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Die neue Welt · 1936-11-13 · Heft 608 (13.11.1936) · page 8

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 608 (13.11.1936)
Date
1936-11-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Seite «t DIENEUE WEtT Nr. 608 vom 13. November 1936 Titel Nebensache" /# Eine Rezension über das Wahlkabarett von Bobby Welser und Viktor Berossi Von Bobby Weiser Weder „Hamlet", noch eine andere Oper von Schiller ist je von der Presse so totgeschwiegen worden, wie unser Stück, das nicht nur von uns selbst, sondern auch von unserer engsten Familie als eines der markantesten Theaterereignisse seit der Zerstörung des Krakatau durch Scipio im Siebenjährigen Krieg (1510 bis 1536) betrachtet wird. Die „Neue Welt" ließ nus nicht ihre Stimme hören, die „Stimme" folgte uns nicht in die neue Welt des Ruhmes, bloß die „Wahrheit", die, wie es heißt, von den besten Nikols-Bürgern unseres Staates redigiert sein soll, erwähnte uns im Zusammenhang mit dem Besuch unseres Kabaretts durch Professor Neumann, so daß der geübte Wahrheitsleser, der bloß durch die „Wahrheit" von unserem Kabarett erfuhr, dessen Existenz überhaupt bezweifeln mußte. Was das Autörichte unseres Stückes anbelangt, war es mit besonders viel Geist und Witz geladen, so daß wir außerordentlich viel lachen mußten. Zwei vielbetrauerte Pointen stammen von meinem Partner Viktor Berossi — übrigens kein Pseudonym; ich habe seinen Vater, den alten Schlesinger, selbst genau gekannt Neu renoviert I Restaurant „Zum Braten11 II, Negerlegaste 2 / Tel. A-42-110-Z streng orthodox Reichhaltige Menüs S —.90 bis S 2.30 Gute Küche / Billigste Preise Und die Schauspieler! Bruno Klein eroberte im Sturm die Herzen aller Matronen, da diese es bei seinen Kopien nicht bemerkten, daß hinter dem Vorhang ein Grammophon die Platten der verschiedenen Sänger spielte. Otto Silbermann spielte den rasenden Ras Ohrenheimer mit äthiopischem Temperament, während Richard Müller als defi-zitterndes Tuchent großes Talent verriet. Er sollte sich unbedingt ausbilden lassen, ein Gansfedernersatz wird schon lange gesucht. Viktor Berossi' schnappte nicht-nur nach (viel Feind, viel) Kowed, sondern-auch nach seinem in der Aufregung ob der Luftpakte stets herabfallenden Schnurrbart. Seine Chansons hätte auch ein Huberman nicht besser singen können. Mir wurde in Anerkennung meiner schauspielerischen Leistung eine große Zukunft als — Mediziner vorausgesagt. Am Klavier entpuppte sich Gideon M a y als blendender Falschspieler. Unser Stück war ein ausgesprochener Kassenerfolg. Manchmal wurden sogar die Spesen hereingebracht. In der zweiten Woche wurden die Preise um 50 Prozent erhöht. Was dem Burgtheater nicht gelang, war bei uns von Erfolg' begleitet. Anstandslos bezahlte das Publikum 30 statt 20 Groschen. Die Darsteller hatten freies Entree, mußten sich hingegen die Fahrt zahlen, was an dieser Stelle unauffällig erwähnt sei. Im allgemeinen hat die Wahlleitung bei uns keine Kosten gescheut, um Spesen zu ersparen.,, * Im Rahmen der zionistischen Wahlpropaganda wirkte ein politisch-satirisches Kabarett außerordentlich erfolgreich. Ein neues Genre wurde geschaffen. Obenstehend eine Selbstkritik des Kabaretts aus der Feder des Autors Bobby Weiser. Jüdische Bühne, IL, Praterstraße 60, Tel. R-42-7-31. Gastspiel des Warschauer Kunstensembles. Ab Freitag, den 13,. November 1936 die Aufführung der großen Schlageroperette „Moderne Ch.assen.es". Täglich Beginn %9 Uhr. Sonntag Nachmittag Y>± Uhr, Vorstellung zu ermäßigten Preisen. GRABSTEINE