Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 617 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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- Haifa 3× ep/1047930
- Beirut 1× ep/1047833
- Safed 1× ep/1046078
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Seite 4 ■ ■...........* BUS NEUE WELT Nr. 617 vom 18. Dezember 1938 Em 3 x BERgMAHH. 1.1 RABENSTEIQ 3 HIMMELPFORTG, 5 KÖLLNERHOFQASSE 1 Große Auswahl und Kinder-Wische, Weißwaren, BettwSsche, Strick- und Strumpfwaren usw.usw. in Herren-Modewaren, Hemden, Unterhosen, Pyjamas, Dressinggowns, Trikot-Wäsche, Damen- Kleine Preise es jedoch vor, von den neuen Besitzern verschiedentlich Geldbeträge zu erpressen und lehnten es aus politischen Gründen rundweg ab, Boden zu kaufen. Zusammenstöße zwischen mohammedani* sehen und christlichen Arabern Aus Jerusalem: Die seit einiger Zeit bestehende Spannung zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern in Palästina hat zu einigen Zwischenfällen geführt. Die Veranlassung hiezu bot die mohammedanische Boykottaktion, die sich seit neuestem nicht nur gegen die J u d e n, sondern auch gegen christliche Araber richtet. Schon bald nach dem Abbruch des Araber-Streiks hat es sich gezeigt, daß die Freundschaft zwischen mohammedanischen und christlichen Arabern in Palästina brüchig geworden war. Die Mohammedaner erklärten in ihrem Streben nach wirtschaftlicher Expansion ganz offen, daß sich der Boykott auch gegen christliche Araber richten müsse. Als es dann nach dem Abschluß des französisch-syrischen Abkommens zu blutigen Zusammenstößen zwischen Mohammedanern und Christen in Beirut kam, nahmen die palästinensischen Mohammedaner offen für ihre syrischen Glaubensgenossen Partei und legten gegenüber den christlichen Arabern Palästinas eine ausgesprochen feindliche Gesinnung an den Tag. Vor kurzem wurden nun in der Altstadt von Jerusalem mohammedanische Boykottposten vor christlichen Läden aufgestellt, die mohammedanische Käufer am Betreten der Geschäfte hinderten. Die christlichen Geschäftsleute meinten zunächst, daß es sich um einen Irrtum handelt, wurden aber bald darüber belehrt, daß sie als „V e r r ä t e r" angesehen wurden, weil sie sich am Boykott gegen die Juden nicht beteiligen; deshalb müsse der Boykott auch gegen sie gerichtet werden. Zu einem Zwischenfall kam es auch bei dem Gebäude der Young Men's Christian Association, wo ebenfalls Posten aufgestellt wurden, die jeden Mohammedaner am Eintritt hinderten. (J. T. A.) Feuer auf dem Messegelände in Tel?Aviv Aus Jerusalem: Auf dem Gelände der Levante-Messe in Tel-Aviv ist ein großer Brand ausgebrochen, durch den das Stadion und der Pavillon der Histadrut vollständig ■ vernichtet wurden. Außerdem sind vier Ausladeboote, die bei der Anlegestelle in Dienst gestellt waren, verbrannt. An den Löscharbeiten nahmen auch tausend Mann englischer Truppen teil. Es besteht der Verdacht, daß das Feuer von Arabern gelegt wurde, die den Landungssteg zerstören wollten. Dieser ist jedoch von dem Brande verschont geblieben. (J. T. A.) Arabische Solidarität Aus Jerusalem: Vor einigen Tagen wurden in Haifa auf dem Markte zahlreiche Hauranier von arabischen Arbeitern, die mit Stöcken bewaffnet waren, überfallen und mörderisch geschlagen. Man rief ihnen zu: „Geht zurück nach dem Hauran, sonst bringen wir euch um!" Viele Hauranier wurden verwundet. Der Ueberfall ist darauf zurückzuführen, daß die palästinensischen arabischen Arbeiter unter der Lohndrtickerei der Hauranier, die oft für einen halben Schilling im Tage arbeiten, schwer zu leiden