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Die neue Welt · 1936-11-27 · Heft 612 (27.11.1936) · page 5

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 612 (27.11.1936)
Date
1936-11-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 612 vom 27. November 1Ö36 die mm mm Seite 5 Verband der Judenstaatsilonisten Saktlon Pratti, II, Erlafstraftt S Samstag, den <& ds. um halb 9 Uhr abends im Helme, II, Ertafstr. 5 AKADEMIE MIT TANZ Es wirken mit: Hel'eres Quartett des Jüd. Gesangvereines / Kon. 2ert-u. RadlosSnger f.Segal-Rosenbach , Kezltation: Moritz Ahend/ Klavier: Uli Riegler / Jazzkapelle Öppermann / Re}»)ebeit ag S 1.- schenwesen, das aus allen Gegenden der Gallith hereinkommt, um dem Boden von Erez Israel zu dienen, unser altes Blut zu erfrischen und für ein künftiges, volkstümliches Dasein wurzelfest zu erneuern. Da sind die Mädchen der deutschen Jugend-Alija in den elektrischen Küchen der Ahawah bei Haifa, in den Gärten der religiösen Siedlung Rottges bei Petach Tikwah, Mädchen bei der Arbeit. Und diese Arbeit hat sie nur noch verschönt. Denn sie zeigt den Ernst der nützlieh schaffenden Bewegung, der Zusammenwirkung. Man sieht sie etwa zur Mittagszeit auf dem Felde, wie sie das von ihnen bereitete Mahl in den Schatten unter dem Bogen aus Wellblech tragen. . Auch zu. dieser Stunde stehen sie ihren männlichen Kameraden nicht nach, beide völlig aufgebraucht von der unsagbaren, vom Morgen bfs zum Abend währenden Bemühung, beide aufgenommen, in die schlichte Größe des Bauernlebens. Denn das ist unter, den .vielen Wundern des neuen Begebens vielleicht das größte: daß hier junge Juden wahrhaftig wieder junge Bauern geworden sind. Gewiß haben sie als Erbteil ihres Volkes eine ungewöhnliche, durch die Gefahren ihrer früheren Umwelt geschärfte Intelligenz mit ins Land gebracht. Aber wer darin die Ursache ihrer Erfolge oder gar die maßgebende Besonderheit - ihres Charakters, also eines geistig bestimmten Charakters, erkennen wollte, würde... gründlich irren, jedenfalls Unwichtiges mit Wichtigem, verwechseln. Denn selbst die intellektuellen Kräfte dieser jungen Menschen sind, seitdem sie den Boden, bearbeiten, aufgegangen in einen einfachen, jai primitiven Idealismus, in eine, von Empfindung getränkte, von Empfindung kaum trennbare Anschauung. In dieser, wenn man will, ungeistigen, jedenfalls gefühlvollen Anschauung verbinden sich Selbstlosigkeit,..Gemeinsinn- und eine kühne, leidenschaftliche Heimatliebe, die nichts geschenkt haben die alles durch Arbeit erwerben will. Wie auf einem Photo -von Vorobeicich der junge Mann, die langen Aekerfurchen hinter sich, mit beiden Händen den Pflug -führt, ' das •.. besonnte Gesicht mit einem zuversichtlichen Lächeln erhoben, ist er ein Bild des neuen, ' nichts als bäurischen Arbeitsmenschen, der nur einen Ernst, den Heimatboden, nur eine edle Lust, den Heimathimmel, kennt Freilich, dieses Bild ist hymnisch aufgefaßt, es will den Rhythmus des Pflügens, will Acker und Bauer in Einheit zum Ausdruck bringen. Aber eben damit trifft es das Wesen des Lebens auf dem Lande, der einen Seite neujüdischer Kuitur. (Weitere Aufsätze folgen.) Aktion* Hütet die lugend Zeftungskelte des „Osar Hanoar" (Schatz der Jugend) Herr Maryan Friedmann antwortet Herrn Edmund St ekel mit S 5.— und ruf t zu Spenden auf: Dr. Bruno Schnepp, XX., Wallensteinpiatz 3; Max Grub er, XX., KlosterneuburgerstraJJe 69; Lilly Halpern, XIV., Hütteldorferstraße 103; Leopold Ringel, XX., Jägerstraße 20; Heini Goldmann, VH., Neustiftgasse 17; Dr. Karl Sc hl am, XX., Walletateinstraße 5; Jenny Brück, XX., Wallensteinstraße 41; Felit Berg er, IX., Altmuttergasse 5; Josef Segall, XX., Karl-Meißl- Straße 4; Arye Roth, XX., Karl*Meißl-Straße 3. Herr Moses Diamantstein antwortet Herrn Max Neger mit S 3.