Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 591 (4.9.1936)
- Date
- 1936-09-04
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2711613-2712150-2712216--6002-2719697- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 2× ep/1047930
- Hebron 1× ep/1047559
- Safed 1× ep/1046078
OCR text
Seite 2 DIE NEUE WELT Nr. 591 vom 4. September 1936 ^Regelmäßiger Reisadicntt der „Cxern. Allg. Ztg."^ na* POLEN und CZERNOWITZ NIcbsle Abfahrt: 1>. Stptcmbtr 1*1* Anmeldungen a u 11 c h 11 « « 11 < n im Kttsebflro rtHarienbpQtkif Rotenturitiitr. 3«, R-24-2-86/87 Reservieret jetzt schon Plätze für die Reisen zu den hohen Feiertagen! Der blutige Terror hält an Bombenwürfe, Schießereien, Baumfrevel Palcor meldet aus Jerusalem: Hier dauern die Terrorakte an. Bewaffnete Araber schössen am 28. August auf eine Polizei-Patrouille in der Nähe von San Hedria; die Polizei erwiderte das Feuer und verwundete einen Araber; die übrigen sind entkommen und werden von der Polizei gesucht: '; , Beim Berge Tabor schoß eine Araberbande auf eine Militär-Patrouille. In dem darauffolgenden Gefecht wurden zwei Soldaten und ein Araber getötet und drei Soldaten verwundet. Im Zusammenhang damit wurden später in dem Dorf Endor zwei Araber verhaftet. In RamatfHakovesh 'isrt die Nacht ziemlich stürmisch verlaufen. Im Laufe der Nacht erfolgten zwei Angriffe, wobei mehrere Hütten von Kugeln getroffen wurden. Auch verschiedene Siedlungen in Sharon, im Jordantal und im südlichen Judäa waren Angriffen ausgesetzt, wobei jedoch keine Verluste zu verzeichnen waren. Auf der Grenze von Tel-Aviv und Jaffa wurde aus einem arabischen Haus eine Bombe auf ehV jüdisches Haus geschleudert, dessen Besitzerin leicht verletzt wurde. In einer jüdischen Plantage bei Nes Zionä sind 12.000 Bäume, die eine Fläche von 25 Dünam bedeckten, vernichtet worden. Maßnahmen gegen neue Terrorakte Aus Jerusalem meldet Tel.-Comp. unter dem 2. September: Der heutige Tag war wiederum mit einer Reihe von Terrorakten ausgefüllt. Bei Jerusalem fand ein Zusammenstoß zwischen englischem Militär und arabischen Banditen statt. Weitere üeberfälle werden aus jüdischen Kolonien und aus Vororten von Jerusalem gemeldet. Angesichts des neuen Terrors sieht sich die, Palästina-Regierung zu außergewöhnlichen Maßnahmen * gezwungen,- um vor allem die Militärtransporte zu schützen. Da zahlreiche Anschläge mit Hilfe von Landin i n e n auf den nach größeren Städten führenden Straßen verübt wurden, hat die Militärbehörde angeordnet, daß di» Bürgermeister der arabischen Dörfer jedem Militärtransport in einem Auto vorausfahren müssen. Die arabischen Dorfbürgermeister haben gegen diese Maßnahme protestiert und mit der Niederlegung ihrer Aemter gedroht. Angriff auf ein jüdisches Dorf Aus Jerusalem u. d. 2. September: Das Dorf Delh.a mi.y a wurde gestern nacht von einer ungefähr 100 Mann starken, organisierten Bande in einem Abstand von 15 Meter umzingelt und war einem heftigen Kugelregen von allen Seiten ausgesetzt. Verluste sind nicht zu beklagen. Eine kleine Anzahl von Ghaffirs und Wächtern hielt dem Angriff eine halbe Stunde lang stand, bis eine Patrouille der transjordanischen Grenzwacht eintraf, mit deren Hilfe dann die Angreifer, die schwere Verluste erlitten haben sollen, zurückgeschlagen wurden. (Palcor.) Weitere Truppen für Palästina Palcor meldet u. d. 2. September: Ein Bataillon der „Scottish Borderers" aus Malta traf heute in Haifa ein. Mit demselben Schiff kamen auch die Frauen und Kinder der Offiziere der in Palästina bereits stationierten Betaillons. Einwanderungs-Statistik Palcor meldet u. d. 2. September: Im Laufe des Monats August kamen 2865 