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Die neue Welt · 1936-10-13 · Heft 599 (13.10.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 599 (13.10.1936)
Date
1936-10-13
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 DfE NfitTE WELT Nr. 599 vom 13. Oktober 193Ö mm HEUTE PREMIERE! Die OriginalV«r«ion im OPERN-KiKOI. ELITE-KINO I. *k, %<S, %8 WO %6, V29, %10 .m Taumel der grenzenlosen Abenteuer ff CHINA-GOLD" (Chinese Gold) In den Hauptrollen GmCooper und MadeleineCarroll Regie: Lewis Milestone Ein Pciramosint-Film 9 B3W-- )^M% stehen hinter ihm. Der „17 n i o n i s m u s" hat keine Jugend, er hat sich nie um die Jugend gekümmert und die Jugend hat nie von ihm etwas wissen wollen. Der „Unionismus" hat nicht nur die Hauptpflicht jeder jüdischen Organisation, die Sorge um die Jugend, verabsäumt, er hat den Bestrebungen, die Jugend dem Volke zu retten, direkt Widerstand entgegengesetzt. In den Aufrufen der „Union" wird die Tätigkeit der zionistischen Mehrheit im Gemeindevorstand auf dem Gebiete der Jugenderziehung als Vergeudung von Steuergeldern für parteipolitische Zwecke angegriffen. Die Zionisten haben in kurzer Zeit ein Netz von Bibel- und Sprachschulen geschaffen. Die „Union" kann das nicht leugnen. Was tut sie? Sie schreibt in ihrem Blatt: „In diesen Schulen wird statt der Bibel hauptsächlich die Balfour-Deklaration und das Mandat in jüdischnationaler Lesart gelehrt und die Jugend mit den utopischen Phantasien vom ,Judenstaat' in Palästina erfüllt, die Musikstunde erschöpft sich in der .Hatikwah*..." Dieses hilflose Geschimpfe und Gestammel ist der einzige Beitrag, welchen die „Union" zur Sache der Jugend zu leisten vermag. Zwischen Unionismus und jüdischer Jugend gibt es eben keine Beziehung und kann es keine Beziehung geben. Wo absterbende Assimilation, das heißt, der Wille zu jüdischer Selbstvernichtung, herrscht, da ist für neues jüdisches Leben, für die jüdische Jugend kein Platz. Soll in der Wiener Judengemeinde der Zionismus, die Bewegung um die jüdische Jugend, oder soll der allem jungen jüdischen Leben ferne Unionismus wirken? Aus aller Weif Der Waad Leumi hat nach Tel-Aviv eine Kulturkonferenz einberufen, die die Aufgabe haben soll, die Kulturarbeit im ganzen Jischuw zu vereinheitlichen. An der Konferenz nehmen 400 Delegierte aller Parteien und Organisationen des Jischuw teil. In daa Präsidium wurden Dr; Benzion Mossinsohn, Salman Rubaschow, Jehoschua Suprasky, Mosens . Schragai und Rabbi Ostrowski gewählt Jehuda Kaufmann referierte über die Kultürprobleme der jüdischen Bevölkerung Palästinas. Es wird als ein Beweis für den normalen Fortgang des jüdischen Lebena in Palästina angesehen, daß diese Tagung ohne. Rücksicht auf die Unruhen, und. die politischen Spannungen einberufen wurde. Auf. der Landeskonferenz des Verbandes jüdischer Frontkampfer Litauens wurde beschlossen, von der Regierung zu verlangen, daß sie ein Gesetz gegen antijüdische Hetze schafft und judenhetzerische Organisationen verbietet. Ein diesbezügliches Memorandum mit 50.000 Unterschriften wird der Regierung demnächst übergeben werden. Unbeschadet der Warnungen des Wad Leumi und der Agudas Jisroel hatten es einzelne Juden verstanden, am Rosch Haschana und am Jörn Kippur vor der Klage mauer zusammenzutreffen und ihre Andacht zu verrichten Sie taten dies, um die viele Jahrhunderte alte Tradition, wonach an den Hohen Feiertagen vor der Klagemauer gebetet wird, nicht zu unterbrechen. Der griechische Justizraihister und frühere Innenininister Georges Logothetis hat den J.