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Die neue Welt · 1936-09-25 · Heft 596 (25.9.1936) · page 1

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 596 (25.9.1936)
Date
1936-09-25
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Preis 20 Groschen frritag/ den 25* September 1936 lahrgang 18? Nr« 596 V« b* P« Zeitung vom Verleger versendet .»Journal expedie par redltem" TH fr °*ivt **m etsi^bl t. R E V U HERAUSGEBER: ROBERT STRICKER BEZUGSBEDINGUNGEN: Oesterreich monatlich S 1.40, vierteljährig S 4.—, ganzjährig S 16.—; Polen monatlich Zloty 1.50, vierteljährig Zloty 4.60: Tschechoslowakei monatlich Kc 6.—, vierteljährig Kc 15.—: Jugoslawien monatlich Dinar 14.—, vierteljährig Dinar 40.—: Rumänien monatlich Lei 40.—, vierteljährig Lei 120.—; Deutschland monatlich Mark 1.—, vierteljährig Mark 3.—; Balgarien monatlich Lewa 30.—, .vierteljahrig Lewa 80.—; Italien monatlich Lire 5.—, vierteljährig Lire 14.—; Schweix und die übrigen Länder monatlich Schweizer Francs 1.50, vierteljährig Schweizer Francs 4.50. Mit B bezeichnete Anzeigen sind entgeltlich, Redaktion u. Verwaltung: IX, Universitätsstr. 8, Tel. A-20-2-78 — Erscheint Dienstag u. Freitag ORBIS SPOLEN Abfahrt: Jeden zweiten Sonntag Anmeldungen: Poln. Reisebüro „ORBIS" I. Kärntner*trane 41, R-si-5-78 Oesterreichisches Verkehrs-Büro l, Frledrlchstraßc 7, B.27-500, i. Graben 20, u-29.o<35 Jisfcor! Von Raüb. E^*. Israel Zwi Kanner. Am kommenden Versöhnungstage soll beim Maskir Neschomoth der Rabbiner auf der Kanzel die Gedächtnisrede, den J i s k'o r, anstimmen. Es gedenke das Volk Israel der reinen 3eelen seiner Söhne und seiner Töchter, der. Treue bewahrenden und mutigen Menschen der Arbeit und des Friedens, die hinter der Pflugschar schritten und ihr Leben hingaben für die Ehre Israels und für das Land.Israels. . ' Die Totenliste., enthält ,87" Namen. Mögen sie die letzten .sein!' 87! heißt Pas' (Pe-Sajin). Und Pas bedeutet: , Gold,- "reines Gold,.1 geläutertes ■Gold; .Die t>a- Jhingemordeten waren' von unseren'. Besten.. Aus allen Schichten, Ständen, Parteien und Klassen kamen sie'. Eine Vertretung ~ aller' ging in den ' Himmel ein, als Symbol der Einheit vor dem: Feinde. . * Ihrer gedenke Israel und sei stolz auf sie. Israel ■trauere um die . Pracht dieser Jugend, um -die Kostbarkeit ihres Heldenmutes, um. -die. Heiligkeit ihres Willens. . ■', Wir gedenken - unserer prüder, der Unschuldigen, die von Mörderhahd gefällt wurden, als sie ehrlicher Arbeit .. nachgingen. Kajin, . warum hast du deinen Bruder Abel erschlagen? Wir gedenken der Kinder, die vor den Augen der . Mütter getötet wurden. Wir gedenken der Krankenschwestern und Wagenlenker, die in. .Erfüllung ihrer Pflicht teuflischer Hinterlist1 zum Opfer fielen. Voll ist der Tränenbecher. Was können wir sagen, das noch nicht gesagt wurde?. Ach, wie sind die Helden gefallen! Saget.es; nicht an zu.Gath, verkündet es nicht auf den Gassen von Askalon, daß sich nicht freuen die Töchter der Philister. Allmächtiger! Warum verbirgst Du vor uns Dein Antlitz in diesen schweren Tagen? Willst Du wieder Dein Volk verlassen, nach wunderbaren Jahren des Aufbaues, der. Wiedergeburt? Blick auf unsere Pein! Bringe uns Hilfe und erlöse uns, um Deiner Güte willen. Es verstumme und vergehe nicht die Trauer, bis der Tag kommt, da Israel heimkehrt und sein verwüstetes Land erlöst. Die teuren Opfer sollen kommenden Geschlechtern in Erinnerung bleiben, auf daß sie ..wissen, wie für unser Land gekämpft wurde. Für das Leben des Volkes gingen sie in den Tod. Jedes .Opfer gibt uns neue Kraft, bringt uns der Erlösung näher. Wir werden nicht verzagen. Keine Prüfung kann uns ' erschrecken. Wir