Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 608 (13.11.1936)
- Date
- 1936-11-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feitet BIS NI8UJÖ WELT Nr. 608 vom 13. November 1936 RABgNStEIQ 3 HIMMaPfOftfö. s # KÖLLM-RHOPÖÄS??E 1 Reinseiden* Herrenhemden, beste Paßform nur 9 '80 Neue Sorten Herrenhemden, Pyjamau.Ofessi'ngsfUf den Herbst bereits lagernd. In Prel« und Reichhaltigkeit unübertroffen gegeben, hievoh 11276 zionistische. ES haben alSo 67 Prozent zionistisch gewählt. (Iii allen anderen Beairke» wurden 12.355 Stimmet abgegeben, hievon 5435 unionistische und 6920 zionistische, also 55,4 Prozeht zionistische,) So ist ee um die Bezirke bestellt, welche als Sitz des lange ansäßigen, vornehmlich den Intelligenzberufen, dem gutsituierten BurgerStand und dem Beamten3tand angehörenden Judentum gelten» Werden die Führer der „Union" auch weiterhin die. eiserne Stirn zeigen und davon sprechen, daß der Vorstand der Wiener Judengemeinde „überfremdet" ist, die zionistische Majorität sich nur mit Hilfe der „Ausländer" halten kann uriä daß das „bodenständige" Element antiz ionist lach ist und von den Zionlsten vergewaltigt, an die Wand gedrückt Wird? SdTuB mit Adtaswit Das Wandern tot niöht unsere Ixist. Wir baten in unserem Blut nichts vom Nomaden. Lange vor der Völkerwanderung war unsere 'Wanderung Wendet, wenn wir wanderten — etwa vom Muphrätsttom nach Kanaan so geschah das um der Rühe unäder Heimat willen, die unsere Väter haben wollten wie aite Völker. Öder es geschah) weit uns andere Völker deportierten und aus dem Lande trieben, wie in BabytöMen und in Spanien des 15. Jährhunderts, in unserem :Btut Übt mehr als alles andere die tiefe und heiße Sehnsucht 'Aach Frieden und Ruhe, naöh ehrlicher Arbeit und innerer Sicherheit. Rabb'. Joachim Prinz (Berlin). Sdiule „Stürmer" Die Istaklat, die extremndthhale, panarabische Partei, besteht zur Hauptsache, aus jungen Leuten und ihr Führer ist der Änwatt Auni B~ey Äbdui Hadi. Die meiste Aktivität ist auf Konto dieser jungeri, Leute zu, setzen, die auch die Streilts usw. organisiert haben. Ihre Zeitung „A Difäe" erinnert an den „Stürme r". Alles, was schon Judenfeindschaft in der Welt än erlogenem und sinnlosem. Zeug zusammengetragen hat,, von den ,,Weisen von ZioW' bis] zu den Rituälfoöräfr^ zü finden, wie' überdies die Bilderseiienur Photos aus Deutschland bringt. Was zum Teil in der Schweiz und tfnderswo verboten isty wpfürM,. England ein Redakteur soebeyi ein halbes Jahr Gefängnis bekam, all das dürfen halbzivilisierte Orientalen in Palästina ihren gläubigen Lesern täglich im Namen der Pressefreiheit vorsetzen. Dfo arabischen Zeitungen dtiVfUfb übHS^Hs im Namen dieser .Pressefreiheit ganz ungeSjört dine wüäte Auf-, hetzung betreiben, die zu den ,j Unruhen führte. D\ejüdischen Proteste bei den Behörden zwecks unter' bindung der syiiemdiiedk fafäeoWäto'M wurden nioht beachtet. L. Rosengarten, Tel-Aviv. Dm* Viett in die Heimat Das zionistische Judentum ist .ein Volk, das unter' wegs ist, um einen Staat zu gründen* mag nun letzten Endes Idee und Vorm dieses Staates wie immer aussehen. Dieserßtaat jedenfalls muß irgend eine Verfassung haben, und diese Verfassung muß angepaßt sein nicht nur den Erfordernissen des