Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 593 (11.9.1936)
- Date
- 1936-09-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 593 vom 11. September 1Ö36 DIE NEUE WELT Seite 3 leichtverdaulich Kunerol ^^vollständig 4 reines \ Fett aüs^ Kokosnüssen, es ist^nahrhaft, leicht^vördaulich, unbegrenzt haltba^und^kanntvon jedem!Streng-' gläubigen ohne' Bedenken zur Zu« bereitungtvon^Milch- und Fleisch» speisen** für den* Festtagstisch'verwendet werden. Das Verschlußsiegel der,Packung gibt Ihnen^die Gewißheit, daß Kunerol unter. Aufsicht Sr. Ehrwürden des^Herfn Bezirksrabbiners^S.^Ehrenfeld zu Mattersbufg hergestellt wird. H" A Ml Das100% reine Kokosnußfetft ur echt in Originalpackung! Englfedhe Juden zur Abwehr genötigt K15 den Truppen sind keine Verluste zu verzeichnen, während mehrere Araber verwundet wurden. Araber suchen Schutz vor den Terroristen Die arabische Jugend in Jaffa organisiert jetzt eine Geldsammelaktion, wobei sie ihre Geldforderungen in Form von Drohungen vorbringt. Die Mukhtars der arabischen Dörfer im Jaffaer Bezirk haben sich an den Gouverneur gewandt und um Schutz gegen die erpresserischen Methoden der Terroristen gebeten. Vorgehen gegen die Führer Aus Jerusalem (J. T. A.): Durch Haussuchungen, die bei angesehenen Arabern in Jaffa durchgeführt wurden, ist Material gefunden worden, durch das festgestellt wird, daß zwischen den verantwortlichen arabischen Parteiführern und den Terroristen Verbindungen bestehen, obwohl dies von den offiziellen arabischen Kreisen bisher immer in Abrede gestellt wurde. Bei den Haussuchungen wurden auch viele Waffen und Sprengstoffe gefunden. Ueber die Stadt Nablus ist ein täglich neunzehnstündiger Ausnahmezustand verhängt worden, so daß der Straßenverkehr nur für fünf Stunden täglich freigegeben ist. Der Ausnahmezustand soll andauern, bis die der Stadt auferlegte Kollektivstrafe von 5000 Pfund entrichtet ist. Amerikanische Presseberichterstatter erfahren, daß auf den Kopf von Fauzi el Kaukadyi, dem gefährlichsten arabischen Bandenführer, ein Pr e i 9 ausgesetzt wurde. Alle Offiziere der in Palästina stationierten britischen Streitkräfte haben eine Photographie von Fauzi erhalten. Die Truppen haben Befehl, ihn zu fangen, wo sie seiner habhaft werden können, lebend oder tot. — Am Montag führten englische Militärflugzeuge wiederum eine Säuberungsaktion im Nablus-Gebiet durch. Mehrere Araberbanden wurden aufgespürt und aus der Luft beschossen, wobei sechs Araber getötet wurden. Konlerens der Bandenführer Jerusalem, 7. September. (J. T. A.) Soeben wird bekannt, daß im Gebirge bei Nablus eine vorbereitende Konferenz der arabischen Bandenführer stattgefunden hat. Eä( wurde beschlossen, eine größere Konferenz für die nächsten Tage einzuberufen, um eine Zusammenarbeit mit den Banden in den übrigen Landesteilen, insbesondere denjenigen, die im Gebiet von Hebron tätig sind, herbeizuführen. Beschlossen wurde auch, auf die Friedensvorschläge der offiziellen arabischen Führer nicht einzugehen. ....." Gleichzeitig wurde in den Straßen von Nablus eine von dem Terroristenführer Fauzi Bey el Kaukadyi unterzeichnete Proklamation verteilt, in der diearabische Jugend aufgefordert wird, „Palästina zu verteidigen". Die militärischen Kreise in Palästina führen die große Anzahl der britischen Verlust'e während der letzten Woche auf die Ankunft des Rebellenführers Fauzi Bey el KaukadyiindasUnruhegebiet zurück. Fauzi Bey steht in dem Rufe, besondere militärische Kenntnisse zu besitzen. Er leitete die in den letzten Tagen sich häufenden und erfolgreichen Vorstöße der Rebellen. Die Araber gegen eine Round-table-Konferenz Unter Bezugnahme auf Dr. Weizmanns Brief an die Londoner „Times",, in welchem dieser eine Roundtable-Konferenz zwischen Juden und Arabern in Vorschlag brachte, erklärt die arabische Zeitung „Adifaa": „Eine Round-table-Konferenz wird niemals zustande kommen; wir sind nicht bereit, irgend welche Konzessionen zu machen." Telegramm an BaHdwin Der Verband der Industriellen in Palästina hat im Zusammenhang mit dem Gerücht über die beabsichtigte Suspendierung der jüdischen* Einwanderung während der