Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 617 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'*rr. oif vom i$. Dezember 1936 DIE NEUE WEL1 Seite 5 Das jüdi§di*lristoN§die Redit auf Palästina Unter dem Titel „Das Palästina-Problem und seine Lösung — Juden, Araber und Engländer in Palästina" ist in Konstantinopel ein Buch des unseren Lesern wohlbekannten Schriftstellers David Pardo erschienen, welches wohl zu den besten Publikationen über das Problem „Judenstaat" zu «üblen Ist. Wir bringen in Uebcrsetzung (das Buch ist in französischer Sprache geschrieben) einen Ausschnitt, welcher steh mit der Frage des historischen Hechtes der Juden befaßt. Es ist sehr wertvoll, zu wissen, welche Mächte im Laufe der Jahrtausende Palästina beherrscht haben und wie lange sie dort Herren des Landes waren. Es ist auch wichtig, festzustellen, welche dieser Herrschaften am reichsten an politischen und kulturellen Ereignissen war und dem Lande einen nationalen Charakter aufgeprägt hat. Insbesondere der Vergleich zwischen der jüdischen und der arabischen Okkupation ist wichtig, denn er stellt den Streit der Juden und Araber um das historische Recht auf Palästina in das richtige Licht. Der jüdische Rechtsgelehrte Rüben Gafni stellt in seinem Werk über das Palästina-Mandat die Folge der Okkupationen Palästinas so dar: Einzug der Juden..........1271 v. Chr. Eroberung durch die Römer...... 68 n. „ Bar-Kochba-Aufstand und Wiederbesetzung durch die Juden.........135 „ „ Besetzung durch Byzanz....... 393 „ „ Besetzung durch die Araber......634 „ „ Besetzung durch die Türken...... 1086 „ „ Erstmalige Besetzung durch die Kreuzfahrer 1187 „ „ Besetzung durch die Mameluken .... 1240 „ „ Eroberung durch die Mongolen..... 1400 „ „ Neuerliche Eroberung durch die TUrken . . 1516 „ „ Eroberung durch Napoleon....... 1799 ., „ Besetzung durch Ibrahim Pascha von Aegypten . . . [........183& „ „ Uebergabe an die Türken....... 1840 „ „ Balfour-Deklaration zugunsten der Juden 1917 „ „ Britische und jüdische Bataillone rücken ein 1918 „ „ Errichtung des Palästina-Mandates durch den Völkerbund..........1922 Auf Grund dieser Daten ergibt sich, wie lange die einzelnen Nationen und Mächte Palästina besetzt hielten und verwalteten: 1. Juden........ . 1339 Jahre 2. Rom und Byzanz..... 566 „ 3. Araber......... 465 ,. 4. Die christliche Kirche ... 88 „ 5. Aegypten........ 329 „ 6. Türken......... 492 „ Daraus ergibt sich, daß die weitaus längste Okkupation die jüdische war. Die arabische dauerte weniger als fünf Jahrhunderte, die jüdische mehr als dreizehn. Diese Ziffern sprechen für das jüdische historische Recht auf Palästina. Aber die Basis dieses Rechtes sind nicht allein Ziffern. Die jüdischen Rechte sind historischer, kultureller und moralischer Natur. Die militärische Besetzung eines Landes ist ein Akt der Gewalt. Sie kann nur eine zeitweilige sein. Aber eine kulturelle Okkupation ist das Werk von Generationen. Die Basis der Geschichte eines Volkes ist das Land, in welchem seine Kultur geschaffen, die Vereinigung von Geist und Boden vollzogen wurde. Das jüdische Volk hat diese glänzende Einheit geschaffen: Israel und Erez Israel. Sind sind eins und untrennbar. Israel und Erez Israel sind Körper und Seele. Diese Tatsache schafft das immerwährende Recht der Juden auf das Land. fflöBEL-yj^NTER für Gelegenheitskäufe Wien