zionistisch-jüdischen Volkes, sondern der ganzen Judenheit überhaupt, und vor allem der Idee, in welcher der Weg in die Heimat angetreten ward. Däs Ist die Idee der Freiheit und der Heiiigkeit des Lebens, die Soziale Idee der Bibel und der schöpferischen Arbeit und über dem allen die Idee des „"Wir44, dfo uns Juden abhanden gekommen ist. Und dieser Weg in die Heimat muß gefunden werden in den Gegebenheiten der Zeit, der Menschen und des Landes, in das ein ganzes Volk zurückkehren soll. ■ ' Viktor Bauer, „Volk unterwegs — Staat unterwegs1', 1936. ' ■ Eine Sdflande ' Der verborgene, wigejpobene Schatz von Uriel. Birnbaums Werk muß ans Licht gehoben, muß allen suchenden ßeeien erreichbar gemacht,werden, um unserer selbst willen, damit sein Leben, das'eine. Ehre für seine Zeit ist, nicht zur Schande seiner Zeitgenossen werde. Graf Polzer.Köditz, '„Urfey Birnbaum". Optimistisch* Ausfeffunq Die Gewährung der Schedule für das Halbjahr 1936137 bedeutet den Bieg des Gewissens Großbritanniens. Obwohl die Zahl der bestätigten Zertifikate äußerst Wein ist und den Schätzungen der rtofafäöhfm, Exekutive und der Regierung in b^zug auf die Aufnahmsfähigkeit des Landes keineswegs entspricht, so kann die Tatsache der Gewährung einer* Schedule als eine Ermutigung für die Juden angesehen werden, Man Hayn auf das Gewissen und die geradlinige Politik Großbritanniens vertrauen, ,JHaarotz« (TeUAvtv, 1936). Die Bibliothek der Israelitischen Kultusgeraelnd* wird nach umfangreichen AdapÜerUügen am Montag, den 9i 4. M., für den P«rteienv«rU«hr wieder eröffnet, An alle Wähler und Wählerinnen! Nach dem großen zionisUsihen Wahlsieg Am 8. November hat die Sache des volkstreuen Judentums, die zionistische Sache, einen herrlichen Sieg errungen, Der weitaus überwiegende Teil der Wiener Judenschaft hat dafür entschieden, daß die Judengemeinde Wien Im Geiste Ihres großen Sohne», des Volksbefreiers Theodor H e I 2 1, geleitet werden soll. Dank gebührt der Wählerschaft, welche unbeirrt durch eine mit Aufwand ungeheurer Mittel Und hemmungslos arbeitende Gegenagitation zur Urne ging, um jüdisch im watirsten Sinne des Wortes, um zionistisch zu, wählen. Dank gebührt vor allem unserer prächtigen jüdischen Jugend und den vielen Männern und Frauen, welche wochenlang in selbstloser Hingabe für die gute jüdische Sache gewirkt, am Tage der Wahl in hervorragender Welse gearbeitet und ihr Letztes an Kraft und Begeisterung hergegeben haben. Ja, Ihr Letztes an Kraft und Begeisterung mußten sie hergeben, denn sonst hätte die gerechte Sache nicht durchdringen können. Es galt, einen Wahlkampf ztt bestehen, wie er vordem nie geführt worden ist. Gewissenlose Elemente hatten diesmal auf der Gegenseite Oberhand gewonnnen und die Auseinandersetzung zwischen den wahlwerbenden Parteien in eine wüste Hetze ausarten lassen. Die Führer der „Union österreichischer Juden" haben mit vergifteten Waffen gekämpft: Denunziationen gefährlichster Art, Lügen, gefälschte Unterschriften, Schauermärchen und persönliche Verunglimpfung langerprobter Ehrenmänner, welche sich um die jüdische Sache größte Verdienste, erworben haben. Hunderte bezahlte Agitatoren haben sie auf die an solche Methoden nicht gewöhnte Wählerschaft losgelassen, um sie durch' Lügen zu