jüdische Immigranten nach Palästina, davon 1800 mit Zertifikaten. Einschließlich der Touristen, deren Statuts später legalisiert wurde, beträgt die Gesamtziffer für August fast 3000. Der Dampfer „Galliaea" ankerte heute in Haifa mit 500 Passagieren, davon 300 Immigranten aus Deutschland. Ein neuer Fonds Aug Zürich: Das Aktionskomitee hat die Proklamierung eines außerordentlichen Fonds „zur Sicherung und Festigung des Palästinaaufbaues" beschlossen. Von der zionistischen Exekutive wird im Auftrage des Aktionskomitees an das jüdische Volk ein Manifest erlassen werden, in dem zur Mitarbeit an dieser neuen großen Aktion als Bekundung jüdischen Aufbauwillens aufgefordert wird. Die Sammlungen für den außerordentlichen Aufbaufonds sollen Anfang September begonnen und Ende Oktober abgeschlossen werden. Man erwartet, daß dieser in allen Ländern durchzuführende zweimonatige Drive zur Aufbringung von etwa 500.000 Pfund führen wird. — Im Anschluß an dasKeren- Hajessod-Keferat Dr. Arthur Hantkes wurden die Einkünfte des Keren Hajessod für das Jahr 1037 auf 277.000 Pfund veranschlagt. Durch besondere Einkünfte außer den Sammlungen soll sich dieses Einkommen auf 300.000 Pfund erhöhen. Von diesem Betrag wird der Keren Hajessod 260.000 Pfund zu dem allgemeinen Budget der Exekutive beisteuern. In dem 327.000 Pfund betragenden Ausgäbenetat der Exekutive sind u. a. für die Absiedlung von fcTuden aus Deutschland 30.000 Pfund, für allgemeine Kolonisation 82.000 Pfund, für Immigration 37.000 Pfund und für Eritefeung&weaen 20.000. Pfund vorgesehen. Ein Noisdirei Auf der Sitzung des Zionistischen A. C. in Zürich Elben die Judenstäfttszionisten einen Antrag auf Organisierung des jüdischen Selbstschutzes unter Verantwortung der Zionistischen Weltorganisation gefordert. Begründet wurde der Antrag mit dem Hinweise darauf, daß der Schutz durch englisch-arabische Polizei und englische Truppen völlig versagt hat. Der Antrag Wurde, wie alle anderen, abgelehnt. Während das A. C. in Zürich tagte, haben wir; Von einem Freunde unseres Blattes, einem Wiener, der sich in Palästina niedergelassen hat, einen erschütternden Brief über die Zustände im Lande erhalten, der mit folgendem Notschrei schließt: „Wissen die 52 Staaten der Welt, die Großbritannien das Mandat über Palästina erteilt haben, daß dort seit vier Monaten Mord, Terror und Anarchie toben? Arabische Banditen schießen Tag und Nacht. Weder auf den Straßen noch in den HäüSCTn ist' män des; Lebens sicher. Hat die Welt noch immer nicht vernommen, daß die Araber jüdische Vorstädte und. Siedlungen mit Dum- Dum-Oeschossen Uberschütten? Die wenigen Waldie Bezahlung der Leute aufzukämmen. Die Juden mÜSsea also jetzt 1500 volle Löhne zahlen. Dann gibt es zirka 6000 Flüchtlinge im Lande, aus Jaffa, Hebron, Safed und exponierten Siedlungen, die großes* Elend leiden. Die Regierung weigert sich entschieden, für Schäden und Versorgung der durch der Regierüng Schuld existenz- und obdachlos gewordenen Opfer auch nur ein Pfund herzugeben. Alle Bemühungen, sie von diesem Standpunkt abzubringen, sind erfolglos geblieben. Es ergibt sich .also für die Judeh die Notwendigkeit, für 9000 außerhalb dea Erwerbslebens gesetzte Menschen ganz oder teilweise zu sorgen.' Hiefür slrfd, gering gerechnet, 15.000 Pfund pro Monat erforderlich. Restaurantttef anie tafctfchfc* Hugo u. Julie Herlinger geb. ZofSner Vi/J Ii, Taborstraße 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten düngen, welche von jüdischen Pionieren mit so vieler Mühe großgezogen werden, stecken diese Wüstlinge, mangels jeden Gefühls für dieses Land und seine Bedürfnisse, in Brand. Ebenso rücksichtslos