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Die neue Welt · 1937-01-15 · Heft 623 (15.1.1937) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
11 (1937)
Issue
Heft 623 (15.1.1937)
Date
1937-01-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite .2 DTE NfeUE WELT Nr. 623 vom 15. &ftJtbi- 1937 " VERBANP DIR JIM» EN STAATSZI0 N IST EN Samstag,, d«ft 5«. Jänner 1937, im fostfftfuft de* Hotel „Contlnentftl", Wien II, Tftböfstraße Nr, 4 olsiUSCMAfrSABIND MitMMiMin!iuinMiiiuii)iitii)ititl)itiiliitiit'iiiiMtiiiMMiMlitliliifttt'IM'tlMl>4ilMrt!i!iii)iintinuiinilMllllfniltiniit iti MIT AKADEMIE U. TANZ miuinnnnnni'hmiimmMnmmniimmiuiiiiininmiiiiiiiiHniiiiirtni^ Beginn der Akademie präzise halb 9 tlhr abend« PROGRAMM: Mild« §»flttkaja, JUdischiXiMd# / iÄ«f üff» 4implttUtlnil» / t4m**4 tttffer, Sieger im J*«tfflfef'Wettb*Wfb, Setftttr d4s CtaldMAtl Höndes / Maitin MfllUr, ifidüchei Kaltnrthe»t«f / Lftff Nit|Mfll->lf*rl Jch«nbt»a, tna»m«Hfö»M Vor<tS*« / N«N*Nt Oit«f MM, JädlMher Ges&ngvSftÜl / ÖWrferencer Ittel Baar / Mus» : ÖM«rM«"tn< Symphoniicttft fanfM*t**t Regiebeitrag S 1.Ä0 Vorv«-kaufssteiien: Jüdisch«! Kulturtheaten l,!5ai / Suchhund« dlUhj M, Rath, II, TaÄörittMiß« »« / UlHTMCher J. Kaub« f., 11/ Tiböritraße 39 / SelttiOl» fHt», 11. Eftftftftfaße 5 geben. Der Gesandte versprach, seiner Regierung «fiesen Vorschlag befürworten« tu übermitteln. Er hoffe, sie werde denselben akzeptieren. Er gab auch die Versicherung ab, daß die spanische Regierung das jüdische Problem wie das Flüchtlings- Problem mit Verständnis behandle. Spanien tritt dem Flüchtlingsstatut bei Aua Genf: Das Völkerbundskommissariat für die deutschen Flüchtlinge erhielt von der spanischen Regierung in Valencia die Verständigung, daß dies« das von der Genfer interstaatlichen Konferenz angenommene Statut für die. deutschen Flüchtlinge ratifi^ ziert habe. Die spanischen Behörden., heißt es darin; gehen sogar, einen Schritt weiter, als' das. Statut und seien l5ereit.' äefr Flüchtlingen aus Deutschland die' s p a n i i c h e . Staatsangehörigkeit zuzuerkennen Und. ihnen: Arbeitsmöglichkeit zu geben. Den „Stürmer" übertrumpfe Im Bereich des Nazismus war. es bisher Brauch^ daß Deutschland den Ländern, in welchen es seine Propaganda, hauptsächlich seine jüdehfeindliche, betrieb, Ratschläge gab, wie man am besten den Hakenkreuzrezepten entsprechen könne. Die Mutter ünterwies die Kinder. Und plötzlich, welche Überraschung! Das Kind will die Mutter lehren. Der Fall ist folgender: Das österreichische antisemitische Schundblatt ^Deutsches V o 1 k s b 1 a 11" ist mit den reichsdeutischen Firmen, welche sich in Oesterreich durch Juden vertreten lassen, unzufrieden und greift sie energisch an. Es wagt sogar die maßgebenden Stellen in Deutschland aufzufordern, den Reichsdeutschen zu verbieten, daß sie sich in Oesterreich durch Juden vertreten lassen. „Man möchte glauben", schreibt das Blatt,« „daß das bodenständige Element in Oesterreich gerade genug -zu tun hat, um den übermächtigen Einfluß des, Judentums zurückzudrängen. Um so befremdender muß es den bodenständigen Oesterreicher berühren, daß es auch heute noch reichsdeutsche Firmen gibt, die ihm bei diesem Kampfe in den Arm fallen." An dieses Wehgeschrei schließt, sich noch die Drohung, die reichsdeutschen Firmen, welche Juden in Oesterreich beschäftigen, namentlich zu veröffent*. liehen, , .. ■ . Die Tatsache, daß einzelne reichsdeutsche Firmen heute noch in Oesterreich jüdische Vertreter halten, ist nicht unbekannt. Sie ist allerdings