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Die neue Welt · 1936-11-13 · Heft 608 (13.11.1936) · page 6

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 608 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Itettft % MB NEUE WELT ttf. (JOS vom 13. November 1936 ÜucUbUtdec cuun SO. (fetudstap ST" x- ^TTT"'*"' * *•INST •> V.: Scp?M^PÄsW^ s - *..? -^ÄÄ^ WSS^^S^S^S^i iiliftpiil aiftÄÄP ^?#>< ^K^1>\ Mit Genugtuung kann Ing. Eugen Buchbinder, eine populäre Figur im jüdischen Wien, auf ein 30jähriges Wirken für die jüdische, zionistische Sache zurückblicken. Aus der Bukowina kommend, wie so viele wertvolle Männer des alten Oesterreich, schloß sich der Student Buchbinder in Wien der führenden, schlagenden Verbindung „K ad im ah" an, um von hier aus ein für den Zionismus kämpferisches Leben zu beginnen. Alle wichtigen jüdischen Aktionen fanden in ihm einen hervorragenden Agitator und Organisator. Im Weltkrieg wurde seine persönliche Tapferkeit durch zahlreiche Medaillen belohnt, Buchbinders Tätigkeit in der zionistischen Bewegung zeichnete sich durch außerordentlichen Elan und schonungslose Härte gegen sich selbst aus. Im Jahre 1932 entsendeten ihn die Wiener Zionisten in den Kulturrat, wo er auf Grund der letzten Wahlen weiter wirken wird. Ein ausgezeichneter Fachmarin auf seinem eigenen Gebiet als Baumeister, als wackerer Kämpfer für jüdische Ehre und Sicherheit, ein integrer Charakter, ein echter Herzl-Zionist — wird er an seinem 50. Geburtstag nicht nur von seinen engeren Gesinnungsgenossen, den Judenstaatlern, sondern von allen hundertprozentigen Zionisten beglückwünscht. Ingenieur Buchbinder kann bei dieser Gelegenheit der Dankbarkeit seiner zahllosen Freunde und Mitkämpfer gewiß sein. Filme der Weiche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Fräulein Lilli — Silhouetten. England: Wie es euch gefällt. Frankreich: Helene. — Taraß Bulba. Amerika: Mr. Deeds — Schwester Florence — Peter Ibbetson — Der König der Frauen — Der kleine Rebell — Der chinesische Spürhund — Küß nicht im Kino! — Der kleine' Lord — Der Mann, der/Wunder wirkte — Kampf um die Barbee-Farm— Der'letzte Gangster — Die Matrosen kommen* — China-Gold — Keine Gnade — Die Wunderbar — Wir drei — Dein Leben gehört mir — Meuterei auf der Bouhty — Ein schwerer Junge — Erbfeind' der Menschheit — Die Wüstenlegion ~ Show Boat.— Eifersucht. Filme unter Avierparagraph Allotria —.Friesennot. — Verräter —7 Stenka Rasin — Nur du, Maria (Gigli-Film) — Schlußakkord — Schatten der Vergangenheit — Seine Tochter ist der Peter — Manja Walewska — Seine offizielle Frau — Mädchen in Weiß— Standschütze Bruggler — Schloß in Flandern — Servus Wien ~ Gltiksklnder (TJJa). — Fahrma, Euer Gnaden — Das Mädchen Irene. Heute „Eifersüchte-Premiere mit Clark Gable, Jean Harlow, Myrna Loy. Heute erscheint im Elite- und Opern-Kino die neue mondäne Gesellschaftskomödie der Metro-Goldwyn-Mayer-Galasaison „Eifersucht". Der Film, der in der Welt der oberen Zehntausend spielt, behandelt das stets, aktuelle Thema einer Frau, die auf die hübsche Sekretärin ihres Gatten eifersüchtig ist. KINO*PROGRAMME KREUZ-KINO I, Wollzeile 17 Telephon K -24-2-16 Vorstellungen: 4, Vkt, V»n, Ytf 0 Blutises Geld mit ehester Morris STAF A, VII Mari ahiIf erstraße 120 Telephon B-33-0-68 Wochentags: «, 7, v Uni Blutiges Geld mit ehester Morris SCHÄFFER VI, Mariahilferstraße 37 Telephon B-20-203 tieginn: %<t, Va6, V»9, V*10 