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Die neue Welt · 1936-12-24 · Heft 618 (24.12.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 618 (24.12.1936)
Date
1936-12-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 DIB NEUE WELT Nr. 618 vom 24. Dezember 1938 - _ i . i 3 x BERGMANN, Li RABENSTEIB 3 H1MMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wäsche, Weißwaren, Bettwäsche, Strick- und Strumpfwaren usw. usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns. Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise der Regierung angegebenen Ziffern widerspiegelt, sich wohl daraus erklären lasse. Sodann wandte sich Herr Joseph der Frage der geplanten Beschränkungen der Bodenkäufe zu, wobei er die Motivierung der Regierung einer scharfen Analyse unterzog. So habe die Regierung erklärt, daß die jüdischen Bodenkäufe in den Jahren 1931/35 sich vervierfacht hätten; in Wahrheit hätte die Ziffer der jüdischen Bodentransaktionen im Jahre 1935 die Durchschnittsziffer der letzten 15 Jahre nicht überstiegen. Bis jetzt hätten die Juden nur 5 Prozent der gesamten Bodenfläche Palästinas erworben; wenn das so weiterginge, so würde es 150 Jahre dauern, bevor die Juden die Hälfte der Bodenfläche des Landes ihr Eigen nennen können, wobei der Bezirk Beersheba noch gar nicht inbegriffen wäre. Weniger als 200 Araber landlos geworden Auf eine Frage Sir Laurie Hammonds erklärte Herr Joseph, daß den Angaben der Regierung zufolge, weniger als 200 arabische Kleinbauern im Laufe der letzten 15 Jahre landlos gemacht worden seien. Der Zeuge beschwerte sich darüber, daß die Regierung von 17 Mülionen Dunam nichtanbaufähigem Bodens spricht, ohne den Juden die Möglichkeit zu geben, diesen Boden zu erwerben; dies bedeute, die Juden doppelt zu schlagen. Man möge doch diesen angeblich wertlosen Boden den Juden überlassen; sie würden ihn schon brauchbar und wertvoll machen. Die geplanten Beschränkungen seien eine negative Maßnahme, die demoralisierend wirken und dem Fortschritt hinderlich sein müsse. Herr Joseph wies auf das Fiasko des ägyptischen 5-Feddan-Gesetzes hin und schilderte die katastrophale Wirkung der Krediterleichterungen, die man den Fellachen gewährt hatte. Die arabischen Bauern seien schlaue Geschäftsleute, die keine Verzärtelung und keinen Schutz brauchen. Es sei möglich, daß die Eingeborenen in Afrika den Schutz der Weißen benötigen — die Araber hingegen seien durchaus imstande, für sich selbst zu sorgen. Das geplante Gesetz würde auch den jüdischen Kleinbauern zugute kommen; diese aber seien einstimmig gegen diese Art von Regierungsschutz, die die Kreditmöglichkeiten zerstören würde. Der Zeuge erklärte, daß die Regierung den unter der Last der Schulden keuchenden Fellachen in seinen Bemühungen, diese Last abzuwerfen, unterstützen und nicht behindern sollte. Durch Verkauf eines Teiles seines Grundstückes an die Juden und Verwendung des auf diese Weise 1 erzielten Betrages zur Entwicklung. des restlichen Bodens könne der Fellache seine Lage unvergleichlich verbessern. Die Orangenindustrie Der Präsident des Verbandes der palästinensischen Exporteure, Herr S. Tolkowsky, schickte seinen Aussagen voraus, daß er zwar im Namen der Juden spreche, jedoch die Sicherheit habe, daß seine Ansichten auch von den arabischen Pflanzern und Exporteuren geteilt werden. Er beschwerte sich über die mangelnde Unterstützung der Regierung