Mannheim
Compact Memory

Die neue Welt · 1937-01-26 · Heft 626 (26.1.1937) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 626 (26.1.1937)
Date
1937-01-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2711613-2712245-2712251--6272-2720000
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nr. 626 vom 26. Jänner Iö37 NEÜE WELT M** Günstige Bilanz der ju<h'§dien Kolonialbank Aus Jerusalem meldet Palcor: Hier fand am 20. Jänner die Generalversammlung des Jewish Colonial Trust statt. Den Vorsitz führte Herr Lasar Braudo, der Vorsitzende des Geschäftsführenden Ausschusses. Anwesend waren 25 Teilnehmer; von insgesamt 400.000 Aktieninhabern waren 22.000 durch Ussischkin, Rottenstreich, Gluskin und Bergmann vertreten. In seiner Ansprache führte der Vorsitzende aus, daß trotz der zahlreichen Schwierigkeiten der letzten Jahre die Position jetzt gefestigt sei, nachdem die Zeiten der Krisis im Jahre 1929 und 1934, als die Liquidation der Bank schon einsetzte, glucklich Uberwunden worden waren. Er erklärte, daß die erste Hälfte des Jahres 1986 mit einem Gewinn von pal. Pf. 318.000 die geschäftlich günstigte Zelt gewesen sei. Weitere Gewinne seien zu verzeichnen durch den Besitz von Aktien der APAO, die um die Hälfte gestiegen seien; mit Dividenden, Vorzugsaktien, gewöhnlichen Aktien, sonstigen Vergünstigungen beläuft sieb der Gewinn aus diesen Quellen zusammen mit Ge- Sorgen und Hoffnungen PaBä§rfna§ Na di Abreise der Uqh Kommission Die Stimmung der Judenschaft Palästinas nach Beendigung der Arbeiten der Kommission wird zum Teil von dem wiedereinsetzenden arabischen Terror beeinflußt, der sich diesmal hauptsächlich gegen Araber und die englischen Ordnungskräfte richtet. Die Ernüchterung der arabischen Extremisten im Zusammenhang mit den Aussagen des Mufti und der anderen Delegierten scheint sich in Form von terroristischen Angriffen Bahn zu brechen. Bezeichnend hiefür sind der Mordanschlag gegen den Haifaer Bürgermeister Sidkey Bey und die Ueberfälle auf britische Polizisten in Safed und bei Nablus, Ereignisse, die zur Folge hatten, daß der Oberkommandierende der englischen Truppen in Palästina, General Dill, im Gebiet von Nablus ein großes befestigtes Militärlager errichten ließ. Das Gebiet von Nablus war bekanntlich das Zentrum des letzten arabischen Aufstandes. Da die arabischen Terroristen mit Erneuerung der Unruhen nach Abreise der Kommission drohten, mußte die Mandatarmacht Vorsorge treffen. Allerdings besagen Nachrichten, daß bloß in gewissen städtischen Gegenden berittene Polizeipatrouillen eingesetzt und die Chausseen bewacht werden, während die Zahl der Polizisten in den jüdischen Kolonien vermindert wurde. Die Araber selbst sind mit ihren Erfolgen vor der Kommission nicht zufrieden; es. macht sich bereits eine starke Opposition gegen den Mufti bemerkbar. „Islamia" erklärt, daß die arabischen Zeugen die arabische Sache sehr mangelhaft vertreten haben, und auch der „Falastin" übt Kritik an der arabischen Zeugendelegation. Beide Blätter beurteilen die arabischen Aussichten sehr pessimistisch. „Al-Liwa", das Organ des Mufti, drängt auf die Entsendung einer neuen arabischen Delegation nach London, welche die arabischen Interessen vor der Veröffentlichung des Berichts der Kgl. Kommission vertreten soll. In Tulkarem soll eine Konferenz der Vertreter der arabischen Dörfer stattfinden. Zweck der Beratung wird die Schaffung einer offiziellen Vertretung der Bauern innerhalb des Arabischen Obersten Komitees sein, dessen Politik immer mehr Unzufriedenheit begegnet. High Commissioner Sir Artur Wauchope, der während der Tätigkeit der Kommission im Hintergrund gestanden war, tritt allmählich wieder in den Vordergrund. Die arabischen Blätter beschäftigen sich mit seiner Person sowie mit anderen Regierungsbeamten. Es verlautet, daß außer