werden Getreidespeicher und Warenlager, Häuser und Stallungen verbrannt, Kühe und Schafe bestialisch erstochen. In Schulen und. Waisenheime, in Greisenheime und Spitäler werden Bomben geworfen; schlaf ende Kinder getötet, jüdische Krankenschwestern, die arabische Patienten im Regierungsspital betreuten, wurden meuchlings ermordet. Maii kommt in ein jüdisches Haus, bittet um Wasser und schießt auf den Juden, wenn er das Wasser darreicht. Täglich werden Eisenbahnzüge und Autobusse beschossen, Brücken gesprengt, Telephonlinien durchschnitten. Am Was die Kgl« Kommfesf on beschließen wird In der hebräischen Zeitung „Baderech" (Warszawa) schreibt Dr. E. Carlebach Über die Zusammensetzung der Königlichen Kommission: „Der Vorsitzende der Kommission, Lord Peel, hat sich als Anhänger der Araber in allen Versammlungen und Kommissionen, an welchen er sich beteiligte, entpuppt. In London wie in Indien hat er sich den Namen eines Menschen erworben, der die Rechte der Hindus hinter die der' Mohammedaner stellt. Und wenn noch sein nahes Verhältnis zu Lord Vtjinterton. in Betracht gezogen werden soll, muß man befürchten, daß seine Flügel nicht nur zum Schutz der Mohammedaner Indiens ausgebreitet sirtd, sondern daß sie auch die palästinensischen Mohammedaner schützen: deswegen, well' Lord Wintertpn ein alter Freund des Lord Peel ist, dessen gewesener Sekretär, als jener Minister für indische Angelegenheiten war, und weil Lord Winterton jetzt der Führer der .arabischen Fraktion* im englischen Parlament ist. Dieser Lord Winterton schloß 20 Mitglieder des englischen Parlaments zu einer Art Klub zusammen, um ,die Interessen der Araber zu wahren'. Er unterschrieb als erster die Deklaration in den. ,Times', worin bereits unmittelbar nach der Ernennung der Königlichen Kommission die erwähnten 20 .araberfreundlichen Abgeordneten der Öffentlichkeit versichern, sie. würden nicht zulassen, daß der jüdische Ein- Höbe 9 kauft man für Jahr zehnfei 9 Ihre Möbel müssen daher nicht nur schön und 9 modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir vertraut haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. delmann Große Auswahl! Tei liah lungenl Möbelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Strande, wo sich Tausende von Kindern tummeln, werden Höllenmaschinen (85 Kilogramm Sprengstoff!) niedergelegt. Will die Welt dies alles nicht hören? All dies geschieht infolge der andauernden Hetze in der arabischen Presse, die seit Jahren von judenfeindlichen Beamten der Mandatsregierung geduldet wird. Nur wenige dieser Mörder wurden bestraft. Aber im selben Maße (fünf Jahre Kerker und mehr) wurden Juden verurteilt, die als freiwillige, aufopferungsvolle Wächter ihres Volkes Waffen bei sich trugen, doch nicht geschossen haben. Die geistigen Urheber der Verbrechen werden — nach vollendeter „Arbeit" — in ein Konzentrationslager geschafft und Seine Exzellenz der Oberkommissär besucht sie dort persönlich, um sich nach ihrem Wohlergehen, ihrer Kost etc. zu erkundigen. Haben denn die 52 Staaten vergessen, daß sie mitverantwortlich sind für das feierlich gelobte Versprechen, in Palästina ein Nätionalheim der Juden zu errichten? Sind diese 52 Staaten damit einverstanden, daß die Erfolge jahrzehntelanger Aufbauarbeit, verbunden mit so vielen Opfern, zunichte gemacht werden? Trotz des britischen Militärs werden tausende Orangenbäume ausgehackt, Brände gestiftet usw. Weil uns die Regierung Selbstverteidigung in genügendem Ausmaße nicht gestatten will. Die Gewährung von je einigen waffenberechtigten jüdischen Wächtern für große Siedlungen ist nur Augenauswischerei. Vereinzelte Wächter sind nur ein