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Die neue Welt · 1936-07-24 · Heft 579 (24.7.1936) · page 4

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Journal
Die neue Welt
Volume
10 (1936)
Issue
Heft 579 (24.7.1936)
Date
1936-07-24
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4c DIC NEUE WELT Nr. 570 vom 24. Juli 1930 RGMAffll U R AB ENS TEIG 3 HIMMELPFORTG. 5 KÖLLNERHOFGASSE 1 einzig in mim Reinteidan-Herren- 0%-^ hemden, be8te Paßform Jf nur 9^ Rtinttidtn-Kniehott nur 5 3.90 GRÖSSTE AUSWAHL In Pyjamas a.Bademanf ei Viele Sorten'/..-Aermel-Hemden ■ etc. n i n g Post" berichtet, daß eine zeitweilige Einstellung der jüdischen Einwanderung nach Palästina während der Arbeit der Kgl. Kommission möglich sei. Die Einsetzung der Kgl. Kommission werde voraussichtlich bald bekanntgegeben werden. Hauptaufgabe der Kommission werde es sein, festzustellen, ob die Behauptung der Araber, Palästina werde von Juden überschwemmt, gerechtfertigt ist. Diesen Pressemeldungen gegenüber ist die J. T. A. auf Grund von Informationen aus maßgebender Quelle in der Lage, zu erklären, daß die Gefahr, die Regierung könnte ihre Zusagen nicht einhalten, nicht mehr besteht. Die Untersuchungskommission wird nicht nach Palästina entsandt werden, bevor Ruhe und Ordnung wiederhergestellt sind. Indessen erfordert die politische Lage auch weiterhin äußerste Wachsamkeit, da eine Minderheit im englischen Kabinett einer vorübergehenden Einstellung der Einwanderung nicht unbedingt ablehnend gegenübersteht. * Der Board of Deputies of British Jews (die offizielle Vertretung der englischeen Judenheit) hat in seiner Sitzung am Sonntag, den 19. Juli, folgende Entschließung zur Palästina-Politik der englischen Regierung angenommen : Treffpunkt der Strohwitwer *W3 Restaurant Barschaft II, Große Schiffgasse 3, Telephon A-46-4-89 „Der Board' of Deputies of British Jews begrüßt die von dem Minister für die Kolonien am 19. Juni abgegebene Erklärung, ,daß die Regierung Sr. Majestät sich von Drohung und Gewalt nicht beeinflussen ließ und nicht beeinflussen lassen wird* und daß sie entschlossen sei, die Autorität Englands als Mandatarmacht zu wahren und .Palästina mit Gerechtigkeit und Billigkeit gegenüber Juden und Nichtjudeen zu verwalten'. Der Board erkennt es besonders an, daß die Regierung die unbegründeten Forderungen nach Einstellung der jüdischen Einwanderung abgelehnt hat, eine Maßnahme, die nur als Kapitulation vor der Gewalt gedeutet werden könnte. Der Board hegt die Zuversicht, daß es möglich sein wird, eine Lösung zu finden, die bei Wahrung der legitimen Interessen der Araber die dauernde Einwanderung von Juden bis zur Grenze der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes erleichtern wird." Ht Weekend md Heise die bestrenommierten Feinwurst Selchwaren Fleischkonserven la Qualität Auch Postversand Aus aller Welt (Meldungen der J. T. A.) In New York wurde eine „Zentrale Gesellschaft amerikanischer Juden für Kolonisation in Palästina" gegründet. Die Gesellschaft verfolgt den Zweck, amerikanischen Juden die Ansiedlung in Palästina durch Ermöglichung ratenweiser Bezahlung der Ansiedlungskosten zu erleichtern. An der Gründungsversammlung nahmen Vertreter der Gesellschaften „Achusa" und „Cherut" teil, mit deren Hilfe sich bereits Tausende amerikanische Juden in Palästina