bei der Behandlung der Fragen der Zufuhr und des Absatzes von Zitrus. Die Eisenbahn verfolge eine „Von-Hand-zu-Mund"-Politik, anstatt einen Plan für die Zukunft auszuarbeiten; es bestehe ein vollständiger Mangel an Straßen auf dem flachen Lande und eine nur ungenügende Anzahl von Zufuhrstraßen. In diesem Zusammenhange erwähnte Herr Tolkowsky als besondere Beschwerde die Nichtfertigstellung der Jaffa— Haifa-Chaussee. Die Ernte des Jahres 1936 schätzte der Zeuge auf 9 Millionen Kisten; diese Anzahl würde sich bis 1940 auf 22 Millionen Kisten jährlich erhöhen. ZIONISTISCHE BEZIRKSSEKTION und WIZ0 NEUBAU-MARIAHILF VI, LOQUAIPLATZ 11 Montag, dsn 28. Dez. 20.30 Uhr, SONDERVORSTELLUNO der neuen Schlagerrevue Chassene im Städtel in den Jüdischen KUnitlerspielen, II, PraterstraBe 34. - Karten von 1 bis 3 Sehfitinn bei den Funktionären, im Vereinsheim und an der Abendkasse Zum Schluß behandelte der Zeuge die Frage der Häfen. Er wies auf die Notwendigkeit hin, für bessere Verschiffungsmöglichkeiten in dem Gebiet Jaffa-Tel-Aviv, das zwei Drittel der Zitrusernte produziert, zu sorgen und schlug die Schaffung eines Leichter-Hafens in Tel-Aviv vor und späterhin die eines Tiefwasser-Hafens für Jaffa und Tel-Aviv, der die Leichter-Häfen beider Städte vereinigen würde. Auf diese Weise wäre das Problem jüdischarabischer Zusammenarbeit im Hafen gelöst und die Sicherheit der Juden wäre gewährleistet. Verb« der Judenstaaf szioitisf en Oesterreichs Vortrags-Kalender Sektion XIV/XV, Schantzstraße 32, Dienstag, den 29. d., halb 9 Uhr abends. Vortrag, Theodor Grubner: „Parität oder Juden9taat". Sektion Prater, II., Erlaf Straße 5, Donnerstag, den 24. d., um i/29 Uhr abends, wichtige Ausschußsitzung. Erscheinen aller Ausschußmitglieder Pflicht. Freitag, den 25. d„ um 8 Uhr abends, Heim Oneg Schabbath, Vortrag. Frauengruppe Debora h. Mittwoch, den 23. d., Uhr abends, im Heim, II., Erlafstraße 5, Vortragszyklus Josef Frankel: Geschichte des Zionismus. Die Judenstaatsjugend gratuliert ihrem Ch. Ing. Fritz Frankel zur Promotion zum Doktor der technischen Wissenschaften. Verband der Judcnttaatsiionlttcn - Sektion Prater Samstag, den 26. ds.,um 8 Uhr abends, findet im Helme, II, fcirlatstraße5, Heimabend mit Tanz r-iStfKSr: Karl SchBnberti spielt Reglebeiliair fO droschen ■■■■■■■■■■■■■BHHHHBganaBHi Aguda und Kgl« Kommission Aus London: Die Agudas Jisroel veranstaltete hier eine Massenkundgebung, bei der der politische Sekretär der Organisation, H. A. Goodman, und Präsident Jakob Rosenheim den agudistischen Standpunkt gegenüber den von der Kgl. Kommission behandelten Palästina-Problemen erörterte. H. A. Goodman erklärte, die Aguda habe gegenüber der Kommission zum Ausdruck gebracht, daß sie sich vollständig dem von den Juden in der ganzen Welt vertretenen Standpunkt anschließe, wonach es eine unauflösliche Verknüpfung des jüdischen Volkes mit dem jüdischen Land gibt, eine Verknüpfung, die seit der göttlichen Verheißung an Abraham nicht schwächer geworden ist. Unter Betonung dieser Anschauungen, die sie mit anderen jüdischen Organisationen teilt; habe die Aguda jedoch gefordert, daß die Kommission der Diskriminierung thoratreuer Juden und orthodoxer jüdischer Gemeinden in Palästina ein für allemal ein Ende mache. Der Redner führte Beschwerde darüber, daß die Erziehungsinstitutionen der Orthodoxie von der Regierung nicht oder nur wenig subventioniert werden