Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 608 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6ÖS vom 11 tfovemfeef 1Ö3Ö die Nfittti mm StltBl 1 «oneft wuftte nur zu einem kleinen Bruchteil erreicht; es erschienen kaum 25.000 Personen. Die rumänische Oeffentliöhkeit sieht darin eine schwere Schlappe des rumänischen antisemitischen- Faschismus. Cussa und Goga entwickeltem das Programm der Partei, wobei insbesondere Cuza die Vertreibung de'r Juden forderte. Zudithaus, Entmamiiiflq ♦ ♦ ♦ Aus- Berlin: Öer Entwurf' ' des neuen deutschen Strafreohtes sieht vor, daß ein deutscher Staatsangehöriger auch ttif seine Handlungen, die er außerhalb des deutschen Hoheitsgebietes begeht, grundsätzlich verantwortlich gemacht wird. Darüber hinaus ist bestimmt, daß derjenige, der eine nach den Vorschriften zum Schutz des deutschen Blutes und der deutschen Ehra nichtige Ehe schließt, mit Zuchthaus bestraft wird. Der Mann, der einen nach den gleichen Vorschriften verbotenen außerehelichen Geschlechtsverkehr ausübt, wird mit Gefängnis nicht unter drei Monaten, in schweren Fällen mit Zuchthaus bestraft. Zum Schutz der Rassenehre bestimmt das kommende Strafrecht, daß eine deutsche Staatsangehörige deutschen oder artverwandten Blutes und ein Jude, die Öffentlich in einer gegen das geschlechtliche Schamgefühl gröblich verstoßenden Weise Verkehr miteinander pflegen und dadurch den Rassestolz des deutschen Volkes verletzten, mit Gefängnis bestraft werden. Sicherungsmaßnahmen (!) zum Schutze der Reinheit der deutschen Rasse sind im kommenden Strafreoht auch gegenüber Rassesohändern zugelassen. Betreffend Entmannung gefährlicher Sittlichkeitsverbrecher wird bestimmt, daß ein Täter, der bereits einmal wegen Rassenschande, einerlei wie hoch, verurteilt worden ist, Sicherungsmaßnahmen zu gewärtigen hat, da aus der Tatsache der wiederholten Begehung dieses Verbrechens sich die Befürchtung zwingend ergibt, daß er auch in Zukunft sich in gleicher Weise vergehen wird. Die drastische Verschärfung der Rassegesetze im neuen Straf recht wirkt nicht allein wegen der angedrohten Strafen entsetzenerregend, sondern auch wegen der Sorge, daß noch weit mehr als bis jetzt vollkommen unschuldige Opfer der Denunziationswut und Erpressungsgier werden würden. 0je gi-oße Gnade . Aus Berlin: Bei der Feier des zehnjährigen Bestehens derv Ortsgruppe Hermesheim sprach, wie das '„Nationalblatt" in . Kqblenz berichtet, Reichsofganisationsleiter. Dr. L e y. „Unser Geschlecht habe, solange die Menschheit bestehe",, betonte Dr. Ley zum Schluß seiner wiederholt von . stürmischer, .. begeisterter Zustimmung •unterbrochenen Ausführungen, „vom Schicksal ^ie Chance, und vom Herrgott die Gnade.hekommen, den Juden in die asiatische Wüste , zurückzujagen." 27 jüdische Mdrtspieltheatev an Palästina Aus Jerusalem: Es gibt zur Zeit in .Palästina 27 Lichtspieltheater in jüdischem Besitz, davon sieben in. T e 1 - A y i v, vier in Jerusalem, sieben in '. Haifa, die Übrigen neun in verschiedenen Siedlungen. Ferner gibt' es vereinzelt arabische Lichtspieltheater w Jaffa, Tuikarem, Akko, Nablus, Nazareth,. Ramien usw. Die. 1$ Kinos in Jerusalem, Tel-Aviv und Haifa haben einen Fassungsraum für über, 5000 Personen, Am größten ist das „Amphitheater" in Haifa mit 2000 Plätzen, Die Zahl der Kinobesucher wird in Tel-Aviv auf 30.000 bis 35.000 wöchentlich