-T.-A.-Vertreter in Athen empfangen und ihm gegenüber seine Stellungnahme zum Zionismus in folgender Erklärung präzisiert: „Jeder kultivierte und zivilisierte Mensch kann nur volle Sympathie für die Arbeit der Juden im Lande ihrer Väter empfinden. Ich wünsche der ^aläatinaarbeit vollen Erfolg." .Justizminister Logothetis. wohnte als Vertreter der griechischen Regierung der Vorführung des Keren- Hajessod-Films „Land der Verheißung" bei. Die letzte Verfüststatistik Aus Jerusalem: Wie dem Tschechoslowakischen Pressebüro berichtet wird, beträgt die Zahl der Opfer der Unvnhen in Palästina vom 19. April bis 30. September d. J. 1629, davon 315 Tote. Getötet wurden Insgesamt 184 Mohammedaner, 80 (nach jüdischer Aufstellung 90, d. Red.) Juden, 9 Christen, 7 englische Polizisten, 1 mobamedanische Polizisten, 21 Soldaten, Matrosen und Flieger. Verwundet wurden insgesamt 1314 Personen, und zwar an Zivilisten 752 Mohammedaner, 288 Juden und 51 Christen; 39 britische Polizisten, 41 mohammedanische Polizisten, 12 arabische und armenische Polizisten, 8 jüdische Polizisten, 98 Soldaten, Matrosen und Flieger; 27 Soldaten und Matrosen erlitten Unfälle. (J. T. A.) Am Hflelersöeafiscfiland Die Befürchtungen, daß der letzte Nürnberger Parteitag eine neue Periode der Verfolgung der Juden in Deutschland einleiten wird, haben sich bewahrheitet. In vielen Provinzstädten wurden die jüdischen Unternehmer von den örtlichen Führern aufgefordert, ihre Betriebe an Arier abzugeben; für den Weigerungsfall wurden einschneidendste Maßnahmen angedroht. Eine Reihe jüdischer Geschäfts- und Betriebsinhaber wurde auch von der Gestapo verhaftet. Unter den verhafteten jüdischen Unternehmern befindet sich auch Siegmund Heymann in Bielefeld, Direktor der Textilwarenfabrik Katz und Michel. Er wurde von Gestapo-Beamten mit der Begründung verhaftet, daß er die Deutsche Arbeitsfront „verhöhnt" habe, indem er am jüdischen Versöhnungstage die Fabrik, die über 100 Arbeiter beschäftigt, anderthalb Stunden früher als gewöhnlich habe schließen lassen. Parallel mit der neuen Aktion in Handel und Industrie wurde — unter Ausnützung der Mißstimmimg wegen der wachsenden Lebensmittelknappheit — der Feldzug zur Ausschaltung der Juden aus dem Lebensmittelhandel erneuert. Mehr als 2000 jüdische Fleisch-, Fett- und Eierhändler wurden in den letzten zwei Wochen durch das Reichsamt für Nahrungsmittelverteilung zur Liquidation gezwungen. Allein in Berlin wurden mehr als 50 jüdische Getreidefirmen, von denen einige seit mehr als einem Jahrhundert auf dem Platze sind, zur Liquidierung gezwungen. In der Provinz wurden jüdische Lebensmittelgeschäfte von der Belieferung mit Fleisch, Butter, Fett und Eiern zum Detailverkauf ausgeschlossen. Die jüdischen Kunsthändler in Berlin haben soeben von der Reichskulturkammer die Weisung erhalten, sich ihrer Bestände in kürzestmöglicher Zeit zu entäußern, da noch vor Ende des Jahres Juden der Handel in Kunstgegenständen verboten sein wird. Die „Essener Nationalzeitung", das Organ Görings, fordert, daß Juden der Handel mit Börsenpapieren verboten sein soll, weil die jüdischen Händler die Aktientransaktionen in der Weise beeinflussen, daß Aktien deutscher Unternehmungen, auch wenn sie eine durchschnittliche Dividende von vier Prozent abwerfen, nicht gefragt werden, während die Nachfrage nach