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Die neue Welt · 1936-08-07 · Heft 583 (7.8.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 583 (7.8.1936)
Date
1936-08-07
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite. S DIE NEUU WELT Nf.'583 vom 7. August 1936 '! « h ' der Kommission so schnell wie möglich durch Wiederherstellung von Frieden und Ordnung herbeizuführen, die. herrschen müssen, bevor die Kömmission nach Palästina abreisen kann." Der Sekretär des Jerusalemer Obersten Arablsehen Ausschusses. J. S. Gabn, übermittelt der Zeitschrift „mit besonderer Freude das unlängst von dem Arabischen Obersten Ausschuß in Palästina für Ihre freundliche Einstellung zu der arabischen Sache in Palästina angenommene Votum des Dankes.' und der Anerkennung", was die Redaktion zu folgender Bemerkung veranlaßt: „Die Politik des' .Speötator' war es* und ist es, beiden Parteien in dem Streit um Palästina in fairer Weise Gehör zu schenken." ü@3f aurant Stefanie tfatt* Hugo u. Julie Herlinger geb. Zollner \\UJ ig, Taborstraße 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, autmerksatns fe Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, saw ie alle Spezialitäten, schöner "schattiger Garten Im Allschluß'an dieses offizielle .vDankesvotum" des Obersten Arabischen Ausschusses bringt „Spectator" eine Zuschrift von Israel Coh.en im Namen der Zionistischen Organisation Großbritanniens. Die Argumentation von jüdischer Seite wird in den folgenden Punkten kurz zusammengefaßt: 1. Nur 5 Prozent des Bodens Palästinas sind in jüdischem Besitz. 2. Allein in zwölf jüdischen Siedinngen werden 80 0 0 Araber beschäftigt. In manchen dieser Siedlungen bilden sie die Mehrheit und ihr Lohn ist doppelt so hoch wie der, den arabische Arbeitgeber bezahlen. 3. Von den (556 arabischen Familienoberhäuptern, denen mit Hilfe eines Regierungsfonds von 250.000 Pfund neuer Boden für den an Juden verkauften angeboten wurde, haben nur 48 von diesem Angebot Gebrauch gemacht, da die übrigen in besseren Verhältnissen lebten als die Araber auf dem Lande.. 4. Die Ausgaben der Regierung für das arabische. Schulwesen betragen 180.000 Pfund, diejenigen für das jüdische Schulwesen 34.000 Pfund. 5. Die Juden, äie' 30 Prozent der Bevölkerung bilden/, zahlen 50 Prozent der S t e u e r n. 6. Die Ent- .wicklung des Genossenschaftswesens ' bei - den. Arabern -ist durch die Juden gefördert ■ worden;- 70 arabische; .Ke^T^rativge^llschaften(;.;i :,sind entstanden. - . . Gegenüber der Behauptung, die Empfehlungen: früherer Kommissionen seien außer acht gelassen worden, weist Israel Cohen zum Schluß darauf hin, ■ärxä von den beiden wichtigsten Vorschlägen, die'die verschiedenen Kommissionen seit 1929 erstattet haben, dem, der sich auf die „d islozi'erten Aräber", und dem,' der sich auf den Legislative Coühcil bezieht, der erste 1934 vollständig durchgeführt war. Ueber den zweiten Vorschlag bestanden bei den Arabern selbst Meinungsverschiedenheiten, so daß sie der Einladung, eine Delegation näcK London zu Unterredungen mit dem Kolonienminister zu entsenden, nicht Folge leisteten, sondern statt dessen 'den Generalstreik proklamierten. Somit sei klar, wer daran schuld ist, daß die Vorschläge nicht verwirklicht wurden. Außer dieser sachlichen Darstellung liegen noch andere Beweisführungen für das jüdische Recht auf Palästina in bezug'auf Einwanderung und Bodenerwerb vor — unabhängig