Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 608 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr, 608 vom 13. Növsmber 1036 DIE NEUE WELT Seite 5 PALÄSTINA IM AUFBAU Glänzende Entwicklung im Emek Sebulon Utf et Paleor meldet aus J er u ts a l e m: Nach der letzten Zählung beträgt die Zahl der Einwohner, die sieh auf K,-K.L.-Boden im Emek Se. b u 1 u n niedergelassen haben, Ö100. Hiervon wohnen 3500 In Kl Hat-Oha im, 1500 in Ki f iat-Motzkln, 800 in K i r i a t - B1 a 11 k und 800 in den Übrigen Siedlungen. Während der letzten Unruhen im Lande wurde in Kirlat-Chaim die Arbeit zur Nivellierung der Sandflächen zwischen Kiriat-Chaim und der Meeresküste durchgeführt. Auf diese Weise wurde die Möglichkeit geschaffen, diesen Plate mit der Küste durch eine Chaussee zu verbinden» mit deren Bau man sofort begann. Diese Nivellierungs- »rbeiten ermöglichen die Anlage eines großen Strandes bei Kiriat-Chaim, der einer der angenehmsten und schönsten im ganzen Lande sein wird. Die Oesellschaft für ländliche und vorstädtische Siedlung für deutsche Einwanderer „Itasseo", die mit Hilfe der Jewish Agency geschaffen worden ist, hat mit dem K. K. L. ein Abkommen über den Bau von 140 Häusern für deutsche Einwanderer in Kiriat-Bialik auf einem Terrain, das in Emek-Sebulun . für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wurde, getroffen. Es werden ferner die Vereinbarungen zwischen dem Hauptbüro des K. K. L. und den Siedlern von Klrlat- Schmuel getroffen, das von dem Hapoel HamiSrachi gegründet worden ist und an Keren-Motzkin grenzt. Bereits in den nächsten Wochen wird man mit dem Bau der Häuser in der neuen Siedlung beginnen. Ferner werden bereits die Pläne für eine Reihe von genossenschaftlichen Wohnbauten für die Arbeiter und die Angestellten der Palestine Electric Company in Haifa ausgearbeitet. Die von der Ruthenberg- Oesellschaft gebatiten Häuser werden auf K.-K.-L.-Boden in Kiriat-Chaim neben der Straße Haifa—Akko errichtet werden. In den letzten Monaten sind endlich die Vorbereitungen für die Erweiterung des Industrieviertels im Emck Sebulun durchgeführt worden. Im Laufe des Monats Oktober wurde die Nivellierung der Sandfläche durchgeführt, die parzelliert und an Industrielle verpachtet werden wird. Heute arbeiten im Emek-Sebulun 40 Fabriken, die vom K. K. L. pachtweise Boden erhalten haben. Henrietta*$zo!d<r Siedlung Seitens des K. K. L, wurde bereits bei G e d e r a eine Bodenfläche für die Ansiedlung des Kibbuz „Schaar Hanegew" bestimmt, der äua deutschen Chaluzim besteht. Ein Teil dieses Bodens wurde aus den Einnahmen einer Sondersammlüng erworben, die in Deutschland zu Ehren von Henrietta Szold durchgeführt worden ist. Der neue Siedlungspunkt wird nach Henrietta Szold heißen. In Kürze werden die Chaluzim bereits den Boden besetzen. Neue Siedlung bei Tel«Aviv Nach einer Reihe von Prozessen erhielt der K. K. L. die gerichtliche Bestätigung seines vollen Eigentums1anspruches auf einen Teil des seinerzeit von der Türkei geschenkten Bodens, während er den Rest von der Palä«?, , stina-Regierung in Pacht erhielt. Heute ist dieser Boden,, der in der Nähe von T e 1 - A v iv liegt, für eine städtische Siedlung bestimmt worden. 80 Dunäm wurden als Reserve für die Entwicklung der großen Silikatziege I- Fabrik zurückgelassen, die von Tel-Aviv auf K.^K.-L.