Untersuchungen der Royal Commission ein Telegramm an den Ministerpräsidenten Baldwin gesandt. Der Verband erklärt, er halte es für seine Pflicht, auf die mit einer Suspendierung der Einwanderung verbundenen Gefahren hinzuweisen. Die wirtschaftliche Struktur des Landes gründe sich auf der fortdauernden Einwanderung, die auch für die Finanzen" der Regierung von größter Wichtigkeit sei. Ferner wird betont, daß eine Suspendierung der jüdischen Einwanderung die britischen Investierungen in Palästina, insbesondere englische Versicherungs- und sonstige Gesellschaften, schwer schädigen könne. Auch sei eine Einwanderungssperre kaum geeignet, Frieden in Palästina zu schaffen. Der Verband schließt mit der Bitte, das Prinzip der auf die wirtschaftliche Aufnahmefähigkeit des Landes gegründeten, Einwanderung aufrechtzuerhalten und den Juden, den loyalsten Freunden der Engländer, die Treue zu halten. Amtliche Verlustliste Aus Jerusalem, 6. September. Nach einer soeben veröffentlichten neuen amtlichen Verlustliste beträgt die Zahl der in der Zeit vom 19; April bis 31. August bei den Unruhen in Palästina Gefallenen und Verwundeten 1424. 261 Personen wurden getötet, 443 sind zur Zeit in den Krankenhäusern in Pflege, 7?1 wurden leieht verletzt. Die Zahl der gefallenen englischen Soldaten beträgt 18; von diesen wurden in Kämpfen mit den Arabern 11 und - durch; unglücklichen Zufall oder Sabotageakte 7 getötet. Von englischen ijjplizteten sind 2 gefallen, 7 wurden schwer, 32 leicht yer« Aus London wird berichtet: Am Sonntag nachmittags fand im Hyde Park in London die erste vom Abwehrkomitee des Board of Deputies (Verband aller englischen Judengemeinden) veranstaltete Volksversammlung unter freiem Himmel statt. Mit dieser Veranstaltung hat die öffentliche Abvvehraktion des Board of Deputies gegen die in letzter Zeit gegen die englische Judenheit unternommenen Angriffe begonnen. Die Tribüne war mit der englischen Flagge und einer weißen Flagge mit blauem Magen David geschmückt. Ueber fünftausend vorwiegend nicht jüdische Zuhörer folgten den Ausführungen des Versammlungsleiters P. Horövvitz und der beiden anderen Redner Turner-Samuel und Captain Gerald S. Sornan. Es wurde bekanntgegeben, daß nunmehr an jedem Sonntag solche Versammlungen im Hyde Park stattfinden würden, bis die unprovozierte Kampagne gegen die englischen Juden aufhören werde. Nach den Ansprachen forderte der Vorsitzende das Publikum auf, Fragen zu stellen. Es meldete sich jedoch niemand zum Wort. In den Reden "wurde zum Ausdruck gebracht, daß die englischen Juden sich als ebenso vaterlandstreu erwiesen hätten wie die Angehörigen irgend eines anderen Bekenntnisses Es wurden Zahlen angeführt, die das Ausmaß der Beteiligung der Juden an der Vaterlandsverteidigung im Kriege illustrieren. Weiter wurde darauf hingewiesen, daß die Haßkampagne der Schwarzhemden und ähnlicher Körperschaften nur zu dem Zweck geführt werde, um durch Aufpeitschung der Leidenschaften den Weg zur Macht zu finden. Besondere Kritik wurde an Sir Oswald Mosley geübt, der sich nicht scheue, judenfeindliche Propaganda zu treiben, obwohl er eine Jüdin geheiratet hat. * Mit dieser Aktion beginnt ein neues Kapitel zur Geschichte der englischen Juden. Bisher galt England als völlig frei von Antisemitismus und als Land, in welchem es keine Juden frage gibt. Der von Theodor Herzl mit seherischer Kraft verkündete Grundsatz, daß die Judenfrage Frage aller Juden in allen Ländern ist, daß sie überall entstehen muß, fand bis in diese Tage hinein im englischen Judentum' das ga» ringste Verständnis. Die englischen Juden haben für England den Bestand eines jüdischen Problems beharrlich abgelehnt» Sie haben wohl nie, wie das beispielsweise die deutsch-jüdische Assimilation tat, .aus dieser Einstellung heraus die Solidarität mit den Juden in anderen Ländern verleugnet. Sie waren ihnen immer warme Freunde, fühlten sich aber nie als Schicksalsgenossen.. Nun steht auch in England die Judenfrage auf der Tagesordnung und die englischen Juden sehen sich genötigt, Stellung;zu ihr zu nehmen. Englische Kirche gegen Judenhaß Aus London: Der Bischof von Chichester