geschätzt, in Haifa auf etwa 20,ouo, in Jerusalem auf lO.OÖO. Der durchschnittliche Eintritts- ( preis beträgt in Jerusalem vier, in Tel-Aviv und Haifa' fünf Plaster. (J. T. A.j Arabische Aktion gegen jüdischen Bodenkauf . Aus Jerusalem:'In Jaffa hat eine Versarora» Iung arabischer Notabein und Vertreter der arabischen Tugendorganisationen stattgefunden. Von den Vertretern der Jugend wurde darüber Klage geführt, daß viele prominente Araber Boden an Juden verkaufen. Die llteren arabischen Führer antworteten darauf, daß solche , Transaktionen häufig unter dem Zwang der Wirtschafts-' krise vorgenommen worden seien. Daraufhin erklärten* iie Vertreter der Jugendorganisationen, daß sie bei beirohteh arabischen Böden Posten auf stellen würden, um len Uebergang dieser Böden .in jüdische Hände zu verlindern. (J, T. A.) Bau strageglscher Straßen und Bahnen Aus Jerusalem: Die von der Palästina-Regie- - ung vor einigen Jajtiren in Angriff genommene Chaussee1 Jaza-Akaba, ist in diesen Tagen fertiggestellt worden, }Je 20 m breite Straße ist so stark gebaut, daß auf ihr in lebhafter Verkehr von MlIit ä-r kr af twagen ' md schwerer'Artillerie vor sich gehen kann. Junmehr hat die Regierung auch den Plan für den Bau iner Eisenbahnlinie von Gaza nach Akaba fertiggestellt nd bestätigt.' Die neue Linie, die parallel zur Straße getlhrt werden soll, wird innerhalb eines Jahres fertigestellt sein. Ein großer Heeresflughafen bei Akaba teht vor der Völlendung. (J. T. A.) Sin fei er tag in Nah ari ah Ahn Nali u ri »1» wird unn goHOhrl^be»i. Nalmritth geirt, wie,,t»o manche» hier, &u den Wundern den Landet». In, nicht rjmul zwei Jahren int auf dem von der Nahariah-lieselliichaft wotbenon und vorbereiteten Boden eine M o u e h a w » h entindeu, die zu üon Hohüiiste» des Landes" gehört. Im Westen ' (mittelbar aii| Aleer gelegen, mit ioinem herrlichen Strand und randdüd, dorn e» noch bwehieden «ein wird, das n ö v d- Ohste jMUehe *W t*?in, Oben auf einer Düne ,mit prachtvoller Aussicht nach allen iteii, soll das Hot»ha-Seter entstehen, vorläufig als erste appe mit zwei Schulriiumen, in dum Interimistisch auch das t.hft'KneXHüt wiß wird. Am IS. Oktober» an dem übrigens ihariah auoh üarnison mit etwa 400 englischen Soldaten ge- »rdw» W, King die Grundsteinlegung unter Beteiligung der «»»iten JHotfchftwaii, deren Siedler beinahe alle aus <|or deut« ibvn Goiah btäiumen, vor sich. Wach dem von den Schülern gesungenen Lied und den Begrüßnngsworten durch den RoschhÄ-W««a, Oskar 3t» y e r - # a r x, hielt Arnold LI oft (Stifter »»statt) die Weiherede. Kssprachen noch Herr Ing. Reich im Namen der Nahariah-Oescllschaft, Frau Dr. Stern l»erg-Pin«cr von der M. O. O., Haifa, Herr Dr. Ücko von der „Ahnwah" in Klrjat Blalllc, nnd zwo! Arbeltenertreter. Sodann verlas Halm Hermann den Inhalt der Urkunde, die die Not und die Bedürfnisse der Zelt enthielt und die Mahnung an die Jugend, volks- und landesliebende Träger einer besseren Zukunft zu werden. Darauf wurde das Pergament unter Absingung der „Ii a 11 kwfth" einbetoniert. ' Abends versammelte sich die Moschawah nochmals zu einem feierlichen Akt in dem Machsan der Kooperative. Die Feier galt Dr. Soskfn von der' Naharlah-Oeaellschaft, der der Vater der Siedlung genannt werden darf, und der an diesem Tag vor 40 Jahren tarn erstenmal Iii das Land kam. In einem beinahe zweistündigen Vortrag schilderte