- Boden in Nachlat Jehuda übersiedelt ist. In dieser, Gegend werden ferner Plätze für neue Fabriken und für städtische Siedlungen verteilt werden. (Pälcor.) Pläne für Ber»Sheba« Motorisierung Die arabische Zeitung „ Al-Liwa" meldet, daß . die Regierung eine großzügige Ansiedlung von Juden im Bezirk von Ber Sheba plane. Laut diesem Plan, welcher der Kgl. Kommission vorgelegt werden soll, würde der Bodenbesitz der dortigen Araber auf 150 Dunam pro Familie begrenzt werden. Die Zeitung gibt ihrer Empörung über den Plan energischen Ausdruck. (Paleor.) Vergrößerung der P. P« €• Die Palestine PotaSh Company ist im Begriff, den Umfang ihrer Arbeit am Toten Meer zu vergrößern. Ein großes neues Lagergebäude, das 6000 Pfund kosten wird, ist bereits im Bau. (Paleor.) Pläne der britischen Beamtenschaft Aus New York wird gemeldet: Die „New York Times" veröffentlichen heute einen Bericht ihres Londoner Korrespondenten, wonach die britische Beamtenschaft in London und in Jerusalem einen Plan formuliert hat, der die dauernde Festsetzung der jüdischen Immigrationsquote nach Palästina in einer solchen Welse vorsieht, daß gegen die Schaffung einer jüdischen Majorität Sicherungen getroffen werden. Der Korrespondent erklärt, daß hinter dem Plan der allgemeine Grundsatz steht, daß die Höchstzahl der Immigration in irgend einem Jahr nicht die Spanne überschreitet, die zwischen dem natürlichen Zuwachs der arabischen Bevölkerung und dem der jüdischen Bevölkerung in dem betreffenden Jahr besteht. Das würde bedeuten, daß die Höchst zahl der jüdischen Immigranten in einem Jahr, in dem der natürliche Zuwachs der Araber 25.000 und der Juden 7000 beträgt, 18.000 sein wird. Die Bevölkerungaexpeften achätzen, daß ohne jüdische Immigration der Zuwachs der Araber den der Juden im nächsten Jahr um 18.500 übersteigen würde, und im Jahre 1941 würde der Ueberschuß auf etwas mehr ate 17.000. im Jahre 1946 auf ungefähr 16.000 fallen. Wenn der Plan der Beamtenschaft angenommen würde, fährt der Korrespondent der „New York Times" fort, und wenn die jüdische Immigration in diesen Grenzen gehalten wird, würde die Gesamtzahl der Juden in Palästina in zehn Jahren 36 Prozent der Gesamtzahl der Araber betragen, verglichen mit den gegenwärtigen 28 Prozent, und die Araber wären von der sie verfolgenden Furcht befreit, zahlenmäßig in die Minorität zu geraten. Der Korrespondent weist darauf hin, daß das Kolonialamt darauf bestanden hat, daß es keine Politik auf lange Sicht annehmen wird, bevor die Königliche Kommission ihren Beficht erstattet hat. Et* unterstreicht aber, daß die Autoren des beschriebenen Plan« die Fach männer sind, auf die sieh die Regierung als Berater stützt, und die Untersuchungskonimission werde notwendigerweise ihren Vorschlägen die größte Beachtung schenken müssen. Der Korrespondent fügt hinzu, daß es natürlich starke Einwendungen gegen jeden Plan geben wird, der vorschlägt, Immigration auf Grund politischer Erwägungen einzuschränken. Jede solche Einschränkung wird von den Zlonisten als eine Verletzung des Mandats hingestellt werden und in der Festsetzung der Befugnisse für die Untersuchungskommission ist ausdrücklich vorgesehen, daß die Grundlage des Mandats nicht in Frage gezogen werden darf. (Palor.) ille üeri/lelfältwen iür Ptrm en und Vereine e ftrti«(fil<igun9Mfr|>ftMt«, neu und _ Gebraucht (OelegenneitsKäufe stets lauernd), sämtliche Zufthöfe, Wttrofsky, Wien II. R«mt»r»lriclt*traA* 36» Teieohoti A-4.V7*63 Von der Kgl* llnieMudiungskomnibsion Aus Jerusalem: Für den 12. November ist ein. Offizieller Empfang für die kgl. Kömmission vorgesehen, zu dem Vertreter aller BevÖlkerungs teile Einladungen erhalten haben. Unter deii jüdischen Geladenen belinden sich die Leiter der Jewiah Agency, des Waad Läumi, sowie Vertreter der Institutionen. Das Arabische Oberste Komitee hat be schlössen, daß diejenigen Araber, die eingeladen worden sind, dem Empfang nicht beiwohnen sollen, Das Ara.bische Komitee hat im Zusammenhang mit dem geplanten Boykott der Kgl. Kommission Vertreter in die Dörfer entsandt, die zur Propagierung des Beschlusses des Komitees Versammlungen veranstalten sollen, um der Bevölkerung Gelegenheit au geben, ihre Solidarität mit diesem Beschluß durch Telegramme an das Komitee kundzutun. (Paleor.) * Der Jerusalemer Berichterstatter des „Daily