29.107 (d. s. 33,91 Prozent aller Juden Böhmens, respektive 4,72 Prozent der Prager Einwohnerschaft); im Jahre 1921 3J.751 (d. a. 39,95 Prozent aller Juden in Böohmen, respektive 4,69 Prozent der gesamten Prager Einwohnerschaft); im Jahre 1930 35.463 (d. h. 46,45 Prozent aller Juden Böhmens, respektive 4,18 Prozent der gesamten Prager Einwohnerschaft).' Daraus ist ersichtlich, daß die Anzahl der Juden in Böhmen ständig, und zwar sehr rasch, sinkt (in 40 Jahren fast um 20 Prozent), und da die Zahl der Gesamtbevölkerung wächst, vermindert sich der relative Anteil an der Gesamtbevölkerung noch schneller (annähernd von 1,66 auf 1 Prozent). Diese Aenderungen, welche die kleüien Gemeinden s.o. geschwächt haben,, daß sie» nicht selbständig; existieren können, sind der Hauptgrund zur Erlassung des neuen, Gesetzes. Rasches Ende einer antisemitische« Parteigründting Aus Prag (J. T. A.): Wie die J. T. A. gemeldet hat, wurde in Preßburg eine neue slowakisch-antisemitische Partei unter dem Namen „Bürgerliche Christliche Partei der Arbeiter und Bauern" gegründet. Nun kommt aus Preßburg die Nachricht, daß der Gründer der Partei, Josef Hamäik, gegen seinen Generalsekretär Julius Mattyaäovsky die Strafanzeige wegen Veruntreuung der eingesammelten Mitgliedsbeiträge in der" Höhe von 2000 tsch. K erstattet hat. Der Sekretär hat das Geld einkassiert, jedoch für sich behalten und ist damit verschwunden. Wie weiter aus Preßburg gemeldet wird, wurde die „Slovenkä Pravda" wegen Veröffentlichung gefälschter Talmudzitate beschlagnahmt. Streichers Bibel Aus Prag (J. T. A.): Das „Prager Montagsblatt" sieht in dem „Bilderbuch für groß und klein", das soeben in Streichers „Stürmer"-Verlag erschienen ist, einen furchtbaren Beweis der um sich greifenden sexuellen Verderbtheit in Deutschland. Das Kind, hineingezogen in die Atmosphäre des Sexus, kennzeichnet den Abgrund, aus dem diese blinden Triebkräfte kommen. Die Bilder in dem Buche — stellt die Zeitung fest — sind scheußlich, verrohend und von einer tiefkranken Sexualität durchtränkt. Zeichnerin und Verfasserin aber ist — die erst achtzehnjährige Elvira Bauer, ein sonst harmlos, aussehendes Mädchen mit blonden Zöpfen. Mit einer ungeheuren Grausamkeit werden in ihren Zeichnungen Kinder gegen Kinder gehetzt. Das englische Kirchenblatt „Chvirch Times" (vom 15. Jänner) nennt das Buch, dessen kleine Verfasserin Jesus Christus, diei Worte „Der Jude war ein Mörder von Anfang an" in den Mund legt, „revolting". Aber das ist alles fast gar nichts gegen das ebenfalls soeben erschienene dicke Buch von Walter Rainer. (Verlag Max Otto Groh, Dresden. N 6) „Israel in Karikatur und Satire", das die Bibel zu einem einzigen pornographischen Werk umbiegt und ihren Inhalt in einer Art von Wirtinnen-Versen wiedergibt. Etwa 30: „Adam lebte mit der Eva Damals im Konkubinat, Weil ein Standesamt zu schaffen Gott der Herr vergessen hat." Wir kommen nach. Aegypten: „Als die Prinzessin Pharao Im Nil sich kühlte den Popo .. .*' Bei den Psalmen Davids heißt es: „Die gemeine Sinnlichkeit Dieses Wüstlings ging so weit, Daß er Weiber ohne Gnade Vergewaltigte im Bade." Was sich dann anläßlich des Hohen Liedes tut» kann sich der Leser selbst vorstellen. In der deutschgläubigen Zeitschrift „Nordland" (S. 210) heißt es u. a.: „Das klassische Beispiel ist der Jahwe des Alten, Testaments, der in Wü'klichkeit nichts anderes ist, als das gigantische Konterfei eines alten durchtriebenen, abgefeimten Viehjuden." Verband der Judenstaatszionisfen Sektion Prater, IL, Erlafstraßo 5. Freitag, den 29. d., halb 9 Uhr abends, Oneg Schabbath. Vortrag Rabbiner Dr. N. Z ick er, Gesang. — Sonntag, den 31. d., 4 Uhr nachmittags, im Restaurant Lustig, IL, Venedigerau, Kinder-Chamischa-Assar-Feier. Regiebeitrag 50 Groschen. Jedes Kind wird beschenkt. Sektion B r i g i 11 e n a u, XX., S t a u d i n g c rg a 8 s e 16. Donnerstag, den 4. Februar, halb!) Uhr abends, Vortrag Oberbaurat Robert Stricker. Themai Die jüdische Situation. Judenstaatsjugend. Dienstag, den 2. Februar, halb 9 Uhr abends, im Heim, IL, Untero Augartenstraße 38, Plenarversammlung. Referent: Gg. Emil Huttrer. Thema: Das Araberproblem. — Die ordentliche Generalversammlung lindet nicht am 31. d., sondern Sonntag, den 1. Febniar, um 3 Uhr nachmittags im Heim, IL, Erlafstraße 5, statt. Der Verband der Judenstaatszioniston — Sektion Prater gratuliert seinem Mitglied Herrn. Dipl. Kaufmann Michael Frisch zu soiner Vermählung mit Fräulein Itonöc Friedmann. Der Verband der Judenstaatszionistcn und Juden» staatsjugend gratuliert seinem verdienstvollen Mitglied Herrn Oberkantor Josef Feuer zu seinem Vermählung mit Fräulein Chanah Sehrenzel aufs herzlichste. Das 25jährige Meister Jubiläum als Schuherzeugen feierte in diesen Tagen ein treuer Leser unseres Blattes, und eifriger Judenstaatszionist, Herr Moritz Lichtenstein. Von kleinen Anfängen hat Herr Lichtenstein sein Unternehmen zu großer Bedeutung gebracht. Er genießt in Fachkreisen bestes Ansehen und ist Vorstandsmitglied des „Vereines der österreichischen Export-Schuhwarenerzeuger". Wir gratulieren ihm herzlich. Bing der Alt-Herren verbände der zloutatlsc-hcii Ver-» blndmigen. I., Kohlmatfkt 8. Montag, den 1. Februar, Vortrug Rabb. Dr. Armand Kaminka über das Thema, „Josephus Fjavius und seine Zeltgenossen". 20 Uhr. Aller Anfang ist schwer. Sobald das Kind die Zahnbürste selbständig gebrauchen kann, sollte die Mutter ea lehren, täglich die Zähne zu putzen. Nur wer gesund« Milchzähne hat, bekommt gute bleibende Zähne. Für Ktn« der nur Chlorc-dont, die bekannte §ualitäto»Zaanpasfc&. £

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