nicht, die Folge der Vorliebe dieser Firmen für Juden, .sondern eine Folge des Umstandes, daß solche Firmen auf die —- jüdische Kundschaft reflektieren und zu deren Erwerbung jüdische Vertreter ihnen geeigneter erscheinen als „arische". Darüber gibt es. keinen Zweifel, das hat mit „Bodenständigkeit" und „Artfremdheit" nichts zu tun. Es wirkt also geradezu grotesk, wenn ein Wiener Antieemitenblatt päpstlicher seinwill als der Papst,- beziehungsweise stürmischer als der „Stürmer", < , , Gutsituierter Wiener Geschäftsmann Junggeselle, 40 Jahre, sucht schöne schlanke Dame, ebenfalls gut situiert, zwecks Ehe ehrhar,. kennen zu', lernen / Ausführliche Zuschriften uhfer' „Religiöses1 Gefühl" an die Expedition. t Judendebattte im pol m§dien Sejm Minister Bede „beruhigt'' die Judenfeinde Aus Warschau: Bei der burchberatuhg des Budgets des Außenministeriums im Budgetausschuß des Sejm kam es wiederum zu einer sehr, lebhaften Judendebatte, als der Minister des Aeußern, Oberst Beck, in seinem politischen Expose" die, Bemühungen. Polens, beim Völkerbund und bei Beratungen mit den Mächten,, besonders mit dem englischen Außenminister in . London, schilderte, neue Auswanderungsgebiete für deh Bevölkerungaüberschuß zu erschließen und namentlich Aufnahmegebiete für die jüdische Bevölkerung Polens zu erschließen. Minister Beck gab der Ueberzeugung Auadruck, daß sich in Zukunft Mittel uhd Wege zur Befriedigung der Wünsche Polens auf diesem Gebiet und zu einer richtigen Lösung' des Kolonialproblems finden werden. Im Vorlauf der nun folgenden Aussprache befaßte aioh eine Reihe Redner ausschließlich mit dem Juden probiß m. Mehrere Sprecher der reaktionären Opposition, aber auch aus dem Regierungslager, forderten eine energische Politik gegen die Juden, die zur Auswanderung in drängen sind; für den AugenbUck forderten sie totale Ausschaltung der Juden aus dem staatlichen Leben. Zum Schluß gab Minister Beck ein kurzes Resümee; statt aber den Antisemiten das Unmoralische und Sinnlose ihrer Forderungen darzulegen, bemühte er sich, ihre Bedenken zu zerstreuen, indem, er auf die Behauptungen von massenhafter Beschäftigung von Juden im staatlichen und diplomatischen Dienst erwiderte, im staatlichen Dienst seien die Juden nur sehr wenig vertreten, im diplomatischen Dienst betrage ihre Betetilgung Jtaum 1$ Prozent, und hier handle «a «ich durchweg» um Personen, die sich um den polnischen Staat verdient ge* macht haben. In den Wandelgängen' des polnischen Sejm wird davon gesprochen, daß seitens gewisser Deputiertengruppen eine Reihe Geaetzesprojekte ausgearbeitet und der Regierung zwecks Vorlage im Sejm übergeben wurde, die darauf hinausgehen, den Juden in Polen ihre bürgerlichen und polltischen Rechte zu nehmen. Der Inhalt der Projekte wird geheimgehalten. Der sozialistische „Robot nik" teilt mit, daß das Justizministerium an alle GerichtsäSSessoren Fragebogen versandt hat, die Rubriken Über Nationalität, Religion, Religion der -Eltern, Taufdaten usw. enthalten. Daraus sei, schreibt „Robotnik", zu ersehen, daß die polnische 'Regierung 'von ihren Beamten den Nachweis arischer Abstammung bis zu zwei Generationen fordert. l)cc ^cäßU 6c^^ die^laUcu Anthony Adverse I M ROTE NT U R M -Kl N 0 I Aufnahme der palästin. Studentenschaft in die int. Sfudentenlfontöderation abgelehnt Wie bereits berichtet, fand anläßlich des Antrages des Vertretersder palästinensischen Studentenschaft, Daniel Sher, -über die Aufnahme der palästinensischen Studentenschaft als ordentliches Mitglied der Internationalem Studentenkonföderation (Confe*d^ratlört Internation ale ■ des Etudiants) eine ausführliche Debatte auf dem jetzt in Wien abgehaltenen Kongreß.4.