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Die neue Welt · 1936-08-07 · Heft 583 (7.8.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 583 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite % DIE NEUE WEXT Nr. 583 vom 7. August 1936 1 SxBERGMANN * RABENSTEIG 3 HIMMELPF0HT8. 6 ^■MOHHMMMMI Li - KÖLLNERHOFOASSE 1 iW E1HZIG IH WIEH111 9« Reinteiden-Herrenhemden, be8(e Paßform MIT Rtinfidtn - Knithos* nur S 3.90 GRÖSSTE AUSWAHL In Pyjamas u.Bndemänte! Viele Sorten12-nermel-Hemden ——— etc. Aus aller Welt (Meldungen der J. T. A.) Prozeß Frankfurter Wie aus Chur amtlich berichtet wird, wird sich die Ankhigekamnier frühestens im September zu einer Sitzung versammein, um festzustellen, ob die Anklage gegen den Attentäter von Davos, David Frankfurter, aufreentarhalten werden kann. Diese Feststellung kann erst gemacht werden, nachdem die Anklagekammer das Gutachten der psychiatrischen Sachverständigen über den Geisteszustand Frankfurters erhalten haben wird, was voraussichtlich erst Im September der Fall sein kann. Vom jiddischen PemKlub Der New-Yorker jiddische Pen-Klub hat zu seinem Vertreter bei dem Anfang September in Buenos Aires stattfindenden Internationalen Pen-Klub-Kongreß den bekannten Dichter und Dramatiker H. Leiwik bestimmt. Leiwik tritt seine Reise am 15. August an und wird während eines dreimonatigen Aufenthaltes in Argentinien und Brasilien eine Reihe von Vorträgen halten. Leiwiks dramatische Dichtung „Der Golem" wurde xuerst in hebräischer Sprache von der Habimah aufgeführt, zu deren ständigem Repertoire sie seither gehört. Eine deutsche Uebertragung des Werkes wurde von Dr. Siegfried Schmitz und Dr. Oskar Rosenfeld hergestellt. Die sozialen Schauspiele „Schmates" und „Shop" haben nach ihrer Uraufführung durch das von Morris Schwartz geleitete New-Yorker Jüdische Kunsttheater auch auf den jüdischen Bühnen Europas einen außergewöhnlichen Erfolg erzielt. Bomben gegen Kinder Das Zentralkomitee des Verbandes der hebräischen Lehrer hatte anläßlich des Bombenanschlages auf die jemenitische Schule in Tel-Aviv Protesttelegramme unter anderem auch an den englischen Lehrerverband gerichtete. Der hebräische Lehrerverband hat nunmehr vom Generalsekretär des englischen Lehrerverbandes die telegraphische Antwort erhalten, daß der Lehrerverband sich dieserhalb mit den zuständigen Regierungsbehörden in Verbindung setzen werde und daß er wegen des Vorfalls dem hebräischen Lehrerverband sein tiefes und aufrichtiges Bedauern ausdrücke. Suche nach jüdischen Kommunisten Obwohl allgemein bekannt ist, daß der Kommunismus in der jüdischen Sphäre nicht sehr verbreitet ist, sucht die Polizei die „gefährlichen Elemente" gerade unter den Juden. Vor einigen Tagen wurden in den Anlagen der jüdischen Wohnviertel von Warschau Razzien nach Kommunisten durchgeführt. In der Nacht zum 1. August durchsuchte die Polizei mehrere jüdische Buchhandlungen und Druckereien nach kommunistischem Agitationsmaterial. Mehrere jüdische Journalisten wurden festgenommen. Durchsucht wurden auch die Privatwohnungen zahlreicher jüdischer Aerzte, Rechtsanwälte und Professoren. Die Verhaftungen sind noch im Gange. Die jüdische Gesellschaft in Polen ist in ihrer Mehrheit zionistisch oder orthodoxagudistisch, in ihrem kleineren Teil freiheitlichsozialistisch und nur zu einem ganz kleinen Teil kommunistisch eingestellt. Jüdische Gewerbesdiulung Mit Genehmigung der Behörden eröffnet das Zentralkomitee der Gesellschaft „Ort" in Polen demnächst in Warschau einen neuen Kurs zur Vorbereitung jüdischer Fleischer-Arbeiter und Metzgergesellen zu den amtlich vorgeschriebenen Meister- und Gesellenprüfungen. Auf Grund dieser behördlichen Genehmigung, die von