Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 598 (7.10.1936)
- Date
- 1936-10-07
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seit* & DIE NEUE WELT Nr. 598 vom 7. Oktober 1936 SxBERGMAIflü.: RAB£N81^IÖ3^^ HIMMELPFORTQ, 5 KÖLLNGRHOFGASSE 1 9 .80 Reinseiden- Herrenhemden, beste Paßform nur_ Neue Sorten Herrenhemden, Pyjama u. Oressings f Ur den Herbst bereits lagernd. In Preis und Reichhaltigkeit unübertroffen MtauMMMMHMnaHH^^ Watkeasfue^ei Der jüdische Ewigkeitsbegrift ... Doch eine noch höhere Wirklichkeit muß in die Seele des Kindes verpflanzt werden: der Ewigkeitsbegriff, für den wirkeinen anderen Namen haben als: Gott. Dieses Gefühl muß schon von Anbeginn der Erziehung im Herzen des Kindes verwurzelt werden. Aus einer Rede Ch. N. B i a 1 i k s. Gegen das Hakenkreuz Man lasse sich nicht täuschen. Was der Nationalsoziaiismus hier will, ist die Eroberung des Staates. Alles andere ist Spiegelfechterei. Und dagegen haben wir zu kämpfen. „Der Oester reich er" (Wien, Sept. 1936). Der nationale tiefet der Thora Die ganze Thora ist in nationalem Geist gehalten. Wo sie Lohn und Strafe genauer bestimmt, haben diese Bestimmungen zumeist nationaleil Charakter. Strafen persönlicher Art sind nur bei besonders schweren persönlichen Vergehungen ausgesprochen. Wo es irgend um allgemeine Dinge geht, läßt die Thora das nationale Gefühl sprechen. Daher ist es klar, daß eine allgemeine praktische Preisgabe der Thora einen furchtbaren nationalen Niedergang bedeutet. Rabbi J. Kuk s. A. (Jerusalem). Tragik des judischen Komponisten Noch nicht einen Auftrag haben jüdische Musiker bekommen, de-r dazu angetan wäre, das Schaffen &u fördern oder au stützen. Die jüdische Musik hat kein einziges Organ} keinen einzigen öffentlichen Förderer unter den sogenannten Prominenten. Der jüd. Komponist Hugo Adler (Berlin). Die ewigen Nigunim Es ist doch etwas Wunderbares um die Tatsache, daß der traditionelle Jude, kommt er nur in „Schul"' herein, sofort an dem frsten Wort,, das ihm ^ns^ Ohr klingt, hört, wo man im Gebet hält, daß er unverweilt mit einstimmen und sich mit eins fühlen kann, gleichgültig, ob er einen der Beter kennt oder nicht: es sind Juden, bei der Tefillo. das genügt. -. , , Hans Goslar .(Amsterdam, 1936). Schutz gegen arabischen Terror Die Hilfe der Regierung war bisher durchaus ungenügend und die Siedler haben selbst mehr für ihre Verteidigung geleistet als die ausgebildeten Soldaten der Regierung. So schickt die Regierung ein Flugzeug. Abend für Abend umfliegt es ein-, Zweimal die Siedlung und sohxoebt dann weiter. Man muß zu seineji Gunsten sagen: es kommt jeden Abend, es bleibt. nie. aus. Und auch in der Nacht erscheint es pünktlich, nämlich immer dann, wenn die Schüsse verstummt sind und der Angriff abgeschlagen ist, dann kommt es, leuchtet die Gegend ab und schioebt davon. Das Flugzeug hat schon in der ganzen Gegend einen guten Ruf: wenn man es über der angegriffenen Siedlung erscheinen sieht, so ist es ein Zeichen, daß der UeberfaU vorüber und der Angriff abgeschlagen ist. Aus der hebr. Tageszeitimg „Dawar" (Palästina). Palästinensische Dinner*Politik Der Präsident der Exekutive der Jewish Agency, David Ben Gurion, und der Leiter des politischen Departments, Mosche Shertok, haben an einem Dinner mit High Commissioner Sir Arthur Wauohope, dem Oberkommandierenden der palästinensischen Streitkräfte, G&neralleutnayit John G. Dill, und anderen hohen Militärs teilgenommen. Meldung aus Jerusalem (Oktober, 1936). Palästinas Sang und Klang auf den erstklassigen Lukra-Platten sollen 'n keinem jüdischen Hause fehlen / Das Imeklied, alle Horra's, das Tel Aviv Lied aus dem Tonfilm „Land der Verheißung" sowie alle jüdischen und kantoralen Gesänge und hebräischen Kinderlieder stets lagernd / Nur im Grammophonhaus Wien I, Franz- Josefa-Kai 15 Kataloge gratis und franko (Postversand). Kulanteste Bedienung In un.wer Pho'o* und Rodioabiaiiung /Alle Sprachen, insbesondere Neuiieorälsoh idinctl getarnt — auf Schallplatten. Von 8 2.