Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 597 (30.9.1936)
- Date
- 1936-09-30
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIB NEUE WELT Nr. 59T vom 30. September 1936 Regelmäßiger Relsedlenst der „Cxern. Allg. Ztg." n.0. POLEN und CZERNOWITZ Nächste Abfahrten: n. and SS. Oktober 1*1* Anmeldungen aaiidiiiiincii im Reisebüro ari«nbrQek•", I. Aot«nturnt*tt. 26, R-24-2-8&W^ * könne er den Zeitpunkt der Abreise der Königlichen Kommission nicht genau angeben, da die Unruhen In Palästina fortdauern. Die Unruhen erfordern immer neue Menschenopfer. Das könne nicht so weiter gehe». Die englische Regierung habe eingesehen, , daß ein rascher Eingriff not tue, und habe militärische Maßnahmen von einer Art ergriffen, die es wöhf möglich machen werde, daß die Arbelt der Kommission bald beginnen und in Ruhe gefuhrt werden könne. Nach Eden sprach der Berichterstatter der Mandatskommission des Völkerbundes, der darauf hinwies, daß die Mandatskommission am 27. Oktober zusammentreten werde und den Wunsch hege, bis dahin einen Bericht der Königlichen Kommission zu erhalten. Zum Schluß ermächtigte der Völkerbundrat die Mandatskommission, jederzeit einen Bericht von der englischen Mandatarmacht zu verlangen. (J. T. A.) AUS PALÄSTINA Kämpfe und lieberfälle Bei Nablus wurden schottische Füsiliere von arabischen Aufständischen. Uberfallen. _ Nach einem längeren Gefecht, in dem die englischen. Truppen von sechs Kampfflugzeugen unterstützt wurden, konnten die Araber in die Flucht geschlagen werden. Vierundfünfzig Araber blieben tot auf dem Platze. Auf englischer Se'ite fiel ein Soldat. In einem weiteren Kampfe bei den Safed-Hügeln in Galiläa wurden vierzig Araber getötet. * In J e n i n kam es zwischen aufständischen Arabern und englischen. Fußtruppen zu einem kurzen Kampf, wobei drei Araber erschossen wurden. Durch die Fliegerbomben der Flugzeuge, welche den Überfallenen Fußtruppen zu Hilfe kamen, wurden dann noch 41 Araber getötet oder verletzt. Ein Flugzeug wurde durch die Araber abgeschlossen. Der Pilot konnte gerettet werden. >-•.<«•.«. •, * Zwischen arabischen Banden und englischem Militär ist es bei dem Dorfe Mara in der Nähe von Rosch P i n a zu einem Gefecht gekommen, in dem die Araber Reifaurantftefanie iMtotebhA Hugo u. Julie Herlinger geb. Zöllner WJ 31, Taborstraße 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten schwere Verluste erlitten haben. Auf englischer Seite wurde der Korporal James Merry von dem York and Lancaster-Regiment schwer verwundet. Er ist später seinen Verletzungen erlegen. * In dem zwischen Nazareth und Nahalal angelegten König-Georg-Jubiläumswald sind zahlreiche Bäume vernichtet worden. Der feierliche Beginn der Pflanzungen fand im Dezember in Gegenwart des High Commissioner statt, der eine vom verstorbenen König von England gestiftete Zypresse aus dem. Schloßpark von Windsor pflanzte. * In Jerusalem wurde der 25jährige Jude Viktor D w e k erschossen, als er im Begriffe war, Waren aus einem Laden in der Jerusalemer Altstadt auf einen Karren zu laden. Er ist das 90. jüdische Todesopfer. * An ein jüdisches Holzlager an der Grenze zwischen Tel-Aviv und Jaffa wurde von Arabern Feuer gelegt. .Der Schaden wird auf 5000 Pfund geschätzt. * Die Oelleitung der Irak-Petroleumleitung wurde in B e i a a n mm 36. Male beschädigt. Deutsche Gewehre Aus Haifa (J. T. A.): Eine englische Truppe, unterstützt von englischen Flugzeugen, hatte in der Gegend von Nablus ein scharfes Scharmützel zu bestehen, in dessen Verlaufe die Araber schließlich unter schweren Verlusten in die Flucht gejagt wurden. Die Engländer machten etwa hundert Gefangene, bei denen man Waffen modernster Konstruktion und reichsdeutschen Ursprungs fand. - * Aus London: Die „Times" vom 24. September veröffentlicht einen Bericht ihres Korrespondenten aus Jerusalem, wonach der arabische Aufstand aus ausländischen Quellen finanziert wird. Während das Geld für den Ankauf von Waffen früher in Palästina und den benachbarten arabischen Ländern aufgebracht worden sei, seien jetzt neue Geldzuflüsse festzustellen, die größer seien, als diejenigen, die man von den verarmten Arabern, auch wenn sie ihnen unter Drohungen erpreßt