niedergelassen haben. Auch ein Vertreter der Pflanzungsgesellschaft Jach in nahm an der "Gründungsversammlung teü. Mit der Palestine Economic Corporation werden Verhandlungen über einen Anschluß an die Gesellschaft geführt. * Die wirtschaftliche Not der Juden in Deutschland hat eine starke Verschärfung erfahren durch die im Zuge der Reorganisation der Phönix-Abteilung in Deutschland erfolgte Entlassung sämtlicher jüdischen Angestellten und Agenten in der Zahl von mehreren hundert. Die Phönix-Abteilung in Deutschland, die durch die Katastrophe des Gesamtphönix nur sehr wenig gelitten hat, wurde von Juden begründet und viele Jahre hindurch geleitet. * Die höchste Auszeichnung des französischen Staates für künstlerische Leistungen, der Grand Prix de R o m e, wurde in der Abteilung Musik dem jüdischen Musiker und Komponisten Marcel Stern für die Kantate „G i s e 1 e" zugesprochen. Der junge Musiker erhielt bereits im vorigen Jahr den zweiten großen Preis und verschiedene andere Ehrenpreise. — Der Leiter der liturgischen Abteilung der Pariser Rabbinatsschule, Professor Leon A 1 g a z i, ist an die Pariser „Scola Cantorum" berufen worden, wo er einen Kurs über jüdische Musik abhalten wird. * Für dio Einwanderung nach Australien sind neue Bestimmungen getroffen worden, durch die die bisherigen Einwanderungsbeschränkungen wesentlich gemildert werden. Es werden Einwanderungsbedingungen für drei Kategorien von Einwanderern festgesetzt. Die erste Kategorie umfaßt Einwanderer, deren nahe Angehörige In Australien ansässig sind. Von solchen Einwanderern wird kein Vorzeigegeld verlangt. Der zweiten Aktion* Hütet die lugend ZeifungskeMe des /tOxar Hanoar" (Schatz der Jugend) Heinrich Roth antwortet Moses Walfisch mit S 5 und ruft folgende Damen und Herren zu Spenden auf: Doktor Kojcem, XV., Vogelweidplatz 4; Dr. M. Bokser, IX., Liechtensteinstraße 119; Hugo Königsberg, XIX., Sleveringörstraße 107; Felix Zilzer. XIX., Scheibegasse 29; Jak. Deutsch, IX., Berggasse 4; Norbert Awin, VII., Burggasse 79; Elias Lippa, II., Novaragasse 42; Dir. Gyula Neumann, II., Brig. Lände 10; Sig. Nelß, II., Castellezgasse i2. Max B i b r 1 n g antwortet J. Gelbart mit S 2 und ruft folgende Damen und Herren zu Spenden auf: Markus Reinert, Leoben; Max Luria, Knlttelfeld; Emil Friedländer, Klagenfurt, Gabelsbergergasse 13; D. S. Daclinger, Judenburg; D. Laufer, I., Eßlinggasse 15. Norbert Bauernfreund, Knlttelfeld, antwortet Komm.-Rat Franz Benedek mit S 2 und ruft zu Spenden auf: Hermann Braun, Hermagor; Lustig Dezsö, Graz, Annenstraße; Doktor M. Kandl, Knlttelfeld; Schenker Adi bei Fa. Leop. Klinger, II., Schöllerhofgasse 7; Süßmann Osias, St. Lorenzen bei Knlttelfeld; Weiß Artur, derzeit Knlttelfeld, Herrengasae. Samson Garfun kel antwortet Max Neger mit S 3 und ruft zu Spenden auf: Berta Habermann, III., Custozzagasse 4; Josef Halm, II., Große Pfarrgasse 12; Samuel Halpern, IL, Förstergasse 5; Cafötier S. Buchsbaum, IL, Kleine Pfarrgasse 8; Max Ruda, XIII., Märzstraße 198; Bilme Kimmel, XIII., Mttrzstraße 120; Dir. Gerson Wlttlln, IL, Venedlgerau 4; S. Rubin, IL, Arnezhoferstraße 10; Paul Heliczer, IL, Zirkusgasse 43: Samuel Washer, IL, Rembrandtstraße 16; Richard Kaufmann, XIV., HUtteldorferstraße 137; Lilly Halpern, XIV., HUtteldorferstr. 