haben. (J. T. A.) Neuer arabischer Terror Aus Jerusalem (J. T. A.): Eine zwanzig Mann starke Araberbande überfiel am Sonnabend das Haus eines reichen Arabers bei Safed. Der Besitzer wurde ermordet, seine drei Kinder wurden verwundet. Ein nach Safed fahrendes Auto wurde in einiger Entfernung von der Stadt durch Hindernisse, die über die Straße gelegt worden waren, aufgehalten. Als die Passagiere versuchten, die Hindernisse zu entfernen, wurden sie beschossen. Ein Araber, der den Angreifern Widerstand leistete, wurde durch Messerstiohe schwer verwundet. * Eine starke Bande bewaffneter Araber hat einen Angriff auf eine Steinbruchanlage in Migdal Zedek unternommen. Der Wächter wurde von den Terroristen entwaffnet und gefesselt, sodann wurden sämtliche Maschinen und die Feuerungsanlage vernichtet. Bevor die alarmierte Polizei auf dem Schauplatz eintraf, waren die Täter entflohen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. In den Morgenstunden wurde die Stadt Hebron durch eine Schießerei aufgeschreckt, die sich zwischen Terroristen und Militär entwickelt hatte und* eine halbe Stunde dauerte. Dienstenthebung arabischer Regierung«* beamter Aus Jerusalem: In den letzten Wochen sind einer Reihe arabischer Lehrer an Regierungsschulen Kündigungsschreiben zugestellt worden. Diese Lehrer hatten in der Zeit der Unruhen die arabische Dorfjugend für die Aufstandsbewegung organisiert. Ferner wurden von der Palästina-Regierung mehrere Beamte des Gesundheits-Departements entlassen, denen nachgewiesen worden war, daß sie sich im regierungsfeindlichen Sinn betätigt haben. (J. T. A.) Strategische Erkundung»Expeditionen Aus Jerusalem: Von den palästinensischen Militärbehörden ist In das Bergland zwischen Jerusalem nnd Hebron eine Erkundungsexpedition zur Feststellung der strategischen Verhältnisse entsandt Gleichfalls strategischen Zwecken dient die jetzt eifrig betriebene Fertigstellung der Chaussee von Hebron zum Südende des Toten Meeres, von wo aus die Straße nach dem Hafen Akaba an dem gleichnamigen Golf des Roten Meeres führt. An dieser Chaussee finden in letzter Zeit umfangreiche militärische Uebungen statt. Einer Meldung der Tageszeitung „Feiestin" zufolge werden die Berge bei Hebron befestigt und mit schweren Geschützen ausgestattet. Die Befestigungen liegen in der Richtung gegen Transjordanien. (J. T. A.) Kommunistische Beteiligung an den Unruhen Das kommunistische Blatt „Haor" veröffentlicht einen Bericht, aus dem das Ausmaß der Beteiligung von Kommunisten an den Unruhen in Palästina ersichtlich ist. „Haor" befindet sich jetzt im Streit mit der zentralen kommunistischen Partei infolge der Haltung der letzteren im Zusammenhang mit den Unruhen. In einem „Ein Arbeiter" gezeichneten Artikel wird erklärt, daß die Bombenattentate auf das Gebäude der Histadruth in Haifa, auf das Messegelände in Tel-Aviv sowie andere Gebäude auf Anordnung der Kommunistischen Partei erfolgt waren. Die Exekutive der Partei in Palästina bestehe hauptsächlich aus arabischen extremen Nationalisten; das jüdische Element sei nur sehr schwach vertreten. Melech Epstein, Redakteur des amerikanischen kommunistischen Tagesblattes „Freiheit", habe anläßlich eines Aufenthaltes in Palästina während der Unruhen seiner Mißbilligung der kommunistischen Beteiligung an den Unruhen Ausdruck verliehen, da diese Tätigkeit der kommunistischen Bewegung in den Vereinigten Staaten schaden würde; sein Rat sei jedoch nicht befolgt worden. Die J.A. V. „IWia" gratuliert ihrem dzt.x Dipl. Kfm. Wilhelm Katz anläßlich feiner Promotion zum Doktor der Handelswissenschaften. FUr