verwirren und mit erfundenen Gerüchten zu ängstigen. Vor der Wahl verging kein Tag; an dem nicht, das jüdische Wien mit Flugschriften unsauberster Art überflutet worden, wäre. Schaudernd, und angewidert erlebte die Wiener Judenschaft dieses Schauspiel und die Antisemiten hatten ihre helle Freude daran. All diesen Manövern hat eine herrliche jüdisch« Jugend, haben die Wählerschaft und all die wackeren Männer und Frauen, welche für die zionistische Sache aufopferungsvoll arbeiteten und kämpften, standhalten müssen. S i e h a b e n n 1 c h t n u r d e n S i e g der guten jüdischen Sache gesichert, sondern sie haben, davon sind wir Überzeugt, eine Wiederholung solcher Kämpfe unmöglich gemacht. Dafür sei ihnen aus vollem Herzen Dank gesagt. Die Wahlleitunq der s,Zionistischen Liste" v - •.. Eine Feststellung Dr. Paul Stryks, Arzt, Wien, II., Schiffamtsgasse 20, bittet uns um die Feststellung, daß er organisierter Zionist und mit dem auf dem Wahlaufruf der „Union" genannten Arzt „Dr. Paul Strylces" nicht identisch ist. .* Von vielen unserer Leser erhalten wir die Mitteilung, daß ihre Namen von der „Union" ohne ihre Zustimmung und gegen ihren Willen auf Wahlaufrufe gesetzt wurden. Aus der Fülle der Beschwerden geht hervor, daß 6s sich nicht um Irrtümer, sondern um bewußte Irreführung handelt. So haben wir im vorliegenden Falle festgestellt, daß es in Wien nur einen Doktor Paul Stryks und überhaupt keinen Menschen namens Strykes gibt. Die AbßiCht, irrezuführen, geht also klar hervoi*. Ebenso im folgenden Falle: Auf dem Aufruf der „Union" findet sich die Unterschrift'. Franz Roß n er, Redaktionsgehilfe. In unserer ^Redaktion ist, der Redaktionsgehilfe Herr Franz Rosner erschienen und hat'uns um die Feststellung ersucht, daß sein Name ohne sein Wissen unter den Aufruf der ...Union" gesetzt wurde. Er hat uns femer mitgeteilt, daß es außer ihm überhaupt k.einen: Redaktions-,, gehilf en Rösner öder Rößner In Wien gibt. Auch hier ist also die bewußte Irreführung. unverkennbar. Orig. engl, und franz. kauft man am b est en;-1m l, Salzgries 5 Herbst-Neunallen für Damen und Stiren I Zeitgemäß billig I Haiionalheim und Ba foiiffffDeklaration;. ' Balfours Nichte ist optimistisch Aus London wird gemeldet: Bei einer Feier, die im Londoner East End anläßlich des Jahrestages der Balfour-Deklaration stattfand, hielt, die Nichte Und Biographin Lord Balfours, Mrs. D u g da 1 e, eine Ansprache, in der sie die sittlichen und politischen Grundilagen des Paktes zwischen England und dem jüdischen Volk zur Errichtung des Jüdischen Nationälhelms in Palästina erörterte. Es sei, erklärte die Rednerin, heute ein Wort der Warnung nötig, das Lord Balfour selbst gesprochen haben würde, wenn er heute am Leben wäre. Niemand dürfe dem Irrtum verfallen, den Anteil Lord Balfours an der. Politik der englischen Regierung zur Errichtung' des Nationalheims zu überschätzen. Dieses sei auf weit festeren und breiteren- Grundlagen begründet worden, als auf dem Verständnis einiger englischer Staatsmänner, mit deren. Tod auch ihr Einfluß geschwunden ist. . Das Nationalhelm, die Partnerschaft zwischen englischem. Volk und Juden, beruhe auf dem verpfändeten Wort der englischen Regierung. Dieses Wort könne nicht ohne äußerste Schande