Auslands- Aktien, die nur zwei Prozent abwerfen, steigt. Wie das „Frankfurter Volksblatt" mitteilt, befinden sich, entsprechend den Durchführungsbestimmungen des Gesetzes über die Verpachtung und Verwaltung öffentlicher Apotheken, mit dem 1. Oktober alle Apotheken Frankfurts in arischen Händen. Wieder fünf Haupttreffer mit Schelhammer- Losen gewonnen! Bei der am 8. Oktober d. J. beendeten 35. Klassenlotterie wurden' beiin Haupttreffer-Bankhaus Schelhammer & Sch'attera ärh Stephansplatz wieder fünf Haupttreff er," und zwar S 200.000 mit Los Nr. 13.742, S 60.000 mit Los Nr. 54.280, S 40.000 mit Los Nr. 41.629 'und 'Äwei a. S 30.000 mit Los Nr. 6279 und 7039 und viele weitere größere Treffer gewonnen . und bar zur Auszahlung gebracht. Das sprichwörtlich bekannte Haupttrefferglück des Bankhauses Schelhammer & >Schattera erlebt damit wieder, wie schon so oft, eine ausdrucksvolle Bestätigung. E Palästinadebaite im Völkcrc bund Aus G o n f berichtet. die J. T. A.: Die Sechste (Politische) Kommission des Plenums der Völkerbundversammlung widmete ihre Sitzung am Dienstag, den 6. Oktober, fast ganz der Erörterung der Situation im englischen Mandatsgebiet Palästina. Eingeleitet wurde die Debatte mit einem Referat des norwegischen Vertreters Lange. Lange selbst widmete den Hauptteil seines Referats der Schilderung der Lage in Palästina und gab dabei seiner Verwunderung, ja Bestürzung darüber Ausdruck, daß es England noch immer nicht gelungen ist, Ordnung in Palästina zu schaffen. Er unterzog das Verhalten der britischen Regierung und ihrer Administration in Palästina während der ganzen Zeit der Unruhen einer eingehenden Analyse und kam zu dem Schlüsse, daß England nicht rasch und tatkräftig genug vorgegangen sei. Als erster in der Debatte ergriff der polnische Gesandte beim Völkerbund, Komanicki, das Wort, um das besondere Interesse Polens an einer erhöhten jüdi-, sehen Einwanderung in Palästina darzulegen. Komanicki wies auf die Uebervölkerung Polens hin und erklärte, eine Lösung der Judenfrage in Polen sei ohne eine angelür Gelegenheitskäufe Wien VIII, Stadtbabnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-21-5-31 raesseno Abwanderung gar nicht möglich. Deshalb verfolge die Regierung Polens mit Aufmerksamkeit und Sympathie die Errichtung des JüdischenNationalheims in Palästina. Die jüdische Einwanderung in Palästina dürfe nicht aufhören. Der türkische Außenminister Ruschdi Aras forderte von England die strikte und unparteiische Durchführung der in Palästina übernommenen Aufgaben. Der schweizerische Vertreter, Prof. Rappard, unterstrich, daß das Mandatssystem hauptsächlich zum Schutze der Bewohner der Mandatsländer geschaffen worden sei; in Palästina tritt für die Mandatarmacht die besondere Pflicht hinzu, die Errichtung des Jüdischen Nationalheims zu ermutigen. Namens der Staaten der Kleinen Entente erklärto der tschechoslowakische Vertreter, Gesandter Doktor Osusky, daß der in Palästina herrschende wirtschaftliche Wohlstand die kürzllchen Ereignisse um SO bedauernswerter erscheinen lasse. Die Interessen der Araber und der Juden müßten miteinander versöhnt, die Balfour-Deklaration milsse unparteiisch respektiert werden. Dixengoffc Testament Wie Pakor mitteilt, ist das Testament Meir Dizengoffs, des Tel-Aviver Bürgermeisters, am 7. Oktober veröffentlicht worden. Sein ganzes Vermögen fällt dem Museum von Tel-Aviv zu. Dizengoff begann bereits vor zehn Jahren die