die Aktlvltas: cand. med. Henryk Rosenfeld Dr. Gustav Seitmann dzt. XXX dzt. XX Die Regierung bezahlt Terroristen Aus Tel-Aviv: Die hebräische Tageszeitung der Zionistischen Arbeiterpartei „Davar" schreibt: „Die Gehaltszahlung an die Regierungsbeamten, die sich am Streik beteiligt hatten, erfolgte, als wäre es ganz selbstverständlich, daß der Staat Angestellte ernähren muß, auch wenn sie sich weigern, den Dienst zu versehen, für den sie besoldet werden. Besonders pikant wird diese rasche Lösung, wenn .man bedenkt, wie groß der Beitrag der J ud e n, gegen die sich doch der Streik vor allem richtete, zu dem Staatssäckel ist, aus dem die arabischen Lehrer und die streikenden Mukhtare bezahlt werden. So groß war die Langmut der Regierung, daß sie sogar den ins Konzentrationslager nach Sarafend verbannten Lehrern, also Leuten, von denen die Regierung selbst annahm, daß sie ein gefährliches politisches Element bilden und isoliert werden müssen, mit regelmäßiger Pünktlichkeit ihr Gehalt auszahlte. Dagegen gibt es eine andere politisch-finanzielle Frage, die Frage der Entschädigung der jüdischen Opfer der Unruhen; diese Frage ist immer noch in der Schwebe." Freispruch geständiger Mörder Aus Jerusalem: In den letzten Wochen sind mehrere Araber, die verschiedener schwerer Verbrechen im Zusammenhang mit den Unruhen angeklagt waren, wegen Beweismangels freigesprochen worden. Jetzt wurden zwei Araber, die sich selbst zum Mord eines jüdischen Wächters bekannten, freigesprochen. Die hebräische Presse beschuldigt die Staatsanwaltschaft der Fahrlässigkeit bei der Vorbereitung des Anklagematerials in diesen Prozessen. Arabischer Waffenschmuggel aus Polen Aus Warschau: Die Warschauer Polizei hat in einem Hotel den syrischen Araber Saud Sauli Furin unter der Beschuldigung verhaftet, Waffen aus Polen nach Syrien geschmuggelt zu haben. Die Waffen wurden in der Zeit der Unruhen über Syrien nach Palästina geschickt. Bei dem Verhafteten wurden große Mengen aus» ländischer Valuta und Bankschecks gefunden. Eine fremde Macht bemüht sich, die Freilassung des Vevhafteten durchzusetzen. Die Araber halten den Boykott der Kgl. Kommission aufrecht Aus Jerusalem (J. T. A.): Der Oberste Arabische Ausschuß dementiert die in der Presse erschienenen Nachrichten, wonach das Komitee beschlossen haben sollte, den seinerzeit ausgesprochenen Boykott der Kgl. Kommission aufzuheben. Verband der Judenstaatszionisten Oesterreichs Frauangruppe „Daborah". Pratar Sonntag, den 20. Dezember 1936,um4Uhr nachmittags findet in der Restauration Lustig, II, Venedigerau, eine große Kindßr-Chanuhafßißr Auftreten der bekannten Kinder-Schauspielergruppe Spielleitung: Fr. Fanny Katz Regiebeitrag 50 9 Dekorationen: Stud. arch. Ernat Eapp Die arabische Handelskammer in Jerusalem überreichte dem deutschen Generalkonsul ein Protestmemorandum gegen die Transaktionen der „Haavara" (Kommission für deutsch-palästinensischen Transfer), die die Einwanderung von Juden nach Palästina fördern. Der deutsche Generalkonsul erwiderte, er werdt das Memorandum an seine Regierung weiterleiten. Gegen England Aus Jerusalem (J. T. A.): In Haifa würde» wie die Zeitung „El Liwaa" berichtet, eine arabische Gesellschaft zur Förderung des Absatzes japanischer Waren in Palästina gegründet. Eine arabische Handelsdelegation soll sich nach Japan begeben. Weiter wird gemeldet, daß in der afghanischen Hauptstadt Kabul vor kurzem eine Konferenz über die Lage in Palästina abgehalten wurde. Es wurde beschlossen, einen Boykott englischer Waren zu erklären, falls die britische Regierung