wichtiger prinzipieller Bedeutung ist, wird es der polnischen Organisation „Ort" möglich sein, in nächster Zeit ein Netz weiterer Vorbereitungskurse zu errichten, um den jüdischen Handwerkern verschiedener Fächer in Warschau und in der Provinz zur Erlangung der für ihre wirtschaftliche Existenz uneläßlichen Meister- und Gesellenzeugnisse zu verhelfen. Ritualmordbeschuldigung in Englaod Aus London: Der Generalstaatsanwalt von England, Sir Donald Somervell, hat angekündigt, daß er ein Verfahren gegen die Zeitschrift „The Paacis t", das Organ der von Mosley geführten British Union of Fascist», wegen eines in der Nummer vom 4. Juli erschienenen Artikels einleiten werde, in dem gegen die Juden die Beschuldigung des Gebrauchs von Menschenblut zu rituellen Zwecken erhoben wird. Die Araber Algeriens und die Juden Aus Algier wird gemeldet: Die Abordnung der Mohammedaner von Algerien, die soeben von den Verhandlungen über die Zuerkennung der vollen Bürgerrechte an die eingeborene Bevölkerung aus Paris zurückgekehrt ist, äußerte sich mit großer Zufriedenheit über ihren Empfang durch Ministerpräsidenten Leon Blum und die übrigen Mitglieder des Kabinetts. In einem Gespräch mit dem Vertreter der J. T. A. in Algler erklärte der Führer der Abordnung, Dr. Bendjelloul, die algerischen Araber hätten es ihren jüdischen Brüdern in Algerien und in Frankreich zu verdanken, daß ihre gerechten Forderungen in den polltischen Kreisen Frankreichs wohlwollend aufgenommen wurden, Es heißt, daß die französische Regierung der arabischen Delegation versichert habe, ihre politischen Forderungen, Insbesondere die nach gleichem Wahlrecht, würden wohlwollend erwogen werden; verschiedene Reformen seien bereits in Vorbereitung. (J. T. A.l Die Zionismen Polens an die Aiandatsntadtt In Warschau fand am 3. August eine Kon* f erenz sämtlicher zionistischen Zentralkomitees und Parteiräte Polens statt, auf welcher das Exekutivmitglied Jizchak Grünbaum ein Referat Uber die politische Lage im Zionismus hielt und folgende Resolutionen angenommen wurden: 1. Die Konferenz erklärt im Namen der gesamten zionistischen Bewegung in Polen ihre absolute Gegnerschaft gegenüber jedem Versuch, die tJnruhen in Palästina um den Preis der Rechte des jüdischen Volkes, sein Nationalheim aufzubauen, oder auf Kosten unseres Rechtes auf Einwanderung in Palästina zu liquidieren. 2. Die Mandatsmacht, deren Administration in Palästina für die Ausdehnung der Unruhen verantwortlich ist, weil sie in der ersten Phase derselben nicht die notwendigen Maßnahmen ergriffen hat, würde, falls sie die. jüdische Einwanderung einstellen sollte, als eine Macht angesehen werden müssen, die für Stiftung der Ruhe und Ordnung und Vernichtung vieler Menschenleben eine Belohnung aussetzt; eine solche Politik würde der Ausgangspunkt einer un« Fite Weekend und Reise die bettrenommlerten 1\M Auch Feinwurst Selchwaren Fleischkonserven la Qualität Postversand aufhörlichen Kette weiterer.Gewalttaten und permanenter Unsicherheit sein. Die» wird dazu führen, daß die Grundlagen, auf welchen das englische Mandat in Palästina basiert, erschüttert werden. 3. Die Konferenz nimmt die Erklärung des britischen Kolonienministers zur Kenntnis, daß die Kgl. Kommission nicht entsandt werden wird, solange die Unruhen in Palästina andauern, und fordert die Mandatsmacht auf, energisch dem Blutvergießen, der Zerstörung von Hab und Gut und den Ungesetzlichkeiten in Palästina ein Ende zu machen sowie Maßnahmen zu treffen, um den Aufbau des Jüdischen Nationalheims und den Fortschritt Palästinas zu sichern. 4. Die Konferenz erklärt, daß die gesamte zionistische Bewegung geschlossen hinter der Exekutive in deren Kampf um die Rechte des jüdischen Volkes in Palästina steht. 