— aulw. Judensfaafler! Stellt euch in den Dienst für den Wahlkampf um die Judengemeinde t Wer noch nicht in «einem Bezirk eingeteilt ist, melde sich ehestens beim Zentralwahlkomitee der „Zionistischen Liste", Wien, I., Marc-Aurel- Straße 5, oder Sekretariat der Judenstaatszjontsten, I., Werdertorgasse 12, täglich abends von 7 bis 8 Uhr. S Der luden§faa(szioni$inu§ dringt durch Weizmänti fordert jüdische Majorität in Palästina Auf dem Baseler Kongreß 1931 kam es zu einer bewegten Kontroverse zwischen dem Präsidenten der Zionistischen Organisation, Prof. Welznmnn, und dem Sprecher der Judenstaatler, Stricker, welcher vom Kongreß ein Bekenntnis zum Ziele des Herzl-Zlonismus, zu einem Palästina mit jüdischer Majorität, zum Juden« Staat forderte. Damals erklärte Weizmann: „Wir brauchen keine jüdische Majorität in Palastina. Sie Ist unnütz und das Streben nach ihr wirkt aufreizend. Man braucht keine jüdische Majori* tat, um Zivilisation im Orient zu Verbreiten." Das war im August 1935. Ende September 1936 hat Weizmann vor einer Massenversammlung in Amsterdam Über die Unruhen in Palästina gesprochen und gesagt: „Man macht heute den Versuch, uns in Palästina im Zustand einer permanenten Minorität zu lassen. Wir könnten heute Buhe haben, wenn wir bereit wären, nur 40 Prozent der Bevölkerung zu bleiben. Wir sind dazu nicht bereit.' Unsere Gegner, die Araber, haben keinen Grund, die in ihrem Staat Irak lebenden 80.000 Christen zu fürchten, die 30.000 assyrischen Christen, Nachkömmlinge einer großen Zivilisation. Diese sind keine Eindruigllngc, sie loben dort seit Tausenden von Jahren, sie sind Chaliulm in westlichen Kleidern, mit westlichen Manieren. Sie sind Bauern, sprechen ihre Sprache, leben ihre Sitten. 80.000 unter zwei Millionen Araber. Und doch verjagt man sie. Sie müssen Irak verlassen. Heute sucht der Völkerbund, bis jetzt vergeblieh, einen Platz in der weiten Welt für die armen Assyrer. w Die Erfahrung, die man mit dieser unschuldigen, kleinen Minorität gemacht hat, verbietet es uns Juden, in Palästina im Zustand einer permanenten Minorität zu bleiben. Das ist unser Standpunkt und wir werden von ihm nicht abgehen." So spricht Weizmann jetzt, ao muß er jetzt sprechen. Die politische Entwicklung hat ihn auf den Weg gedrängt, den Theodor Hcrzl vorgezeichnet hat. Es ist erfreulich, daß der Führer des Offiziellen Zionismus sich endlich zum Großzionismus bekennt. Weniger erfreulich ist, daß die Erkenntnis so spät kommt, daß mehr als fünfzehn Jahre der Kleinzlönismus Trumpf war und die von Herzl geschaffene Weltorganisation beherrscht und geschwächt und die politische Stellung des Zionismus in Palästina und in aller Welt untergraben hat. Orig. engl, und franz. Stoffe rrr z Tuchhaus Tabak I, Salzgries 5 Hcrbit-Nauhailan für Daman und N«rr«n! leltgcmäB billig I Sie §Hid einander würdig Noble Ein Stück moralischer Geschichte, wert sogar inmitten des weltpolitischen Chaos, aufgezeichnet zu werden. . . . Man kennt die palästinensische Siedlung Sarona (unweit von Tel-Aviv), die viele Jahre vor dem Weltkrieg, von .d.eu ts ch e n Kolonisten, Guttemplern und Herrenhutern, gegründet wurde. Als im Zusammenhang mit der Ldquidierung; des ■. türkischen ^Besitzes in Palästina die Engländer auch} dic'.'von den Deutschen verlassene Kolonie kassieren wollten, da ja im Zuge der Mandatshandlungen das Land den Juden zur Kolonisation freigegeben worden war, fiel es den Juden, den Zionisten, nicht ein, Hand an die Kolonie Sarona zu legen. Sie gaben England zu verstehen, daß es ihnen fernliege, den deutschen Kolonisten, deren Siedlerfleiß ein schönes Werk geschaffen hatte, zu schaden. Es blieb beim alten. Und während die Deutschen in ihre Kolonie zurückkehrten und weiterschufen, entstand unweit von ihnen die jüdische Stadt Tel-Aviv. Schadehen der in gute, jüdische Familien Zutritt hat. wird gesucht Zuschriften unter _ „Seriös" an die -•—- Ad minist r. dieses Blattes Ein freundschaftlicher Verkehr bahnte sich an. Sarona ging es gut; es lieferte den Juden Tel-Avivs die Wirtschaftsprodukte, die eine städtische Bevölkerungbraucht. Sarona ging es immer besser, es wurde reich und fett, denn die Juden brauchten viel und zahlten gute Preise. Und sogar fern im Osten, wo wild die Völker aufeinanderschlagcn, bewährte sich die sprichwörtliche. — arische Treue. Als nämlich im August 1929 die arabischen Unruhen ausbrachen und fast hundert jüdische Opfer kosteten, war