— und ruft zu Spenden auf: Bundesfürsorgerätin Rosa Schwarz, IL, Fefdinandstraße; Israel Piper, II., Aspernbruckengasse 1; Kurt Till, VI., Gumpendorf erstraße 74; Emanuel Bar dach, XVm., Martinstraße 13/10; Dr. Josef Bondi, IL, Praterstraße 9; Jakob Gasweg, IL, Lessinggasse 19; Dr. David S c h a p i r a, II., Ybbsstraße 22. Herr Hermann Stern antwortet Herrn Michael Locker mit S 2.—. Herr Ing. Robert Abelis antwortet Herrn Fritz Richter mit S 10.—. Herr Fritz Hönigsberg antwortet Herrn Oberkantor Feuer mit S 2.—. Herr Dr. B. Sonntag antwortet Herrn Doktor Schächter mit S 2.—. Herr Dr. Manfred Weinreb antwortet Herrn Doktor Taub mit S 2.—. Verb« der Judcnsfaalszionislen Oesterreichs Versammlungen Ueber „Zionismus und Assimilation" sprechen: Dienstag, den 1. Dezember, X., Herndlgasse 23: Ing. Engen Buchbinder. — XVIII., Semperstraße 19: David Nebenzahl. Mittwoch, den 2. Dezember, im Bialikheim, VII., Kaiserstraße 30: Oberbaurat Robert Stricker, Dr. Sal. Wolf. Donnerstag, den 3. Dezember, XX., Staudingergasse 16: Professor Aron Schwertfiriger, Fritz Richter. — II., ErlafStraße 5: David Nebenzahl. Beginn sämtlicher Versammlungen halb 9 Uhr abends. Frauengruppe D e b o r a h. Mittwoch, den 2. Dezember, 8 Uhr abends im Heim, IL, Erlaf Straße 5. ErstesJftfiffschesUolksIfecIerpotpoarrl Diese Platte enthält die schönsten jiddischen Volkslieder, gespielt von den Sid Kay's Fellows unter Leitung von 5. Petruschka, Gesang: Ferris Gondosch. Die Bearbeitimg und Instrumentierung dieses Potpourris „ist einzigartig. Inhalt: 1. Oifn Pripetschok. / 2. Bei mein Rebbn is gewen a Geneive. / 3. Amol is gewen a Masse. / 4. Wenn der Rebbe lacht. / 5, Amul is gewen a klein Jiddele. / 6. A Briefele der Mammes. / 7. Hot Haschern Jisborach arupgeschikt a Hintele. / &. Fragt die Welt a alte Kasche. / 9. As der Rebbe Abbiraelech. Das Emek-Lied, alle neupalästinensischen Horra's erhalten Sie nur durch Musikhaus EXCELSIOR, Wien, I., Franz-Josefs-Kai 15. Großes Lager von neuesten Schlagerplatten,, Radioapparaten zu billigsten Preisen. Keine neue Buchhaltung anlegen an vor Besichtigung unserer interessanten letzten fl» E f} Neuerungen # Vollständige Einrichtungen von RUF-Buchhaltung Wien 1, SchottPii passe <0 * A-17-3-77 - A 17-1-77 Vortragszyklus Josef Frankel: „Geschichte des Zionismus." » Sektion XIV./XV., Schanxstraße 32, Sonntag, den 2ft. <L M., um 7 Uhr abends Heimabend unter Leitung von Gg. A. Schloßbeutel. — Die Sektion spricht ihrem Mitglied, Herrn Max Ruda, der durch da» Ableben seines Vaters, Herrn Benzion Ruda, einen unersetzlichen Verlust erlitten hat, ihr tiefgefühltes Beileid aus. Sektion Prater, II., Erlafstraße 5. Freitag, den 27. d. M., 8 Uhr abends: Oneg Schabbat. Vortrag: Rabbiner Dr. M. Patron, A. Schwertfinger. — Samstag, den 28. d. M., halb 9 Uhr abends: Akademie mit Tanz. Regiebeitrag 1 S. Sektion Brigittenau, XX., Staudingergasse 16. Freitag, den 27. d. M., 8 Uhr abends: Oneg Schabbat. Die Sektion Brigittenau der Judenstaatszionisten wurde reorganisiert und hat ihre volle Tätigkeit im Lokal, XX., Staudingergaese 16, wieder aufgenommen. Daselbst finden Veranstaltungen und Versammlungen statt. Jeden Freitag abend Oneg Schabbath. Gesinnungsgenossen und Freunde der Judenstaatszionisten als Gäste herzlich willkommen! Klagenfurt. Unser