werden, erwarten könne. Es J müsse tatsächlich eine ausländische Geldquelle eröffnet i worden sein. Zum erstenmal — Defizit der Palästina-Verwaltung Aus Jerusalem: Die Ausgaben der Palästina- Regierung für Polizei und Gefängnisse sind nach der soeben veröffentlichten Rechnungslegung um 10.0 0 0 Pfund gestiegen, die Ausgaben für Landesverteidigung zeigen zum erstenmal eine Höhe von über 4 0.0 0 0 Pfund. Es ist zu erwarten, daß die nächste Bilanz der Palästina-Regierung zum erstenmal seit vielen Jahren ein Defizit aufweisen wird, das etwa 50.000 Pfund betragen dürfte. Kosten der Palastina»öarn«son Aus London: „Daily Telegraph" berichtet aus Jerusalem: Der Ueberschuß der Palästina-Regierung betrug am 1. April 1936 6,267.800 Pfund; bald aber werden einschneidende Abhebungen von diesen Ersparnissen notwendig sein, da sich infolge der Unruhen die Einkünfte der Regierung vermindern und die Ausgaben erhöhen, wozu noch die Wiedererstattung der Ausgaben der englischen Regierung für die Erhaltung der erhöhten Garnison kommt. Ein arabischer Protest Aus Jerusalem: Die arabische Zeitung „Al- Liwa" protestiert gegen die von der Regierung gestattete Verbreitung durch den Rundfunk der Meldung von Reuter über den Tod D.izengoffs und die Beileidskundgebung der Regierung. Die Zeitung regt an, daß die Araber sowohl Reuter wie den Rundfunk boykottieren sollen. Die §diamlo§e Luge Noch vor kurzem hat der deutsche Nationalsozialismus um die Gunst Sowjetrußlands förmlich gebuhlt Heute preist er sich als Retter der Welt vor dem Bolschewismus, den er nunmehr Judäo-Bolschewismus nennt, an. Ohne Bedenken geht er über die jüngste Vergangenheit hinweg und tiberschreit das Gedächtnis der Massen. Dirigent des höllischen Lügengeschreis ist der Propagandaminister Goebbels. Er gibt den Takt, er, der große Meister der Kunst des schamlosesten! Lügens. Ein schweizerischer Politiker und Publizist hat es auf sich genommen, dem gegen den Bolschewismus so wild tuenden Goebbels die Maske vom teuflischen Gesicht zu reißen und den Zynismus in seiner Nacktheit zu zeigen. In den „Basler Nachrichten" (Nr. 254) veröffentlicht der Chefredakteur dieses Blattes, Oeri, Mitglied des Schweizer Nationalrats, eine kritische Betrachtung über den Nürnberger Parteitag. In diesem Artikel bringt der hochangesehene Schweizer Publizist einen Brief des heutigen deutschen Reichspropagandaministers Dr. Joseph Goebbels zum Abdruck, der am 14. November 1925 in dem damals noch von Adolf Hitler persönlich redigierten „Völkischen Beobachter" veröffentlicht worden ist. Dieser Brief, welcher an einen Moskauer Führer gerichtet ist, hat folgenden Wortlaut: „Rußland ist heute russischer denn je. Das, was Sie bolschewistische Internationalität nennen, ist Orig. engl, und franz. Stoffe sr z Tuchhaus Tabak I, Salzpries 5 Herbst-Nauhaiten für Daman und Harren! Zeitgemäß billig I Schwere Lage der 100.000 Juden im Irak Aus Bagdad (J. T. A.): Die über hunderttausend zählende jüdische Gemeinschaft im Völkerbundstaat Irak macht jetzt eine schwere Zeit durch. Infolge der Ereignisse in Palästina haben sich die Beziehungen zwischen Juden und Arabern außerordentlich vers c h ä r f t.- In Bagdad* Mössul und inänderen Städten kam es zu Zusammenstößen zwischen Arabern und Juden. Eine scharfe antijüdische Hetze wird auch innerhalb der Armee, geführt, die jüdisohen Soldaten fühlen sich direkt bedroht.; Die jüdische Jugend Bagdaifoyhat in einer Kundgebung an die Regierung äuf die'NoV und Gefahr, in. der sich "die\jüdischen.... Sölden;; 'pd^qfafctygetä&iea. . Die Regierung .hat der.Presse, die sich in .der. .Judenhetze incht genugtun konnte, eine Weisung zugehen lassen, In der ausgeführt wird, man dürfjei; den irakischen VJuden: nicht auf eine Stufe mit einem palästinensischen Ziohisten steilem die .Juden des-Irak seien seit Generationen treue Landesbürger. Diese Weisung' der Regierung hat ihre Wirkung nicht verfehlt, die Pressehetze ist schwächer geworden. Dafür aber müssen die Juden zu'dem Fonds, der zugunsten der Palästina -Araber gesammelt wird, beitragen; von der bis jetzt im Irak gesammelten Summe von 3000 Dinar haben die Juden 2000 Dinar aufgebracht. * Aus Bagdad (Palcor): Der jüdische Kaufmann