der Versetzung des antizionistischen Chefsekretärs Hathorn Hall nach Zanzibar weitere wichtige Veränderungen innerhalb der Palästina-Regierung bevorstehen. E. Mills, der bisherige Leiter der Einwanderungsabteilung, wird als Nachfolger von Hall bezeichnet. Wauchope soll sich im Februar nach London begeben, Winnen aus Investierungen in Palästina auf pal. Pf. 865.000. Außerdem brachte die Aufwertung ihres Aktienbesitzes einen Gewinn von pal. Pf. 316.000. Auf Grund dieser reichen Gewinne konnte eine radikale Abschreibung der noch verbliebenen dubiosen Aktiva erfolgen und außerdem noch die Reserven erhöht werden. Der Vorsitzende hob hervor, daß das gesamte ausgezahlte Kapital jetzt durch sichere Aktiva gedeckt sei. Dieser günstige Stand der Dinge, der hauptsächlich aus den Gewinnen aus palästinensischen Investierungen resultiert, läßt jedoch die Direktoren nicht die großen Verluste der vergangenen Jahre übersehen, deren Ursachen noch gründlich untersucht werden müssen. Der Vorsitzende kündigte ferner an, daß der bisherige Direktor Dr. Georg Halpern jetzt in den Ruhestand trete und daß sein Nachfolger auf der nächsten Sitzung, die gleichzeitig mit dem nächsten Kongreß stattfinden «oll, gewählt werden wird. ein Gerücht, das mit den seinerzeitigen Meldungen vom unbedingten Verbleiben Wauchopes auf seinem Posten in Widerspruch steht. Wie immer man die Aussichten der Araber beurteilen mag, jedesfalls gehen ihre antijüdischen Aspirationen in vollem Umfang weiter und wir müssen uns auf schärfsten Widerstand gefaßt machen. Die arabischen Blätter berichten, daß 1000 arabische Jugendliche aus allen Teilen Palästinas sich nach dem Irak begeben haben, um dort militärisch ausgebüdet zu werden und als fertige Soldaten nach Palästina zurückzukehren. Diese militärische Ausbildung der arabischen Jugend ist ein Symptom für den Entschluß der arabischen Extremisten, der Mandatarmacht bei der Pazifizierung des Landes Schwierigkeiten zu machen. Indessen geht die Arbeit des jüdischen Jischuws weiter. Im Tel-Aviver Hafen wird systematisch gearbeitet, im Haifaer Hafen wurden seitens der Palästina-Regierung soeben neue 100 jüdische Träger eingestellt, so daß jetzt die gesamte jüdische Belegschaft bereits 40 Prozent beträgt. Die Aussichten der wirtschaftlichen Entwicklung Palästinas für die nächste Zeit werden günstig beurteilt. Die Monatsschrift „Palestine and Middle East" teilt mit, daß im Jahre 1937 weitere 20.000 Dunam in fruchtbares Land verwendet werden sollen. Weiter sind große Bauten, die Gründung neuer Kolonien, die Erschließung des Hule-Gebietes, Arbeiten am Toten Meer, die Errichtung eines Elektrizitätswerkes in Petach-Tikwa, der Gasanstalt in Tel-Aviv, Hafenarbeiten bei Tel-Aviv, Flugplatz- und Bahnhofsbauten vorgesehen. Der Aufwand für diese Arbeiten wird einige Mülionen Pfund betragen. Alles hängt davon ab, wie. sich die politische Lage des Landes gestalten wird. Ohne politische Basis und weitausreichende Sicherheit bleibt der jüdische Aufbau ein Experiment, vor dessen Gefahren wir oft genug schon gewarnt haben. Die radnlcaSen Araber Aus London: In einem Leitartikel des „Daily Telegraph" wird festgestellt, daß eine ganze Reihe der arabischen Forderungen, mit der Ausübung einer britischen Autorität absolut unvereinbar ist. Ein Zeuge nach dem anderen erklärte, daß die Araber einen unabhängigen arabischen Staat nach dem Muster des von den Franzosen für Syrien geplanten verlangen. Die Frage, was aus den jüdischen Siedlern werden sollte, wurde am klarsten von Auni Abdul Hadi beantwortt, der erklärte, daß die Araber die Vertreibung aller nichtpaI ästinensischen Juden aus dem Lande beabsichtigen. Derselbe Zeuge erklärte, daß die Araber keine einzige Elle Boden an die Juden abtreten würden. Von Uebertreibungen und Erregung, die nach einem Gewaltausbruch