Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 11 (1937)
- Issue
- Heft 625 (22.1.1937)
- Date
- 1937-01-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 625 vom 22. Jänner 1937 DIE NEUE WELT Seite 5 Arbeiten der Kqh Kommission beendet Aus Jerusalem wird berichtet: Am Montag, den 18. d„ hielt die Kgl. Kommission ihre letzte öffentliche Sitzungab. Es wurde der griechisch-katholische Bischof von Jerusalem vernommen, der in ausgesprochen judenfeindlichem Sinne aussagte. Der Bischof verstieg ^ich sogar zu der Behauptung, daß die Juden dl. Absicht hätten, sich christlicher heilige»; Stätten, die auf dem Platz des ehemaligen Temmels stehen (?), zu bemächtigen. Wenn die Juden in Palästina das Uebergewicht erlangen sollten, erklärte der Bischof, würden sie alle heiligen Stätten „vergewaltigen". Merkwürdigerweise wurde der Zeuge bei diesen unbewiesenen Behauptungen von den Mitgliedern der Kommision nicht unterbrochen. Es wurde an ihn nicht einmal die Frage gerichtet, worauf er seine Behauptungen stütze. Als nächster Zeuge erschien vor der Kommission der Direktor der Jerusalemer Quäkerschule, Dr. Tot ah. Er erklärte unter anderem, es gebe unter der arabischen Bevölkerung 85 Prozent Analphabeten, und dies komme im kulturellen Niveau des Landes zum Ausdruck. Als letzter arabischer Zeuge wurde der christliche Rechtsanwalt Georg Antonius vernommen. Er äußerte sich über die Ursachen der letzten Unruhen und meinte, sie seien darin zu suchen, daß die Regierung den Verwaltungsdienst nicht richtig organisiert habe und daß die Araber das Gefühl hätten, schlechter behandelt zu werden als die Juden. Entgegen manchen Erwartungen wurde den jüdischen Zeugen nicht mehr Gelegenheit gegeben, sich abschließend zu äußern. Agudas lisroel protestiert Die Exekutive der Agudas-Jisroel-Weltorganisation hat tn einem Telegramm an die Kgl. Kommission ein kategorisches Dementi der Aeußerung des Mufti von Jerusalem gegeben, wonach die Juden gegen die heiligen mohammedanischen Stätten Pläne vorbereiten und sie sich aneignen wollen. Lord Peel hat Palästina verlassen Aus Jerusalem: Der Vorsitzende der Kgl. Kommission, Earl of Peel, ist am Dienstag, den 19. d. M., tn Begleitung des Vizevorsitzenden Sir Horace Rumbold nach Kairo abgereist, um sich von dort nach England zu begeben. Ansiimclisvollc Starkbärtige, Empfindliche, Eilige nehmen nur die sanft-scharfe SWING PalästmaiEmwanderuno; Aus Jerusalem: Nach der Statistik der Jewish Agency verteilen sich die im abgelaufenen Jahr nach Palästina gekommenen rund 30.000 jüdischen Einwanderer folgendermaßen auf die einzelnen Monate: Jänner 2094, Februar 2273, März 3646, April 3095, Mai 2160, Juni 1378, Juli 2084, August 2955, September 4559, Oktober 1156, November 880 und Dezember 703. Bei diesen Zahlen handelt es sich nur um die Einwanderer, die in den Häfen Haifa und Tel-Aviv gelandet sind. Dazu kommen noch 877 Personen, die auf dem Landweg die Grenzen Palästinas überschritten haben, und 1755 Touristen, die die Erlaubnis zur dauernden Niederlassung erhielten. Es ergibt sich somit eine Gesamtsumme von 29.615 Einwanderern. Aus dieser Statistik ist zu ersehen, daß die Unruhen, die vom April bis Oktober dauerten, auf den Umfang der jüdischen Einwanderung keinen starken Einfluß ausgeübt haben. Der diesjährige Orangenexport Aus Jerusalem: Der Orangenexport aus Palästina ist im vollen Gange. Bis heute sind bereits zirka 