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Die neue Welt · 1936-07-31 · Heft 581 (31.7.1936) · page 2

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 581 (31.7.1936)
Date
1936-07-31
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite £' DIE NEUE WELT Nr. 581 vom 31, Juli 1036 § I |eden bonntag billige Ferien-Son- M _ denaiuten mit der Ctem, Allg. Zeitung n»«h POLEN und CZERNOWITZ Nächsie Abfahrten: 2. and Au galt im Anmeldungen a u t i (h i i « o i i < a Reisebüro »Mafienbr ü e k e", l, Boten türmst r. 36, R-24-2-86787 rurig freien Zuganges kann unter den gegenwärtigen Umständen nur durch Aufstellung militärischer Kräfte geschehen. General Wauchope hat also — wie seinerzeit Lord Plumer — den Weg durch die Altstadt zu schützen, anstatt einen Zustand zu dulden, wie er skandalöser nicht gedacht werden kann. Die Juden verlangen von der Mandatarmacht weder Bevorzugung, noch Unterstützung, noch auch irgend welche außerordentliche Leistungen. Was sie be anspruchen; ist bloß: Sicherheit! Also das Natürlichste und Selbstverständlichste, was' man von einer Regierung verlangen kann, welche ein Land verwaltet. Vermag die Palästina-Administration diesen Schütz nicht" zu gewährleisten, dann werden eben andere Maßnahmen ergriffen werden müssen. Das jüdische Palästina verlangt nicht, daß englische Soldaten zu seinem Schutz herhalten. Es wünscht bloß, daß es ungestört und unbedroht seiner'Arbeit nachgehen kann. Die arabischen Terroristen müssen überzeugt werden, daß sich ihre blutigen Ueberfälle und Sabotageakte nicht bezahlt machen; daß gegebenenfalls die in den Notverordnungen vorgesehenen schärferen Maßnahmen zur Anwendung gebracht werden. Aber ihnen den Weg freigeben und dazu beitragen, daß ihre Popularität vermehrt werde, das ist nicht mehr Nachlässigkeit und böser Wüle, das ist Verbrechen. In London muß gegen diese Verletzung der Mandatspflichten energisch protestiert werden. (Nachrichten der J. T. A.) Weißgardistasche Exzesse Jugendliche r u s s i s c h e Weißgardisten haben in Charbin judenfei.ndliche Ausschreitungen organisiert. Jüdische junge Leute wurden auf den Straßen unter dem . Ruf „Schlagt die Juden, rettet Rußland" überfallen und mißhandelt, jüdische Frauen, wurden schwer beschimpft. Die jüdischen Einwohner Gurewitsch, Zitomirsky und Piastunowitsch wurden verwundet, letzterer so schwer, daß er ins Krankenhaus gebracht werden mußte. Mehrere Weißgardisten würden zur Polizei geladen. : Aeheste Bibelhandsdirift In Manchester wurde in der, John Rylands Library eine griechische Handschrift des Alten Testaments aus dem 2. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Die Handschrift ist 300 Jahre älter als das bisher älteste Bibelfragment. Sie umfaßt vier Fragmente des Buche« Deuterohömium. Die Papyrusrollen, auf denen das Manuskript niedergeschrieben ist, bildeten einen Teil der Umhüllung einer Muniie. Tschernichowsky in Argentinien Der Hebräische Pen-Klub Palästinas hat Saul Tschernichowsky zu seinem Vertreter bei dem im August in Argentinien stattfindenden internationalen Pen-Klub-Kongreß bestimmt. Tschernichowsky hat soeben die Reise nach Argentinien angetreten, wo er auch eine Reihe von Vorträgen über die Arbeit des Keren Hajessod im Auftrag dieses Fonds halten wird. Juden nach Kuba Während die amerikanische Presse dem Kuba- Plan des Congressnaan' Slrovich zustimmendes Interesse entgegenbringt, hat der Plan in der kubanischen Oeffentlichkelt bisher kein sehr freundliches Echo gefunden. Die kubanischen Zeitungen nehmen zum Teil in recht unfreundlichen Kommentaren