und Entehrung gebrochen werden. Dessen müsse man eingederl; sein. Mrs. Dugdale nahm auf die Abreise der Kgl. Kommission nach Palästina Bezug und erklärte: Die Kgl. Kommission setzt sich, wie ich glaube, aus ehrenhaften unparteiischen Männern zusammen, und ich bin tiberzeugt, daß sie von der Regierung in dem ehrlichen Wunsch entsendet wurde, ihre Versprechungen gegenüber Juden und Arabern zu erfüllen. per Jischuw habe sechs Monate eine Prüf ung durchgemacht, wie sie schwerer kaum einem Volke zugemutet werden könnte. In fast Ubermenschlicher Anstrengung habe er, ohne einen Augenblick in seiner Selbstdisziplin und standhaften Treue zu den Führern wankend zu werden, zugesehen, wie das Werk seiner Hände zerstört und mitunter selbst Kinder getötet wurden. Aber keine Mutter habe ihre Kinder während der Unruhen außer Landes geschickt. Diese Standhaftigkeit habe dazu geführt, daß 4000 Juden in ein von der Regierung anerkanntes Abwehrkorps aufgenommen wurden. Das sei eine Sache, auf die sie stolz sein könnten. Eine weitere Folge war' die Ausgabe des Einwänderüngsschedule. Dieser sei gewiß nicht groß genug, aber man müsse bedenken, welcher Druck auf die Regierung ausgeübt wurde, um sie zu bewegen, die Einwanderung überhaupt einzustellen. Hätte der Jischuw auch nur im geringsten Maß versagt, so wäre es dazu gekommen. Eine Erklärung der Exekutive zum neuen Schedule Aus Jerusalem: Die Zionistische Exekutive veröffentlicht eine Erklärung zum neuen Schedule, in welcher das Bedauern darüber ausgesprochen wird, daß die Arbeitereinwanderungsquote für das laufende Halbjahrso außergewöhnlich klein sei und nicht einmal die allemotwendigsten Bedürfnisse der Wirtschaft des Landes befriedigen könne. Die Bewüligung dieses Schedule, heißt es in der Erklärung weiter, habe jedoch eine wichtige prinzipielle, Bedeutung, indem die Schedule» Frage diesmal durch das englische Kabinett entschieden wurde; aus der Erklärung des K^lönienminlsters im Unterhaus sei auch zu ersehen, daß das Kabinett 'flieh nicht So sehr mit der Höhe des Schedule, als vielmehr mit der Frage der jüdischen Einwanderung an sich bor schäftigte. In der Erklärung wird auf die Ereignisse in Palästina hingewiesen, die . sich gegen das heiligste Recht der Juden, .nach Palästina einzuwandern, richteten. Zum Schluß stellte die Exekutive die Treue der. Mandatarmaoht zu ihrer Erklärung, daß sie die jüdische Einwanderung in Palästina nicht einstellen werde, fest. (J.T. A.) Verb, d« Judenstaatsziomsten Oesterreichs Rabbiner Dr. I, Z. Kanner hat sich im Auftrage der Exekutive der Judenstaatspartei nach Belgien begeben, wo er in einer Reihe von Städten Vorträge halten wird. * \ Sektion Prater, IL, Erlafstraßo 5. Freitag, den 13. d. M„ 8 Uhr abends, im Heim Oneg Sohabbat, Referent: Rabbiner N. H. Frostig. Gäste willkommen. Sonntag, den 15. d. M., halb 4 Uhr, im Tempel, XX., Kluckygasse, findet die Trauung des Frl. Käthe Steiner, der Tochter des verdienstvollen Mitgliedes Gg. Heinrich Steiner, mit Herrn Emil, Hochmann statt. * Samstag, den 14. d. M., im Featsaale des Hotel Continental Gesellachaf taabend mit Akademie und Tanz. Es wirken mit: Fritz Grünbaum, Eugen Hoffmann, Otto Grosse. Conference: Ossi Lewin. Regiebeitrag S 1.50< Erstklassige Jazz.