3 Millionen Kisten exportiert worden, davon 1,600.000 aus jüdischen Pflanzungen. Trotz Hagel und Sturm, die vor zwei Wochen über das Land hereinbrachen, wird der gesamte Orangenexport in der Saison 1937/38 auf nicht weniger als 9 Mi'llionen Kisten (gegenüber 5,873.000 Kisten im Vorjahre) geschätzt, davon 5,5 Millionen aus jüdischen Pflanzungen (gegenüber 3,340.000 Kisten im Vorjahre). Die Preise für die Palästina-Orangen auf dem internationalen Markt sind heute nicht hoch. Sie sind jedoch nicht niedriger als im Vorjahr. Normalerweise beginnen in dieser Zeit die Preise von Woche zu Woche zu steigen und erreichen das höchste Niveau in den Monaten März-April. (Palcor.) Verminderung des Ueberschusses der Palästina- Regierung infolge der Unruhen Aus Jerusalem: Im „Monatsbulletin. für Statistik" wird mitgeteilt, daß die Ausgaben der Palästina-Regierung vom 1. April bis 30. November 1936 2,777.000 Pfund betrugen. Für Verteidigungszwecke wurden 125.250 Pfund und für außerordentliche Ausgaben im Zusammenhang mit der Entsendung von Verstärkungen nach Palästina 50.000 Pfund verwendet. In den ersten acht Monaten des Finanzjahres, in die die ganze Zelt der Unruhen fällt, waren die Ausgaben um 22.000 Pfund größer als die Einnahmen. Der Verwaltungsüberschuß der - Palästina-Regierung ist infolgedessen von 6,248.000 Pfund auf 6,226.000 Pfund Ende November gofiuakoo« tyawz, Wien spaekt davon und (ekd kaufen atU scUoh ... Schmidl Qualitäts Mazzoth die Pessach-Deifkalesse des Feinschmeckers I „Schmidl-Mazzoth« sind deshalb seit mehr als 40 Jahren beliebt und >werden von' »^^nJ,g™§_S? sie auf höchster Qualitätsstufe stehen. „Schmidl - Mazzoth« erzeugt der-bekannte^ erste. ^cf^afl^ ™ Brodetzky mit den modernsten Maschinen, in peinlichst sauberen Räumen, mit P«™^'^ 25 feinsten Weizenmehl ... und unter streng orthodoxer Aufsicht Sr. Ehrwürden Herrn Oberrabbiner Babad. Sie sind daher in Geschmack, Bekömmlichkeit und Kaschruth unübertrefflich! Mulang SU <Ue neue, tesondees uUtnackUafie Speziatmacke ,H* 8/ atten bessecen ^eschäfUn! ZENTRALE: N. BRODETZKY II, Leopoldsgasse 43, Tel. 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Der direkte Anlaß für dieses Auftreten war der Mord, der vor einiger Zeit an dem Führer der arabischen Arbeiter in Jaffa, dem christlichen Araber Michel Mi tri, begangen worden ist. Dieser Mord rief unter der christlich-arabischen Bevölkerung große Aufregung hervor, weil er ihr zeigte, daß auch ihr Leben nicht sicher ist. „Das palästinensische Problem", so schreibt das genannte Blatt, „ist-heute kein arabisch-jüdisches Problem, auch kein Problem, das nur die Engländer und die Araber angeht. Es ist vielmehr ein Problem von Recht und Ordnung, von denen die Frage Größter Inventurverkauf Qualitätsschuhe (Restbestände) werden zu sensationeil niedrigen Preisen abgestoßen ab 18. Jänner Einige Beispiele: Damen-Trotteur- und Luxusschuhe ab S 1t80 Ganz-Gummi-Scftneescliulie, kekk.....S 7'80 HßffSnSCilllhßf Boxcalf, rahmengenäht, Doppelsohle . . S 19'50 mm ii.taborstrasse8a der Sicherheit menschlichen Lebens und Eigentums abhängt. Es ist das Problem, daß jeder einzelne die Sicherheit haben muß, daß sein Leben und Eigentum nicht vogelfrei sind, daß, wenn er sein Haus verläßt, er die Sicherheit hat, daß ihm kein Unglück zustößt. Wo ist die Regierung des Landes?" schreibt das Blatt weiter. „Das ist die Frage, die heute von jedem wiederholt