von der aktuellen Frage der kgl. Kommission, deren Mitglieder ihrer Vergangenheit und politischen Einstellung nach dazu prädestiniert sind, sich nach den moslemischen Gesichtspunkten hin zu orientieren, daher bei der Beurteilung der palästinensischen Probleme eine antizionistische Haltung befürchten lassen.. ... FAHRRAD- FABRIK Kinderwaganverkauf: VII, Neubaugasse 21 / XVII, Kulmgaste 34 X, L»enburger«traSe 32 / XX, JlgeritnBi 4! FahrradPabrlk: Vli, Burggiu« 110 Bequeme Teilzahlung! Kataloge gratisI KINDERWAGEN- FABRIK von S 35.— ifl Da nun aber der Kampf um Recht und Wahrheit nicht bloß' theoretisch, sondern auch — und das vor allem — praktisch zu führen ist, mit materiellen, substantiellen Mitteln, so muß zugegeben werden, daß zur Zeit die arabische Seite die Vorhand hat. Die zionistischen Anstrengungen sind dahin gerichtet, den Anspruch des jüdischen Volkesauf Palästina neben dem historischen Recht durch Darlegung der a u g e nblicklichen Lage zu begründen und die angeb* liehe Furcht der Araber vor völliger Zurückdrängung und politisch-wirtschaftlicher Ausschaltung als Phantom und als Vorwand für ihre terroristischen Methoden zu erweisen. Das ist eine Aufgabe, ein Unternehmen, das mit unerschrockener Zähigkeit geführt werden muß —1 beute sowie später, wenn die kgl. Kommission flieh den Arabischen Scheinargumenten zugänglich «eigen eotttt« RUNDSCHAU Aufruf an die dirfstlfdie Well Manöver der arabastfien Christen In ihrem hinterhältigen Kampf mit Gewehren und Bomben haben die palästinensischen Araber, d. s. die mohammedanischen Araber, Zuzug erhalten: seitens ihrer christlichen Stammesgenossen. Wie die Wiener „Reichspost" vom 4. August meldet, haben nämlich die arabischen Christen Palästinas einen Aufruf an die Christen der ganzen Welt gerichtet, der die britische Mandatsregierung der Begünstigung des jüdischen Aufbauwerkes" anklagt und Von den Christen verlangt, sie mögen ihre arabischen Glaubensgenossen in ihrer Abwehrbewegung gegen die zionistischen Aspirationen unterstützen.. Nach einer Einleitung, welche von unbeachteten Klagen und Bitten der arabischen Bevölkerung und von der Angst — „vor' der drohenden Ausrottung" .(!!) spricht, heißt es: „Ist es nun verwunderlich, daß ..ein friedfertiges Volk, ohne; jede Beeinflussung von draußen, aus ganz eigener Initiative in den friedlichen Streik getreten ist, um gegen die unerträgliche Lage zu protestieren?" - Die „drohende Ausrottung" zunächst besteht darin,' daß sich die Araber während der Mandatsverwaltung —: teils durch Zuwanderung, teUs durch Geburten — ungeheuer vermehrt haben, in einem Ausmaß wie nie zuvor. Es ist also die Wendung „drohende Ausrottung",- eine Uebertreibung aus „Tausend und einer Nacht". Nicht - besser steht . es um die Wendung '„friedlicher" S t r e i k". Alle Welt weiß (und die arabische Presse selbst hat es nie bestritten), daß die Araber nach gründlicher finanzieller und militärischer Vorbereitung durch zum Teil ausländische Mächte mit blutigen Terrorakten eingesetzt haben — schon vor dem friedlichen Streik. Wer also diese beiden Tatsachenentstellungen richtig einschätzt, wird auch für den weiteren Teil des Aufrufes das richtige Maß finden. Es wird darin nämlich die seiherdaß man sich wundert, mit weicher Emphase sich die paar tausend christlichen Araber zu Wortführern einer Bewegung machen, die bisher nur Tod, Brand und Ver* Wüstung gebracht hat. Die öffentliche Meinung