VIII, ötadthahnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-21-5-31 Die Araber aber können keinen Beweis dafür liefern, daß sie eine arabisch-palästinensische Kultur geschaffen haben. Im Gegenteil. Ihr Aufenthalt in Palästina bedeutet Verwüstung, Unkultur, Ruin. Daher haben sie .weder kulturell noch wirtschaftlich noch politisch ein historisches Recht auf Palästina. TJeber die arabische Herrschaft in Palästina sagte ein hervorragender Schriftsteller: Unter ihr leuchtete die Sone nicht und der Boden brachte nichts hervor... sie hat eine traurige Erbschaft hinterlassen! des ArahersStoeiks Der Londoner „E c on o m i s t", eine der be- . deutendsten Wirtschaf tszetitschriften Englands, schreibt in seiner dieswöchigen Ausgabe über die Auswirkungen des Arabei'-Streiks auf die Palästina-Wirtschaft. Das Blatt stellt fest, daß der Außenhandel einen merklichen Rückgang erfahren hat. Die E i nf uhr ist im Vergleich mit der ersten Hälfte des Rekordjahres 1935 von 8,5 auf 6,75 Millionen Pfund, die Ausfuhr von 3,5 auf 2,25 Millionen Pfund gesunken. Bei dem Rückgang der Einfuhr stand die von Fertigwaren an erster Stelle. Die Ausfuhr von Fertigwaren ist gestiegen. Eine andere ungünstige Erscheinung der Streikperiode war die zeitweilige Erhöhung der Lebens kosten. Diese sei von maßgebender jüdischer Seite für den Zeitraum Mai bis September auf über 20 Prozent berechnet worden. Nach der Schätzung der Regierung betrug die Steigerung bloß 7 Prozent. Zweifellos hat es zeitweilig eine wesentliche Erhöhung der Einzelhandelspreise gegeben. Diese Tendenz ist aber bereits rückläufig. Das Regierungsbudget zeigt noch nicht die volle Auswirkung des Streiks und der Unruhen. In den ersten neun Monaten dieses Jahres waren die Einkünfte wieder größer als die Ausgaben, wenn auch natürlich nicht in demselben Maße wie in den vorangegangenen zwei Jahren, in denen der Ueberschuß hinaufschnellte. Die Regierung ist noch nicht aufgefordert worden, ihren Anteil an den militärischen Ausgaben zu zahlen, die, wenn sie die Kosten der Truppentransporte und die zusätzlichen Kosten ihres Aufenthaltes in Palästina umfassen sollten, eine beträchtliche Summe ausmachen werden. Doch ist noch ein Ueberschuß von einigen 6,5 Millionen Pfund vorhanden, zur Durchführung des erweiterten Programms öffentlicher Arbeiten, das vor den Unruhen in Aussicht genommen wurde. Mehrere Posten der Einkünfte zeigen einen erheblichen Rückgang, insbesondere die Zölle; die Roheinnahmen der Bahnen sind um 11,5 Prozent gesunken, während die Betriebsausgaben um um 5 Prozent höher waren als im ersten Halbjahr 1935. Berücksichtigt man die ernste Unterbrechung de3 Bahnverkehrs während der letzten sechs Monate, in denen jeder Zug eine militärische Eskorte haben mußte, so ist es bemerkenswert, daß in der Zeit vom Jänner bis Juni 1936 mehr Passagiere befördert wurden als in dem entsprechenden Zeitraum des Jahres 1935. Die Einkünfte der Post waren wesentlich höher als früher. Der Aufsatz behandelt die Tatsache, daß die jüdische Einwanderung weitergeht und die offiziellen Zahlen über die in dem Halbjahr eingetragenen Handelsgesellschaften und kooperativen Genosenschaften auffallend hoch sind. Es sind 310 neue, offene Handelsgesellschaften eingetragen worden, davon 278 rein jüdische und 18 arabische. Fast die Hälfte entfiel auf Tel-Aviv. Im gleichen Zeitraum wurden 78 Kooperativgenossenschaften eingetragen,- darunter eine arabische für den Absatz von Produkten. KaH",MariahilV WIEN Vi, MAR1AMLFERSTRASSE 89a TELEPHON ß-27-2-35, B-29-4-69, ß-22-3-37 empfiehlt seine eleganten großen Räumlichkeiten für Hochzeiten, Bar-Mizwoth, Bankette usw. NEU RENOVIERTE SPIELSÄLE! 