Dr. Soskin seine Erlebnisse und seine Tätigkeit — ein Zeitabschnitt, der zugleich einen Zeltabschnitt zionistischer Entwicklung darstellt — bis zur Gründung von Naharlah, das den lebenden Versuch zeigen soll, daß man auf kleinen Parzellen (5, 7, 0 Dunam), auf denen Gemüsezucht, Hühnerhaltung und Obstbau getrieben wird, bei intensiver Bewirtschaftung leben kann. Erez Israel sei zum Trotze aller Widersacher geeignet, bei Intonslver Wirtschaft weitere Abertausende von Familien in der Landwirtschaft unterzubringen, ohne die bisherige Bevölkerung zu schädigen. Die Siedlung Naharlah und andere ähnliche Siedlungen, die auf demselben Prinzip aufgebaut sind, zeigen, daß das von gewissen Stcllon angenommene Landminimum von 80 bis 120 Dunam per Landfamilie imstande ist, zehn Familien zu erhalten. Naharlah soll der zu erwarteten Boyal Commlssion die In die Tat umgesetzte Idee der intensiven Wirtschaft von Dr. Soskin zeigen. Nach dem Vortrag wurde Dr. Soskin von allen Seiten beglückwünscht. Auskünfte über Erwerb von Parzellen und Anlcguiig einer Wirtschaft in Naharlah (bei Haifa) erteilt Redakteur Jakob Josefsberg, Wien, I., Hotel de France. •Wie wird regiert? Politisches Lexikon aller Länder der Jlr.de, Von Dr. jur. Hans Kern. 247 Seiten. Brosch. Fr. 4.40, in Ganzlclnwand gebunden Fr. 6.—. Polygraphischer Verlag A.-G., Zürich. — In den letzten Jahren haben sich in einer Reihe von europäischen und, außereuropäischen .Ländern die Regierungsmethoden und die Verfassungen grundsätzlich ge-' ändert. Wenn man die verschiedenen Länder überblickt,' so ergibt sich ein Uberaus vielgestaltiges und buntes Bild, Das Buch „Wie wird regiert" hat es sich zur Aufgabe gemacht, in einer.: leicht verständlichen und polltisch völlig objektiven Weise den jetzigen: 'S t a n d'. der R e g i e r u n g s m e t h o den in. kllen; Ländern MjarJ Hrde'zii sohllderm Der gebildete: Zeltnngslcser und der politisch Interessierte Mensch wird ein derartiges band» Jichea und knappes politisches Nachschlagewerk nicht , entbehren können. Das vorliegende Buch..behandelt, die .Regierungsmethoden der 71 Hauptländer der Erde, der' 6 britischen Dominions und 105 Außenbesitzungen, Kolonial- und Mandatsländer.- Ein ausgezeichnetes^ vLlieraturYerzolelfnis.f; (fß* jedes . einzelne Land l). schließt das wichtige Lexikon ab. Die erste Üebersetzung des Babylonischen Talmud vollendet! Während von dem viel weniger umfangreichen t.Jerusalemischen Talmud" („Talmud Jeru- Bchalmi") eine vollständige französische Üebersetzung erschienen ist, war der „Babylonische Talmud" bisher noch nicht zur Gänze In eine ändere Sprache Ubertragen worden. Im 10. Jahrhundert würde meh»fach versucht, dieses F.undamentalwerk der jüdischen Religion zu Ubersetzen. Alle diese Versuche Sind jedoch an dem Ungeheuren Umfang dieser Enzyklopädie und an den Schwierigkeiten ihres Textes gescheitert. Auch dem 1896 von dem jungen, aus. Kurland stammenden Talmud-Gelehrten Lazarus Goldschmidt in Berlin begonnenen Unternehmen einer vollständig deutschen Uebertragung des Babylonischen Talmud. wurde das gleiche Schicksal prophezeit. Trotz aller sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten, und denen der Zeitverhältnlsse hat Lazarus Goldschmidt seine Riesenaufgabe jedoch in vierzigjähriger Arbeit' ohne fremde Hilfe zu Ende geführt, so' daß er' Im Jahre l'936, dafl.Werk abschließen konnte.. Die. erste U eher tragung des Babylonischen Talmud in. eine andere Sprache .? s £ nunmehr vollendet.Im. Jüdischen. Verlag1,;B erlin, ist die wohlfeile Ausgabe der deutschen Talmud-Ausgabe von Goldschmidt in zwölf Bäh den erschienen. Die zwöif hervörragenC. ausgestatteten BRnde enthalten rund zehntausend Seites- DemgegenUber , ist. der Preis für das Gesamtwer^- (RM. 216.