Wir Drei Miriam Hopkins, Merle Oberem, Joel McGranvlile VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 ffejdnn; a, 'A10 Show Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs. Der Reichsverband jüdischer Legitimisten Oesterreichs veranstaltet aus Anlaß des 24. Geburtstages Seiner Majestät Kaiser Ottos am Donnerstag, den 19. November d. J., um 5.30 Uhr, im Gemeindetempel, I., Seitenstettengasse 2, einen Festgottesdienst. Rechtzeitiges Erscheinen erforderlich, da die Saaltüren 10 Mlinuten vor Beginn geschlossen werden. Au§ aller Weif Jüdische Frontsoldaten in England Aus London: 3500 jüdische Kriegsteilnehmer defilierten am 8. November im Rahmen der Gefallenen-Gedenkfeier der ehemaligen jüdischen Frontsoldaten auf dem Horse Guards' Parade Field zu London an den Feldmarschall Lord Milne, der den Salut abnahm, vorbei. 30.000 Personen bildeten die Spaliere. Der Chief Rabbi des Britischen Reiches, Doktor J. H. Hertz, und der oberste jüdische Feldkaplan Dajan Gollop leiteten des Festgottesdienst, der vom englischen Rundfunk übertragen wurde. Bei dem Kameradschaftstreffen in der Albert Hall am Abend verlas Hauptmann Neville Laski, der Präsident des Board of Deputies of British Jews, eine Botschaf tdes Königs Eduard VIII., die lautet: „Der König sendet seinen aufrichtigsten Dank allen bei dieser Kundgebung Anwesenden für die Versicherung der Loyalität und die guten Wünsche, die Seine Majestät sehr zu schätzen weiß." Laski richtete an die jüdischen ehemaligen Frontsoldaten die Aufforderung, im Hinblick auf die Notwendigkeit, England zu verteidigen, sich der Regierung als Missionäre im Rekrutierungsfeldzug zur Verfügung zu stellen. Diese Haltung werde die wirkungsvollste Zurückweisung der gegen die Juden gerichteten Verleumdungen sein. P 19jähriges, intelligentes Mädchen, 4 Klassen Gymnasium, sehr kinderliebend, mit Nähkenntnissen bittet um Stelle zu Kindern oder Geschäft. Gefl. Zuschriften unter „Sehr verläßlich« an die Administration dieses Blattes Irene Dünne Allan Jones B © 9tPaul Robe8on , Der Marquis of Reading stellten den Anwesenden den Ehrengast Feldmarschall Lord Milne vor und sagte mit Anspielung auf den Uhiformierungswunsch der Mos ley -Faschisten: 50.000 englische Juden, die im Weltkrieg für England fochten, sind in den verflossenen 20 Jahren'gefallen oder gestorben. Wenn heutzutage in England Leute mit dem brennenden Wunsche herumreünenj eine Uniform zu tragen,:so stehen ihnen die Uniformen der toten jüdischen Soldaten r e.i c h 1 i c h zur Verfügung. Diese Leute täten besser, in des Königs Uniform den Frieden des British Empire zu wahren, als in schwarzen Uniformen den Frieden in London East End zu stören. Auf dem Soldatenfriedhof am Skopus- Berg zu Jerusalem liegen Christen, Juden und Moslems in ewiger Kameradschaft beieinander. .Menschen, die heute Rasse gegen Rasse, Religion^ gegen Religion , hetzen, schmähen das Andenken dieser Toten, mm j 11 ii 11111 ii 1111 n t j 11 tf K11 111111111111 ii Ii r ■ 11» j 111 r 11111 ■ r 111 ii ii 11 j (i it i j {«in ■ i ti 11 j n imi t it 11 ■ 111 m 11 m 11 tu i j ) 111 f 1111 n ■ i M J i um i ri PRIVAT-VERKAUF! SELTENE G E LEGENHEIT! | 1 Prachtvoll eihger. 4-Z-Wohnung, Speisez., Herrenz., 1 I ital. Renaissance, Schlafz., Musikz., Küche, Schränke, \ | sämtl. Inventar, Kristall, Porzellan, Nippes, Teppiche, | | Gemälde, alles fast neu. Händler verbeten. Besicht!