FRIEDLÄNDER & DEUTSCH Viert, /. Bez., Seitensieiiengasse 2, III Samstag ^£•^£2^*^^ Premiere in den /Jüdischen Ktiniflerspielen it Dieses populäre jüdische Theater in der Praterstraße 34 versteht es, durch Heranziehung hervorragender Künstler und Aufführung interessanter Stücke das Publikum In Spannung zu halten. Für Freitag, den 13. November, ist die Komödie „A herz wus bengt" angesetzt. In den Hauptrollen treten David S e i d e rm a n n, Chana L e r n e r, Lore G 1 ii c k s m a n n, Dolly Nachbar, Susi Gorlttzka und W. Beinglas auf. Auch der kleine Mundi Hausknecht wird wieder zu sehen sein. Die Novität enthält eine Reihe schöner Lieder und Tituse. — Montag, den 16., „Schlojme Salinen Pjewtschlk", Dienstag, den 17., „A herz wus bengt", Mittwoch, den 18., Sondervorstellung „Der Radiosänget", Donnerstag, den 19., „Offene Oigen". Jüdische Kuliursfelle T., Franz-Josefs-Kal 3, Tel. R-2-36 . Kunststelle. Neuanmeldungen für die diesjährige Spielsaison werden ganztägig entgegengenommen. Die Mitglieder erhalten ermäßigte Karten für sämtliche Privat- und Bundestheater und Konzerte. Leihbücherei. Mitglieder der Kunststelle und der Volkshochschule können Neuerscheinungen der Schönen Literatur und Judaika gegen geringe Leihgebühr in der Leihbücherei der Jüdischen Volkshochschule entlehnen. Klavierabend Jidiusz Wolfsohn. Donnerstag, den 19. November veranstaltet Prof. JüHusz Wolfsohn seinen heurigen Konzertabend im Großen Ehrbarsaal. Auf dem Programm stehen Brahma, Schumann, Korngold, Chopin und eine eigene Komposition, „Vision" betitelt (Uraufführung), die musikalische Gestaltung des jüdischen Schicksals von der Schmach der Entwurzelung bis zum Gedanken der Volkerneuerung, "der durch die Verwendung des Emeklied-Motivs symbolischen Ausdruck bekommt. ' , Scala,. „Struppi" heißt-das neue. 'Stück, es hätte' aber auch „Die'Zähmung des Widerspenstigen" heißen können, denn, aus einem borstigen, alten Herrn wird zum Schluß ein ganz gemütlicher, jovialer Geheimrat. Die an und für sich harmlose Angelegenheit .gibt Felix B r e ss a r t Gelegenheit, seine ganz große Kunst, vom Schicksal irgendwie zerknitterte Menschen darzustellen, zu zeigen. In die anderen Rollen teilen sich Richard Waldemar (diesmal ganz besonders gut) Klara Karry, die man leider nur zu selten beschäftigt und Hilde Krahl. Man amüsierte sich gut und dankte hiefür^in erster Linie Felix Bressart. e. kr. Simpl. Man spielt „Ali Parkas und die 40 Grünbäume". Eine Revue mit 3*aum eintausend Mitwirkenden auf der Bühne, aber eine unerreichte, Leistung auf diesem Gebiete. Die Verfasser F ä r k a s und Grünbaum verzichten auf Zoten und billigen Ulk. Ihr Witz ist verstandesscharf. Einfach unvergleichlich aber ist der Autor Fritz Grünbaum als Darsteller. Aus dem witzigen Conferencier ist ein hervorragender Schauspieler geworden, der an die ganz Großen auf dem Gebiete der Gharakterkomik anzureihen ist. Dieser Grünbaum weist ein Maß von Menschlichkeit auf, das oft überwältigend wirkt. Das be3te Lob für seinen Freund Farkas ist wohl in der Feststellung ausgedrückt, daß er neben Grünbaum aufkommt, zu voller Geltung gelangt. Ein Abend, , wie ihn jetzt der Simpl bietet, ist" anderswo kaum zu erleben. Ifasraonea-Makkabi eröffnet ihre diesjährige Vergnügungssaison am 14. d. um 9 Uhr im Goldenen Saal des Cafe Silier mit einem erstklassigen Gesellschaftsabehd. — Das Programm bestreiten: Frl. Trude Rott; die Herren; Josef Baar,-Eugen Hoffmann, Bela Lenard. Die Musik besorgt die hervorragende Jazz „The Elite Rlddls". — Karten im'Vorverkauf bei