19.000 Bundfunkempfänger in Palästina Aus Jerusalem (J. T. A.): Ende Oktober 1936 betrug die Zahl der in Palästina in Privatgebrauch stehenden Rundfunkempfangs-Apparate 18.846. Ende 1935 gab es in Palästina nur 12.172 Apparate im Gebrauch. Die Zunahme beträgt somit über 50 Prozent. Im Oktober haben sich bei der Postverwaltung 418 Juden und 49 Araber als Rundfunkteilnehmre neu angemeldet. Vor den Unruhen war die Zahl der arabischen Rundfunkteilnehmer wesentlich höher. Im Jänner haben noch 185 Araber Empfangsapparate aufgestellt, im August war ihre Zahl auf 16 gesunken und ist jetzt wieder auf 49 gestiegen. Eine neue Petroleum-Röhrenleitung Aus Haifa: (J. T. A.) Die englische Gesellschaft „Iraq Petroleum Company", die die Konzession für die Petroleumquellen in Mossul besitzt, beschloß, eine neue Röhrenleitung zu errichten, die mit der bereits bestehenden Petroleumleitung von Mossul nach dem Hafen von Haifa parallel laufen würde. Die Gesellschaft will einerseits die Menge des von den Petroleumquellen in Mossul nach dem Hafen von Haifa beförderten Petroleums verdoppeln, andererseits durch die Errichtung einer zweiten Leitung die Sicherheit ihres Unternehmens erhöhen und allfälligen Verlusten vorbeugen. Im Verlaufe der arabischen Unruhen in Palästina wurden nämlich die Röhrenleitungen an zahlreichen Stellen durch Sabotageakte unterbrochen. Die Röhrenleitung wird 2500 Kilometer lang sein und führt zum größten Teil durch die Wüste. Mit einer einzigen Röhrenleitung ist es möglich, von Mossul nach Haifa etwa drei Millionen Tonnen Petroleum jährlich zu befördern. Todesfall. Am 15. Dezember verschied in Troppau Frau Julie Singermann geb. Grünblatt im 66. Lebensjahre. In der Verblichenen, die sich ob ihres äußerst liebenswürdigen Wesens größten Ansehens und Beliebtheit erfreute, beklagt Rechtsanwalt Dr. Bruno Singermann, Mitglied der Bezirksvorstehung I der Isr. Kultusgemeinde den Verlust seiner Mutter. ErstesilddischesUolkslieileriiotiiounl Diese Platte enthält die schönsten jiddischen Volkslieder, gespielt von den Sid Kay's Fellows unter Leitung von 5. Petruschka, Gesang: Ferris Gondosch. Die Bearbeitung und Instrumentierung dieses Potpourris ist einzigartig. Inhalt: 1. Oifn Pripctschok. / 2. Bei mein Rebbn is gewen a Geneive. / 3. Amol is gewen a Masse. / 4. Wenn der Rebbe lacht. / 5. Amul is gewen a klein Jiddele. / 6. A Briefele der Mammes. / 7. Hot Haschein Jisborach arupgeschikt a Hintele. / 8. Fragt die Welt a alte Kasche. / 9. As der Rebbe Abbimelech. Das Eniek-Lied, alle neupalästinensischen Horra's erhalten Sie nur durch Musikhaus EXCELSIOR, Wien, I., Franz-Josefs-Kai 15. Großes Lager von neuesten Schlagerplatten, Radioapparaten zu billigsten Preisen. MaftacaU p&cscUattik/eiifyaMU, &zecUiel3? „... Ich nehme die Kinder Israels aus den Völkern heraas, wohin sie ausgewandert sind; ich sammle sie von allen Seiten und führe sie auf ihren Boden zurück. Und mache sie zu eine m Volke im Lande, auf den Bergen Israels. E i u König wird über alle regieren, daß sie nicht mehr zwei Völker seien »lud sich nicht ferner in zwei Reiche spalten. Sie sollen sich auch ferner nicht durch ihre Götzen und Scheusale und