^vder„r Confädjration statt. In der letzten Sitzung!^urde^ Über' /den'.!. Antrag, abgestimmt, die Aiifnahme*'*.\ÄfeAmit,.,einjfcp^if'Stimmenmehrheit ab gel ehn ty-Fürden Antrag stimmten:. England, Frafckr&cli; Tschechoslowakei; 1 Belgien, Griechenland und Luxemburg; 'gegen ''den, ''Antrag' 'Lettland, Schweiz, Litauen, Finnland, Bulgarien, Ö e s t e r r 4 i c Ii, Ungarn und Italien. -Deutschland - beteiligte^ sich an der Abstimmung nicht. : . , . VjHsimttksUm Nach' der Schlußsitzung Wurden von den Vertretern einzelner 'Staaten Reden gehalten, die von Rad i'o Wien übertragen wurden. Auch der Vertreter der palästinensischen Studentenschaft' hielt eine Rede In hebräischer Sprache. Zum ersten Male- In der - Geschichte des Österreichischen Radio wurde durch ' dasselbe' eine hebräische Ansprache übertragen. Der palästinensische Delegierte dankte für die erwiesene Gastfreundschaft' und hob die Verbundenheit der Studentenschaft Palästinas mit der gesamten Kulturwelt hervor. Die Studentenschaft Palästinas, sagte er, werde sich bemuheh, auf allen Gebieten des menschlichen Wiesens und Strebens der Wahrheit und dem Frieden zu dienert. „Anti'Nazi'Lioa" für Boykott Sdirttelings in IL S.A. Aus Prag: Aus New York wird telegraphiert, daß die Unparteiische Antl- Nazi-Liga zum Boykott der Box-Veranstaltung S c h m e 1 i n g—B r a d d o c k aufruft und daß Braddock ,deswegen nicht mehr gegen Schmeling . antreten wolle. Das Prager Organ Konrad Henieins „Die Zeit" berichtet hierüber unter der Ueber- 'söhrlft „Jüdische Hetze gegen Schmeling" u, a;: Die „Liga gegen den Nationalsozialismus" ist eine fast durchwegs, aus jüdischen EJmlgrariten und Marxisten beider Schattierungen bestehende Organisation, die gerade in der letzten zeit durch eine zügellose Hetze gegen das Dritte Reich vlet von sich reden gemacht hat. Sie rechnet mit der'Teilnahme von zumindest 120.0 Jüdischen Frauenverbänden an ihrer „Aktion". Das Blatt .tadelt die amerikanische. Presse, die die „jüdisch-bolschewistischen Hetzer" durch Abdruck ihrer Boykött-Aufrufe ermutigt. •■,*■■. " In Wirklichkeit setzt sich die Unparteiische Ajntl- Nazi-Liga zu einem kleineren Teil aus Juden, zum größeren Teil aus katholischen und protestantischen Verbänden, sowie .den Gewerkschaften zusammen, Kommunisten gehören der Liga Überhaupt nicht an. (J.T.A.) ^__^ Die xioniStlsdleit Fonds'Sammlungeit in Rumänien Au« Bukarest wird berichtet: Gegenwärtig tagt in Bukarest Uftter dem Vorsitz von Dr. Samuel S i n g e r, Präsidenten des rumänischen L^üdesverbantiM des Koran Kajemetli Lajisrael, und im Beisein des Delegierten de» Kered-Kajemeth- Hauptbüros in Jerusalem, Nathan Bistritzky, die Landeskonferenz des Jüdischen Nationalfonds. Auf eine Begrüßungsbotschaft an den König Carol traf au» der königlichen Kanzlei ein Danktelegramm im Namen des Königs ein. Die Konferenz sandte auch eftie Kundgebung an die Kgl. Kommission in Palästina, in der Gerechtigkeit für die jüdische Sache gefordert wird. Dr. Singer ' wurde vom rumänischen Innenminister Dimitrix Iuca in längerer Audienz empfangen* in der das Verbot der Sammlungen für die zionistischen Fonds in Rumänien besprochen wurde. Dr. Singer wies nach, daß die zionistischen Verbände vollkommen legal arbeiten. Innenminister tuca erklärte: „Ich habe flicht erlaubt und werde nicht erlauben, daß die zionistische Arbelt in Rumänien beschränkenden Maßnahmen unterworfen werde; das Verbot, Sammlungen durchzuführen, gelte lediglich für jene Fonds, die von der Regierung nicht genehmigt sind." Der Minister, versprach, die Situation im allgemeinen sorgfältig zu prüfen. In jüdischen Kreisen hofft man, daß die Audienz Dr. Singers beim Innenminister günstige Resultate zeitigen wird. Wie es heißt, wurden dem Nationalfonds-Delegierten Bistritzky seitens der Regierung weitgehende Erleichterungen für seine Propagandatour in Rumänien zugesagt. Aus aller Welt (J.