Gesinnungsgenosse, Herr Fritz; Richter, W*-en, hielt hier am 18. d. M. einen Vortrag über das die Provinzjudenschaft sehr interessierende Thema „Die Wiener Kultusgemeindewahlen und ihre Bedeutung für den Zionismus". Seine Rede, die mit Herz und Verstand gehalten wurde, hat nicht nur alle Zuhörer begeistert, sondern es auch zustande gebracht, anwesende Nichtzionisten für unsere Idee zu begeistern und uns neue Anhänger zuzuführen. Er verstand es, auf sehr vornehme Art die schamlos betriebene Hetze der „Union" zu charakterisieren und bedauern wir unsere Freunde in Wien sehr, daß sie unter solch unwürdigen Umständen den Wahlkampf führen mußten. Jetzt können wir es erst so richtig verstehen, daß der von der Provinzjudenschaft herbeigesehnte absolute Sieg nu? schwer zu erringen war. Wir hoffen, unseren Freund, Herrn Richter, bald wieder in Klagenfurt hören zu dürfen. — Erich Roger. ~\ Eine jüdische Lehrfarm in Schweden Aus Stockholm (J. T. A.): Ein ungenannt sein wollender Spender stellte die Summe von 8 0.0 0 0 Schwedenkronen zur Gründung einer landwirtschaftlichen Lehrfarm für jüdische Jugendliche aus Deutschland, die sich für das Leben in Palästina vorbereiten wollen, zur Verfügung. Es wurde ^bereits' in Svärtingtorp, Südschweden, ein Grundstück zur Errichtung der Farm, die unter der Leitung eines Fachmannes stehen wird, erworben. Jüdischer Hochschnlausscliuß. Dienstag» den 1. Dezember, 8 Uhr abends: Vortrag Trof. Dr. Max E i s 1 e r. Thema: „Zur Frage der jüdischen Kunst". Chajcs-Soal, IX., Alserstraße 20. x^m^^/Xfeeß^/^emfc 1 Der Vorleser Jefsuda Ehrenkranz Drunten in einer Sesselreihe ruhend, den Vorleser betrachtend, der im Licht einer vielverratenden Tischlampe zu dulden hat, wenn er vorliest — in solcher Position kann man leicht den Beurteiler spielen, der Beurteiler sein. Was weiß man denn vom Zureehtpassen, Zuhämmern, Stoppen und Strömenlassen, von den Niederlagen und Siegen des Interpreten, von dem Torso-Gebliebenen und Zuende-Gebrachten beim „Fertigstellen eines Programms"! Schon der Begriff Programm birgt eine Menge Mißverständnisse ünd Oberflächlichkeiten. Man' weiß nicht, wieviel Angst,' ja Entsetzen solch ein „Erwerbsrezitator" zu erleiden hat, wenn er drangeht, seinem Hand- und Mund- und Kehlkopfwerk das Material bereitzustellen! Ich sage das, um endlich einmal festzustellen, wie weit der Rezitator schöpferisch, wie weit er nachschöpferisch sein kann. Als Ehreukranz daranging, den Abend „Tod und Liebe4' zu formen, stand er unter der Last einer schweren Verantwortung. Man sagt es leichthin: Programm! Aber geht man ernstlich daran, so beginnen die Zweifel, die Erinnerungen an vielleicht Verfehltes und Ueberholtes und der Gedanke aa die Ehre, die man sich selbst schuldet. Für Ehrenkranz kam noch als erschwerender Umstand seine nunmehrige palästinensische Provenienz hinzu, also etwas, das einen jüdischen Künstler zu mehr verpflichtet, als der Anschein bietet Im Stadium einer werdenden hebräischpalästinensischen Kultur begleiteten deren Sentiments auch den chuz Taaretz wirkenden Menschen und sein persönlicher Anteil wächst ins Metaphysische und drängt zur Entladung. Hiebei besteht aber auch eine — sagen wir — europäische Verpflichtung. Von Ihr wird die Spannweite des Programms bestimmt, durch sie werden die extremsten Gefühlslagen auf einen gemeinsamen Nenner gebracht. So -könnte beispielsweise der Mut, den Zäddik J. L.. Perez zwischen die antike Größe Piatoris und die nordische Romantik Jens Peter Jacobsens zu setzen, schon an sich als Bekenntnis, als