zu dem Plan einer großzügigen Ansiedlung von Juden aus Deutschland in Kuba Stellung. Hebräisch in Griechenland Nach mehrtägigen Verhandlungen einer jüdischen Abordnung unter der Führung des Salonikier Oberrabbiners Dr. Koretz mit den Regierungsstellen in Athen wurde eine Neuregelung der Bestimmungen für den Hebräisch-Unt erricht in den jüdischen Schulen Griechenlands getroffen, die den von jüdischer Seite geäußerten Wünschen weitgehend entgegenkommt. Die Zahl der Stunden für den Hebrälsch- Unterricht in den unteren Klassen der jüdischen Gemeindeschulen wurde von dem Oberrat des Unterrichtsministeriums mit zwölf in der Woche festgesetzt; in den höheren Klassen wird es zehn' Wochenstunden für Hebräisch geben. Neue Fluglinie Eine italienische Gesellschaft wird/ in nächster Zelt eine ständige Fluglinie Haifa — Brindisi einrichten. Der Probeflug findet am 1. August statt. Der Fahrpreis wird 15 Pfund betragen. Jüdischer Schachmatador Aus dem Welt-Schachturnier in Bad PodÖbrad ging der tschechoslowakische Meister Flohr, ein Jude, als Sieger hervor. Er erreichte 13 Punkte, während der Schachweltmeister Dr. Aljechin, der in der letzten entscheidenden Partie von Flohr. geschlagen wurde, mit 12Ji -Punkten Zweiter wurde, RUNDSCHAU Mißverstandener „Arferparagraph" Der Kampf gegen den Arierparagraph, der seitens der Juden da und dort geführt wird, bezieht sich bekanntlich darauf, daß jüdische Staatsbürger von Berufsgruppen und Vereinigungen ausgeschlossen werden, denen anzugehören sie eben ein staatsbürgerliches Recht haben. Wenn beispielsweise seitens eines öffentllcheln Instituts eines Landes oder einer Stadt bei Bewerbung um eine Stelle ein Taufschein verlangt wird, bzw. ein Jude prinzipiell nicht berücksichtigt wird, ist damit das Prinzip des gleichen Rechtes aller Staatsbürger verletzt. Das „Salzburger Volksblatt" vom 17. Juli schreibt naiverweise unter dem Titel „Antisemitismus und Arierparagraph": „Sowohl der Antisemitismus als auch die Einführung des Arierparagraphen in Vereinigungen, in denen die Christen unter sich zu bleiben wünschen, werden von der Weltpresse als „Kulturschande, Roheit und Barbarei" hingestellt und von ihr wie die Pest, Cholera und Aussatz verfolgt. Warum? Das Rätsel ist leicht aufzulösen. Die Weltpresse wird fast ausschließlich von Juden und deren Trabanten oder Abhängigen geschrieben. Merkwürdig ist nur, daß auch Leute, die ansonsten gute Christen und Arier sind, in das gleiche Horn blasen. Das kommt wohl daher, daß die guten Leute nicht weiter überlegen und sich „ihre Meinung" schon mit dem Morgenkaffeee von ' der sogenannten Weltpresse eingeben lassen. Würden sie ein wenig nachdenken, dann würden sie daraufkommen, daß der Arierparagraph etwas ganz Harmloses, aber absolut Berechtigtes ist, weil man doch den Vereinigungen, in denen die Christen und Arier unter sich zu bleiben wünschen, nicht zumuten kann, Juden aufzunehmen. Dieser Wunsch ist um so berechtigter, als ja eine ganze Reihe jüdischer Vereinigungen den Judenparagraphen eingeführt haben und es ablehnen, in dieselben Nichtjuden aufzunehmen. Wir verweisen nur auf die vielen Makkabäer-Vereine, die Sportvereine Hakoah, jüdische Frontkämpfer, zionistischen Vereine, Alliance Israelite Universelle, Agudas Israel, Jewish Agency, Jüdische Aktion und viele andere . . ." Wir können nicht glauben, daß diese Naivität echt ist. Denn das Blatt müßte doch wissen, daß die angeführten Vereine, Institutionen und Körperschaften sich mit rein'jüdischen Angelegenheiten befassen, daher — von Haus aus — „Ariern" nicht zugänglich