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Die neue Welt · 1936-09-11 · Heft 593 (11.9.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 593 (11.9.1936)
Date
1936-09-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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f Seite 1 DIE NETTE WELT Nr. 593 vom 11 September 1936 * RABENSTEI^^^ HlMMELPFOftTG, 5 § KÖLLNERHOFGASÖE 1 Reinseiden- Herrenhemden, beste Paßform nur 9 .80 Neue Sorten Herrenhemden, Pyjama u. Pressings fUr den Herbst bereits lagernd. In Preis und Reichhaltigkeit unübertroffen Jüdische Frontsoldaten gegen Pazifismus Aus New York (J. T. A,): Der Ertekutivrat der Jüdischen Frontkämpferorganisation der Vereinigten Staaten nahm eine Entschließung an, in der erklärt wird, daß die amerikanischen Juden „mehr als willens seien, zur Verteidigung unseres Vaterlandes oder seiner demokratischen Prinzipien zu kämpfen". Es wird erklärt, daß die „Juden im allgemeinen einen Pazifismus nicht unterschreiben" und daß es unwahr sei, daß Militärdienst im Gegensatz zu jüdischer Lehre und Idealen stehe. Die Resolution wird zur endgültigen Annahme der Jahreshauptversammlung der jüdischen Frontkämpfer, die demnächst in Pittsburgh stattfindet, unterbreitet werden. Sie ist durch eine vor kurzem gefaßte Entschließung der Zentralkonferenz amerikanischer Rabbiner veranlaßt worden, in der die Frage der Teilnahme von Juden am Militärdienst aufgeworfen worden war. k/tuketoftk^d Palästina — unser Heim Trotz unserer großen Leiden und der großen Möglichkeiten, die wir gehabt hätten, haben wir nie ernstJiaft versucht, in der Diaspora ein in sich selbständiges, auf den Boden gegründetes Volksleben aufzubauen. In Palästina dagegen haben wir trotz der phantastischesten Widerstände aller Art uns bereits so eingerichtet, daß xoir uns heute schon unbedenklich als hier zu Hause fühlen dürfen. S. D. F. Goitein: „Ueber die Herkunft der palästinensischen Araber." * Die zwei großen Volker Berechtigt waren nur zwei Völker der Erde, sicJi der Menschheit gegenüber als etwas ganz Besonderes zu fühlen, das Volk, welches inmitten einer von Götzendienst erfüllten Welt die reine Anschauung Gottes hatte, und das Volk, welches eine so reiche und eigentümliche Bildung bei sich entwickelt hat, daß es alle anderen Völker als Nichthellenen oder Barbaren ansehen und geringschätzen durfte. Bei beiden Völkern war es ein geistiger Besitz, der ihnen das stolze Selbstgefühl* gab; beide waren kleine Völker, verschwindende Minoritäten unter der Masse der umwohnenden Nationen. Für beide war das spröde und vornehme Verhalten gegen das Ausland notwendig, weil sie in der Abwehr des Fremden und in der Verteidigung ihrer Eigenart ihrer selbst bewußt und stark geworden sind. Historiker Ernst Curtius: „Die Hellenen und das Volk Israel." Prophetische Worte Wir müssen Palästina in solchem Tempo und Maßstab kolonisieren, daß die Juden in ihrer Gesamtheit im Laufe einer einzigen Generation das „gastliche" Europa werden verlassen können; wir müssen eine Massensiedlung im Land unserer Väter möglich machen, auf daß wir nie unser historisches Anrecht verlören haben, nur weil wir die Freiheit eingebüßt haben. Der Führer der Chibbot-Zion-Bewegung Lilienblum. Jüdische Mehrheit! Taktische Momente haben die Mandatsbehörde zeitweilig gezwungen, eine Haltung einzunehmen, die einer Begünstigung der Araber bedenklich ähnlich sieht. Mit ihren wirklichen Sympathien steht die überwiegende Zahl der englischen Staatsmänner wohl auf Seiten der Ziov&sten. Sie sind sich dessen bewüßt, daß die arabisohe Freundschaft keineswegs einen Pakt für die Ewigkeit bedeutet und daß England, wenn es einmal in Palästina hart auf hart gehen sollte, in einer jüdischen Mehrheit den kräftigsten Rückhalt finden könnte. Frederic Hill (London), 1936. Wldernatürlidikeiten der Assimilation Galut bedeutet ohne Zweifel eine Veränderung und ein Heraustreten aus der Ordnung, nach welcher der Heilige, er sei gesegnett wie einer jeden Nation, so auch Israel seinen vorgesehenen Baum zugeteilt hat, und das ist Erez Israel, das Land Israel. Was immer aus dem ihm vorgesehenen Baum hinaustritt, kann an einem andern als dem ihm