- f | gung nach vorheriger telephon. Vereinb. A-22-2-36 | ^jiiitiiiitiirtifiiJitiiitiiiiiiiiittiiiijiitiiiiiitiiiiiiiiJitifiiiitiiiiiiiitiiijiiiiifiiiitiiiitiiiiii((iiiiitfiitiiifiitiiiiMtiiiitii»iiiii»iitiiil? Feldmarschall Lord Milne begann seine Ansprache mit folgenden Worten: Meine Kameraden im Dienste des Königs! Kameraden, weil wir die Ehre hatten, gemeinsam des Königs Uniform zu tragen und im Weltkrieg zu dienen. Ihr habt ein Recht, stolz zu sein auf das, was ihr für England getan habt; denn ihr habt m eh r getan, als es dem Verhältnis der Zahl der Angehörigen eures Glaubens zur Gesamtheit entspricht. Ihr habt aber euer Licht allzusehr unter den Scheffel gestellt. Ihr sollt es mehr zeigen, voll Stolz auf eure Leistungen in der Vergangenheit. Was aber wird die Zukunft bringen? Ihr Frontsoldaten könnt den Frieden wahren. Ich erinnere an die Worte des großen Juden DisraeIi, eines unserer größten Staatsmänner, der im Parlament erklärt: Von Englands Stärke hängt der Friede der Welt ab. Das ist auch heute die Situation. Kultuswahlen in Berlin Alis Berlin: Als einzige Wahlliste'ist bis zur abgelaufenen Meldefrist die vom Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zusammengestellte Einheitsliste für die Neuwahl der Repräsentanlenversammlung am 20. November eingereicht worden. Es wird somit fliese Liste ohne Wahlkampf gewählt werden. Sie enthält 1Ö0 Namen, von denen die erst e n. 41, entsprechend der für die Ropräsentantenversammlung festgesetzten Zahl der Mandate als gewählt zu betrachten sein werden. Nach Entsendung von Mitgliedern in den neuen Vorstand und im Falle des . Ausscheidens von gewählten Mitgliedern aus anderen Gründen rücken dann die in der Liste weiter aufgeführten Persönlichkeiten der Reihenach an ihre Stelle. Die staatliche Behörde hat die anfänglich getroffene Anordnung daß an stelle 4er. bisherigen gabl ypp, i i fi e p r ÄiMltMMMMMMMM»>MMMMMIMMM»MMMMMM»»j SIEGM. KORNMEHL QROSSFt.ElS€HHAUE«EI Zentrale: IX., Berggasse 19, Tel. A-17-3-99 u. A-16-9-34 f Lieferant für Heilanstalten Abteilungen «ir ■v^Pieisch unter Aufsicht des Ehrwürdigen Rabbinats der Isr. Kultusgemeinde Wien Auto*ust«llung kosten!»« fX. Berggaise 15 ✓ XVIII., Wahrlngerstr. 97 sentanten nur 21 zu wählen seien, nachträglich' zurückgezogen. Die Liste beginnt mit den Namen der Mitglieder dea gegenwärtigen Gemeindevorstandes, Direktor Heinrich Stahl, R.-A. Dr. Alfred F1 e e, Adolf Scheyer, Moritz Roseinthal, Dir. Georg Kareski, Karl Fuchs und AGR. i. R. Kurt Tuchler. Es folgen der Vorsitzende der jetzigen Repräsentantenversammlung, R.-A. Heinrich Stern (rel.-lib.), und der stellvertretende Vorsitzende, R.-A. Phillipp Kozower (Zion. Volksbund), und einer der zionistischen Gruppen. An 41. Stelle ist Professor Dr. Eugen Mittwoch als Vertreter der Konservativen aufgestellt. Vom HubermamOrdiester Aus Jerusalem wird gemeldet: Mit dem Schiff „P o 1 o n i a" trafen 30 Musiker des Huberman- Orchesters im Lande ein, die sogleich von Haifa nach T e 1 - A v i v weiterfuhren. Die Leitung des Orchesters hat ein Informationsbüro eröffnet, das sich mit allen Fragen befaßt, die mit der Einordnung der Musiker in Zusammenhang stehen, damit diese sich leichter an die Verhältnisse Palästinas gewöhnen können. In den nächsten Tagen wird die Ankunft der übrigen Mitglieder des Orchesters erwartet. 