sein können; wie es umgekehrt keinem Juden einfallen wird, sich zu kränken, daß man ihn nicht in den katholischen Junggesellenbund, die „Charitas" etc. aufnimmt. Weiß man das in Salzburg nicht? worden ist. Nicht einmal der Zionlstistenkongreß in Prag konnte sich darin einigen. Deutschlands Export nach Palästina hat sich sogar seit dem Sieg des Nazismus gesteigert. In Wirklichkeit sehe ich trotz der unbestreitbaren Begabung der Juden mit großer Skepsis auf ihre Fähigkeit, sich selbst zu regleren, — von ihrer Fähigkeit, die Welt zu regieren, schon gar nicht zu sprechen. Zum Teil Hegt dieser Mangel an Kraft und Willen zur Macht in ursprünglichen Eigenschaften dieses Volkes, in der Hauptsache aber ist er in der. unglücklichen Geschichte dieses Volkes zu suchen» Hiermit können wir also die These von der jüdischen Weltherrschaftssucht still begraben. PdksUuit&tm-SetHtHetikQ //Die Araber besitzen Millionen" Wir haben in unserer letzten Nummer einen Artikel des berühmten englischen Archäologen Sir Flinders P e t r i e zitiert, der in der „PalestLne Post" die Beschuldigungen der Araber gegen die einwandernden Juden zurückweist. Hier sei noch eine charakteristische Stelle aus dem Artikel wiedergegeben: „Ich selbst", schreibt Flinders Petrie,- „habe arabischen Boden fünfmal melioriert, aber die Araber haben ihn immer wieder verwildern lassen. Wenn' die Araber behaupten, daß sie schon seit 1300 Jahren ein Besitzrecht auf Palästina haben, womit begründen sie diesen Anspruch? Sie haben doch das Land verwüstet. Während vor ihrem Eindringen nach Palästina der Boden von den damaligen Einwohnern1 bebaut wurde, haben sie diese. friedlichen Einwohner getötet oder vertrieben. Im Verlauf von 1300 Jahren hat man das Land sich selbst überlassen. Berechtigt diese Tatsache die Araber, das Land sei auch weiterhin in demselben Zustand zu belassen? Der Araber tut nur eines: Er vernichtet das Land und macht es zur Wüste und dann kommt er und verlangt 120 Dunam für seine Familie, während der Jude nu*' 2 0 Dunam benötigt." „Wer ist schuld daran, daß die Araber über Armut klagen?" fragt Sir Flinders Petrie. „Man behauptet, die Juden hätten Geld und könnten den Arabern helfen. Das ist nicht wahr. Die Araber besitzen Millionen-, die ihnen die. Juden für das. ihnen geraubte Erbe bezahlt haben." k*<s urft m a n für Ja hrzehniel Ihre Möbel müssen daher rtichf mit schön und modern, sondern auch gut und dauerhaft sein. Viele, die mir vertraut haben, sind bestens zufrieden, da meine Möbel trotz hoher Qualität auch zeitgemäß billig sind. Große Auswahl! Tel Izah lungenl Nobelhaus Edelmann, VIII, Lerchenfelderstr. 12 Eine Strafpredigt In einer soeben erschienenen Schrift „Jödeproblemet i Danmark" (Das Judenproblem in Dänemark) befaßt sich der angesehene Schriftsteller und Journalist Peter de Hemmer Gudme mit den Versuchen der dänischen Nazisten, den bekannten nazistischen Argumenten gegen die Juden in Dänemark Eingang zu verschaffen. An Hand von Tatsachen und Statistiken legt er dar, daß für Dänemark mit seinen etwa 6000 Juden bei einer Gesamtbevölkerung von dreieinhalb Millionen ein Judenproblem nicht existieren könne. Als Antwort auf die Behauptung von der angestrebten Weltherrschaft der Juden, die sich auf die berüchtigten „P r otokolle der Weisen von Zlon" stützt, führt Gudme aus: Sehen wir nun von dem Willen zur Weltherrschaft ab. Haben die Juden die Fähigkeit dazu? Es würde eine Beleidigung für sämtliche andere Völker sein, daran zu glauben, •— und eine ganz unverdiente Verherrlichung der jüdischen Tatkraft. Man weist darauf