Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 596 (25.9.1936)
- Date
- 1936-09-25
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 596 vom 25. September 1936 ' r Regelmäßiger fteisedlenst der , Czern. Allg. Ztg." na<h POLEN und CZERNOWITZ Nächtie Abfahrten: t9. September und 11. Oktober 1*16 Anmeldungen -atittcn>i*ttt..«ft jm Keisebilro „M«rianBfü(K9", t. Botenturmstr. 26, R-24-ü-a6,S7 I zehn Millionen Juden, zerstreut in allen Teilen der Welt, sollen für die Taten einer Handvoll Männer In Rußland verantwortlich gemacht werden, unbekümmert darum, dAß diese Männer sich längst vom Judentum losgesagt haben und die jüdische Religion mit unerbittlicher Grausamkeit verfolgen. Die Behauptung, daß 98 Prozent der Führer der Sowjet- und Bauern republiken Juden sind, ist falsch. Von neunzehn Präsidenten der verschiedenen Sowjetrepubliken und Volkskommissären sind nur zwei jüdischer Abstammung. Der deutsche Reichskanzler Ubersieht geflissentlich, daß der Aufstieg des Bolschewismus zur Macht im Jahre 1917 durch seinen einstigen Parteigenossen, den General Ludendorff, ermöglicht wurde, daß dieser es war, der die Durchreise Lenins durch Deutschland in der eingestandenen Absicht bewerkstelligte, die russischen Massen mit kommunistischen Ideen zu durchsetzen, um Ihren militärischen Widerstand zu brechen. DIE NEUESTEN || 1 HERBST-MODELLE | — In reichster Auswahl, wie nie zuvor I £ ~ Alles nur Qualität (Bally-und Dorn-Sehuhe). s 25 Außergewöhnliche Ausführung und Formen ~ SS in Htrrenachuhen "» uj ierL q s TABORSTR.OA S Tnill!lllll!ll||!l!ll||!l||||||!l||!llll!llllll||||||||il||||||||||||||!!T Herr Hitler scheut auch nicht davor zurück, die Behauptung aufzustellen, daß die Juden für die grauenvollen Massakers, die im spanischen Bürgerkrieg auf beiden Seiten begangen wurden, die Verantwortung tragen, obwohl sie seit dem Jahre 1492 in Spanien nicht mehr seßhaft sind. Diese grundlose Beschuldigung, offenbar darauf berechnet, die rohenlnstinktederun wisse nd e n M a s s e n zu Haß und Wut gegen das Judentum aufzuwühlen, ist ein Schulbeispiel für die Art der Propaganda, wie sie Hitler in seinem Buch „Mein Kampf" empfiehlt. Er sagt dort, daß gerade die Ungeheuerlichkeit einer Lüge zu ihrem Erfolg beiträgt; die breiten Massen erliegen Ihr leicht, da sie es nicht .'für möglich-, halten, daß jemand die schamlose Kühnheit hat, solche Dinge zu erfinden. Selbst wenn die Lüge einwandfrei als solche entlarvt wird, .bleibt von ihr immer etwas haften. In mancher Not und Bedrängnis ist Israel wehrlos dagestanden, nie aber hat es den Mut und die Hoffnung aufgegeben, die es aus seinem heiligen Glauben schöpft. Israels starker Hort gegen die Verleumdungen des Nationalsozialismus ist sein Vertrauen auf den allmächtigen Gott der Gerechtigkeit, der allein die Anschläge des Hasses zunichte machen kann. Gott wird die Herzen derer, die von Bosheit und Vorurteil geblendet sind, läutern und ihre Augen für die heiligen Güter der Gerechtigkeit und der Brüderlichkeit unter den Menschen öffnen. Am 25. September 1936. Oberrabbiner Dr. J. Hertz, London; Oberrabbiner Wiener, Brüssel; Oberrabbiner Dr. Prato, Rom; Rabbiner Meir, Jerusalem; Oberrabbiner Dr. S. Hevesi, Budapest; Rabbiner Dr. Stephen S. Wise, New York; Oberrabbiner Dr. Nemierover, Bukarest; Oberrabbiner Dr. I. Taglicht, Wien; Oberrabbiner Dr. Koretz, Saloniki; Grandrabbin I. Levl, Paris; Oberrabbiner Nahoum, Kairo; Oberrabbiner Ehrenpreis, Stockholm; Oberrabbiner Maarsen, Haag; Oberrabbiner Littmann, Zürich; Oberrabbiner Professor Dr. Schorr, Warschau; Oberrabbiner Dr. Alkalay, ^Belgrad. Das ycößte cu&ti&cUe JledaucoHt_ Kremfl Im „Bayrischer Hof" II, Taborstraße 39 / Herrlicher Wintergarten Original Balaleika-En temble Kongreß gegen Rassenhaß* und Antisemitismus Aus Paris. (J. T. A.) Der hier am 21. September eröffnete Kongreß des Internationalen Verbandes gegen Antisemitismus und Rassenhaß wird abwechselnd vom französischen Delegierten Bernard Lecache und dem tschechoslowakischen Delegierten B a r t e r geleitet. Die Verhandlungen stehen im Zeichen