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Die neue Welt · 1936-10-23 · Heft 602 (23.10.1936) · page 7

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 602 (23.10.1936)
Date
1936-10-23
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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t Nr. .fttte vöm 23. Oktöber 10ä6 DIE NEUE WELT Seite 7 Aulruf I \ Mit Bezug auf den Aufsatz „Hakoahner wer« d 6 n A m a t e u t e" erhalten wir vom Fußballklub Haköäh folgeade Zuschrift: „In Verfolg der vom Vorstand des Fußballklubs Hakoah angestrebten Rückkehr der Spieler zum Amateur Ismus ist es notwendig, für die Spieler Stellungen In bürgerlichen Berufen zu verschaffen.. Bin großer Teil der Vorstandsmitglleder, soweit sie Gewerbetreibende sind, hat sich sofort bereit erklärt, Spieler anzustellen. Um aber alle Spieler unterzubringen, 8|nd noch vier bis fünf Posten notwendig. Der Vorstand des F. C. Hakoah wendet sich daher an die jüdischen Geschäftsleute Wiens mit der Bitte, ihn in seinen Bestrebungen zu unterstützen und Spieler In Betrieben aufzunehmen. Es handelt sich hiebe) um Anstellungen als Bürokraft, Portier, Mitfahrer, Inkaasant, Verkäufer usw. Es müßte eigentüch bei dem großen Anhang, den der F. O. Hakoah immer gehabt hat, lelftht möglich sein, diese vier bis fünf Posten zu finden. Der F. C. Hakoah bittet alle diejenigen, die ihm behilfjlch sein wallen, um freundliche nähere Nachrichten an sein Sekretariat, I-, Uraniastraße 2 (Tel. B-51-0-90)." Madil Ordnung! Bekanntlich weigerten sich die drei Hakoahnerinnen Deutsch, Langer und Gold n er, in Berlin bei der Olympiade an den Start zu gehen und wurden deshalb von der obersten Sportbehörde, der österreichischen Sport- und Turnfront, mit zwei Jahren Disqualifikation bestraft. Nun hat der „Schwimmverband" diese Disqualifikation auf zweieinhalb Jahre erhöht. Es ist heute für die Oeffentlichkeit kein Geheimnis, weiche Gesinnung die Leitung des Schwimmverbandes, die sich zum größten Teil aus Ewask-Funktionärcn zusammensetzt, hegt. Und jedermann weiß auch, aus welchen Gründen sich der Schwimmverband bei seinem jüngsten Beschluß gegen die Hakoahnerinnen leiten ließ: 1. Aus antisemitischer Tendenz heraus, die dahin zielt, auch in Oesterreich den Sport womöglich nach reichsdeutschem Muster judenrein zu machen und vor allem die jüdischen Schwimmerinnen zu eliminieren, die bei jedem Start, bei jedem Meeting das Märchen von der jüdischen Minderwertigkeit ad absurdum führen. 2. Um die vorgesetzte Behörde, eine staatliche österreichische Institution, zu desavouieren und zu provozieren. Eine Provokation, zu der allerdings nicht viel Mut gehört, wenn man bedenkt, mit welchen kleinen Strafen Sportler, die sich bei der Berliner Olympiade ä la Ftinncr benahmen, belegt wurden, ohne daß die Sport- und Turnfront etwas dazu gesagt hätte. - Da muß schon die Frage aufgeworfen werden: Ist es die Aufgabe der Sport- und Turnfront, die kleinen technischen Angelegenheiten zu erledigen oder auf die Reinheit des Sports zu achten, damit der Sport nicht Tummelplatz politischer Aspirationen wird? Der Fall der drei Hakoahnerinnen gibt der Sport- und Turnfront Gelegenheit, diese Frage eindeutig zu beantworten, daß ein für allemal