Die neue Welt
- Journal
- Die neue Welt
- Volume
- 10 (1936)
- Issue
- Heft 577 (17.7.1936)
- Date
- 1936-07-17
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 577 vom l7. Juli .1836 ■«<f», 0 j n .^-Axvgi.^ P1E;NEUE „WELT «|W»M<»'»» «■ jt;+1t**tm. -Lisa (Modellieren am -Methode imd -Präparate lebenden Körper) Mm« Emmy Fiirhofcer, geb. Schieß, Erlinderin der neuen Mona-Llsa-Massagemefhode, einer Sensation der Härtdetedtnik. Durch vollkommene Kennfnlsse der Anatomie und jahrelang erprobte Präparafe wird für tieferstehend angeführte Leiden vollständige Behebung schriftlich garantiert Samtliche Stauungen und Störungen, benannt: Verfettungen, Verkalkungen, Wassersucht, Diabetes, Muskelschrumpfungen, Muskelsenkungen (auch bei zu großen oder Hängebusen), Lähmungen, Rheuma aller Arten können durch die Mona-Lisa* Methode und »Präparafe gänzlich herausgearbeitet werden. Der Körper wird wieder jung in kurzer Zelt und für wenig Geld. Ohne Dl£J, Packungen, Bader und Apparate. Schon nach fünf Massagen Erfolg ersichtlich u. fühlbar. Voranmeldung erwünscht mMOIIII-LIJBI"! Direktion Hme Emmy Fiirtolzer Wien I, Spiegelgasse 13, Telephon R-21-1-6AB JP»' Wackeksfuegel Synagoge mit Bierfässern Die Synagoge in D. Eylau (Deutschland) wurde für 9000 Mark versteigert. Den Zuschlag erhielt der Bierverleger Willy K.f der in dem Gebäude einen Bierverlag einrichten will. Es handelte sich um eine Zwangsversteigerung. „Nationalzeitung" (Basel), Juli 1936. Ein Symbol Die jüdischen Studenten Palästinas sind genau wie ihre Kommilitonen in anderen Ländern junge, heißblütige Menscjien. Aber ihre nationale Aufgabe in dieser Zeit ist eine andere, als sie tinter ähnlichen Verhältnissen der akademischen Jugend europäischer Länder gestellt sein würde. Und sie ist schwerer. Es ist die gleiche Aufgabe, wie sie der ganze Jischuio begreift und erfüllt: weiterzuarbeiten! Der Kampf, der von der anderen Seite mit Dolch, Gewehr und Bombe geführt wird, zielt darauf ab, unser normales Leben zu zerstören, uns axis unserer gewohnten Bahn zu werfen. Gerade das darf nicht geschehen! Das spürt und beherzigt jeder Arbeiter, jeder Kaufmann, jeder Fabrikant in Erez Israel. Daß aber auch die Universität sich ihren Alltag nicht rauben läßt, daß die geistige Arbeit der Gelehrten und ihrer Schüler, trotzdem gerade sie den Einflüssen der Stimmung besonders ■ ausgesetzt ist, unverändert weitergeht — das wirkt als Symbol für die disziplinierte Energie, mit der das jüdische Volk auf dem eignen Boden sein Lebensrecht verteidigt. C. Z. Klötzel (Jerusalem). Weniger als ein Hundertstel Die Juden haben einen historischen Anspruch auf Palästina, weil sie durch drei Jahrhunderte durch mit dem Land verbunden gewesen sind. Die Araber sollen sich daran erinnern, daß sie niemals Herren in Palästina waren. Infolge der Befreiung vom türkischen Joch waren sie in der Lage, das neue Königreich Arabien zu, gründen und England hat arabische Fürsten über Irak und Transjordanien gesetzt. Die Araber haben andere Länder zur Verfügung. Palästina macht weniger als ein Hundertstel des gesamten von Arabern bewohnten Territoriums axis, H. J. Shepstone („Empire Review", London). Tragisches Kuriosum Es könnte als Kuriosität erscheinen, dem Machwerk der „Protokolle'' aus der Fälscherwerkstatt russischer Geheimpolizisten und ihrer französischen Komplicen große politische Bedeutung beizumessen. Aber diesem scheinbaren