hin, daß die Juden überall zusammenhalten. Gewiß begegnet man bei den Juden einer rührenden Hilfsbereitschaft gegenüber den notleidenden Glaubensgenossen, weiter aber geht das Zusammenhalten nicht oder in sehr seltenen Fällen. Wo Restaurant Stefanie ta* fettet Hugo u. Juli« Herlinger geb. Zollner IUvJ Ii, Taborstrafle 12 Bekannt gute Küche, gepflegte Getränke, aufmerksamste Bedienung, zeitgemäße Preise, reichhaltige Menüs, sowie alle Spezialitäten, schöner schattiger Garten es sich um politische Ziele handelt, kenne Ich kein anderes Volk, welches so unfähig Ist zum Zusammenhalten wie gerade die Juden. Sie. leiden unter einem spezifisch orientalischen Drang, sich in Parteien und Cliquen zu zersplittern, dem gleichen Drang, durch den das orientalische Christentum sich zersplittert hat. Sogar die Pogrome in Rußland und der Sieg des Nazismus in Deutschland vermochten nicht, die Juden zu einigen. Es ist bezeichnend, daß der Zionistenkongreß in Prag 1933 nicht so sehr das Gepräge des Protestes gegen die Behandlung der Juden in Deutschland als das Gepräge des inneren zionistischen Zwistes getragen hat. Es ist bezeichnend, daß es trotz aller Anstrengungen bisher nicht gelungen ist, einen Jüdischen Weltkongreß mit Repräsentanten der Juden in der ganzen Welt einzuberufen. Nicht weniger bezeichnend ist es, daß der solidarische Boykott Deutschlands durch die Juden in der Welt, von dem 00 oft die Rede gewesen ist, nie zu etwas Rechtem ge- Palästina und die Weltwirtschaft In palästinensischen Wirtschaftskreisen wird behauptet, daß die Erschließung und Ausbeutung von Erdölquellen in Palästina durch den Internationalen Erdöl-, truet aus Gründen derPreispolitik verhindert wird. Zur Zeit als die Irak Pipe Line im Bau war, sei man bei einer Brunnenbohrung im Gebiet von Beer Schewa auf Erdöl gestoßen. Der zur Kontrolle entsandte Reglerungsbeamte habe den Brunnen sofort zuschütten lassen und weitere Brunnenbohrungen in dem Gebiet streng verboten. Das Schurfrecht wurde dann der Irak- Petroleum-Oesellschaft übertragen, die aber bisher nicht einmal einen Zeitpunkt für den Beginn von Bohrungen angesetzt hat. Früher erklärte man, die Erdölgewinnung in Palästina sei nicht lohnend, weil die Konkurrenz des russischen Oels,zu stark sei. Rußland hat aber seit einiger Zeit die Oelausfuhr zwecks Sicherung des Eigenbedarfes bei der Motorisierung der Armee gesperrt. Man glaubt daher; daß der Erdöltrust Erdölgewinnung in Palästina nur im Interesse seiner Preispolitik verhindern will. Solche Wirtschaftsphänomene sind nicht selten. Genau so wie Mengen von Kaffee, Getreide und Tabak verbrannt werden, damit der Weltmarktpreis in diesen Waren gehalten werden könne, wird hier aus preispolitischen Gründen die Gewinnung von Erdöl unterlassen. Palästina ist eben in den Bereich des Weltwirtschaftskampfes geraten. Zum Jüdischen Weltkongreß Aua London: In einer der Jüdischen Telegraphen-Agentur übergebenen Erklärung versicherte der Vorsitzende des Komitees für den Jüdischen Weltkongreß Dr. Stephen S. W1 s e, daß der Kongreß programmgemäß am 8, August, 21 Uhr abends, in Genf eröffnet werden und voraussichtlich bis zum 14. August dauern wird. Der Tagung werden Beratungen des Exekutivkomitees vorangehen, die am 6. August beginnen. Dr. Wise, der am Sonntag, den 26. Juli, aus London nach Genf abreist, erklärte bei dieser Gelegenheit, sein Aufenthalt in London und Polen habe ihn in der Ueberzeugung bestärkt, daß der Kongreß ohne jeden weiteren Aufschub eröffnet werden muß. (J. T. A.)

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