5. Die Konferenz beugt ihr Haupt vor dem Andenken der Märtyrer, die gefallen sind im Kampf um die Befreiung des jüdischen Volkes, und sendet ihren Ausdruck der Bewunderung und der höchsten Anerkennung an den Jischuwvon Erez Israel angesichts seiner Haltung in den Tagen schwerster Heimsuchung des jüdischen Volkes und jüdischen Landes. Die Konferenz ermutigt den Jischuw zu Kampf und Ausdauer bis zum endgültigen Sieg. ffifcFBElrfpfftT&ft »ür Gelegenheitskäufe Wien VIII, Stadtbabnviadukt 23 bei Lerchenfelderstraße Telephon: A-21-5-31 Die poinssdifffudfedie Presse und die Olympiade Die Schriftleiter der Warschauer jüdischen Zeitungen veröffentlichen eine Erklärung, worin sie der Oeffentlichkeit mitteilen, daß sie über die XI., in Berlin stattfindende Olymplade keinerlei Nachrichten bringen werden. Sie motivieren ihren Standpunkt damit, daß das Dritte Reich durch die von ihm geübte Verfolgung und Entrechtung der Juden und durch seine antisemitische Weltpropaganda das Recht verwirkt habe, eine Sportveranstaltung zu beherbergen, welche auf dem Prinzip der Gleichheit aller Rassen und Völker aufgebaut ist. Unter diesen Umständen hält es die jüdische Presse Warschaus für unwürdig, Berichte über den Verlauf der XI. Olympiade in Berlin zu veröffentlichen. Der Aufruf ist von folgenden Blättern unterzeichnet: „Moment", „Hajnt", „Unser Expreß", „Neue Volkszeitung", „Neues Wort", „Nasz Przglad, „5 ta Rano". Polen fordet! Kolonien als Voraussetzung für die Lösung der ludenfragef Aus Warschau: Eine dem Außenministerium nahestehende Agentur meldet, daß die polnische Regierung beim Völkerbund die Forderung nach Zuteilung von Kolonien in Südafrika und Ländergebieten in Südamerika mit der Begründung erheben v/erde, daß die Judenfrage in Polen nur gelöst werden kann, wenn Polen Kolonien bekommt. Es sei die Pflicht des Völkerbundes, sich möglichst bald mit dem dringenden Judenproblem zu befassen. Polen sehe sich infolge seiner Uebervölkerung genötigt, jetzt den Anspruch auf Kolonien anzumelden. Die weiten, fast unbewohnten, Territorien Südafrikas und Südamerikas Belen für eine polnische Einwanderung und Kolonisation am besten geeignet. Das Kommunique fügt hinzu, daß Länder mit großen Kapitalien und niedrigem Zinsfuß — gemeint sind England und Frankreich — das für die Durchführung des Planes erforderliche Kapital unter Völkerbundgarantie zur Verfügung stellen sollten, (J, T. A.) Judenpogrom an Oslgali'n'eit Aus Lemberg: Im Dorfe Makowskabei Skole (Ostgalizien) kam es während einer Gedächtnisfeier für die im Jahre 1915 gefallenen ukrainischen Legionäre, der über 10.000 Ukrainer beiwohnten, zu blutigen antijüdischen Auaschreitungen. Der jüdische Photograph Josef Lux wurde bestialisch ermordet. Das gleiche Schicksal erlitt der Ukrainer Andrej Scholota, der Lux schützen wollte. Nach der Feier überflutete die Menge die benachbarten Straßen und schlug mehrere Juden nieder, unter ihnen den jüdischen Fuhrmann Schneur, der sterbend ins Hospital gebracht wurde. In Drohobycz wurde der 68jährige jüdische Kaufmann Jakob Speicher durch seinen christlichen Nachbarn Chrrustow bestialisch ermordet. InKasprowy wurde der aus Kattowitz stammende Kaufmann Moses Schweizer ermordet. In L o d z ermordete der 36jährige Pole Leon Valenga in betrunkenem Zustande die 76jährige Jüdin Liba Wjonsowska. Juden auf dem Wiener Zahnärxfe*KongreB Zur Tagung des 9. internationalen Zahnärzte- Kongresses in Wien sind zahlreiche jüdische Teilnehmer aus fast allen Ländern erschienen. Unter ihnen erweckt die aus 20 Zahnärzten bestehende palästinensische Gruppe das besondere Interesse der Wiener Judenschaft. Der Wiener I.-T.-A.