12*000 Buden in Kuba Aus Havanna (J. T. A.): Einer soeben veröffentlichten Statistik ist zu entnehmen, daß die jüdische Bevölkerung K u ba s zurzeit etwa 12.000 Seelen umfaßt. Bis 1922 lebten in Kuba nur ganz wenige sephardische Juden und einige amerikanisch-jüdische Kaufleute. Die jüdische Einwanderung nach Kuba war ursprünglich als eine nur vorübergehende gedacht. Die meisten dorthin ausgewanderten Juden rechneten damit, nach einiger Zeit in die Vereinigten Staaten weiterwandem zu können. Die Verschärfung der'amerikanischen Einwanderungsvorschriften nötigte sie, in Kuba zu bleiben. Es gelang ihnen, sich allmählich in die Wirtschaft des Landes einzugliedern und verschiedene kleinindustrielle Erwerbszweige zu schaffen. Die meisten haben später ihre Familienangehörigen nachkommen lassen. ^r Der Brennpunkt des jüdisch-gesellschaftlichen Lebens ist das „3 U dische Zentrum" in Havanna, das durch die Gesellschaft Hias gegründet wurde und jetzt von der Hias-Ica-Vereinigung erhalten wird. In dem Zehtrum werden Kurse zur Erlernung der spanischen und der englischen Sprache für Erwachsene abgehalten, auch befindet sich dort eine jüdische Volksschule. Das „Jüdische Zentrum" vertritt auch die jüdischen Interessen gegenüber der Regierung und den ausländischen Konsulaten. Zur KelsemAffare Aus P *ag: Vor kurzem wurde in Prag in mehreren Exemplaren eine anonyme Schmähschrift versendet, in der die Professoren Kelsen, Foltin und Sehr an 11 mit dem Tode bedroht wurden. Wie erst jetzt bekannt wird, wurde auch Minister Zajiöek mit „Erschießen" bedroht. In dem Brief an den deutschen Minister heißt es unter anderem: „...dann erwartet Sie und alle diejenigen, die etwa versuchen würden, die Aktion... zu unterstützen, das Schicksal Lessings. Sie werden gewiß zugeben, daß; wir in der Affäre Lessing ganze Arbeit geleistet haben ... Sie werden wie ein toller Hund erschossen werden." In dem Brief finden sich dann weiter folgende Sätze: „Die Ernennung des Sau juden Kelsen ist eine,freche Herausforderung. Das Entscheidende für uns Sudetendeutsche ist der Ausweisungsbefehl der Reichsregierung, der für uns Gsetzeskraft hat." In der Schmähschrift sind unerhörte und nicht wiederzugebende Beleidigungen der tschechischen Nation und der Tschechoslowakei enthalten. Aus Polen Aus Warschau (J. T. A.): Im Städtchen. Jablonka Köscielna fanden umfangreiche antijüdische. Exzesse statt. Erst die aus der Kreisstadt Wysokie Mazowiec herbeigeholten Polizeiverstärkungen konnten der Unruhe Herr werden. In Lodz überfielen Huligans den bekannten jüdischen Industriellen Wolf Spiro und fügten ihm schwere Schädelverletzungen zu. Sein Zustand ist hoffnungslos. Der Führer der bäuerlichen Volkepartei, Stanislaw Thugutt, erklärte Pressevertretern, seine Partei stehe auf dem Boden der Verfassung, kämpfe für die vollständige Gleichberechtigung aller Nationalitäten. Und verurteile die bestialischen Gewaltakte gegen die Juden, die dem polnischen Ansehen schaden. Der Gedanke einer zwangsweisen Evakuierung der Juden sei absurd. Seine Partei unterstütze aber die Bestrebungen der polnischen Bauern, die nationale Wirtschaft in die eigenen Hände zu nehmen. Aus Rumänien Aus Bukarest: Am Sonntag, den 8. November, fanden in Bukarest die seit langem angesagten Kundgebungen der von Cuza und Goga geführten antisemitischen Christlich-nationalen Partei, der größten faschistischen Partei Rumäniens, statt. Die von der Parteileitung angekündigte Beteiligungsaiffer von 200.000 Per*

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