natürlichen Ort nicht dauernd Stand fassen, sondern kehrt an sinen natürlichen Ort zürück... Es ist nicht möglich, daß die Widernatur zur Natur werde. So* verhielte es sich nun aber auch mit Israel, wenn es dauernd in der Verbannung (Galut) bliebe... Das gleiche gilt von der Zerstreuung, daß sie nämlich ein Widernatürliches ist. Die Widernatur würde zur Natur, wenn die Zerstreuung Israels unter die Völker dauernd aufrechterhalten bliebe. Der Hohe Rabbi Löw: „Von der Gewißheit der Erlösung." Verlobung. Rita Weidler, Wien, V., hat flieh mit Fred Bogard, London, verlobt. , Jadikhfarabtfdte Demoitftfafion auf dem Weltfriedenskongreß In der Schlußsitzung des Weltfriedenskongresses in Brüssel erlebten die viertausend aus fast allen Ländern der Welt gekommenen Delegierten eine Sensation. Der Vorsitzende des Weltkongresses Viscotiüt Cecil Of Chelwood stellte eine jüdische und eine arabische Delegation aus Palästina den Delegierten vor. Hierauf betraten Arm in Arm der Führer der jüdischen Delegation David Kowarski und der Führer der arabischen Delegation Nad ji b Joussouf die Tribüne und verlasen eine von beiden Delegationen gemeinsam abgefaßte Erklärung, die lautet: 2n diu Uokiu fiiidüäih WWWFWW »rlTffVfF 0 VfVVflPVVlr wie alljährlich — auch heuer ins WD RESTAURANT jetzt II, Hammer-Purgstallgassc 7 (Nähe Dianabad) Bekannt vorzügliche Wiener Küche Menüs von Schilling 1.60 aufwärts Orientalische Speisen am Rost und Spieß „Das Gespenst des Brudermordes hat seinen Schatten über unser Land geworfen: schon vier Monate steht Palästina im Zeichen von Blut und Feuer. Friedsame jüdische Arbeitermassen, wehrlose Frauen und Kinder, jüdische, zu ihrer Menschlichkeitsarbeit gehenden Krankenschwestern sind den Mördern zum Opfer gefallen. Verführte arabische Terroristen sind erschossen worden. Finstere Mächte haben eine Kluft tödlichen Hasses zwischen dem jüdischen und dem arabischen Volke in Palästina gegraben. Schon heute erleben Araber und Juden die Schrecken des bevorstehenden Weltkrieges. - Unser Land ist zwar klein, aber von Weltbedeutung in der internationalen politischen und wirtschaftlichen Konjunktur. An der Grenze dreier Kontingente gelegen, ist Palästina von entscheidender Bedeutung bei dem künftigen Landes-, Meeres- und Luftkriege. Der Besitz Palästinas wird ausschlaggebend für die kommenden Schlachten im vorderen Orient sein. Das Los beider Nationen ist mit dem Palästinas verwoben. Seit Jahrhunderten düngt die einheimische arabische Bevölkerung den harten Boden unseres Landes mit blutigem Schweiß. Mittels, unaufhörlicher hartnäckiger Arbeit seiner Pioniere will das verfolgte und geschlagene jüdische Volk die hereinströmenden Immigranten der Erlösung entgegenführen. Die vier letzten Jahre sind diesbezüglich als eine Periode schneller wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung anzusehen, die in gleicher Weise beiden Teilen, Juden sowohl als Arabern, zum Vorteil gereichen. Dadurch sind Palästina längere Zeit die Wehen der Weltkrise erspart geblieben. Das $cößU msmehe Restcuuattt Kreml Im „Bayrischer Hol" II, Taborstraße 39 / Herrlicher Wintergarten Original Bala!• I ka-E n sam bl« Heute aber ist unser Vaterland das Opfer der Kriegsvorbereitung geworden. Ein kleines Land und zwei alte schwache Völker sind zum Spielballe in in den Händen der Anstifter des kommenden Krieges geworden. Eine Flüt von Nationalhaß soll sich über Palästina ergießen, noch bevor der kommende Krieg anfängt. Deshalb treten wir Delegierten, Kämpfer Palästinas für den Weltfrieden, Araber und Juden, vor das Podium der internationalen öffentlichen Meinung, um feierlich zu erklären: Wir haben genug von den tragischen Erfahrungen des letzten Krieges. Keiner von uns will sein Blut nochmals hergeben. Mit unserer letzten Kraft werden wir uns gegen jeden Versuch, unser Land zum Schlachtfelde zu machen, widersetzen. Juden und Araber wollen friedlich zusammen ihr Vaterland aufbauen in produktiver und friedfertiger Arbeit und im Zeichen sozialer Erneuerung. Wir wollen nicht allein sein in unserem Streben. Das Feuer, das in Palästina wütet, kann leicht Uber unsere Grenzen hinaus zünden. Deshalb wenden wir uns feierlich an alle wahren Freunde des Weltfriedens und der Völkersolidarität, an alle tapferen Förderer der menschlichen Kultur, an die organisierte Arbeiterklasse der ganzen Weit, an alle arbeitenden Klassen mit der Bitte: Stützet Palästina, helfet dem jüdischen und dem arabischen Volke, ihr Heimatland in Frieden und Ruhe aufzubauen!" Vor Betreten des Kongreßsaales erklärten die Delegierten dem J. T. A.