Heräld" teilt mit, daß hinter den Kulissen ein Streit darüber ausgetragen werde, ob der größere Teil der Sitzungen der Kgl. Kommission öffentlich oder geheim abgehalten werden soll. Die Mitglieder der Kgl. Kommission seien dafür, daß die Verhandlungen zum überwiegenden Teil öffentlich geführt werden, Während die Palästina-Regierung den entgegengesetzten Standpunkt vertritt. ■ ■ ■ * „Haboker" meldet, daß der Distriktskommissär Campbeirvier arabische Chauffeure für den Dienst bei der Kgly Kommission engagiert hat. Das Blatt bemängelt es* daß jüdischeChauffeure nicht einmal aufgefordert wurden, Bewerbungen einzureichen. (J. T. A.) fiVÖBEL-llJlNTER für G e legen he 11 s k ü u f e Wien VllI, Stadtbahnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-21-5-31 Oberster Arabischer Ausschuß beim High Commisöioner Aus Jerusalem: High Commlssiotter Sir Arthur WaUöhope empfing eme Abordnung des Obersten Ar.abischen Ausschusses. Die Abordnung übergab dem High Commissioner eine Denkschrift, in der gegen die Erklärung des Kolonienministers im Unterhaus, daß die Regierung beschlossen habe, die jüdische Einwanderung nach Palästina für die Zeit der von der kgl. Kommission durchzufühlenden Untersuchung nicht einzustellen, Protest erhoben wird. Sir Arthur- Wauchope versprach, den Inhalt der Denkschrift zu studieren. Noch am gleichen Abend hielt der Ausschuß eine Sitzung ab und beschloß unter dem Druck der radikalen Mitglieder — wie gemeldet — die Kgl. Kommission ganz zu boykottleren. Dieser Beschluß ist dem High Commissioner bereits offiziell mitgeteilt worden. (J. T. A.) Stimmen tut Einwanderungs-Sdiedule Aus hendon wird berichtet: „Times" begrüßen im Leitartikel die letzten Erklärungen des Kolonienministers Qrmsby-Göre im Unterhaus über die englische Politik betreffend Palästina und sprechen insbesondere die Genugtuung darüber aus, daß Minister Orttlsby-Gore die Frage der Intervention der arabischen Herrscher bei Liquidierung von Streik und Terror in Palästina in der Weise geklärt habe, daß die englisohe Regierung kje-ine Versprechungen gegeben und keirie . Verpflichtungen auf sich' genommen hat, ihre künftige Politik in Palästina nach einer gewissen Richtürig festzulegen. „Times" äußern besondere Genugtuung über die Bewilligung der Einwanderungrs-Schedule an die Jewish Agency, Wenn auch die Zahl der bewilligten Zertifikate so außergewöhnlich niedrig sei. Es ist dies ein Kompromiß, das von den Zionisten kritisiert und von den Arabern vollständig abgelehnt wlrdj aber die Araber Wissen jetzt, daß sie mit Gewalt ihre Ziele niemals erreichen Wörden. , * Auch „Daily Telegraph" begrüßt den Beschluß der Regierung, die Einwanderung in Palästina nicht au sperren. Die Kgl. Kommission, sohreibt die Zeltung welter, geht nach Palästina mit dem Entschluß* Objektivität nach beiden Seiten zu üben, für alle Fälle aber nicht gegen das Mandat zu handeln. England habe Sich verpflichtet, das Mandat zu erfüllen, und das bedeutet kontinuierliche jüdische Einwan* d e r u n g. „Manchester Guardian" erklärt im Leitartikel, der neue Schedule werde weder die Juden, noch die Araber befriedigen, die Juden aber machen die berechtigte Einwendung, daß die Reduzierung de« Schedule W*v u/i ^^'L (KttONi e'»"°»dZlZj™$^ »t^tl23k!>* »W wi£^S*BeJX*.IN MT4i:. Sl&mgr auf 1800 Zertifikate nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus polltischen Gründen erfolgt sei. Diese Maßnahme der Regierung könne also dahin interpretiert werden, daß die Regierung In einem gewissen Sinne den Arabern entgegengekommen sei. Der antiziöniatische „E v e n i n g Standard" schreibt, die Regierung habe durch die Reduzierung der Schedule auf eine Ziffer von 1800 indirekt zugegeben, daß die Forderung der Araber nach Einstellung der jüdischen Einwanderung für die Zeit der Arbeiten der Kgl. Kommission berechtigt