Idee eines jüdischen Kunstmuseums zu propagieren und machte zu diesem Zweck weite Reisen ins Ausland, wo er Sammler und Mäzene fand, die seinen Plan durch Geschenke unterstützten. Auch Künstler widmeten einzelne Ihrer Arbeiten, hauptsächlich Graphik, dem Museum. Dizengoff stellte für die Werke zuerst das erste Stockwerk seines Hauses zur Verfügung, später brachte er die Mittel für den Bau neuer Museumsräumlichkeiten auf. Im Frühjahr 1936 wurde das Museum in Tel-Aviv eröffnet. Der Leiter dieses wichtigen Kulturinstituts ist Dr. Karl* Schwarz, Kunsthistoriker und gewesener Leiter des Museums der Jüdischen Gemeinde Berlin. STUDENTEN-TANZKURS beginnt Mittwoch, den 14. Oktober, halb 6 Uhr. Gute Gesellschaft! Nur mit Studentenlegitimation. Tanzschule ERDSTEIN I, Werdertorgasse 7 Tel. U-20-7-24 Jesse I. Strauß Aus Washington: Der Außenminister der Vereinigten Staaten, Cordell Hull, erklärt in einem Nachruf für den Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris, Jesse Isidor Strauß, die Nation habe „keinen hervorragenderen und geschickteren Vertreter im Auslande" gehabt. Die gesamte amerikanische Presse würdigt die Verdienste des Verstorbenen. „Herald Tribüne" stellt fest, daß durch den Tod von Jesso Isidor Strauß das Land einen außerordentlich wertvollen Bürger, das jüdische Volk einen geachteten Führer und die Geschäftswelt einen genialen Leiter verloren hat. Die Beisetzung von Jesse Isidor Strauß fand am Dienstag, den 6. Oktober, vom Tempel Emanu El in New York aus unter Teilnahme der diplomatischen und politischen Welt sowie der führenden Wirtschafte-» kreise statt, Sir isaac Isaacs Aus London (J. T. A.): Sir Isaac Isaacs, der; britische Generalgouverneur von Australien, war hier anläßlich seiner Rückreise nach. Australien Gegenstand einer solennen Ehrung seitens des Monash-Zweiges (so benannt nach dem verstorbenen ruhmreichen Generalissimus des australischen Heeres ira Weltkriege, Sir John Monash, der ebenfalls Jude war)j der British Legion. Barnett Janner sagte in seiner Ansprache, Sir Isaac Isaacs sei nicht nur eine große Figur unter seinem australischen Volk, sondern auch daa British Empire und besonders das jüdische Volk seien stolz auf ihn. Er gehöre zu den Erbauern des British Empire und sei eine der größten Gestalten in der Geschichte des Reiches. Auch Oberstleutnant E. K. Smart feierte Sir Isaac Isaacs als großen Australier und Reichserbauer. Major Infield wies darauf hin, daß dieser Ver* Sammlung mehrere jüdische Frontsoldaten aua Deutschland, die sich alle im Kriege ausgezeichnet haben und deren Brust mit hohen Ehrenzeichen geschmückt ist, teilnehmen. Sie wehen nur vorübergehend in England und gehen von hier in andere Länder, um sich eine neue Existenz in einer neuen Heimat zu suchen. Mögen sie, was sie suchen, auch finden. Semmerlngfahrt der Hakoah am 18. Oktober. Fahrpreis S 6.50. Abfahrt 7 Uhr, Wiesingerstraße. Anmeldung R-25-0-10. KINO-PROGRAMME KREUZ-KINO 1, Wollzeile 17 Telephon Ii-24-2-16 Vorstellungen: *, »A4. Vit, «A10 Robert Montgomery Hide-Out („Steckbrief Z 48 ') STAFA, VII Mariahilf erstraöe 120 Telephon li-33-0-68 Wochentag >, 7, * Uhi Ab Freitag: Ginger Rogers, rred Astair« VOTIVPARK IX, Währingerstraße 12 Telephon A-18-3-96 Beginn- <•. %ft, Vit. feto Ab Freitag: ie 11 Ginqer Rogers, Fred Aitaire Wer Sammlung will und nicht Zerfall, I wählt am 8. November die „Zionistische U$te"!

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