wird. Es gibt keine Regierung in Palästina! Denn kann man sich vorstellen, daß es im Lande eine Regierung gibt und daß gleichzeitig sich jeden Tag Raubüberfälle wiederholen und kein Mensch sich sicher fühlen darf?" Das englische Regierungssystem mit dem türkischen vergleichend, schreibt die Zeitung: „Unter der türkischen Herrschaft wurde; im Falle eines Mordes der Mörder sofort vor Gericht gestellt, unsere Regierung jedoch — wieviel Raub- und Mordüberfälle sind bereits im Lande geschehen, ohne daß auch nur ein einzige r der Verbrecher gefaßt worden ist? Kann dann das Volk angesichts dieser Tatsachen daran glauben, daß in IM Restaurant und Selchwaren TOD Unter Aufsieht der Adas Jisroel (Schiffschul) inA I 117 AD SCNIFFAMTSOA SSE 10 lUH IsHAiHK (Ecke Franz-Hochedllnger-Qasse) Tel. A-48-1-32 selchwaren aus der Fabrik I. EISEN. Bier- und Walnausschank. Lokalitäten fOr alle Festlichkeiten * diesem Lande eine Regierung vorhanden ist? Es genügte", so schreibt das Blatt weiter, „daß die Regierung einen Offizier aus der Türkenzeit mit zwanzig Polizisten engagierte. Sie würden ihr beibringen, wie man die Verbrecher ausrottet. Die Palästina- Regierung sollte sich ein Beispiel an der türkische» Regierung nehmen, wenn sie Ordnung und Sicherheit im Lande einführen will." Das Blatt schließt den Aufsatz mit folgenden Worten: „Die Palästina-Regierung sollte sich schämen, sich .Regierung' zu nennen. Sie ist keine Regierung, wie die Bewohner des Landes sie brauchen. Sie brauchen eine Regierung, die ihr Leben schützt, die Verbrecher und Räuber verhaftet und Ordnung, Recht und Frieden im Lande wiederherstellt. Andernfalls wird im Lande Anarchie herrschen und die Mordtaten und Raubüberfälle werden sich nur vervielfachen." (Palcor.) 120 Schiffe im Tel-Aviver Hafen Aus Tel-Aviv: Das Komitee für den Tel-Aviver Hafen berichtet, daß in den sieben Monaten seit Bestehen der Anlegestelle in Tel-Aviv 120 Schiffe dort ihre Ladung gelöscht haben. 400 Arbeiter sind durchschnittlich täglich bei den Ladearbeiten beschäftigt. In der Sitzung der Tel-Aviver Handelskammer erklärte der Vorsitzende des Hafenkomitees, Dr. Hoofien, man gehe demnächst an die Verbreiterung des Hafens und die Verlängerung der Mole und die Installierung neuer Wellenbrecher heran. Hafenarbeiter aus Saloniki für Tel-Aviv Aus Saloniki: Als Beauftragter der Hafengesell» schaft von Tel-Aviv ist Herr Benjamin Libermann in Saloniki eingetroffen, um geeignete Hafenarbeiter für die Arbeit im Hafen von Tel-Aviv anzuwerben. Die von der Palästina-Regieruns bewilligten Sonderzertiflkate für Hafenarbeiter wurden von dem Delegierten der HafaugeseUscbaft mitgebracht. J.K.J., I.GoWmißteH RONACHER Samstag, 30.Jänner 1937 „JUGEND FÜR WINTERHILFE" PROGRAMM: Die Ronacher-Sensationen der zweiten Jännerhälfte, ferner RitaG*org, Sonja Lewkowa. MaxBrotf, KarlFarkas, Fritz Grunbaum, Ouno Tendier, Martin Niller, 3 Helo-Parodtsten, Fritz Strehlen, 8 Makkabiboys Conference: Josef Baar; anschließend T3M. Im Barstüberl: Edmund Helfer, und Jimmy Berg. Beginn 23 Uhr. Karten von S 2.— aufwärts. Da» Balnsrtragnl» fliaflt zur «Hinge dem Winterhllfsfonds der isr. Kultusgemefnde zu Kart«nvorv«rkaufj Konzertkasse Bernard, I, SchwarzenberRPlaiz 1 (ü-17.3-83); Gronner, f, Graben?S; Jüdische Kultmstelle I, Kai 3 IÜ-2H-2-26)} J K. |., 1 Qoldschmledgasse 9 sowie in den diversen TheatfrUartfnbüros und bei allen Komiteemitgliedern