Nürnbergs und der Weltgefahr des Nazismus. Zum symbolischen Ehrenvorsitz wurde David Frankfurter, der mit seiner Tat die Not des Rechts gegen die Gewalt geltend machen wollte, Stephan Lux und all die Opfer des Judenhasses aus Algier und Oran, aus dem Dritten Reich, aus Polen und Rumänien berufen. Der Präsident des Verbandes referierte Uber die den Erdball überflutende Propaganda des Dritten Reichs und über die Maßnahmen, die ihr entgegengestellt worden sind. Neun Milliarden Francs hat es sich Goebbels kosten lassen, die nationalsozialistische Haßlehre in alle Lande hin auszutragen. Er hat seihe Goldströme In die Presse, in den Rundfunk und in den Film geleitet, er befiehlt gleichermaßen der Eisernen Garde Rumäniens, den Sudetendeutschen, wie den Separatisten des Elsaß, er ist verantwortlich für die Verhetzung zwischen Arabern und Juden In Nordäfrika und Palästina." Am gefährlichsten ist jene getarnte Propaganda des Fracks und der Kongresse, der oft genug auch Wissenschaftler und Künstler erliegen. Es ist verwunderlich, daß die „Bräunen Häuser", die Goebbels in den Hauptstädten der Demokratien unterhält, bisher nur von der Schweiz und von der Tschechoslowakei geschlossen worden sind. Die internationale Bedeutung des Nationalsozialismus wurde von Bernard Lecache dargestellt. Rassenwahn hat es von jeher gegeben, aber durch Hitler wurde er zu einer universalen Pest. Der Nazismus ist nur international niederzuringen. Kaufet Schulbücher neu und antiquarisch in der Bücherltube Rath & Co. Wien II.Tabcrstrafte 20 a Tel.R.43-305 Ankauf und Umtausch antiquarischer Bücher zu höchsten Preisen! Moderne Leihbibliothek / Alte Neuerscheinungen Monatsgebühr S 3.10, keine BandgebUhr, täglicher Umtausch, oder Monatsgebühr S 1.60 und 10 dfoschen Bandgebühr Modernet Sortiment und Antiquariat =s=s= Judalca und Hebraica Als Vertreter einer milderen Richtung sprach der Franzose J e z m a r, der davor warnte, Hitler jsu „reizen". Ihm trat Gabriel C u d e n e t entgegen. Nicht der überklugen Weisheit, sondern dem Charakter gehöre die Stunde. Die Siege des Nazismus seien nichts anderes, als die Beweise für die Schwäche seiner Gegner. Cudenet fand den größten Beifall. AUS PALÄSTINA Ein atntjähriges Kind getötet Ein Bombenanschlag wurde in Tiberias auf das von der sephardischen Familie Turjeman bewohnte Haus verübt. Durch die Explosion wurde der 8jährige Sohn Elieser Turjeman sofort getötet; der 70jährlge Großvater Ajusch Turjeman wurde schwer verwundet, während beide Eltern leicht verletzt wurden. Einige zufällig in der Nähe sich aufhaltende Ghaffirs eilten sofort herbei, konnten jedoch keine ^Spur des Täters entdecken. Nach einer späteren Meldung sind polizeiliche Untersuchungen mit Hilfe von Spürhunden im Gange, die bereits zurJ Verhaftung eines Arabers geführt haben. Die Bestattung des kleinen Turjeman auf dem Friedhof von Tiberias ging unter größeren Gefahren und Hindernissen vor sich. Der Trauerzug wurde in der Nähendes Friedhofes .von arabischen Terroristen beschössen. Die Beisetzung mußte verschoben werden. Sie fand später unter ungeheurer Beteiligung der jüdischen Bevölkerung statt. /.'' •. Der vor etwa zwei Monaten bei einem arabischen Bombenanschlag in Jerusalem schwer "verletzte Jacob. Kaferman ist jetzt seinen Verletzungen erlegen. Durch, seinen und des 8jährigen Elieser Turjeman Tod ist die Zahl der jüdischen Opfer der Unruhen auf 89 gestiegen. ♦ In den Hof des jüdischen;Ä 1t e r s h e i m s in Jerusalem sind Bomben geworfen und Schüsse abgegeben worden. im Zentrum Jerusalems wurde ein jüdischer Laden ausgebrannt. In der Nähe des Schaare Zedek- Krankenhauses in Jerusalem explodierte eine Bombe, ohne Schaden anzurichten. Ein Getreidespeicher in B e i s a n und die Pumpstation der jüdischen Siedlung Pardea Chana wurden niedergebrannt. In ein arabisches Dorf in der Nähe von Hebron kamen vier bewaffnete Araber und forderten Nahrungsmittel. Die Dörfler erkannten in ihnen frühere Räuber und wollten sie vertreiben.