auf selten der Saroaner eine ausgesprochene Sympathie für die mordenden Banditen zu konstatieren. Sie zeigten wenig Dankbarkeit gegenüber den Juden, die ihnen ihre Kolonie gerettet hatten und ihr Gemüse und ihre Milchprodukte abnahmen. Und als schließlich in Deutschland das Hakenkreuz zur Herrschaft kam, da taten die braven Siedler von Sarona gleich mit. Nationalsozialistische Agitatoren aus dem Dritten Reich hielten Meetings in Sarona ab. Es sah fast so aus wie in Nürnberg. Die deutscheu Hakenkreuztlaggen wehten dort und Rednern, die offene Judenhetze betrieben, ward der Beifall jener zuteil, die Handel mit den Juden trieben. Zum Geschäftemachen waren den Saroanern die Juden gut. Die „Artfremdheit" hinderte die Auslandnazis nicht, Geld von den „semitischen Wüstensöhnen" zu nehmen. . . . Aber solch moralische Geschichten pflegen auch eine höchst moralische Pointe zu haben. Als im April des heurigen Jahres neuerdings arabische Banditen, Mörder, .Brandleger und Agitatoren, das Land zu beunruhigen begannen, lachten sich die Hakenkreuzler Saronas ins Fäustchen,W«ß nämlich die Hetzer aua Deutschland in Freunde | Sarona forderten, die Drangsalierung und Ausröttunng der Juden, schien im Gang zu sein. Die nordischen Saroaner ^sympathisierten offen mit den nichtarischen, artfremden Moslems. Die reichsdeutsche Presse stieß schadenfroh ins Horn. Wo bleibt nun die angekündigte moralische Pointe? Sie folgt sogleich. Sie ist in einer Meldung aus. London' vom 30. September (J. T. A.) enthalten, welche läutet: „Der palästinensische Sonderberichterstatter dea „Daily Telegraph" meldet, daß auch in den deutsch e n K o 1 o n 1 e n, die bisher unter den Araber-Unnüie» nicht zu leiden hatten, die wachsende curopiier» feindliche Einstellung der Araber Besorgnis erregt. Jahrelang in deutschen Diensten stehende arabische Arbeiter beginnen seit einiger Zelt, sich frech und ungehorsam zu benehmen. Einige von ihnen haben sich den Banden in den Bergen angeschlossen, während die arabischen Dörfer d«r Nachbarschaft, die stets zu den deutschen Kolonieu in den besten Beziehungen standen, jetzt; offene Feindseligkeit an den Tag legen. Es ist notwendig geworden, den deutschen Kolonien denselben Schutz zu gewähren wie den jüdischen." Die arabischen „Freunde" der deutschen Kolonisten benehmen sich, wie man sieht, nicht sehr nobel. Sie revanchieren sich für die moralische Unterstützung, die ihnen seitens der palästinensischen Deutschen in den vielen Jahren zuteil wurde, mit Frechheit und Ungehorsam, wobei man zweifellos damit rechnen kann, daß sich Frechheit und Ungehorsam zu Raub und Mord steigern werden, denn in dem an Juden reichgewordenen Sarona ist manches zu holen. Die palästinensischen Herren Araber und Arier haben einander nichts vorzuwerfen. Sic sind einander würdig, noble Freunde, Partner einer moralischen Geschichte. Filme der Woche (Nachdruck nur mit Genehmigung des Blattes) Oesterreich: Fräulein Lilli — Silhouetten. Frankreich: Helene. — Taraß Bulba. Amerika: Mr. Deeds — Schwester Florence — Peter Ibbetson — Der König der Frauen — Der kleine Rebell — Der chinesische Spürhund — Küß nicht im Kino! — Der kleine Lord — Der Mann, der Wunder wirkte —• Kampf um die Barbee-Farm — Der letzte Gangster — Die . Matrosen kommen! — China-Gold. Filme unter Arierparagraph Kaub der Snbinerinnen -— Die letzte Fahrt der »Santa Margareta" — Mädchenmarkt — Die Fahrt ins Blaue — Boccaccio — Der Holzschnitzer vom Erzgebirge — Befehl ist Befehl — Mister X. — Der Dämon vom Himalaya — Puppenfee — Die Drei um Christine — Arzt aus Leidenschaft — Der Hundefänger -— Welberregiment — Opemring — Der Schlaumeier — Mädchen* pensionat — Coufetti — Engel mit kleinen Fehlem — Wer ist wer? — Vratcr — Der Wildfang — Waldwinter — Kaiser vqn Kalifornien — Männer vor der Ehe — Allotria — Friesennot — Verräter — Stenka Rasln — Nur du, Maria (Glgll-Film) — Schlußakkord. Unsere geschätzten Leser werden auf die Jüdische Buchhandlung Hermann Tuchner (siohe Inserat!) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher, diese antiquarisch zu sehr ermäßigten Preisen erhältlich sind. Leihbücherei eröffnet. Gebühr 10 Groschen pro Tag. Keine Nobengebtihren! Für Anfragen Telephon R-iX-^O, ,1