Kuriosum liegt eine tiefe geschichtliche Tragik zugrunde. Der zur Macht drängende Nationalsozialismus vermochte auf der Suche nach einem Lehrbuch des Staatsstreiches und des Diktaturstaates keinen besseren Leitfaden zu finden als die iJPro^tokolle"', in denen unter dem Wust hineingefälschter Angriffe gegen das internationale Judentum die scharf geschliffenen Ratschläge hervorleuchten, die Machiavelli in seinem „Buch vom Fürsten« dem Florentiner Lorenzo von Medici erteilte. Alexander Stein („Adolf Hitler, Schüler der .Weisen von Zion"'). Eine prächtige Antwort Das Hauptbüro des Keren Kajemeth hat von einem ttngenannten Spender aus Europa JfOOO Pfund erhalten. Sie sind zur Erneuerung von Baumpflanzungen des Nationalfonds, die während der Unruhen vernichtet wurden, bestimmt. J, T. A-Meldung aus Jerusalem, Juli 1936. Eine Resolution Die palästinensischen Gewerkschaften können unmöglich der Resolution, betreffend Verhandlungen mit den Sowjet russische n Gewerkschaften zustimmen, weil die Kommunisten in Palästina die antijüdisehe Aktion unterstützen und die Araber gegen die Juden mit allen Mitteln aufreizen. Die Kommunisten wollen die jüdische Arbeiterbewegung zerstören. Die palästinensischen Gewerkschaften können darum nicht an die Aufnchtigkeit der kommunistischen Vorschläge zur Einheit der Arbeiterschaft glauben. Weiterhin lieberfälle und Todesopier Aus Jerusalem meldet die J. T. A.: Eine unter Bewachung von Haifa nach Tel- Aviv fahrende Autokolonne, die aus zwei judisenen Autobussen und mehreren mit Truppen besetzten Lastwagen bestand, wurde von einer bewaffneten Araberbande überfallen. Einer der ersten Schüsse traf den Chauffeur des an der Spitze der Kolonne fahrenden Autos. Er verlor die Herrschaft über seinen Wagen, der einen Abhang hinunterrollte und umstürzte. Durch den umstürzenden Wagen wurde der Arbeiter Hirsch Beer, der aus Rußland eingewandert war, getötet. Der aus Deutschland eingewanderte 30jährige Max G a r m i e n wurde schwer verwundet. Die Eskorte der Autokolonne setzte sich durch drahtlose Telegraphie mit dem nächsten Militärposten in Verbindung. Es trafen sofort Truppen zur Verstärkung auf dem Schauplatz ein. Um 7 Uhr abends dauerten die Kämpfe zwischen Militär und Arabern noch an. Hierbei wurden vier Araber getötet und einer gefangen. Mehrere Gewehre und Munition wurden erbeutet. Zwei jüdische Töte Aus Jerusalem: Der beim Ueberfall auf die Autobuskolonne ums Leben gekommene Hirsch Beer, von Beruf Brunnengräber, ist der 43. jüdische Tote seit Beginn der Unruhen. Nun werden weitere zwei jüdisch* Tote gemeldet. Reuter teilt mit, daß am 12. Juli in einer Straße von Jerusalem ein reicher jüdischer Kaufmann erschossen wurde. Der Meldung wird hinzugefügt, daß am Sonntag die Gesamtlage etwas ruhiger war. Weiter meldet Reuter aus Jerusalem, daß am Sonntag, 12. Juli, ein jüdischer Telephonist von einem englischen Soldaten erschossen wurde. Es soll sich aner um einen Unglücksfall handeln, indem der Revolver des Soldaten sich zufällig entladen habe. Wie die J. T. A. erfährt, handelt es sich bei dem durch einen englischen Soldaten erschossenen Juden um den 31jährigen Adam Lipkin, der auf der Bahnstation von Lydda beschäftigt war. Lipkin, ein gebürtiger Palästinenser, ist der 44. jüdische Tote. Er hinterläßt Frau und Kinder. Der britische Soldat, der behauptet, daß sich die zwei Kugeln, durch die Lipkin getroffen wurde, versehentlich