wird'sich von dem Aufruf der arabischen Christen nicht täuschen lassen. Er kommt übrigens zu spät. Nach zahllösen Morden und; Frev.eltaten plötzlich an das Herz der christlichen Welt appellieren — das scheint uns nicht gerade christlich. Der Refrain des Deutschlandliedes Die Berichterstattung des Deutschen Reiches über Oesterreich hat sich in ihrer Mentalität auch nach dem 11. Juli, dem Täg der österreichisch-deutschen Normalisierung, nicht -geändert. Insbesondere wurden die nazisti-' sehen' Demonstrationen auf dem Wiener Heldenplätzgelegentlich des Olympischen Fackellaufes in wahrheibswidriger Weise von amtlichen deutschen Stellen: dargestellt-. Und jetzt noch eines! Die offizielle „Ol ympia-Zei~ tung" veröffentlicht (Nr. 11 vom 31. Juli 1936) einen Bericht aus Wien, Worin es heißt! * < ■ ■ „... Dann wanderte die Fackel wieder Ihren Weg durch die* neun Tore der Ringstraße, die die iieun österreichischen Bundesländer verkörpern Sollten. Aus der Menge stieg das Deutschlandlied empor, seine Melodie wurde auf den Straßen rund um das Hofburgviertel aufgegriffen und wuchs zu einem mächtigen Choralan. Das war Oesterreichs Gruß an Berlin____" / .... Das ist natürlich der Phantasie des Wiener Berichterstatters entsprungen, beweist aber, wie man in Berlin die österreichisch-deutsche Befriedung aufgefaßt sehen will. Für uns wäre zu dieser Erscheinung nichts zu sägen. Aber leider bekam das Deutschlandlied im letzten Jahrzehnt einen Refrain, der ,,'Jüda, verrecke!" lautet. Und deshalb müssen auch wir ihm, dem Deutschlandlied, unser Augenmerk züwehden. Nicht um des Liedes,* sondern um des Refrains willen. Zuerst-'Schwellen der nätiö»-' naleh Brust, dann Einschlagen von Köpfen und1 Fensterscheiben. Ein netter Zeitvertreib ... » Große Auswählt kauf f man iür Jah rzehnj el lhr$ Möbel müssen daher nicht nur schön uncl , modertvsondern auch gut und dauerhaft sein. -"Viele; dfe-mir-vertraut haben, sind bestens zufrieden,, da meine, Möbel trotz -hoher Qualität auch .zeitgemäß billig sind. Möbelhaus Edefmann, W Ler^ z'efc von tler 'Wiener^Rwch^ Legende von einer Entweihung der, Geburtskirche in Bethlehem durch jüdische Besucher wiederum angeführt, damit die Welt vor jüdischer Felonie die Hände zusammenschlage, und schließlich in den Jammerruf ausgebrochen: „Die heiligen Orte, welche an unseren Erlöser erinnern, der durch seinen Kreuzestod alle Prophezeiungen erfüllt hat, müssen in einem Judenstaat im Laufe der Zeit der Verwahrlosung anheimfallen." Daß Araber das Wort, „Verwahrlosung" im Zusammenhang mit dem Heiligen Land aussprechen, kann nur auf Qedächtnismangel zurückgeführt werden. Denn nie und nirgends ist ein Land so vernachlässigt worden wie Palästina seit der Besiedlung durch Araber.: Und wenn heute Christen (und gar arabische!) in die Welt hinausposaunen,- daß von den Jude'h den heiligen Stätten Gefahr drohe, so mögen sie sich daran erinnern, daß.es nicht Jüden'wären, gegen die sie die Kreuzzüge inj Mittelalter organisierten, um die heiligen Stätten vor Freylern, Verwüstern und Schändern zu schützen. Es berührt geradezu grotesk, wenn Äraber, nunmehr christliche; Araber, die:-christliche Welt tzum Schutz, des heiligen. Landes vor Juden aufrufen; vor Juden, die jahr-! hundertelang in Palästina die letzten Reste ihres Heiligtupas,' des Salomonischen "Tempels, hüteten, da sie zu positiver Aufbauarbeit unter türkischem Regime nicht zugelassen wurden. Kaum gab, das Mandat den Ju.