-Vertreter, es bestünde in Palästina eine Friedensgruppe von Über 500 Arbeitern, wovon etwa 400 Juden und 100 Araber sind. Sie verurteilen die Zusammenarbeit der jüdischen und der arabischen Kommunisten mit den faschistischen Rädelsführern der blutigen Vorfälle in Palästina. Als das Manifest der Palästinenser verlesen worden war, demonstrierten die 4000 Delegierten so lebhaft für den Palästina-Frieden, daß die Konferenz für zehn Minuten unterbrochen werden mußte. BwosBididian Die „Jüdische Republik" An die Wanderungsämter der verschiedenen Staaten ist ein offizieller Bericht über den Stand der Siedlungen in Biro-iBidschan, dem an der sibirisch-mandschurischen Grenze gelegenen, von der Sowjetregieruhg für jüdische Kolonisation und Errichtung einer „Jüdischen Republik" bestimmten Rayon, ausgegeben worden. In dem Bericht heißt es: „Biro-Bidschans Fläche beläuft sich auf rund 4*/2 Millionen Hektar, wovon 2 Millionen Hektar auf Urwald, 600.000 Hektar auf Sümpfe, 200.000 Hektar auf Weiden entfallen, während die beackerte Fläche vorläufig nur 50.000 Hektar ausmacht. Die Bevölkerung beträgt 60.000 Seelen, wovon nur 16.0 00 jüdische Kolo- ,TaöorstraD939 XIV, Sedisbauserstr. 39 XVII. RalvarieDbetgg.34 Herbstneuhelten In allen Modefarben Schilling 9.80,12.-, 15.-. Feinster Haarfilz 19.-, 23.-, Biber 28.- nisten sind, während die übrigen mongolischen Jägerstämmen und ein Teil dem großrussischen Volk angehören. Von den 16.000 Juden wohnen etwa 13.000 in" der früher nur 600 Einwohner zählenden Stadt „Tichaja", die jetzt Biro-Bidschan heißt und'25.000 Einwohner zählt. Die Zahl der Juden im Gebiete Biro-Bidschan soll bis Ende 1938 auf 10 0.0 00 gebracht werden. Von den ersten Kolonisten aus den westlichen Teilen der Sowjetunion sind 8 0 Prozent wieder ausgewandert; gegenwärtig besteht eine straffere Organisierung der Ansiedlung, zu der jedoch nur Personen zugelassen werden, die auf Grund ärztlicher Untersuchimg zu schweren physischen Arbeiten geeignet sind. Die Einwanderung geht derzeit in geschlossenen Transporten vor sich; Einzeleinwanderer müssen sich die erforderlichen Dokumente vorher beschaffen. Die amerikanische jüdische Organisation, „A g r o j o i n t" genannt, soll durchgesetzt haben, daß sich unter den bis Ende 1938 geplanten neuen Einwanderern 5000 Ausländer, und zwar 4000 polnische und 1000 litauische Juden, befinden dürfen." Das Bild ist niederschmetternd und danach angetan, alle jene, die in Biro-Bidschan einen Ersatz für Palästina und eine Zuflucht erblickten, verzweifeln zu lassen. Das ist das Resultat einer zehnjährigen, von der mächtigen Moskauer Regierung mit Hochdruck und von den reichen ahtizionistischen Juden Amerikas mit vielen Dollar- Millionen unterstützten „jüdischen Kolonisation". Im ganzen 16.000 Menschen und davon sage und schreibe 3000 auf dem Lande. Nach diesen Resultaten klingt die Versicherung, daß der Stand der jüdischen Siedler im Jahre 1938 auf 100.000 erhöht werden soll, wenig ver» trauenswert. Wie es um diesen kühnen Plan in Wirklichkeit bestellt ist, geht aus folgender Meldung hervor: Aus Moskau (J. T. A.): Offiziell wird mitgeteüt, daß in den ersten acht Monaten des Jahres 1936 5128 Juden in Biro-Bidschan angesiedelt worden sind; davon waren 864 Familien und 1964 Einzelpersonen. ür Gelegenheitskäufe Wien Vlll, Ütadtbahnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-2l-5»31 Unsere gesch, Leser werden auf die Buchhandlung des Herrn Truchner (siehe Iserat) besonders aufmerksam gemacht, wo für alle Lehranstalten sämtliche Schulbücher erhältlich sind. Riesenauswahl antiquarischer Schulbücher zu sehr mäßigen Preisen. Leihbibliothek eröffnet, 10 Groschen täglich, keine Nebengebühren. Für Anfragen Telephon R-41-4-20, E

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