sind hergekommen, von hier werden wir nicht weggehen, von hier werden wir nicht weichen. Wir werden auf dem Posten stehen. Hier, in unserer letzten Festung. Und es gibt keine Kraft in der Welt, die uns vertreiben könnte. Wir gedenken unserer Söhne und Töchter, die für Kiddusch Haschern und Kiddusch Haarez fielen. Es werden noch Opfer fallen für die Heiligkeit des Lebens. Laßt uns gedenken des Verbrechens an dem goldenen Weizen auf den Feldern Israels, welcher in Flammen aufging, laßt uns gedenken der Seelen der brennenden Wälder und des Todesschmerzes der umgehauenen Bäume. Ueber jüdischer Erde schwebt das Lächeln stillen Heldentums und fließt wie Lebenswasser in das Herz der Nation. Teure Opfer! Eure Seelen sind eingegangen in den Bund des ewigen Lebens, Ameai . Meir Dizengoff gestorben Das jüdische Volk und vor allem das jüdische Palästina sind von einem Ungeheuern Verlust betroffen. Ein unvergleichlicher Führer des zionistischen Schaffens ist dahingegangen. Der Vater des jüdischen Palästina ist nicht mehr. Eine Lichtgestalt, die in schwersten Zeiten Hoffnung und Kraft ausstrahlte, ist entschwunden. ••' Mittwoch, am 28. September, um 4 Uhr 20 morgens, Ist Meir Dizengoff, Bürgermeister,von Tel- Aviv, gestorben. Vor wenigen Tagen-erkrankte Dizengoff an einer schweren Lungenentzündung. Die besten palästinensischen Aerzte konnten nicht/ helfen.- Am Montag und Dienstag lag der Patient teilnahmslos da. Der High Gommissioner Sir Arthur <Wauchope, der am Montag das Haus Dizengoffs besuchte, durfte das Krankenzimmer nicht betreten. Auf Weisung des. palästinensischen Rabbinats wurden in allen Synagogen* des Landes Gebet- Psalmen für Dizengoff gesprochen. Die Bestattung fand Donnerstag, 24. September, in Tel-Aviv statt. Meir Dizengoff wurde 1861 in Akimowzi (Bessarabien) geboren. Während seiner Studienzeit in Odessa wurde er wegen Teilnahme an „staatsfeindlichen" Bestrebungen —r in Wirklichkeit kämpfte er gegen die Pogromumtriebe der Schwarzen Hundert — verfolgt. 1882 schloß er sich den Chowewe Zion an, seit 1891 ver- VI Francopot" nach Polen und Czernowitz Nächst« Abfahrten: 19. Scptambcr und 11. Oktober „Francopol", III Schwarzenbergplatz 7. Tel. U-16-4-90 „Cedok", I, Kärntnerstraße 32, Tel. R-23-4-88 Gerngroß, VU, MariähilferstraBe 42, Tel. B.38-2-68 ■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■■ mittelte er in Paris zwischen den dortigen Chowewe Zion, insbesondere Michael Erlanger und Grand Babbln Zädoc Kahn, und den russischen Vereinen. Dem politischen Zionismus schloß er sich bald nach dem Auftreten Herzls an. 1905 machte er auf seiher zweiten Palästina-Reise bei Jaffa die ersten Bodenkäufe für die „GÖ-ulla" und die „Achusat Bajit", 1906 legte er auf diesem Boden den Grundstein für Tel-Aviv. Während des Weltkrieges trat er mit großer Energie dem türkischen Oberbefehlshaber in Palästina, Dschemal Pasoha, der den jungen Jischuw zu vernichten drohte, gegenüber, weshalb er des Landes verwiesen wurde. Nach der Besetzung Palästinas durch die Engländer wurde er Bürgermeister von Tel-Aviv und versah dieses Amt mit einer kurzen Unterbrechung bis zu seinem Lebensende. Meir Dizengoff war nicht nur der Erbauer der ersten jüdischen Stadt Tel-Aviv, sondern auch ihr großer Förderer. Noch in den ersten Nachkriegs jähren verschaffte er der Stadt auf einer Reise in Amerika eine ansehnliche Anleihe, die den ersten Anstoß zum modernen Ausbau der Stadt gab. Er verstand es, Städtebauer von JÜDISCHE HANDELSSCHULE für Knaben und Mädchen, Wien, II, Tabor.straße 39, Tel. A-45-6-57 Abendkurse iür kaufmännische Fächer, Stenographie, Maschinschreiben und Fremdsprachen Unterrichtsbeginn 22. September 