europäisches Bekenntnis in der humanistischen Auffassung Thomas Manns dienen. . . . Ich suchte eine Melodie, die Melodie. Fand sie, wie nicht verwunderlich, in den Kabb a i is t en „unseres" Perez. Wie könnte es anders sein! Breitherzig allem Schönen hingegeben, aber engherzig genug, die Gnade hoher Könnerschaft an dem chassidischen Einswerden mit Gott zu verschwenden, hat Jehuda Ehrenkranz das Geheimste seiner Kunst, seines . jüdischen Dienens, in der Perez-Diehtung hergegeben. Von hier aus gesehen, war alles andere — Dichtung und Literatur — nur „Programm". Wer Perez im deutschen Sprachbereich so liest wie Ehrenkranz, hat Anspruch auf restlose Anerkennung. — Der Abend im Mittleren Konzerthaussaal (Wien) hat den Möglichkeiten der Rezitationskunst neue Perspektiven gegeben. Oskar Rosenfeld. lüdasdies Tkeater Man lese die Titel . . .' Salinen Pjewtschik . . . Der Radiosänger . . . Offene oigen . . . A herz wos bengt . . . Die obligate Durchschnittsware, denkt man mit Recht und ist mit demselben Recht skeptisch gegenüber einer Produktion, deren Markenware sich schon in der Bezeichnung verrät. Und man betritt das Theater, sieht dort unsere Menschen, „heimische" Menschen, ein Publikum, dessen Gaumen weder verwöhnt ist durch sublimierte Kost noch korrumpiert durch das „Mojsche"-Genre; also ein Publikum, das man am besten mit dem Wort Volk bezeichnet Und man sieht auf der Bühne routinierte Schauspieler agieren, die in ewiger Wanderschaft von Kowno über Warschau, Brüssel, London, Paris nach Wien kommen, der Stadt, wo Perez Smolensky und Theodor Herzl und Zwi Perez Chajes gelebt haben und wo es nach der Freien Jüdischen Volksbühne, der Wilnaer Truppe, der Habimah, dem Moskauer Granowsky-Theater und Morris Schwartz immer wieder jüdisches, jiddisches Theater gibt. . . . Und eines Tages erscheinen ein paar neue Gesichter neben alten, David Seidermann und Chana Lerner neben Lore Glücksmann und Dolly Nachbar und nach ein paar Wochen entsteht so etwas wie ein Kontakt zwischen Bühne und Volk und man kann wieder jüdisches, jiddisches Theater genießen in dem viel gelästerten Städtel Wien. Das Stück, das jetzt läuft, heißt ,,Motel Pantoffel". Eine harmlose Komödie aus jüdisch-russisch-amerikanischem Milieu und auf die Antithese „Oj Ameritsche — Ich will heim" eingestellt. Motel, der jüdische Fabrikant im großen New York, der biedere, nach den guten Sitten und Bräuchen und Gesängen der alten Heimat sich sehnende, ist ein Pantoffelheld, aber dieses Heldentum ist heroisch, bringt Früchte und Happy-end____ Ich erzähle davon, weü ich zum Ausdruck bringen will, daß man im Städtel Wien wieder ins — jüdische Theater gehen kann. Man bekommt heimische Kost, ein harziges Liedel und ein Stück Schabbes-Stimmung. Herz, was willst du mehr? r. Konzerte Wenn ein anerkannter Pianist wie Juliusz Wolf söhn seinen Klavierabend gibt — mit älteren und neueren Meistern auf dem Programm, wie Brahms, Schumann, Korngold, Chopin —, so kann man nur den obligaten Erfolg konstatieren. Das heurige Konzert toachte aber auch eine eigene Komposition, „Eine Vision" betitelt, die in bravouröser Verbindung frühen musikalischen Volksgutes mit der Melodie der jüdischen Arbeit in Palästina (dem Emek-Lied), eine Art Paraphrase auf das Schicksal des Judenvolkes darstellt. Die Auseinandersetzung zwischen den beiden Motiven ist kontrapunktlich reich durchgeführt und wird zweifellos, dem Druck übergeben, viele Pianisten zur Reproduktion reizen. — Ein genußvoller Abend, ins-

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