- Die Räuber feuerten, töte- RestaürantStefanle «wfchkkA Hugo u. Julie Merlinger geb. Zöllner IWVJ II, Taborstraße 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten V 0 ten einen und verwundeten einen zweiten Dörfler; schwer. In einem offiziellen kommunimiß der Palästinas Regierung, .wird mitgeteilt, daß ziwtei;brltis,chW Matrosen verletzt wurden,' als eine Bombe-in de? Nähe %der Istaqläl-Moschee in Haifa explodierte. Nun gegen Araber Aus Jerusalem: Die arabische Terrorwelle. ÜS Palästina ist wieder angestiegen. Die Terroristen scheinen zu einer heuen Taktik übergegangen zu flein* die sich darin äußert, nicht mehr allein Juden und Engländer, Bonüern auch Araber zu Opfern zur wählen. In der Nähe des Jerusalemer Zentralgefängnisses, wo unter dem Schutze der Polizei ein Gemüsemarkt ein<* werden von niemande m verschenkt! aber zu unglaublich billigen Preisen im Möbelhaus Edelmann verkauft 1 Vlli,LerchenfelderstraßeNr.12 Große Auswahl — Größfes Zahlungsentgegenkommen Provinz Katalog gratis! £ Der Getreidespeicher von Mischmar Haemek ist niedergebrannt worden. Der Makkabis portplatz zwischen Jaffa und Tel-Aviv wurde angezündet. Die Kolonien Ness Ziona, Rischon le Zion, Chedera und Ekron, sowie eine Siedlung deutscher Juden bei Haifa wurden beschossen. Die Schützen wurden von den Wächtern zurückgetrieben. Bei der Beschießung von Räanäna wurde der 35jährige in Palästina geborene Abraham Levl aus Ekron schwer verletzt. Angriffe ereigneten sich bei Ewen Jakob, Ness Ziöna, Giwat Machäl; Gan Jawne, wo auch Bäume ausgerodet wurden, Gedera, Kfar Saba und Gan Chajim. Bei Jenin sind Militärpatrouillen, bei Tiberias Abteilungen der transjordanischen Grenztruppe beschossen worden. Bei B eisan wurde die Erdölleitung, die erst am Mittwoch abend beschädigt und angezündet worden war, abermals, diesmal zum 32. Maie, aufgerissen. In Seröach wurde eine Mühle in Brand gesteckt, ein Erdölwaggon wurde auf der Station Tulkarem verbrannt. Bei Gaza stieß ein Panzerwagen auf eine Mine. Ein Soldat wurde hierbei verwundet. Bei Ramie ist der Fliegersoldat Sindlay durch Schüsse arabischer . Wegelagerer verwundet worden. Arbeiter der Palestine Potash Company sind neuerdings beschossen worden. Bei Sedjera, Gan Jawne und Kfar Ezion kam es zu Zusammenstößen mit bewaffneten Banden. In dem jüdischen Viertel Schapiro in Jaffa ist ein Schuppen in Brand gesteckt worden. Die Löschmannschaften wurden beschossen. Ära Freitag ist bei einem Gefecht bei Arza einer der aktivsten arabischen Aufrührer aus Jaffa getötet worden» In der Nähe des Zion-Platzes gerichtet wurde, wurde am Dienstag, 22. September, eine Bombe von starker Explosivkraft geschleudert, die unt geheure Verwüstungen anrichtete. Zwei arabische! Knaben und ein erwachsener Araber wurden auf der Stelle getötet, vier weitere Araber wurden verletzt. Die Täter entkamen unerkannt. In dem Wald der Palestine Jewish Colonlsation Association (Pica), wurde der arabische Wächter Haj el Denan, der unbewaffnet war, ermordet. Auch hier konnten die Täter unerkannt entkommen. Die Poiizeistation in Beisan ist von arabischen Terroristen schwer beschossen worden. Eine Garage in der Stadt wurde in Brand gesteckt, Bei Jagur würden tausend Bäume ausgerodet. In dem, A'raherdorf Lifta bei Jerusalem wurde auf Anordnung"- der Militärbehörden ein Haus zur Vergeltung für den Angriff - auf das J ü d i s c h e A11 e r sheim in Jerusalem niedergerissen. Bei Tulkarem . wurde, ein Lastauto des Regie* rüngsdepartements für öffentliche Arbeiten von bewaffneten Arabern aufgehalten und verbrannt. Pension tefotm* - SetMHiäkf Slirt Saud will nicht intervenieren Aus London: Der Jerusalemer Korrespondent des „Daily Herald" berichtet, die arabischen Führer; hätten auf die ihnen vorgelegten Fragen geantwortet* daß der Teil der arabischen Bewegung, der Gewaltmaßnahmen anwendet, außerhalb ihrer Kontrolle stehe, sie können und wollen aber nicht diese Bewegung verwerfen. Der Berichterstatter meldet weiter, daß die Führer eine Abordnung zu König I b n Saud mit der Bitte entsandt hätten, er möge seinen Einfluß zugunsten! der Beendigung der Gewalttaten geltend machen .und bei