verständlich sind, abgesehen, sei ganz offensichtlich, daß die arabischen Forderungen alles, was an Konzession nur möglich sei, weit übersteigen. Wenn man ihnen entsprechen wollte, müßte Endlich wiedet. Orangen und Grapefrucht sind saftiger PALÄSTINEN SI5CHE5» WACHSTUM) man den ■ Gedanken eines Jüdischen Nationalhelmes aufgeben, 400.000 im Lande angesiedelte Juden nach ihren Heimatländern zurückschicken und die junge Industrie in Palästina wieder verfallen lassen. Diese Bedingungen* sind undurchführbar, was die Araber genau wissen. Durch ihre Haltung hätten sie die Verfassung des Kommissionsberichtea; unsagbar erschwert. E9 sei ihnen aber bestimmt nicht ge« lungen, die Entschlossenheit der Kommission, einen gerechten Plan, der den Wohlstand beider Bevölkerungsteile fördert, auszuarbeiten, zu schwächen. Die gemäßigten Araber Aus London: Dem „Daily Herald" wird au« Jerusalem telegraphiert, daß eine Gruppe prominenter palästinensischer Araber, die sowohl zu den arabischen Radikalen wie zur Mufti-Gruppe in Opposition steht, der Königlichen Kommission vor ihrer Rückreise ein Memorandum überreichen wird,. das als ein Verständigungsvorschlag angesehen werden kann und dessen Forderungen in scharfem Gegensatz zu denjenigen der Radikalen und Mufti-Anhänger stehen. Von den gemäßigten Arabern werden folgende vier Forderungen erhoben: 1. Es soll ein Legislative Council (Parlament) eingesetzt werden, der die Rechte der Juden und der Araber garantieren soll. 2. Es soll eine ständige Kommission zur Regelung der Einwanderung geschaffen werden; in der Kommission sollen Araber, Juden und Engländer vertreten sein. 3. Es soll ein starkes Sicherheitswearen eingerichtet werden, durch das Gewähr dafür geboten wird, daß es nicht wieder zu Unruhen in Palästina kommen kann. 4. Das englische Palästina-Mandat soll in Kraft bleiben. Verband der Judenstaaisxi'onisteii Sektion Prater, II., Erlaf Straße 5. Dienstag, den 26. ds., halb 9 Uhr abends: Bibelvortragszyklus. Referent: Rabbiner Dr. X. ZIcker. — Freitag» 29. ds., halb 9 Uhr abends Oneg Schabbath. Vortrag and Gesang. Gäste willkommen! — Sonntag, den 81. ds., 4 Ubü nachmittags, im Restaurant Lustig, IL, Venedlgerau, Kinder-Charaischa-Assar-Feier unter Mitwirkung der bekannten Kinderschauspielergruppe. Sektion X, Herndlgasse 588. Dienstag, den 26. ds., halb 9 Uhr abends: Chamlscha-Assar-Feier. Festrede: Rabb. Dr. B. Murmelstein. Künstlerisches Programm. Sektion XVIII/XIX, XVIII., Seroperstraße 19. Donnerstag, den 28. ds* halb 9 Uhr abends: Vortragsabend. Redner: Dr. Sa!. Wolf, Fritz Richter. Thema: Die Situation in Palästina. Sektion XX, Staudingergasse 10. Mltt, woch, den 27. ds., halb 9 Uhr abends Im Helm: Oharaischa- Assar-Feier. Festrede: Rabb. Dr. I. Z. Kanner, Reichhaltiges Programm. JudenstaatsJugend. Dienstag, den 26. ds* halb 9 Uhr abends, im Helm, EL, Untere Augartenstr, 88» Plenarversammlung. — Sonntag, den 81. ds., 3 Uhr nachmittags, im Heim, II., Erlafstraße 6, ordentliche General« Versammlung, J.HJ., I, Goidsöimißögassß 9 RONACHER Samstag, 30.Janner 1937 „JUGEND FÜR WINTERHILFE" PROGRAMM: Die Ronacher-Sensationen der iweifen Jännerhälfte, ferner Rita Giors, Sonja lewkowa, MaxBrod, Karl Farkas, Frlti Grünbaum, Duno Tendier, Martin Miller, 3 Melo-Parodisten, Fritz Strehlen, 8 Makkablboys r Conference: Josef Baar; anschließend T«ltl. im Barsfaberl: Edmund Helfer, und Jimmy Berg. Beginn 23 Uhr. Karten von S 2.—- aufwärts. Das RelnTtragni» fliegt wr flttrue dem WlnfrhllUfond» der isr. Kuitusacmoinde tu KartanvorverKauf: Konzertkasse Bernard, I, ScbwsrzenbtrRplatt 1 (IM7-2-83); Oronner, I, Oriben?8; Jüdische Kulturelle I, Kai 3 ' R-2S-•?-;•«)i; ] K. i., i Qoldsclinii«dga<8e Ü sowie In d«n diversen rheatt-ruartfnbüros und bei allen Komlteemltglledern

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.