durch ihre Missetaten verunreinigen; ich erlöse sie aus allen ihren Wohnsitzen, wo sie gegen mich gesündigt haben, und reinige sie: sie sollen mein Volk sein, und ich ihr Gott. In meinen Rechten sollen sie wandeln und meino Satzungen wahren und sie üben. Sie sollen in dem Lande bleiben, das ich meinem Diener Jakob gegeben habe, worin eure Väter gewohnt haben. Sie sollen darin wohnen, sie und ihre Nachkommen für ewige Zeiten." Verb« der ludenstfaafsziomsteit Osferffeadas Vortrags-Kalender Sektion P r a t e r, II., Erlaf Straße 5. F r e itag, den 18. d., um X>8 Uhr abends im Heim Oncg Schabbath, Vortrag: Kultusrat Dr. Mendel Bosenberg. — Sonntag, den 20. Dezember, um 4 Uhr nachmittags im Restaurant Lustig Kinder-Chanuka- Feier. Unter Leitung der Führerinnen der Kindergruppe und der Frauengruppe „Deborah" bringen Kinder nachstehende von Frau Fanny K a t z verfaßte Stücke zur Aufführung: „Die lebende Menorah", „Das Ideine Treuderl", „Das große Treuderl", „Jeruscholaim", „Der Makkabäersieg". Frauengruppe Deborah. Mittwoch, den 23. d., %9 Uhr abends, im Heim, II., ErlafStraße 5, Vortragszyklus Josef Frankel: Geschichte des Zionismus. Am 15. d. beginnen die Turnkurse für Frauen und Kinder. Leitung Frl. Ree Krämer. Anmeldungen und /Auskünfte täglich im Heim, XI., Erlafstraße 5. — Am 20. Kinder-Chanuka-Feier in der Restauration Lustig, II., Venedigerau. Sektion XIV/XV., Schanzstraße 32. Sonntag, 20. d., 8 Uhr abends, Heimabend mit Tanz. Dienstag, 22. d., halb 9 Uhr abends, Vortrag Hans Kolb. Judenstaatsjugend. Hebräischkurse: Montag, von 8 bis 10 Uhr abends, II., Erlafstraße 5; Mittwoch von K9 bis %11 Uhr abends, H., .Untere Augartenstraße 3. Kursleiter Rabbiner Dr. Zwi Schächter. — Montag von y2l bis 8 Uhr abends, VII., Halbgasse 1. Kursleiter: M. S. Brafmann. — Jeden Dienstag Zusammenkunft der Jugend, II., Untere Augartenstraße 38. Verband jüdischer Ingenieure und Techniker für den Aufbau Palästinas. Die Ordentliche Generalversammlung für das Geschäftsjahr 1936/37 findet am Montag, den 21. Dezember 1936, im. Verbandsheim, I., Hegelgasse 3, um 8 Uhr abends statt. Kondolenz. Die Verbandsleitiuig der Judenstaatszionisten drückt auch auf diesem Wege ihrem Mitglied, Herrn Rechtsanwalt Dr. Bruno Singermann anläßlich des Hinscheidens seiner Mutter, Frau Julie Singermann geb. Grünblatt, die am 15. d. in Troppau (C. S. R.) verschieden ist, ihr innigstes Beileid aus. Silberne Hochzeit Am 17. da. feierten David Nebenzahl und seine Gattin Else das Fest der Silbernen Hochzeit. Der Namen beider ist mit dem jüdischen öffentlichen Leben Wiens untrennbar verknüpft. Wo es gilt, eine gute jüdische Sache zu fördern, sind David und Else Nebenzahl zur Stelle, opferbereit und von unermüdlichem Arbeitswillen beseelt. Ein großer Kreis von Freunden und vor allem die zionistischen Gruppen aller Richtungen gaben durch eine Fülle von Glückwünschen ihrer Teilnahme an der Jubelfeier dieses hochverdienten Ehepaares Ausdruck. KINO'PROGRAMME KREUZ-KINO 1, Wollzeile 17 Telephon K-24-2-16 Vorstellungen: d, JA6, Vi8, 'Alp mit Boris Karle» SCHXFFER VI, Marlahilferstraße 37 Telephon B-20-203 deginn: %6, tt8, Wo E Robert Taylor, Loretta Young STAFA, Vll Mari ahilf erstraßa 120 Telephon B-33-0-68 Wochentage: 5, 7, t Uhi DAS DREIECK Warner Baxter, Myrna Loy VOTtVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn; *, %6, Vj8, ftio AS DREIECK Warner Baxter, Myrna. Loy