— für die Ausgabe in Ganzleinen und RM, 252.— für die Halblederausgabe) als^gering zu bezelthrien. Sascha Fiderer veranstaltet seinen zweiten Liederabend Samstag, 14. November, um 20 Uhr im Oesterreichischen Haridelsrnuseum, IX., Berggaase 16. Mitwirkend:, Kamilla Hprowltz<-Bauer. Es gelangen zur Aufführung neue jüdische und hebräische Liedeivon Bialik, Avigdor Hameiri usw. — Eintrittskarten ä S 1.— bei der Jüdischen Kulturstelle und M. Rath, II., Taboratraße. Jüdische Volkshochschule. M&ntag; F. Jonas: Englisch für wenig Vorgeschrittene, 7 bis 0. Uhr. Dr. H. Weinstein: Hebräisch für wenig Vorgeschrittene, 1 bis 9 Uhr. — Dienstag: Dr. L. Brüll: Hebräisch für Anfänger, 7 bis \W Uhr, Dr. L. Brüll: Hebräisch für Vorgeschrittene. VjB Ha 10 Uhr. E. Feldmann: Englisch für Vorgeschrittene, 7 Tais 9 Uhr. — Donnerstag: Prof. Dr. K. Kupfer: Alltags- und Festtagsbräuche Im Judentum. 7 bis 8 Uhr, Prof. Dr. M. Papo; Jüdische Kulturgeschichte in Zelt- und Charakterbildern, 8 bis 9 Uhr. Jüdisches Kulturtheater, I., Franz-Josefs-Kal 3, Telephon R^38-2-38. Täglich, 20 Uhr, das jüdische Volksstück ..Der Sänger seiner Trauer'* von Ossip Dymow; Sonntag, 15 Uhr 30, „Die Grenze" bei kleinen Preisen, Verband der Alten Herren der Z. M. V. Oesterreichs. Montag, den 16. November, findet Im Klubsaal des CafÄ Bristol, X., Kärntnerring 2, um halb 8 Uhr der allwöchentliche Gesellfcchaftaabend der Alten Herreh mit Ihren Damen statt. Jüdischer Hochschnlausschuß. Dienstag, den 17. November, um ^9 Uhr abends, spricht in unserem Heime. IX., Alser- Btraße 26, der bekannte Professor der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst, Prof. Dr. Max Graf, über das Thema: ,,Dle Juden im Musikleben der Gegenwart". Gäste willkommen. SOjähriges Bühnenjubiläum von S. l'odiamczo. S o h u 11 Hl Podzamcze, der beliebte Direktor der Jüdischen Bühne, II., praterstraßa 6Q, feiert Mittwoch, den 18. November, in seinem Theater das Fest der 60jährigen Zugehörigkeit zum Jüdischen Theater. Er wird bei dieser Gelegenheit selbst auftreten und lädt alle seine Freunde und Anhänger zu dieser Sondervorstellung ein. I Semnieringfahrt der Hakoalü Die Hakpah veranstaltet am Sonntag,- den 15. d., eine billige Autobusfahrt auf den Semmering. Fahrpreis S 6.50. Abfahrt 7 Uhr Reisebüro Universal, I., Kärntnerring 3. Anmeldung Tel. R-27-1-14. Bei günstigen SohneeverhiUtnissen Tourenführungen. ... Einfarbige Mäntel ganz K.-iseide gefüttert, schwarz, braun, oder blau , . S Cape-artige Mäntel aus. gprefli Bouclö, mit breiler Edellammverbrumung,ganzK.»S.* Mongol Refiitiert ,....., S Aparter Cape-Hantel in. 2fach. Sitoerfugh8lumm-Verbr. u.ausuea1 b.Kopf.ganz Monu. get.S Sqhwarze Mantel mit großem Aiaskalamm-Schal- Kragen, ganz,gefüttert . . . . S Vornehme Hantel aus f-ein. Boucle, der sparte Bubikragen mit Lincoln verbrämt, K.- Cröp'e-de-Chine gefütt. u. watt. S Vornehme Mäntel Schafwolltuch, ganz Mongol gel. in. Wnitecoato. Skunks-Veror. 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