1936 ERÖFFNUNGSFEIER 12. OKTOBER 1936, 8 UHR ABENDS mit Ansprachen prominenter Persönlichkeiten im Pestsaal des Hotel Bayrischer Hof, Wien II, Taborstraße 39 Eintrittskarten eihäUlich nur bis 6. Oktober in der Schulkanilel Ohne Eintrittskarten ausnahmslos kein Eintritt Bang heranzuziehen und der Stadt alle modernen Errungenschaften westlicher Städte zu sichern. Unter seiner Führung entwickelte sich Tel-Aviv zu einer Großstadt mit jetzt etwa 150.000 Einwohnern. Er baute auch die soziale Fürsorge der Stadt Tel-Aviv aus und. förderte jüdische Kunst und Künstler. Er durfte noch die Anfänge des Baues des Hafens von Tel-Aviv erleben und, obwohl damals sehr krank, ließ er es sich nicht nehmen, dem Beginn der Arbeiten beizuwohnen. Dizengoff war nicht allein der populärste und verehrteste Mann des jüdischen Palästina, er wurde das „Gewissen des Jischuw" genannt, \veil er immer» wo das jüdische Palästina in Not und Bedrängnis war, an das Gewissen der Judenheit und der Welt in wirkungsvoller Weise appellierte und stets mit größter Offenheit dem englischen Regime in Palästina entgegentrat, wo dieses seiner Pflicht zur Förderung des Jüdischen Nationalheims nicht nachkam oder gar dem Aufbau des Nationalheims hindernd in den Weg trat. Erst vor wenigen Wochen hatte er in einem offenen Schreiben an High Commissioner Sir Arthur Waitf chope in stolzer und zugleich ergreifender Welse den Gefühlen der palästinensischen und der Weltjudenheit angesichts des grausamen Blutvergießens und der Verr nichtung jüdischer Arbeit durch die arabischen Terroristen und der laxen Haltung der britischen Administration gegenüber diesem Vernichtungswerk Ausdruck gegeben und zugleich vor der, damals in drohende Nähe gerückten, Sperre—der jüdischen Einwanderung -schärf• stens gewarnt. Der Brief Dizengoffs wurde von den jüdischen und einem sehr großen Teil der nicht jüdischen Zeitungen in Europa und Amerika gebracht/und war von entscheidendem Einfluß auf die weitere Gestaltung der englischen Politik in Palästina. Regelmäßiger Reisedienst nach Abfahrten: 29. September u. 11. Oktober Auskünfte: Dr. S. Tocker, Reisebüro „In die Welt" (W. M. Renn er), Wien - IX, Liechtensteinstr. 2, Nähe Schottenring, Tel A-14-504 \ WeItprote§f der Rabbiner Gegen die Diffamierung des Judentums durdi Hitler Nachstehender Aufruf der Oberrabbiner der zwölf größten Judengemeinden erscheint heute in der Weltpresse und wird am Versöhnungstag von den Kanzeln verlesen: Am Vorabend des Versöhnungsfestes erachten wir, die geistigen Führer des Judentums, es als unsere Pflicht, an die öffentliche Meinung der ganzen gesitteten Welt gegen die Verunglimpfung des Judentums und des jüdischen Volkes durch den letzten Die nächste Ausgabe unseres Blattes erscheint wegen der Feiertage am Mittwoch, den 30. September in verstärk t e m Umfange mmBmmmmKtmammnma^mmmmmammKmmmB&mmammmmmmtammmBmmm nationalsozialistischen Parteitag in Nürnberg feierlich zu appellieren. In seinem unstillbaren Haß gegen das Judentum begnügt sich Herr Hitler nicht damit, die deutschen Juden der Menschenrechte für verlustig zu erklären. Er leitet nunmehr einen fanatischen Feldzug für die Entehrung der Juden in der ganzen Welt ein und versucht» das Judentum — die Mutter der Religionen — mit dem religionsfeindlichen Bolschewismus zu identifizieren. Siebaus Istanbul direkt äUJnUÄ Perserteppiche yj1;« eingelangt. Fabelhafte Qualitätsstucke, unerreicht In Farbe unij Dessins zu staunend billigen Preisen. Zahlungserleichterungen trotz Engros-Prejse ohne Aufschlag im Spezialgeschäft Iür PERSER- UND ORIENTTEPPICHE I, Parkring 1Z Eingang Weinnnrggosse °ar

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