103. Simon H ü b n e r antwortet D. Hochberger mit S 2 und ruft zu Spenden auf: Richard Beck, IV., Rechte Wienzelle 16; Samuel Glück, IL.Wehlistraße 153; Dr. J. Gottesmann, X., Inzersdorferstraße 16; N. Kirschner, IL, Lassingleitnerplatz 2; Salo Walter, IL, Lassingleitnerplatz 2; Wolf Stahl. X., Laubeplatz 3; Dr. Schick, L, Oppolzergasse 6; Benesch, I., Oppolzergasse 6. David L l p p e r, III., Bechardgasse 17, antwortet Doktor D. Lunenfeld mit S 3. Ing. Fritz Frankel, IX., Hahngaase 28, antwortet E. Stekel mit S 2. Sonja Harnik, VIII., Wickenburggasse 17, antwortet Paula Stricker mit S 5. Dr. Samuel Milo Gabe, IX., Kollngasse 10, antwortet Dr. Lunenfeld mit S 5. Samuel Breßmann, IL, Fugbachgasse 8, antwortet A. Schwertfinger mit S 2. Oberinspektor Theodor Engel, IL, Große Stadtgutgasse 34, antwortet A. Schwertfinger mit S 2. H. Haber, XX., Staudingergasse 21, antwortet Doktor Ilona Löwy mit S 2. Sara B u r s 11 n, XIX., Heiligenstädterstraße 84, antwortet Dr. Ilona Löwy mit einer Spende. Karl Blum, IL, Zirkusgasse 4, antwortet David Bass mit S 2. Ida Hollitscher, XIII., Eißlergasse 10, antwortet Dr. Anny LÖw mit S 2. Josef Halm, III., Blütengasse 3, antwortet Moses Walfisch mit S 3. Margarete Goldappel, I., Herrengaase 6, antwortet Dr. Artny LÖw mit S 3. Gruppe gehören solche Personen an, die in Australien Freunde besitzen, die Garantie dafür leisten, daß der Einwanderer der Oeffentllchkeit nicht zur Last fallen wird. Von solchen Einwanderern wird ein Vorzeigegeld von 50 Pfund gefordert. Zur dritten Gruppe werden Einwanderer gerechnet, die weder Angehörige noch einen Garanten in Australien haben, aber ein Barvermögen von mindestens 200 Pfund mitbringen. Sämtliche Einwanderer müssen im Besitz einer vom australischen Innenministerium ausgestellten Einwanderungserlaubii i s sein. Konferenz für jüdische soziale Hilfe Aus London wird berichtet: Die vor kurzem in London abgehaltene Konferenz für jüdische soziale Hilfe nahm mit großer Aufmerksamkeit die Darlegungen des österreichischen Delegierten Dr. Josef Löwenherz entgegen, der über die Anstrengungen der Wiener Kultusgemeinde, der großen Not der österreichischen Judonschaft durch verschiedene Formen konstruktiver Hilfe zu begegnen, ausführlich berichtete. Das Verständnis und die volle Hilfsbereitschaft der Konferenz für die österreichische Judenschaft kam in der Zustimmung zu der Forderung des österreichischen Delegierten zum Ausdruck, Oesterreich in die Kategorie der hilfebedürftigsten Länder, wie Polen,, Rumänien usw., einzureihen. Starken Eindruck machten auf die Konferenz die Mitteilungen Dr. Löwenherz' über die traurige wirtschaftliche Lage der österreichischen Judenheit, von der nicht weniger als ein D r i tt e 1 auf die Unterstützung durch die jüdische Gemeinde angewiesen ist. Dr. Löwenherz nahm auch Gelegenheit, zu dem Referat über „Jüdische Gemeinden und soziale Hilfe" durch eine aufschlußreiche Darlegung der Probleme und Aufgaben, die sich aus der Praxis der sozialen Fürsorgetätigkeit der Wiener Kultusgemeinde ergeben,, die allgemeinen Gesichtspunkte aufzuzeigen, nach denen auf Grund der täglichen Erfahrung die konstruktive Hilfe aufgebaut werden muß. (J. T. A.) 2500 jüdische Seelen vor dem Untergang Aus Warschau: Der Zentralverband der jüdischen Kleinhändler Polens übergab der J. T. A. im Namen der 600 jüdischen Familien in P s z y t i k ein Schreiben, in