im Schwimmverband Ordnung' gemacht, wird. Jüdische KunsJfleMpiele IL, Praterstraße 34 Das erfolgreiche Lustspiel „Der Radioaänger" bleibt in den „Jüdischen Künstlerspielen, II., Praterstraße Nr. 34, mit David Seidermann in der Titelrolle sowie Chana Lerner, Susi R e i n.g 1 a s, Lore Glücks mann und Sonja Rahel bis Donnerstag, den 29. d. M., auf dem Spielplan. Sonntag nachmittags „Der Radiosänger" bei ermäßigten Preisen. Für jedes Kind ein Geschenk. — Dienstag, den 27. d. M., im Rahmen der Abendvorstellung der III. Akt von Gordins berühmtem Schauspiel „Zurück nach Sibirien". Kartenvorverkauf hat begonnen. Jüdische Bühne, II., Praterstraße 60. Eröffnung Freitag, den 23. d. M.. mit der Komödie „Broadway B o y". Als Gäste wurden Jakob Fischer, die Sängerin Nadja K a r e n i, der singende Bonvivant M. Oppenheim, der Sänger des K a sw i n e r, verpflichtet. Sonntag nachmittags „Broadway Boy" bei ermäßigten Preisen. Jüdische Kunststelle "Wien, I., Franz:Josofs-Kai 3, Tel. R-28-3-36 Helmar-Lerski-Ausstellung „Der palästinensische Mensch" (ganztägig geöffnet und frei zugänglich), — Jüdisches Kulturtheater. Täglich 8 Uhr abends das Volksstück „Der Sänger seiner Trauer' von Ossip Dymow; Sdnntag V<!<1 Uhr nachmittags das jüdische Gegenwartsdrama „Die Grenze" von Cederlund und Dahlberg bei kleinen Preisen. — Rezitationsabend Bsti Freud. Samstag, den 24. d. M., 6 Uhr abends, im Vortragssaal der Jüdischen Kulturstelle aus Werken von Altenberg \ind Polgar. — Vortragsabend Hugo D ö b 1 i n. Sonntag, den 25. d. M., 6 Uhr abends, aus dem Zeitdrama „Goliath erschlägt D a v t d". Einleitende Worte Dr. Alfred Werner. — Führung. Sonntag, d$n 25. d. M„ 10 Uhr: Teilführung Internationale Theaterausstellung „Das barocke Thea-ter" (Nationalbibliothek). Leitung: Hugo Friedmann. Treffpunkt: Schweizerhof (Hofburg). Deutsches Volkstheater. „H a m 1 e t", Shakespeares ewiges Stück neuinszeniert, von Richard Flatter neu übersetzt und mit viel Bemühen „modernisiert". Direktor Jahn hat sich sehr ins Zeug gelegt, wohl um mit dem Experiment — Hans Jaray zum erstenmal als Hamlet — glücklich zu fahren. Es ist ihm gelungen, eine überaus interessante Vorstellung herauszubringen. Hans Jaray bringt für das tragische Schicksal seines Dänenprinzen die sanfte Melancholie seines Wesens mit, Maria Fein war von starker Wirkung als Königin, Otto Wall- KINQ.PROGRAMME KEjNE GNADf (Wo are only woman) PRISTON FOSTER Ein Qsngstflrfilm, wla er noch nia da war I, Wollzeile 17 Telephon R-24-2-16 Vorstellungen: *, Vit, V«8, Y«10 STAFA, VII Mari ahilf erstraße 120 Telephon B-83-0-G8 Wochentags: *, 7, v Uhi Wie es ei gelallt Elisabeth Bergner bürg ein glatter Hofmann, Vilma Deglseher als Ophelia von beseelter Innerlichkeit. Die Bühnenbilder Ludwig Haas' zeigten sehr beachtliche Höhe. Es war ein ganz großer Abend des ,.Volkstheater9", der starke. Beifall war verdient. e. kr. Heule Premierei Dein Leben gehört mir Heute findet die Premiere des ersten Universal- Spitzenfilms dieser Saison „Dein Leben gehört mir" im Opern- und Elite-Kino statt. — Irene Dünne als Helen Hudson und Robert. Taylor als Dr. Robert Merrick sind die Hauptdarsteller dieses Films, dessen Handlung der größte Bucherfolg Amerikas: Magnificent