Sassoon Zubeida wurde am Abend des ersten Rosch- Haschanah-Feiertagea auf der Straße erschossen. Sein Begleiter, ebenfalls ein Jude, wurde verwundet. Zwischen den Schüssen rief der Mörder: „Dies ist die Rache für die Araber in Palästina!" Am selben-Tage wurde in Bagdad eine Geldsammlung zugunsten der Streikenden in Palästina durchgeführt. Panslawismus in der klarsten und geprägtesten Form. Ich denke nicht daran, im Chor der bürgerlichen Lügner und Ignoranten mitzusingen. Rußland, der russische Bolschewismus* stehen nicht vor dem Zusammenbruch. Aber nicht deshalb hält sich das russische Rätesystem, weil es bolschewistisch, weil es marxistisch, weil es international, sondern weil es national, weil es russisch ist. Kein Zar hat je das nissische Volk so in seiner Tiefe, in seiner Leidenschaft, in seinen nationalen Instinkten erfaßt, wie Lenin. Er gab dem russischen Bauern das, was dieser sich von jeher unter Bolschewismus vorgestellt hat: Freiheit und Eigentum ... Der deutsche Kommunist sieht in Rußland die Keimzelle zum bolschewistischen Weltstaat, während es in Wirklichkeit nur die Keimzelle zu einer neuen nationalen Gliederung der Staaten Europas ist. Lenin opferte Marx und gab dafür Rußland die Freiheit. Sie (die deutschen Kommunisten)] wollen die deutsche Freiheit Marx opfern ... Auch der bolschewistische Jude hat diese zwingende Notwendigkeit zum russischen Nationalstaat klar erkannt und sich frühzeitig und klug darauf eingestellt. Ob aus taktischen Gründen, ob mit Hintergedanken? Jedenfalls muß er heute mit den Wölfen heulen und verdirbt dabei den kapitalistischen Juden des Westens den Kantus. Deshalb der wütendeHaß des Westens gegen Sowjetrußland. Die Börse kann und wird keinen'nationalen Staat dulden, und der bolschewistisch-internationale Jude ist ihr nicht Sicherheit genug gegen ein national-bolschewistisches Rußland ... Die Judenfrage, auch im Bolschewismus, ist komplizerter, als man denkt. Es wird wahrscheinlich, nicht so sein, daß der kapitalistische und der bolschewerden von niemandem verschenkt! aber zu unglaublich billigen Preisen im Möbelhaus Edelmann verkauft 1 VlllrLerchenfelderstraBeNr.12 Große Auswahl — Größtes Zahlungsentgegenkommen Provinz Katalog gratis I 6 . Palästina-Einwanderung im August - Aus Jerusalem: Die „Official Gazette", das palästinensische Amtsblatt, veröffentlicht die amtliche Statistik der Paläsina-Einwanderung im Monat August 1936. Danach sind in diesem Monat 2994 Einwanderer nach Palästina gekommen, von denen 109 der Kategorie von Einwanderern mit Mindestkapital von 1000 Pfund angehören. Palästina braucht B0.000 neue Arbeiter Aus Warschau: Der stellvertretende Leiter der Einwanderungsabteilung der Jewlsh Agency, Elijahu Dobkin, der sich gegenwärtig in Warschau aufhält, erklärte, daß die Verhandlungen mit der Palästina-Regierung über die Ausgabe des neuen Schedule demnächst aufgenommen werden würden. Der jüdischen Wirtschaft drohe eine Katastrophe, wenn Palästina nicht in den nächsten zwei Monaten zehntausend neue Arbeiter bekomme. Auch die Mitglieder der Palästina-Regierung seien sich der Tatsache wohl bewußt, daß für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes neue Kräfte gebraucht werben. (J, T, A.) , wistische Jude ein und dasselbe sind. Vielleicht im Endeffekt, niemals aber in der heutigen Praxis. Vielleicht wollen sie beide zuletzt dasselbe: du sollst alle Völker fressen. Aber sie sind zu intelligent dazu, an falscher Stelle den Kräften Widerstand zu leisten, die stärker sind als ihre Händlerinstinkte ... Sie und ich, wir kämpfen gegeneinander, ohne daß wir wirkliche Feinde wären. Dabei zersplittern sich unsere Kräfte, und wir kommen nie zum Ziel. Vielleicht wird die letzte Not uns zusammenführen. Vielleicht ... Wir jungen Männer, Sie und ich, wir sind die Träger des Schicksals von Generationen. Vergessen wir das niemals. Ich begrüße Sie! Dr. Goebbels." Reisen Sie nach Polen mit der „Czern. Allg. Zeitung". Nächste Abfahrten 11. und 25. Oktober. Auskunft© im Reisebüro ,,Marienbrücke", I., Rotenturmstraße 26. Tel. R-24-2-36/87. Schulbücher für Volks-, Haupt- und Mitteischulan» neue und antiquarische, in der Buchhandlung M. Rath* H.4 Taborstraße 20 A.