Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 617 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 617 vom 18. Dezember 1936 DIE NEUE WELT Seite T „Das dümmste Volk der Welt" Nach Adolf Hitlers neuesten Auslassungen sind es die Juden. Sein ewiges Thema, sein schwarzer Ochs, der in keiner seiner Reden fehlt. Ueberau und in allem sieht er nur den Juden: den Urfeind. Frankreich ist nur der Erzfeind. Doch kann man nicht sagen, daß Hitlers Behauptung so ganz grundlos wäre. Nein! Da ist das Dritte Reich. Wer hält in diesem Reiche den Mut aufrecht? Ein Jude. Er heißt Dr. Woh 1 tat und ist der Leiter der Devisenabteilung der Reichsbank. Er ist der Erfinder der Sperrmark, Effektenmark, Registermark, Kreditsperrmark, Auswanderermark und noch weiterer 15. Gattungen und aller Finanzmanöver, welche dem Dritten Reich die Geldmittel für seine formidable Aufrüstung schaffen. Neben Dr. Wohltat ist Doktor Schacht bloß eine Figur. Wie ein moderner Atlas hält Dr. Wohltat das Reich auf seinen Schultern. Welche Schwindler sind doch alle jene Juden, denen christliche Völker zeitweise ihr Schicksal anvertrauen. Da gibt es in Berlin ein Luftfahrtministerium. Seine Seele ist der General Milch, der Schöpfer der deutschen Luftwehrmacht, ein Jude. Göring ist nur eine Figur. Der Schöpfer ist der Jude Milch. Wohl hat die Mutter des Generals Milch vor aller Welt die Erklärung abgegeben, ihr Sohn entstamme einem Ehebruch mit einem christlichen Herrn, also sei ihr Sohn ein Arier. Vielleicht der einzige Ehebruch, an den niemand glaubt. Die Mutter mußte die Erklärung abgeben, denn für die germanische Ehre' ist unerträglich der Gedanke, daß man nicht einmal die deutsche Luftwehrmacht ohne einen Juden errichten kann. Aber nicht nur ''im Dritten Reich, auch im Kaiserreich war es so. Das Kaiserreich hätte schon 1915 den Krieg verloren geben müssen, infolge Salpetermangels, der die Fabrikation von Munition unmöglich machte. Deutschland war blockiert. Salpeter konnte nicht eingeführt werden. War aber kein Salpeter da, so waren Juden da. Fritz Haber, der jüdische Chemiker, hat ihnen den aus Luft erzeugten Salpeter erfunden, und dank dieser jüdischen Erfindung konnte dann Deutschland den Krieg viereinhalb Jahre führen. Hitler hat recht. Die Juden sind das dümmste Volk auf Erden. Denn ein Volk, dessen hervorragendste Geister immer nur für andere Völker den Ifen und schaffen und nie für das eigene Volk, ein solches Volk ist dumm, mehr als dumm. Mit der geistigen Energie, welche die Juden jahrhundertelang im Dienste fremder Völker verbraucht haben, hätten sie sich nicht ein, sondern elf Vaterländer schaffen können. Die Araber haben siebzehn Vaterländer. Sie sind eben nicht so dumm wie die Juden. Amfortas. Jüdische Olympioniken werden gestrichen Aus Basel: Während der Berliner Olympiade hatte Herr von Tschammer-Osten angekündigt, daß alle olympischen Sieger zum ewigen Angedenken dadurch geehrt werden, daß ihre Namen in das deutsche olympische Stadion eingemeißelt werden. Jetzt meldet die „Basler National-Zeitung", daß die zwei ungarischen Olympioniken Kabos und Karpati, weil sie Juden sind, nicht berücksichtigt werden. Die „National-Zeitung" bemerkt, daß dies „einer Fälschung der neuzeitlichen Geschichte" gleichkommt. Es ist anzunehmen, daß auch die übrigen jüdischen Olympia-Sieger nicht berücksichtigt wurden. Zuchthaus, Zuchthaus ... ,. Aus Berlin: In Breslau wurde laut „Schlesische Zeitung" vom 26. November ein 23jähriger Jude wegen Rassenschande zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust unter Anrechnung von zwei Monaten Untersuchungshaft verurteilt. — Gleichfalls in Breslau wurde lt. „Schlesische Tageszeitung" ein 45jähriger Jude wegen Rassenschande zu zwei Jahren Zuchthaus und zwei Jahren Ehrverlust verurteilt. — Die Große Strafkammer in Dessau