allen Leitungsmitgliedern erhältlich. Gäste herzlichst ■willkommen., n Hofmeister, Hauslehrer für alle Mittelschultypen, mit Kenntnissen fremder Sprachen, Uebersetzer für Hebräisch, Englisch, Französisch, Russisch und Polnisch, vermittelt prompt und unentgeltlich der Jüdische Hochschulausschuß, IX., Alserstraße Nr. 26, Tel. A-25-2-28, von 13 bis 17 Uhr. Die Leiter der Ausspeisung in der Brigittenau, Herr M. Richter und Herr M. Landesberg, haben aus Anlaß des Sieges der Zionistischen Liste für Mittwoch, den 11. November, eine Zubuße von Fleisch und Mehlspeise, außer der Suppe, Gemüse und Brot, für 170 Personen aus eigenem gespendet. M. I m b e r, Obmann. Histadmth-Ivrith-Generalversammlting. Samstag, den 14. November, 8.15 Uhr abends, findet im Heim, IL, Kleino Mohrengasse 3, die ordentliche Generalversammlung der Hlstadruth Ivrith statt, Tagesordnung: 1. Die hebräische Bewegung: Präs. Dr. D. Rothblum. 2. Tätigkeitsbericht. 3. Debatte und Ausschußwahl. Stimmberechtigt sind nur Mitglieder die den Jahresbeitrag von S 2.—" bezahlt haben. Schriftliche Einladungen wurden nicht ausgesendet. — Seminare derHistadruth: Es werden noch Anmeldungen für die Bibel-, Mischna-, Agada- und Literatur-Seminare entgegengenommen. „Mathilde", Verein zur Bekleidung armer jüdischer Schulkinder, insbesondere Waisenkinder, veranstaltet am Sonntag, den 15. November 1936, 8 Uhr abends, im Militärkasino, I., Schwarzenbergplatz 1, eine Festakademie mit Tanz, untei* Teilnahme hervorragender Kunstkräfte. U. a. wirken mit: Fritz Schulz (der bekannte Filmstar), Fini Gebhard (der neuentdeckte Filmstar), Walter Kochner (Liebling des Stadttheaters), Grete Margareta (Parodistin), Josef Baar (der Blitzdichter). — Ballorchester unter persönlicher Leitung MaS Geiger. Mit Rücksicht auf den wohltätigen Zweck bitten wir um reichlichen Besuch. Restliche Karten zu S 2.50 sind bei allen Vorstandsmitgliedern und bei der Kasse erhältlich. Der Verein für unentgeltlichen Arbeitsnachweis, I., KohlniesscrgasRe 4, Tel. U-27-0-65, sucht dringendst Stellen für: A: Kontoristen, Buchhalter, Handelshilfsarbeiter, Geschäftsdiener, Packer, Inkassanten, Verkäufer, Auslagenarrangeure, Kellner, Krankenpflegerinnen, Masseure, Bademeister, Nachhilfelehrer und -lehrerinnen für Mittelschulfächer, Musiker für Konzert-, Jazz- und Stimmungskapellen. — B: Arbeit für gewerbliche Kräfte, darunter auch Chemiker, Elektrotechniker (Helzungatechnlker), Installateure, Bau- und Maschineningenieure, Chauffeure sowie ungelernte Arbeiter. — C: Handwerkliche und kaufmännische Lehrstellen für Knaben und Mädchen. — Im Vereine sind derzeit offene Stellen ftlr: Kinderfräulein, mit und ohne Sprachkenntnisse, für In- und Ausland, Erzieherinnen mit MittelschulnachhlJfe und Fremdsprachen, guteingearbeitete Konfektlonsnltherlnnen (Werkstätten- und Heimarbeit), Hauspersonal jeder Art, diverse Auslandsstellen'für deutsche Emigranten. AiiBstattungsbeltrüge. Aus einem von dem Arzt Dr. Julius Schwarz der israelitischen Kultusgemeinde Wien testierten Betrag gelangen zwei Ausstattungsbeiträge von je zirka S 450.— einmalig zur Verleihung. — Bewerbungs ii V e*«h.11 g l„s \n, d: Ame< würdige, Im Brautstande befindliche jüdische Mädchen, deren Verehelichung in Kürze-erfolgen soll. — Gesuchs bei tag e n: Geburtsschein, Mittellosigkeitszeugnis,- Brautstandsnachweis, Sittenzeugnis. '— Letzter Tag der Einreichungsfrist:. 