<Jen: die Möglichkeit, etwas im Lande zu schaffen, setzten ihre Bemühungen ein, und im Verlauf eines Jahrzehnts'sind aus großen Teilen des verwüsteten, verwahrlosten, seit den Kreuzzügen brachgelegenen Landes Gärten, Wiesen, Obst- und Gemüsefelder, Wälder und Plantagen geworden, in denen heute — dank eben dieser Arbeit — tausende Araber, auch christliche, Beschäftigung bekommen haben. Objektiv betrachtet und hinausgestellt aus der Sphäre aktuellen Geschehens, stellt sich der Aufruf der arabischen Christen des Heiligen Landes als politischer Schachzug dar, mit dem beziweckt wird, die Öffentliche Meinung irrezuführen; indem man ihr vorspiegeln möchte, daß dies die Stimme des palästinensischen Axabertums sei. Die. Wirklichkeit sieht anderp aus. In Palästina wohnen heute; 798.000 Mohammedaner . . 61,4 Prozent 400.000 Juden . . . . . . 30,8 „ 90.000 Christen , .... 6,9 „ 10.000 Diverse .....0,9 „ ' Wenn man die nlchtaräbischen Christen von dieser Zahl abzieht^ so verbleibt ein so geringer Reit, Ein sdiändliihes Urteil ' Tagtäglich werden die jüdische Bevölkerung Palästinas und die englischen Besatzungstruppen von den arabischen Banden angegriffen. Tagtäglich gibt es Töte und Verwundete. Die Palästina-Regierung trug dieser, Situation,, dadurch Rechnung, daß sie ein paar hundert.^ neue Polizisten einstellte und. jüdische Zivilisten ."als; Schutzgarde bewaffnete. Aber diese- Maßnahmen reichten, nicht aus.; Immer, noch, konnten die arabischen ■ Banditen auf ungeschützte Siedlungen und Häuser stoßen und hier ihrer Mordlust freien. Lauf Jassen. So kam es, daß einzelne jüdische Siedler und Städter, Besitzer von Werk-. Stätten- und Läden sich auf eigene .Rechnung .Wächter, aufstellten. Nun meldet die,J. T. Ä. unter dem 3.. August: . „Zwei privat angestellte; jüdische Wächter,, die vor 14 Tagen in den äußeren Teilen von Jerusalem verhaftet wurden, well sie W a f f e,n bei sich .trugen, sind zu sechs und sieben Jahren Gefängnis. verurteilt worden.. Die Namen der Wächter sind - Aron N a h a m a; und Chajihv Mauf es. Der Richter zog die Erklärung der Angeklagten, daß sie-die Waffen lediglich'zu Ve-ntel-dig u n gsz w e c k e n bei sich trugen, weil die Gebäude der von ihnen bewachten Steinmetzerei vorher zweimaldurch Araber in Brand - gesteckt wurden, nicht in Betracht." - Dieses Urteil und ähnliche, gegen die Sicherheit jüdischen Lebens-und Besitzes gerichtete sind nicht danach »angetan, den Jischuw in seinem schweren Kampf zu beruhigen. Die Zurückhaltung, welche das jüdisohe Palästina gegenüber dem-/arabischen Terror an den Tag legte, hätte mehr Verständnis seitens der Palästina-Behörden verdient. Man «erkennt hier wieder die anti jüdische Praxis der Jerusalemer Verwaltung. Aeflypllsdier Phönix" bankrott ■ Aus Kairo meldet „Palnews": Auf die Klage eines Phönix-Versicherten beim .Gemischten Gericht in Kairo wurde die ägyptische Niederlassung der, „Phönix!1 für bankrott erklärt. Der Vertreter der „Phönix" machte vor dem Gericht geltend, daß das Gemischte Gericht für die Angelegjentjeit unzuständig sei, da 'diu Zahlungseinstellung in Ereignissen ihre Ursache habe, die' sich im A u s 1 a n d e abgespielt Jjaben und die ägyptische Niederlassung des „Phönix" nicht direkt betreffen/ Das Gemischte Gericht hielt sich für zuständig und erklärte die ,.Phönix" in Aegypten für bankrott. .". ■ : i \ i

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