verurteilte lt. „Magdeburger General-Anzeiger" einen jüdischen Augenarzt wegen Beleidigung eines arischen Mädchens, das bei ihm in ärztlicher Behandlung war, zu fünf Monaten Gefängn i s unter voller Anrechnung der Untersuchungshaft. Die Anklage hatte außerdem auf den Versuch unsittlicher Handlungen unter Anwendung von Gewalt und auf versuchte Rassenschande gelautet. — In Leipzig wurde gemäß „Leipziger Tageszeitung" ein 18jähriger Jude wegen Rassenschande zu einem Jahr Gefängnis verurteilt; sein jugendliches Alter galt als Milderungsgrund. •— Die Dortmunder Strafkammer verurteilte lt. „Rheinische Landeszeitung", Düsseldorf, einen 36jährigen Juden aus Berlin-Zehlendorf, der zwar evangelischer Konfession, aber blutmäßig Volljude ist, wegen fortgesetzter Rassenschande zu zwei Jahren Zuchthaus. — Lt. „Bremer Zeitung" vom 20. November verurteilte die Große Strafkammer des Hamburger Landgerichts einen 45 Jahre alten Juden wegen. Rassenschande zu einem Jahr sieben Monaten Zuchthaus. * Das Reichsgericht hat eine Entscheidung gefällt, in der auf einige Voraussetzungen der Verurteilung nach § 2 des Blutschutzgesetzes eingegangen wird. In der in der „Juristischen Wochenschrift" mitgeteilten Entscheidung heißt es, daß eine Verurteilung nur möglich ist, falls der Angeklagte mindestens zu 7 5 Prozent Blutteilen Jude ist und die Frau Staatsangehörige im Sinne von § 1 des Reichsbürgergesetzes und des § 1 der Ersten Verordnung zur Ausführung des Blutschutzgesetzes ist und mindestens zu 75 Prozent'Blutteilen deutschblütig ist. 590 Einwanderungszertifikate für Polen Aus Warschau: (J. T. A.) Das Zentrale Palästina-Amt in Warschau ist von der Zionistischen Exekutive in Jerusalem verständigt worden, daß aus der neuen Schedule 5Ö0 Zertifikate auf Polen entfallen. Hiervon sind 385 Zertifikate für Chaluzim, 55 für Handwerker und 150 für Facharbeiter bestimmt, die von Industriellen in Palästina angefordert werden. Diese 150 Zertifikate werden nicht durch das Warschauer Palästina- Amt, sondern direkt durch die Exekutive der Jewish Agency in Palästina auf Grund der ihr übergebenen Anträge verteilt, und erst dann, auf bestimmte Namen ausgestellt, an das Warschauer Palästina-Amt gesandt. Im Gegensatz zu der Verteilung der früheren Schedulen sind diesmal Angehörige von Palästina-Einwohnern und in der zionistischen Arbeit aktiv tätige Personen nicht berücksichtigt worden. Im Hinblick darauf, daß Zehntausende,in Polen auf Zertifikate warten,, wird,, die Zuteilung einer so geringen Zahl von Zertifikaten in weiten Kreisen der jüdischen Bevölkerung als schwerer Schlag empfunden. Insbesondere die Angehörigen bereits Ausgewanderter, die seit Monaten vergeblich auf Zertifikate warten, sind arg betroffen. V©R1 zur PäBäslinajfs'age Aus Jerusalem: Die arabische Presse veröffentlicht den Wortlaut des Antwortschreibens, das der Vizekönig von Indien, Lord Willingdon, auf die Denkschrift erteilt, hat, die' ihm eine Abordnung indischer . Mohammedaner zwecks. Unterstützung der Forderungen der Araber Palästinas überreicht hatte. Der Vizekönig weist die in dem Memorandum enthaltenen Behauptungen und Forderungen* .als. u nbegründet zurück. Vor. allern, so schreibt er, ist die Behauptung unrichtig, daß die Regierung die Araber ihres Bodens beraube. Die Regierung hat im Gegenteil ein Gesetz erlassen, durch das die Landwirte und ihr Bodenbesitz geschützt werden. Tatsache ist, daß die A r a b e r gegen die eingeführten Beschränkungen des freien Bodenverkehrs protestiert haben. Unrichtig ist das Gerücht, daß der High Commissioner für Palästina die Absicht habe, aus Protest gegen die britische Politik in Palästina zu demissionieren. Noth wichtiger ist es zu betonen, daß an der Nachricht, es drohe den mohammedanischen heiligen Stätten in Palästina irgendeine Gefahr, nichts Wahres ist. Der Vizekönig