hat in der Zeitschrift seiner Diözese einen Artikel veröffentlicht, in dem er vor der Ausbreitung des Judenhasses — jetzt sogar in Ländern stärkster freiheitlicher Ueberlieferungen — warnt und alle Vertreter der Kirche, auffordert, bei der Herstellung freundschaftlicher. Beziehungen zu den Juden mitzuhelfen. ..... - iMM—M—■BBfflBHMBSi Die Kundgebung der Amern* kanfl§chs€hH$fIfldhen Konferenz . Aus London (J. T.,A.): In dem Telegramm, das die Amerikanisch-Christliche Konferenz an den englischen Ministerpräsidenten Baldwin gerichtet hat, heißt es wörtlich: „Wir unterzeichneten amerikanischen Burger christlichen Glaubens fordern von der Regierung Großbritanniens, festzuhalten an dein Bestimmungen des. Palästina - M andats, das von den Völkern der Welt durch den Völkerbund ihrer Obhut anvertraut wurde. Die Balfour-Deklaration, auf der das Mandat beruht, hat die Bekräftigung durch das Volk der Vereinigten Staaten erhalten; dies wurde von jedem Präsidenten seit dem Weltkrieg und in Resolutionen, die von beiden Häusern des Kongresses einstimmig angenommen wurden, öffentlich zum Ausdruck gebracht. Die dem jüdischen Volk gebotene Möglichkeit, sein Nationalheira in Palästina zu errichten, ist von der aufgeklärten öffentlichen Meinung Amerikas nicht nur als gerecht und sittlich, sondern auch als durch das Völkerrecht garantiert anerkannt worden. Wir weisen darauf hin, daß die angelsächsische religiöse Tradition hier und im Ausland in der Rückkehr der Juden nach Palästina die Erfüllung biblischer Prophezeiung sieht. Das jüdische Volk hat die Grundlagen des Nationalheims auf friedlichen Wegen und mit letzt. Die Zahl der getöteten Juden beträgt 73. Ferner wurden 115 Juden schwer und 161 leicht verwundet. 2 jüdische Polizisten wurden schwer, 6 leicht verletzt. Die Zahl der getöteten Mohammedaner beträgt 156, die der schwerverwundeten 209. Gefallen sind 6 arabische Polizisten, 9 arabische Polizisten wurden schwer, 13 leicht verwundet. Schließlich sind 6 Christen gefallen und 23 Christen wurden schwer, 22 leicht verwundet. * Anmerkung der Redaktion: In der Zeit vom 1. September sind die Ziffern wesentlich höher gewordenj sq zähit mm jetzt bereits 86 jüdj^che Tote« außerordentlichem Eifer und Energie gelegt. Es hat Möglichkeiten für die Einwanderung neuer Menschen in großer Zahl geschaffen, und was sie errungen haben, ist von unschätzbarem Nutzen für die gesarate Bevölkerung Palästinas. Für die gepeinigten heimatlosen Juden in der ganzen Welt ist Palästina zur einzigen Zufluchtsstätte geworden. Es> ist unsere Ueberzeugung, daß Einstellung der Einwanderung oder irgend eine Abschwächung der Bestimmungen des Mandats zu einer Verminderung des englischen Prestiges in Amerika führen müßte und in bedauerlicher Weise andere Elemente in diesem Land ermutigen würde, die England bereits unfreund- I i c h gesinnt sind. Als aufrichtige Freunde des englischen Volkes fordern wir strengstes Festhalten an Wortlaut und Geist des Mandats. Wir vertrauen darauf, daß das Gewissen es Großbritannien gebieten wird» einem ihm anvertrauten heiligen Auftrag treu zu bleiben. Die christliche Ehre erfordert es, daß das von England den Juden und den Völkern gegebene Versprechen gehalten werde." > Mitunterzeichnet wurde das Telegramm u. a. von dem Vorsitzenden des amerikanischen Gewerkschaftsverbandes William Green, dem früheren amerikanischen Botschafter James W. Gerard und dem früheren Kommissar der Vereinigten Staaten in England Charles Edward Russell. Präsidentschaftskandidat Landon gegen Bassenfeindschaft Aus N e w Y o r k (J. T. A.): Gouverneur Landon, der Gegenkandidat Roosevelts in der gegenwärtigen Präsidentschaftskampagne, sprach am Sonntag in Wichita im Staate Kansas in einer Versammlung der Amerikanischen Legion und nahm dabei, entschieden gegen die Rassenfeindschaft Stellung, die in den Vereinigten Staaten in der letzten Zeit eine drohende Entwicklung annimmt. Er forderte die ehemaligen Frontkämpfer zum Kampf gegen diese gefährliche Tehden» 4auf. Man nimmt an, daß sich Landon mit dieser Red« gegen die Beschuldigung einiger Blätter, er sei Aatt» ,, a emi .t, webrea wplifc»,