welchem darauf hingewiesen wird, daß die gesamte jüdische Gemeinde der Stadt, etwa 2500 Seelen, vor dem Untergang steht. Die jüdische Bevölkerung wird seit Monaten terrorisiert, vor jedem Laden und jeder Werkstätte stehen jugendliche Boykottposten und hindern die bäuerlichen Käufer, hineinzugehen. Unsere Interventionen, heißt es in dem Schreiben, an die wirtschaftlichen Verbände, an den Starosta und an die jüdischen Parlamentarier haben bis jetzt keinerlei Resultat erbracht. Die Boykotteure werden durch niemanden gehindert. Wir haben uns deshalb entschlossen, durch die Jüdische Telegraphen-Agentur einen Appell an die Oeffentllchkeit zu richten, uns in unserer tragischen Lage zu helfen und den Untergang von 2500 jüdischen Seelen zu verhindern. Meinung der Presse Das „Luzerner Tagblatt" schreibt Uber di« Unruhen in Palästina: Das Problem der „Verdrängung der Arab e r" hat zwei Seiten, eine wirtschaftliche und eine politische. Zu beiden Punkten läßt sich eine Anzahl von. Tatsachen anführen, die beweisen, daß in Wirklichkeit von einer Verdrängung der Araber nicht die Rede sein kann. Im Zusammenhang mit der jüdischen Einwanderung ist vor. allem das Lohnniveau der breiten Massen, auf das Vierfache des früheren, damit auf ein Vielfaches) von dem in den arabischen Nachbarländern üblichen gestiegen und dieser Umstand hat sogar dazu geführt, daß seit mehreren Jahren ein Zustrom von arabischen Elementen, speziell aus Syrien (aus dem Haurangebiet) einsetzte, der von den syrischen Behörden bereits auf mehr als 35.000 Menschen (!) geschätzt wurde. Das allein ist wohl schon das Gegenteil von Verdrängung! — Während in den Palästina umgebenden Ländern die Landwirtschaft vor dem Ruin steht, lebt mehr als die Hälfte der landwirtschafttreibenden Fellachen Palästinas, denen der Absatz ihrer Produkte nur durch die Zunahme der Bevölkerung in den jüdischen Städten ermöglicht ist, gerade von der Einwanderung, zumal da der jüdische Bodenbesitz viel zu gering ist, um trotz intensiver Bewirtschaftung den Eigenbedarf zu decken. Es muß nämlich hervorgehoben werden, daß die jüdische Bevölkerung zwar 30 Prozent der Gesamtbevölkerung, daß aber der in jüdischen Händen befindliche Boden nur 6 bis 7 Prozent der vorhandenen Bodenfläche ausmacht. Der Umstand, daß dieser Boden durch Kauf in jüdischen Besitz gelangt ist, beinhaltet doch wahrhaftig nicht den „Tatbestand" der Verdrängung. TW^.u-..«.iiiai«1n—^■■»««■»■BMWBnqmMn»'»™«*" lür Gelegenheitskäufe Wien VIII, Stadtbahnviadukt 23 hei LerchenfelderstraKe .ISJmll ~»1.~.L3.1 Rabbiner Dr. J. Prinz führt im „Isr". Familienblatt" aus: Die Juden müssen wissen, daß, indem sie in die große politische Welt gestellt sind, politische Aufgaben vor ihnen stehen, die nur erfüllt werden können, wenn es eine politische Erziehung bei uns gibt, eine Erziehung, die die Lage erkennt, sich nicht nur analysiert, sondern auch in ihrer Problematik richtig sieht und die daraus die notwendigen Konsequenzen zieht. Für diese Erkenntnisse gibt es eine klassische Formulierung und einen untrüglichen, durch alles, was wir bisher erlebten, in einem ungeahnten Ausmaße bestätigten Führer: Theodor Herz 1. Er ist neben Pinsker der einzige gewesen, der die Judenfrage als da3 erkannte, was sie ist: als eine F^ge der Politik und der nationalen Auseinandersetzung. Er ist deshalb