und daß nur 6 Prozent der Zertifikate für agudistische Chaluzim zur Verfügung gestellt werden. Trotz der besonderen Mandatsbestimmungen zum Schutz der Religion, erklärte Goodman, zwinge die Regierung die jüdischen Beamten, den Sabbat zu entweihen, und lege vor der Anstellung jedem Beamten eine Erklärung zur Unterzeichnung vor, in der er sich verpflichten muß, dies zu tun. Die Entweihung des Sabbats werde von der Regierung auch dadurch ermutigt, daß sie die Postämter in Tel-Aviv an Sabbat- und jüdischen Feiertagen offenhält. Obwohl es in Palästina über 2000 organisierte agudistische Arbeiter gibt, haben sie die größten Schwierigkeiten, um Beschäftigung bei öffentlichen Arbeiten zu erhalten. Die Regierung habe kein Recht, über zunehmende Religionslosigkeit in Palästina zu klagen, wenn sie weiterhin religiös eingestellte Menschen im Heiligen Land zurücksetzt. Jüdische Flüchtlinge in Palästina Aus London: Nach einer Ankündigung des Kolonienministers Ormsby-Goi'e im Unterhaus wird die Palästina-Regierung 5000 Pf und zu den Kosten für die Fürsorge der jüdischen Flüchtli n g e aus Jaffa beitragen. Die Mitteilung des Kolonienministers über die Bewilligung von 5000 Pfund zur Versorgung der jüdischen Flüchtlinge aus Jaffa erfolgte anläßlich der Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Wedgwood, der darauf hingewiesen hatte, daß 15.000 Pfund zur Errichtung eines Dorfes für diejenigen Araber bewilligt worden seien, deren Häuser in der Altstadt von Jaffa niedergerissen worden sind.. Im Anschluß an die obige Antwort des Kolonienministers entwickelte sich eine längere Aussprache. Colonel Wedgwood fragte, ob der Minister mit Rücksicht darauf, daß die Zahl der jüdischen Flüchtlinge zwanzigmal so groß sei wie die der arabischen, bei der Palästina-Regierung dahin wirken wolle, daß die Wiederaufbauleistungen zugunsten der Juden denjenigen zugunsten der Araber angepaßt würden. Minister Ormsby-Gore erwiderte, er sei nicht sicher, ob er sich die von dem Abgeordneten angegebenen Zahlen zu eigen machen könne. Es sei aus militärischen Gründen und im Interesse von Ruhe und Ordnung in Jaffa beschlossen worden, Sprengungen für zwei Straßenzüge in Jaffa durchzuführen, Wenn von den technischen Truppen ein Haus gesprengt werde, müsse die Palästina- Regierung die Einwohner anderwärts unterbringen. Das geschehe, jetzt. Colonel Wedgwood: Sind nicht die Juden, die aus Jaffa durch die Gefahr, ermordet zu werden, vertrieben wurden, in d,er gleichen Lage wie diese Leute? Sind keine Vorkehrungen für ihre Wiederunterbringung getroffen worden? Minister Ormsby-Gore: Das würde bedeuten, daß die Regierung jeden unterzubringen hätte, der in der Zeit der Unruhen übersiedelt ist oder übersiedelt wurde. Transjordanien wurde Arabern versprochen Aus London: Sir Herbert Samuel, der erste High Commissioner Palästinas, benutzte einen vomAnglo Palestinian Club veranstalteten Vortragsabend, um auE die Erklärungen zu antworten, die Dr. C h a i in W e i zm a n n über die Rolle Sir Herberts bei der Abtrennung Transjordaniens von Palästina abgegeben hat. Weizmann hatte bei seiner Vernehmung vor der Königlichen Kommission am 25. November gesagt, Transjordanien sei in das Gebiet eingeschlossen gewesen, auf das sich die Balfour- Deklaration bezog, und so sei es auch noch fünf Jahre nach Verbindung der Deklaration gewesen. Erst dann sei Transjordanien aus Gründen, die nur Sir Herbert Samuel bekannt seien, von Palästina abgetrennt worden. Demgegenüber erklärte Sir Herbert, in seiner Ansprache: SIEGM. KORNMEHL | GROSSFLEISCHHAUEREI | Zentrale: IX.. Berggasse 19. Tel. A-17-5-99 u. A-16-9-34 | Lieferant für Heilanstalten £ Abteilungenjür^^ | unter Aufsicht des Ehrwürdigen llabbioals der hi t Kultusgemeinde Wien t Autozustellung kostenlos, * IX. Berggasse 15 / XVIIi., Währingerstr. 