geht in seinem Schreiben sodann auf die Bedeutung der Balfour-Deklaration ein. Ich stimme Euch darin zu, so schreibt er, daß die Balfour-Deklaration durch Ereignisse der Kriegszeit veranlaßt worden ist. Ihr werdet andererseits aber mir darin zustimmen, daß man nicht behaupten kann, daß, sobald der Krieg vorbei ist, auch die Ziele hinfällig geworden sind, um deretwillen die Deklaration erlassen wurde, sowie ihr Zweck und ihre Bedeutung. Und in der Balfour-Deklaration ist keinerlei Begrenzung enthalten in bezug auf die Staatsangehörigkeit der Juden und ihr Herkunftsland: das Recht, ein Nationalheim in Palästina zu errichten, ist den Juden, wo immer sie leben, gegeben worden. (Damit antwortet der Vizekönig auf eine Beschwerde, es kämen nach Palästina Juden aus verschiedenen Ländern.) Ich erkläre, daß die unter Euch verbreitete Meinung, das Ziel des Mandats sei es, die Araber wirtschaftlich zu beeinträchtigen, den Tatsachen nicht entspricht. Es muß auf die starke Zunahme der arabischen Bevölkerung in Palästina hingewiesen Werden (seit 1922 um 50 Prozent), und dies insbesondere in denjenigen Gebieten, in denen Judenwohnen. Die arabische Pflanzungswirtschaft hat sich stark entfaltet (von 59.000 auf 135.000 Dunam), und das ist ein Beweis für einen bedeutenden wirtschaftlichen Fortschritt. Bis 1919 hat es keine arabische Einwanderung nach Palästina gegeben, denn die wirtschaftlichen Verhältnisse im Lande waren schlecht. Heute ist die Lage umgekehrt: Die jüdische E i n w a nderung hat große Kapitalien und zahlreiche Arbeitskräfte in das Land gebracht, durch die der allgemeine wirtschaftliche Zustand des Landes verbessert wurde. Nichts ist geschehen, was den Mohammedanern Schaden gebracht hätte. Alles, was in dieser Beziehung gesagt wird, ist von der Wahrheit weit entfernt. Zum Schluß unterstreicht Lord ..Willingdon die Verpflichtungen, der englischen Regierung gegenüber dem Völkerbund als ihrem Mandanten. Dieser Verpflichtung zufolge muß die englische Regierung die Errichtung des Jüdischen Nationalheims erleichtern und gleichzeitig die religiösen und bürgerlichen. Rechte der Araber schützen. Die Indische Regierung steht in Kontakt mit der Regierung in London und informiert sie über die Eindrücke in In-" dien und über die vorgelegten Denkschriften. Die Regierung berücksichtigt die Gefühle der Mohammedaner und wird sie nicht verletzen. „Skandal in der Oper". Heute, Freitag, erscheint im Schweden-Kino ein neues großes musikalisches Lustspiel der Metro unter dem Titel „Skandal in der Oper". Der populäre Wiener Komiker Armin Springer, welcher Gelegenheit hatte, die Marx Brothers, die in diesem Film die Hauptrollen spielen, zu sehen, äußerte sich über sie: „Ich kann mich nicht erinnern, jemals in meinem Leben derartig gelacht zu haben!" Neben dem berühmten amerikanischen Komiker-Trio wirken in diesem Film auch die rassige Kitty Carlisle und der männlichcharmante Filmtenor Allan Jones mit. ff* \> ü****^^^.: *m %y Die Henlein-Partei gegen jüdische Redakteure Aus Prag: Auf einer in Asch stattgefundenen Besprechung von Amtswaltern der Sudetendeutschen Partei wurde von vielen Teilnehmern auf „die Gefahr verwiesen, die der S.-d. P. durch die nichtarischen Chefredakteure, Herausgeber und Redakteure in der Tagespresse erwächst". Solange der Tätigkeit „dieser ihrer ganzen Veranlagung nach deutschfeindlichen, Publizisten nicht bestimmte Grenzen gezogen werden, wird die S.-d. P. die wirkliche Totalität nicht erreichen können". Wenn es gelungen sei, die Präger Lese- und Redehalle zu erobern, müsse es auch gelingen, die Reichsgewerkschaft der Deutschen Presse in die Hand zu bekommen. Nach Beendigung der Debatte wurde beschlossen, die Anträge an die Hauptleitung weiterzuleiten und dieselbe zu ersuchen, sich unverzüglich mit dieser Angelegenheit zu befassen. <&Ä>d