der Begründer der jüdischen Politik geworden. Er hat eine neue Epoche im jüdischen Leben begonnen. Sein. Stolz und sein ausgeprägtes Gefühl für Ehre und Würde haben ihm den Weg gewiesen, der gegangen werden mußte. Der Weg führte vor das Forum der Völker. Die Judenfrage als eine Weltfrage darf nicht im geheimen erörtert werden. Es gibt bei ihr nichts zu verbergen. Sie muß freimütig und offen zur Diskussion gestellt werden. Die Antwort freilich müssen wir selber geben. Sie hat zum Ziel, den Völkern klarzumachen, daß die Regelung der Fragen, die die jüdische Nation betreffen, zu den Aufgaben einer zu befriedigenden Welt gehört. Die Analyse, die Herzl gegeben hat, das politische Gesetz, das er aufgestellt hat, und nicht zuletzt die großartige und neue Haltung, die er den Fürsten dieser Welt gegenüber gehabt hat, sind besonders in diesen Tagen, da die Welt seiner gedacht hat, ein großes und wunderbares Beispiel. Unter dem Titel „Flüchtlingsschutz und Pollzeigelst" bespricht die Basler ,tNational-Zeitung" in einem Leitartikel die Ergebnisse der in den ersten Julltagen in Genf abgehaltenen Regierungskonferenz in Fragen des Rechtsschutzes für Flüchtlinge aus Deutschland. „Leider hat diese Konferenz", schreibt das Blatt, „ein recht dürftiges Ei-gebnis gehabt. Zwar ist eine Art von internationalem Ausweispapier für die bedauernswerten Menschen, die teilweise unter empörenden Umständen zum Verlassen ihrer Heimat genötigt worden und nun rechtlos, größtenteils mittellos und ohne Arbeltsmöglichkeit auf mildtätige Unterstützung angewiesen sind, endlich vereinbart worden. Aber die Voraussetzungen für die Ausstellung dieses Zertifikats wurden im Laufe der Verhandlungen von sozial einschränkenden Bedingungen und vorbehaltträchtigen Begriffsbestimmungen eingeengt, daß widerwilllge Behörden sich den übernommenen Pflichten nur allzu leicht entziehen können. Ein wirklicher Rechtsanspruch des Flüchtlings an den Gaststaat auf Schutz besteht auch auf Grund dieser Konvention praktisch nicht, und von Hilfe ist schon gar nicht die Rede ... Die Völkerbundhilfe für die O p f e r H i 11 e r s ist von Anfang an unzureichend gewesen und hat noch heute keine wirksame Form gefunden. Züorst hat man aus lauter Furcht vor deutschem Stirnrunzeln das erste Kommmissariat als reines Luftgebilde geschaffen. Der Träger, Herr James McDonald, hatte überhaupt keine Kompetenz, als Vertreter des Völkerbundes aufzutreten. Seine größte Tat ist denn auch sein eindrucksvoller Demissionsbrief gewesen mit der präzisen Uebersicht Uber die reichsdeutschen Rechtloslgkeltazustände. Sein vorläufiger Nachfolger Ist ein pensionierter englischer General, Sir Neill Malcolm, der das Verdienst haben soll, durch sein mutiges Eintreten den Sohn des früheren Reichspräsidenten Ebert aus der Konzentrationshaft befreit zu haben. Einen Engländer glaubte man für das Amt zu benötigen, um dem Auftreten des Kommissars die Unterstützung der ^Rüschen Regierung zu sichern, obwohl England im * "en bisher keine besonders weltherzige Haltung in der . vsylrechtspraxis gezeigt hat. Der alte Herr hat nun r - - sein Amt lediglich als Mittler^ Stellung für den Verkehr mit den Regierungen aufgefaßt und sich sorgfältig gehütet, mit der Not de» Flüchtlinge im einzelnen in Berührung zu kommen."

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