-T.-A.-Meldungert) Die Zahl der Juden und Mischlinge in Deutschland Bei der Einweihung eines Thüringer Aerztehauses in Weimar führte Reichsärzteführer Dr, Wagner nach einem Berichte des „Berliner Tageblattes''- aus, daß dem Schütz von Blut und Rasse alle anderen Fragen untergeordnet werden müßten. Es gebe heute in Deutschland '- 500.000 Juden, 200.000 Halbjuden und 100;000 -Vierteljudert;. Schon in der nächsten Generation werde es keine Halbjuden mehr geben. 'Viele von'ihnen sterben ohne Kinder, aber die anderen Kinder würden Vierteljuden sein, für die die Ehegenehmigung eingeführt ist. ' ' Spende für das jewish Theological Seminary Die Gattin des Ehrenpräsidenten des American Joint Distribution Committee, Felix M. War bürg, spendete anläßlich des 50jährigen Jubiläums des Jewish Theological Seminary. of America und anläßlich, des 90. Geburtstages ihres verstorbenen Vaters, des berühmten Philanthropen Jakob Schiff,' einen Betrag von 90;0ÖÖ Dollar für die Zwecke des Seminars. Erdöl in Itaifa behördlich in Brand gesteckt Zu den im. Ausland verbreiteten Meldungen über einen Brand der Pipe Line in' Haifa wird festgestellt, daß am. Freitag eine kleine Menge überfließenden Oels auf behördliche Anordnung durch Verbrennen beseitigt wurde. Es hat keinen Vorfall gegeben, der Besorgnis erregen könnte. 9 Regierung&boden für Rennklub Einer Meldung der Tageszeitung „Feiestin" zufolge hat die Palästina-Regierung: Stäatsländereien im Ausmaß von 200 Dunam in der Nähe des neuen Flugplatzes von Lydda dem Britischen Klub für Pferderennen zur Verfügung gestallt; Es soll dort ein Klubhaus errichtet werden. Die Eisenbahn- Verwaltung wird in der Nähe dep Rennplatzes eine kleine Station errichten, zu der bei Pferderennen Sörtderzügo geführt werden sollen. (Der englische Sportgeist darf dUCh im Mandatsland nicht Zu kurz kommen, Die Red.); tel-Avlver Postamt am Sabbät geschlossen Aus Jerusalem: Auf eine Beschwerde des Ober« rabblners der Agudät Jisrael, Josef Düschlrisky, däli an Sabbat- und jüdischen Feiertagen von dem T c 1- Aviver Postamt Telegramme eritgegengenomhien Werden, hat die Regierung geantwortet, das Tel-Avivcr Postamt werde, in Zukunft am Sabbat und an jüdischen Feiertagen vollständig geschlossen bleiben. (J. T. A.) Worte Toscaninis Bei einem' feierlichem Empfang, der zu Ehren Toscaninis und Hubermans In Jerusalem Veranstaltet wurde, erwiderte Maestro Töscantnl auf eine Begrüßung! „ich danke ihnen, in meinem Namen und in dem meiner Frau. Ich finde keine Worte, um meinen.Qefühleh., Aufdruck zu geben angesiehts all dessen, was ich im liande gesehen habe. Ich versichere Ihnen, daß, wenn mein Gesundheitszustand es mir erlaubt, ioh Palästina jedes Jahr besuchen werde. Es fällt mir schwer» dieses Land und seine Bevölkerung zu verlassen« Ich bin von. dem Empfang; und dem Drang nach Musik, der hier von •banden ist, tief gerührt, Ich war in meinem Leben in sehr vielen Ländern uhd endlich habe ich dieses Lahd ge» funden." ...

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