das Problem nicht den arabischen Wünschen gemää lösen sollte. * Nach einem in Jerusalem eingetroffenen Bericht aus zuverlässiger Quelle sind 500 Araber aus dem Irak in Transjordanien eingetroffen, um Banden zu organisieren, die gegen die englischen Truppen in Palästina kämpfen sollen. Zu geeigneter Zeit sollen diese Banden nach Palästina eingeschmuggelt werden. In dem Bericht heißt es weiter, daß die jetzt in Palästina tätigen Banden die Kadres für die künftigen großen Banden darstellen, die unter dem Kommando von Fauzi Bey el Kaukadyi stehen sollen, der auch die Operationen der arabischen Terroristen in den letzten Unruhen geleitet hat. Es soll auf diese Weise versucht werden, eine umfassende bewaffnete Erhebung gegen die englische Herrschaft in Palästina zu organisieren. Eine neue Konserveniabrik in Natania Aus Jerusalem: Nach längeren Vorbereitungs¬ und Versuchsarbeiten ist in Natania eine neue Konservenfabrik „Peri mason" dem Betrieb übergeben; worden. Es ist dies die zweite in Palästina bestehende Konservenfabrik. Mit ihrem Bau wurde im März 1935 begonnen. Das investierte Kapital beträgt 20.000 Pfund. Heute sind in der Fabrik etwa hundert Arbeiter beschäftigt. Bedeutende Aufträge aus Europa und Südafrika liegen vor. Der Gemüsebau im nördlichen Scharon hat durch die Fabrik einen starken Auftrieb erfahren; man erwartet, daß durch sie auch die Entwicklung der Fischerei veranlaßt werden wird. Soskin — Ehrenbürger von Naharia Die auf dem Prinzip der intensiven Landwirtschaft errichtete palästinensische Mittelstandskolonie Naharia hat ihren Schöpfer Dr. S. Soskin zum Ehrenbürger ernannt. Es ist nur zu begreiflich, daß diese junge Kolonie einem Herzensbedürfnis folgte und die höchste Würde, welche sie zu vergeben hat, dem Manne verlieh, der den Siedlern ein Retter in höchster Not wurde und für das jüdische Palästina und damit für den Zionismus der Führer zum wirtschaftlichen Aufstieg ist. Vor zwei Jahren sind die Siedler Naharias als vertriebene Mittelständler, Kaufleute, Juristen, Aerzte, Tchniker mit kleinem Kapital ins Land gekommen. Viele ihrer Schicksalsgenossen kämpfen noch heute um Einordnung in die Wirtschaft des Landes, manche haben den Kampf verloren. Sie aber, die das Glück hatten, in Naharia, der von Dr. Soskin geschaffenen Mu3terkolonie, zu landen, sind eingeordnet, gerettet. In der unglaublich kurzen Zeit sind sie selbständige, vom Ertrag ihres Bodens lebende Landwirte geworden. Sie sind eingeordnet, sie sind gerettet. Vierzig Jahre hat Soskin für ein von ihm ausgearbeitetes System der intensiven landwirtschaftlichen Hochkultur auf kleiner Bodenfläche (Gemüse, Früchte, Geflügel und Kleintierzucht) gewirkt. Gegen ihn stellte sich die offizielle Zionistische Partei und die das Land beherrschende Gruppe. Den „Tomaten-Zionisten" nannten sie ihn höhnisch. Während seine Widersacher mit den Mitteln der Bewegung experimentieren durften, wurde ihm jede Möglichkeit unterbunden. Heute sind die Pläne seiner Gegner, die große Summen Volksgeldes verschlungen haben, verworfen und vergessen. Palästina geht den Weg, welchen Soskin gewiesen hat, den einzigen Weg, der dahin führt, im kleinen Palästina große Massen anzusiedeln. Ja, Soskin hat gesiegt! Soskin, der Judenstaatler. Mit freudigem Stolz weist die Judenstaatsbewegung auf ihren Soskin hin. Ihr gehört der Mann, der das im Zionismus jahrzehntelang für unlösbar gehaltene Problem bewältigt und damit die Grundlage für den wirtschaftlichen Aufbau des Judenstaates geschaffen hat: Jüdische Mässensiedlung im eng begrenzten Palästina! Robert Stricker,