30. November 193 6/ ~ E l n r e i c h s teile: Fürsorge-Zentrale der Israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seiteiistettengasse 2, I. Stock, Tür 16. -Bew e r b erlnne n, welche-sich vor der Verleihung des Stiftungsbetrages verehelichen, verlieren die Bewerbungsberechtigung. Predigtem in den Gemeinde- und Bezirkssynagogen. Freitag, den 13. November 1936, werden bei den um 4.20 Uhr beginnenden Abendgottesdiensten in nachbenannten Gemeindet und Bezirkssynagogen Predigten abgehalten, und zwar: HI., Untere Viaduktgasse 13, Rabbiner Dr. K. Kupfer; V., Siebenbrunnengasse la. Rabbiner Dr. M. G, Mehrer; IX.. Müllnergasse 21, Rabbiner Dr. A. Z. Schwarz; X., Humboldtgasse 27, Rabbiner Dr. A. Weiner; XIII., EitelbergergäSse 22, Rabbiner Dr. M. Lewih; XVI., Hubergasse 8, Rabbiner Dr. J. M. Bach; XIX., Dollinergasse 3, Rabbiner Dr. A. Frankfurter; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B. Murmelstoin. Samstag, den 14. November 1936 beim Vormittagsgottesdienst Schrifterklärungen: I., Seitenstettengasse 4, Oberrabbinet Dr. I. Taglicht; XX., Kluckygasse 11, Rabbiner Dr. B, Murmelstein; XXI., Holzmeistergasse' 12, Rabbiner Dr. M. Rosenmann. Israelitische Jugendgottesdienste. 1. Jugendgott e s di e ns t. für Volks-, H auptun d Mittelschüler (Schülerinnen): Samstag, den 14. November d. J., um 3 Uhr nachmittags in allen Gemeindcunci Bezirkssynagogen. 2. Besondere Jugendgottesdienste für Mittelschüler- und -Schülerinnen für Unterklassen im IL, IX. und XX. Bezirk: Samstag, den 14. November d. J., um yx5 Uhr nachmittags im Leopoldstädter-Tempel, II., Tempelgasse 5, und in den Bezirkssynagogen, IX,, Müllnergasse 21, und XX., Kluckygasse 11. M PF E lüUÜJ SWERTE FIRMEN Restaurants, Cafes etc. Cafe Abbazia, II., Aussteüungastraße 1, Tel. R-44-5-58. Warme und kalte Küche. Bier vom Faß. Klubzimmer. Samstag tu Sonntag Konzert. Musikschutz frei. A. Barschak, n.. Große Schilfgasse 3. Streng iv» Vorzügliche Küche. Billige Preise. Cafe Beethoven, I„ Universitätsstraße 11, Tel. B-43-508. Erstrangiges Rendezvous gutbürgerlicher Kreise. Dalmatia Weinbans, IV., Rechte Wlenzeüe 27, Telephon A-37-0-25. Filiale: I.. Tuchlauben 11. Tel. U-27-1-61. Original serbische Küche, jugoslawische, dalmatinische und serbische Weine. 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Restaurant „Spritzer", früher „Hotel National", Jetzt II., flammer-Purgstallgasse 7. Vorzügliche Wiener und internationale Küche, Tel A-45-5-42. Scnweden-Catä, I., Schwedenplatz lr TeI. U-28-5-75, Alle in« und ausländischen Zeitungen. Moderne Billards, Bridgesalon. Hotel-Restaurant „Stephanie", IL, Taborstraße 12. Vorzügliche, Wiener Küche. Speisen am Rost. Menü ab 8 1.60. Täglich frische Fische. Cafe Johann Strauß (ehema<s Residenz), I., Franz-Josefs- Kai 31. Kalte und warme Küche. Erstklassige Weine, Bier vom Faß, Bridgesalon, ■ Schachzimmer, Billardsalon. Aspbaltkegelbahn und Klubräume. „Vegetarla" Cafe-Restaurant, Diätküche, Milchspeisen, IL, Obere Donaustraße 89 a, Telephon A-48-8-71. „Wienea" Restaurant, II., Ob. Donaustraße 91, Telephon Nr. A-41-4-78. Jüdische Spezialitäten und vegetarische Speisen. Maria-Thereslen-Stüberl, 1., Marla-Thereslen-Str. 4. Küche des Hotel de France. Täglich ab 20 Uhr Musik und Gesang. . 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Anfragen und Wünsche, welche diese Rubrik be« treffen, sind an die Verwaltung des Blattes, XX., Universität«« straße 8, Telephon A-20'2-78, zu richten. Eigentümer, Verleger, Herausgeber und yer&ntwor.Uißües Redakteur: Oberbaurat Robert Stricker. — Drufik; Drackerel« und Veslagg-A^G, Ignaa StejQmana, frfiids XÖ&B, # J&n IliUYjetsttatsfltiaßö UM*! ""Vr*

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