gutes Ziel für die Banditen. Ich rufe das Weltgewissen an! Gönnet uns doch nach so vielen Verfolgungen wenigstens in unserer eigenen Heimat Ruhe und Aufbaumöglichkeit! Wir wollen als aufrechte Juden unsere Frauen und Kinder schützen, unsere Erde bebauen, wenn auch mit der Verteidigungswaffe In der Hand. Helfet uns und fordert von der Mandatsregierung, daß wir unsere Scholle wenigstens selbst verteidigen dürfen! Menachem E. Knoll, Tel-Aviv. nichte und. f äl,s,che, einer Kommission,, derqn Ziel .es sein wird, den Arabern zu.helfen. Die Araber haben sich scheinbar an die Führer der araberfreundlichen Fraktion im . englischen Parlament mit der Frage gewendet, wer von den Lords geeignet, und willens wäre, in die Kommission zu gehen und sich auf jeden Fall auf die Seite der Araber zu stellen. Und da wurde eben Lord Peel vorgeschlagen und Lord Peel nahm an. Und nachher kamen die Araber .vom Kolonienminister Ormsby-Gore und sagten: .Wenn Lord Peel an die Spitze der Kommission gestellt wird, werden wir Vor ihr e r s c h e inen und unsere Erklärung abgeben.* Und der Kolonienminister ernannte zum Vorsitzenden der Kommission den Lord Peel, so wie es die Araber gewünscht hatten. Man kann also von der Kommission nichts erhoffen; sie wird das deklarieren, was in London beschlossen wurde, bevor sie noch nach Palästina abgeht. Sie wird nur das bestätigen, was in London beschlossen sein wird." .'. . Uettsim ttksteito - Smmemp Hilfspolizisten und Flüchtlinge Aus Jerusalem wird uns berichtet: Zu den schweren Lasten, welche der Terror der jüdisch-palästinensischen Wirtschaft in Form von Verkehrsstörungen, Bränden und Verwüstung von Pflanzungen auferlegt, gesellen sich solche, welche große Summen Bargeldes erfordern. Da die Regierung es unterließ, den Aufständischen sofort mit der nötigen Energie entgegenzutreten, gewannen die Terroristen immer weiteren Spielraum, so daß ein Mangel an Wachorganen eintrat. Ueber Drängen der den meuchlerischen Angriffen schutzlos preisgegebenen Judenschaft mußte die Regierung zirka 300 neue jüdische Hilfspolizisten in Dienst setzen. Sie stellte bei dieser Gelegenheit die ganz ungeheuerliche Forderung, daß die Judehschaft diese Polizisten zu bezahlen habe! Nach langen Bemühungen gelang es, die Regierung dahin zu bringen, ihrerseits zur Hälfte für fluß die Vorschläge der Königlichen Kommission ver« PAH R R A D- F AB R I K LUMAG KINDERWAGEN« F AB R I K von S 33.— KlnderwagenverkauF: VII, Neubsugassa 21 / XVII, Kulmgasse 34 X, LaxenburgerstraBe 82 / XX, JBgerstraBe 41 Fahrradfabrik: vn, Burggasse 110 Betjueme Teilzahlung! . Kataloge gratte! Das arabische Blatt hetzt — das jüdische wird verboten Aus Jerusalem: Das Organ der Istiklal-Partei (Nationale Jugend), „El Jamea el Islamia", meldet, daß demnächst im Gebirge eine geheime Konferenz der Kommandanten aller Guerillabanden stattfinden werde, in der beschlossen werden soll, die Terroraktionen ohne Rücksicht auf die Verhandlungen, die zwischen der Regierung und den . arabischen Führern stattfinden, fortzusetzen. Das Blatt erklärt sich mit diesem Beschluß rückhaltlos einverstanden und. ruft die arabischen Terroristen zur Fortsetzung ihrer; Tätigkeit auf. .......• Das revisionistische Wochenblatt „H a j a r d e n" ist für einen Monat verboten worden. * Das Araberblatt fordert zum Morden auf und erscheint wieder, das Judenblatt hat die Haltung der Be« hörden kritisiert und wird eingestellt. > Einzige jüdische Handelsschule für Knaben und Mädchen. Unterricht laut Normaliehrplan für Handels« schulen. Abendkurse für kaufmännische Fächer, Sprache* usw. Wien, II., Taborstraße 39. Telephoa A-45-6-57. P** spekt gratis! .