97 | ..........................1....^t „Der Grund, warum Transjordanien nicht in die Balfour-Deklaration eingeschlossen wurde, war das dem König Hussein vom Hedschas gegebene Versprechen, daß Transjordanien zu den Ländern gehören solle, die ebenso wie der Irak und der Hedschas als arabisches Gebiet zu betrachten seien. Die Araber behaupteten, auch Palästina gehöre dazu. Dem hat die Britische Regierung niemals zugestimmt. Aber es besteht kein Zweifel, daß Transjordanien dazu gehören sollte." Der Erklärung Sir Herberts, mit welcher er seine entscheidende Haltung in der Transjordanien-Frage rechtfertigen will, steht gegenüber, daß in den fünf Jahren vor der Lostrennung und auch nachher von einem Versprechen an die Araber nie die Rede war. // Eine Demarche «Fes /,JucH§dhen We5$8*©ngres8e§ Aus Paris: In einem an den Völkerbundausschuß für die Reform des Völkerbundpaktes gerichteten Memorandum hat die Exekutive des Jüdischen Weltkongresses, der Nachfolger des „Cornite des Dölcgations Juives" bei der Friedenskonferenz, an die wichtige Mitwirkung dieser Organisation bei der Ausarbeitung des Systems des Minderheitenschutzes im Augenblick der Gestaltung des Völkerbundpaktes erinnert. Angesichts der ernsten Lage, in der sich die Juden augenblicklich in einer ganzen Reihe von Ländern befinden, verlangt die Exekutive die Anwendung mehrerer Entschließungen und Wünsche der Völkerbundvollversammlung. Diere Entschließungen und Wünsche beziehen sich: 1. auf die Innehaltung der Völkerbundgrundsätzc durch die Signatarmächte der Minderheitenverträge sowie durch die Mitgliedsstaaten des Völkerbundes, die keine gesonderten Verträge abgeschlossen haben; 2. auf die obligatorische Annahme derartiger Verpflichtungen durch Staaten, die in den Völkerbund einzutreten wünschen. In diesem Zusammenhang und bei Erörterung der Frage der Universalität des Völkerbundes weist das Memorandum auf die Tatsache hin, daß Deutschland bei seinem Eintritt in den Völkerbund im Jahre 1926 über ein durchaus befriedigendes Sys'tcm zum Schutze der Minderheiten verfügte. Diese Lage hat sich seither grundlegend geändert. Im gegenwärtigen Deutschland sind 5 0 0.0 0 0 Juden, deutsche Staatsbürger jüdischer Rasse, die einst genau dieselben Rechte hatten wie die anderen deutschen Staatsangehörigen, einfach zu einer Minderheit gestempelt worden, ohne daß man ihnen Minderheitsreehto gäbe. Die Exekutive spricht die Hoffnung aus, daß für den mit dem Studium der Völkerbundreform beauftragten Völkerbundausschuß Universalität des Völkerbundes identisch ist mit universeller Innehaltung und Respektierung der Minderheitenrechte. Das Exekutivkomitee des Jüdischen Weltkongresses stellt ferner fest, daß die fanatische Hetze einer Großmacht gegen die Juden nicht nur ihres Landes, sondern gegen die Juden auch in anderen Ländern unvereinbar ist mit der Aufgabe des Völkerbundes und der Anwendung der im Völkerbund niedergelegten GrundeäJtsWfc

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