sei. Vermischte Nachrichten aus Palästina In Libanon, Syrien und an der Westgrenze dea Irak hat ein lebhafter Waffenhandel eingesetzt. Die christlichen Minderheiten in diesen mohammedanischen Gegenden befürchten, das Schicksal der Armenier in der Türkei während des Weltkrieges zu teilen, und sind daher bestrebt, sich so weit als möglich mit Waffen zu versorgen. '* ' Der Anführer der arabischen Aufständischen In Palästifta, Faüzi Bey, ist im Kraftwagen, von Transjordanlä kommend, in Bagdad eingetroffen. Wie verlautet« haben die palästinensischen Behörden nach der vorläufigen Beilegung des Konflikts der Ausreise Fauzi Beys, der in der englischen Presse als „Staatsfeind Nr. 1" bezeichnet worden war; keine Hindernisse in den Weg geleg* * Während der letzten acht Monate des laufenden Jahres haben 6176 Juden die Staatsbürgerschaft in Palästina erworben. Den größten Prozentsatz nehmen Juden aus Polen, Deutschland und Rumänien ein. Unter den Naturalisierten befinden sich 73 ehemalige tschechoslowakische Staatsbürger. . * Der Jüdische Nationalfonds (Keren Kajemeth Lejisrael) erwartv im Emek Jesreel 840 Dunum neuen Bodens; der .Böden wird demnächst Neueingewanderten zur Kultivierung übergeben werden. Ferner erwarb der 'K. K. L.' 200 Dunam' Bodens zur Errichtung von Arbeiterbilfswirtschaften Unweit von Kfar Jona (so benannt nach dem verstorbenen Führer der belgischen Zionisten, Jean Fischer). * Zwölf Kommunisten, die aus Palästina deportiert wurden, sind nach Spanien abgereist. Der Verband der Studenten an der Hebräischen Universität beschloß, mit dem Kommunismus und den Urhebern der letzten Unruhen in Palästina sympathisierende Studenten künftighin in seinen Reihen nicht zu dulden, x * Wie Paleor erfährt, hat dto- Mufti in letzter 'Zeit häufig bei führenden Persönlichkeiten der christlichen Gemeinden vorgesprochen, um sie dazu zu bewegen, vor der Kgl. Kommission zu erscheinen und für die Araber günstige Aussagen zu machen. Der Mufti hat gestern in diesem Zusammenhang den anglikanischen Bischof aufgesucht. * Die hebräische Presse erhebt Anschuldigungen gegen die Leitung des H a i f a e r Hafens, diö versucht, die Juden zur Rückkehr zum Jaffaer Hafen zu zwingen. In Haifa liegen drei Schiffe vor Anker mit einem Cargo von 280 Waggonlandungen Holz für Orangenkisten, die jedoch wegen Arbeitermangels nicht gelöscht werden konnten; jüdische Arbeiter haben zwar ihre Dienste angeboten, wurden jedoch zurückgewiesen. MITTLERER KONZERTHAUSSAAL Dienstag, 24.November 1936, 8 Uhr abends Einziger Rezitationsabend Jehuda E hre nie ranz Neues Programm I. Teilt Plate, Desmoulins, Perei, Walölnger II. Teil: Kafka, Mörike, Altenberg, Jacobson, Cep j _ -1 ■ 3_kakli "• 'oii;*aiKa, murine, nuenuoiy, jutuusitin, boa ifcTOd UHU LI6D6 m. Teil: Zola, AUernhelmer, Altenberg, Tschechow KARTEN von 8 1.— aufwärts bei R. Lartyl, I, Kärntnerstraße Nr. 44; JUd. Kulturstelle, I, Franz-Josefs-Kai 3; K.-Z. Qronner, I, Graben 28 Ein Kulturvorirag über Palastina Der Bing der Alt-Herrenverbände der zionistischen Verbindungen veranstaltet am 26, November, 8 Uhr abends, im Großen Saal des Ingenieur'- und Architektenvereines eine Wiederholung des Vortrage« „Palästina 1936 — ein Kulturbericht" von Ünlversitätsprofessor Dr. Max fitster. Die restlichen Karten sind bei der Jüdischen Kulturstelle, I., Kai 3, täglich außer Samstag und Sonntag, erhältlich. * Wir haben in unserer letzten Freitagausgabe die Einleitung des Vortrags veröffentlicht und werden in der nächsten Zeit ltt der t»age sein, weitere teile des Vortrags zu publizieren. Vortrag Vladimir Jabotlnsky. Am 18. ds. findet der wiederholt angekündigte Vortrag Jabotinskys „J^u zwölfter Stunde" im Großen Konzerthaüssaal statt. Karten für den Vortrag bei der Neu-Zionistischen Organisation, II., Taborstraße 21 a, und an der Konzert« ka&e Dr, Hohenberg.