-Vertreter hatte Gelegenheit, mit dem Führer der palästinensischen Gruppe, Dr. Lewin Epstein, zu sprechen, der ihm über die Stimmung der palästinensischen Judenheit zur Zeit seiner Abreise folgendes erklärte: „Ich bin am 22. Juli von Erez Israel abgereist und kann nur sagen, daß zur Zeit der Abreise trotz der Unruhen keine Depression unter der Judenschaft Palästinas geherrscht hat. Der palästinensische Jischuw ist nach wie vor zuversichtlich. Das geht auch aus unserer starken Beteiligung an dem 9. internationalen Zahnärzte-Kongreß hervor. Es hätten unmöglich 20 Aerzte die Reise mitgemacht, wenn irgend welche ernste Besorgnisse über die Lage des Jischuw geherrscht hätten." Auch aus Amerika sind zahlreiche jüdische Gäste erschienen, unter ihnen Professor D i a m a n d von der Columbia-Universität in New York und Dr. Israel Schour aus Chikago, der als einer der hervorragendsten Vertreter der zahnärztlichen Wissenschaft gilt. Der Zahnärzte-Kongreß hat auch den „Mi 11er- P r e i s",. eine hohe internationale Auszeichnung für besondere zahnärztliche Forschungen, an drei Zahnärzte verliehen. Der Preis wird einmal in fünf Jahren durch die Föderation Dentaire Internationale an jene hervorragenden Zahnärzte verliehen, die nicht nur die Zahnheükunde im allgemeinen wissenschaftlich gefördert haben, sondern sich auch um das Ansehen der Zahnheilkunde als medizinisches Fach hervorragend verdient gemacht haben. Einer der drei Preisträger ist in diesem Jahre der Wiener Universitätsprofessor Dr. Bernhard Gottlieb. Dr. Bernhard Gottlieb leitet gegenwärtig als Extraordinarius das wissenschaftliche Laboratorium des Universitäts-Zahninstituta. Professor Dr. Bernhard Gottlieb ist auch Gründer der ersten palästinensischen Heilmittelfabrik „Hillel" in Haifa. Knessio Medtino in fcflarienbad Aus Marien b ad: In Marienbad wurde am Dienstag, den 4. August, vormittags, der vorbereitende Weltkongreß (Knessio Mechino) der Weltorganisation der Agudas Jisroel bei Anwesenheit von mehr als 100 Delegierten aus 14 Ländern und zahlreichen Gästen aus fast allen Teilen der Welt eröffnet. Die Eröffnungsansprache hielt der Vorsitzende des Zentralrates der Agudas Jisroel, der frühere Deputierte des polnischen Sejm, Oberrabbin/er Aaron Le w in aus Rzeszow. Oberrabbiner Lewin gedachte der Opfer der Unruhen in Palästina und erklärte: „Das jüdische Volk wird alle Anfeindungen und Gehässigkeiten überstehen. Palästina war, ist und bleibt ein jüdisches Land. Aber von der Knessio Mechino soll auch ein Ruf nach innen, an alle unsere Brüder, ergehen, den Weg zur Thora zurückzufinden. Mit offenen Armen will die Aguda alle diejenigen empfangen, die mit ihr zu der Erkenntnis kommen, daß die Thora Ausgangspunkt der tausendjährigen sorgenvollen, aber ruhmreichen Vergangenheit war und daß nur sie auch in Zukunft uns zu erhalten vermag." Dann hielt der Präsident der Weltorganisation der Agudas Jisroel, Jakob Rosenheim, sein Referat über die Aufgaben der Aguda. Zum Esperanto'KongreR Anläßlich der Eröffnung des 28. Esperanto-Weltkongresses am Sonntag, den 9. August 1936, wird ein feierlicher Gottesdienst am Sonntag, den 9. August 193 6, um 8 Uhr früh abgehalten werden. — Die Predigt wird Rabb. Dr. B. Murmelstein halten. Die Juden Wiens werden ersucht, nicht nur dem Gottesdienst beizuwohnen, sondern auch mit den jüdischen Esperantisten in Fühlung zu treten. Ktodecfmstm „Susima" OLGA KADIfCH, BAD VDtLAU Für Kinder von 3 Jahren aufwärts. Besle Elfolpe auoh bei »ohlech* eisenden u. «obwprer «»ziehbaren Kindern. Erstklassige Verpflegung. Von Ae'zten empfohlen. Sport, Spiel. Unterricht. Qanzi<lnr>n u e ö f f o t jetzt SCHUBERTPLATZ 3 IN NEU ADAPTIERTER VILLA »

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