Obcession von Lloyd C. Douglas zugrunde liegt. Die tingewöhnliche Handlung spielt zwischen New York und Paris. Der unverwüstliche Charles Butterworth und Betty Furness sind weitere Akteure dieses Films, der unter der Produktion Von John M. Stahl zustande kam. Zwei neue Filmstars In „Meuterei auf der Bounty". Die beiden weiblichen Hauptrollen des neuen Metro-Goldwyn-Mayer-Spitzenfilms werden von zwei entzückenden Mädchen Movita und Mamo dargestellt, welche Regisseur Frank Lloyd erst anläßlich der Aufnahmen zu diesem Film an Ort und Stelle in Tahiti als Filmdarstellerinnen entdeckte. Die beiden jungen Mädchen, welche im Film die bezaubernden Töchter des Inselhäuptlings darzustellen haben, werden auch in Wirklichkeit von zwei tahitianischen Prinzessinnen gespielt. Judenstaatszionisten, Sektion XIII.—XV., Schanzstraße 32 Sonntag, den 25. dS., Eröffnung des vollständig renovierten Heimes. Gesellschaftsabend mit Musik und Tanz unter Leitung von Karl Schönberg. Beginn 7 Uhr abends. Gäste willkommen. Die jugendliche Pianistin Kuth Hilde* Stfnter spielt fo ihrem Konzert am Samstag, den 14. November d. J.. mit den Wiener Symphonikern unter Leitung Professor K o n r a t n s im Großen Musikvereinssaal vier Klavierkonzert?, und zwar Bacli D-moll, Mozart D-dur (Rondo), Mendelssohn G-mol! und die ..Ungarische Fantasie1' von Liszt. Die jugendliche Künstlerin wurde für den 24. Jänner 1937 als Solistin hei einem außerordentlichen Symphoniekonzert der tschechischen Philharmoniker unter Professor Georg Szell in Prag verpflichtet. Im Marz 1937 folgen eigene Klavierabende in Prag fzum zweitenmal) und in Zürich, dann ein Konzert im Rahmen der Abonnementkonzerte der FMlarmonica Romana in Rom. Moadon Chajes im Heim der Bezirkssektion VlII/IX.' IX., Währingerstraße 6/8 (Eingang auch Hörigasse 2). Freitag, den 23. d. M.. findet ein Vortrag des Herrn Direktors Dr. K e 1 )• ncr über das Thema „Israel unter den Völkern" (Besprechung eines Buches) statt. Beginn Punkt >a9 Uhr. Gäste willkommen. Nahariah jubilier! Trotz des sechsmonatigen arabischen Terrors hat sich Nahariah normal weiterentwickelt und zählt heute bereits mehr als 600 Einwohner. Sechzig Farmen sind im Betrieb, weitere Sechzig sollen im Frühjahr .1.937 übernommen werden. Die Kooperative arbeitet außerordentlich gut. Iii den letzten Monaten steigerte sich sowohl die Eierals auch Gemüseproduktion. Haifa wird in diesen Produkten hauptsächlich von Nahariah beliefert. Die Rentabilität der Wirtschaft in Nahariah ist in die Augen springend. Eine normale Fünf-Dunam-Farm mit 500 Hühnern ergibt im Durchschnitt einen Monatsertrag von 2&~'pal. Pfund, was nach Abzug der Investitionen und Spesen eine respektable Summe ausmacht. Der Strand wird allmählich ein ernster Faktor. Der ersten Pension wird die Errichtung des ersten Kaffeehauses folgen. Demnächst wird der Grundstein zum Schulbau gelegt. Die Werbeaktion in den europäischen Ländern geht weiter. Der Repräsentant der Gesellschaft für Oesterreich Redakt. Jacob Josefsberg, Wien (Hotel de France), erteilt Auskunft an Interessenten. VOTIVPARK IX, Wäbringerstraße 12 Telephon A-18-3-96 ftghu: 4, H«, ttti WO weis eil Elisabeth Bergner i.

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