entluden, wurde verhaftet. — Der in Jerusalem erschossene Jude ist der 64jährige Großkaufmann und Gutsbesitzer Isaac Cohens. Sporadische Schießereien kamen neben verschiedenen jüdischen Siedlungen im Emek Jezreel und in der Nähe von Tiberias vor. An mehreren Stellen des Landes wurden viele Araber wegen Baumfrevels, Waffenbesitzes und Brandstiftung verhaftet. Zwei britische Regimenter nach Palästina Aus Malta: Die zwei britischen Regimenter aus Lincolnshire und South Wales; die seit September des Vorjahres auf Malta garnisonierten, gingen am 14. Juli abends nach Palästina ab. Das Eintreffen der zwei Regimenter aus Malta wird hier dahin gedeutet, daß die Palästina-Regierung eine umfassende Aktion zur Säuberung des Landes von den Unruheherden durchführen wolle, um den Boden für die Royal Commission vorzubereiten. (J. T. A.) Polen o. Czernowltz Regelmäßiger Reisedienst nach Abfahrt: Jeden Sonntag Auskünfte: Dr. S. Tocker, Reisebüro ,In die Welt' (W.M.Renner) Wien IX, Liechtensteinstraße 2 (beim Schottenring). Tel. A-14-5C4 UeberfälBe und Sabotageakte Aus Jerusalem: Einem Regierungs-Kommunique" ist zu entnehmen, daß bei Nablus eine Militärpatrouille dreimal an verschiedenen Stellen beschossen wurde. Auch zwischen Hebron und Ber Schewa wurde eine Patrouille beschossen. In einer arabischen Pflanzung bei Raanana wurde ein Munitionsversteck entdeckt, vier Araber wurden festgenommen. In einem Lager bei Ekron wurden vier Beduinen verhaftet. Die Kolonisten hatten sich darüber beschwert, daß die Siedlung dauernd aus der Richtung des Lagers beschossen wurde. Sabotageakte wurden in den letzten zwei Tagen wiederholt erfolglos an der Eisenbahnlinie zwischen Gaza und der ägyptischen Grenze versucht. In Jaffa wurde ein arabischer Terrorist durch vorzeitige Explosion einer Bombe schwer verwundet. Er verlor einen Arm. Bei S a f e d hat eine Polizeipatrouille angreifenden Arabern Verluste zugefügt. Bei dem Dorf Saint wurde eine Terroristenbande von Militär in die Flucht geschlagen. Gewehre und Munition wurden erbeutet. Bei einem Zusammenstoß mit britischen Soldaten in der Nähe von Jenin wurden sieben Araber getötet und einer schwer verletzt. die wirklich erstklassigen I Auch Sie sollen Rax-Hülsen 100 Stück für 30 Groschen versuchen! In allen Trafiken erhältlich! ■ Rings um die ArabersRevoIte Die Regierung hat dem Magistrat von Tel-Aviv verboten, selbst für die Kosten der Flüchtling sfürsorge aufzukommen, und hat die Uebergabe dieser Tätigkeit an das Departement für Soziale Fürsorge der Gemeinde verlangt. Der Regierungsbeitrag für diesen Zweck ist eingestellt worden. Vertreter des Magistrats bemühen sich um eine Unterredung mit den zuständigen Behörden. * Vor kurzem wurden zwei Kommunisten nach Rußland abgeschoben. Auch wird der berüchtigte Kommunist Zwi Koltun ausgewiesen werden. * Die Lage in Palästina war wiederum Gegenstand verschiedener Anfragen im Unterhaus. Der Kolonienminister Ormsby-Gore erklärte in Beantwortung dieser Fragen, daß er Berichte über ausländische Propaganda in Palästina erhalten habe. Er halte es jedoch nicht für im öffentlichen Interesse gelegen, hierüber Auskunft zu geben. Er könne versichern, daß alles getan werde, um dieser Propaganda entgegenzuwirken. Bisher war die englische Regierung jeder Erörterung der Frage des Bestehens einer ausländischen Aktion im Zusammenhang mit den Unruhen aus dem Wege gegangen. Wie „Haboker" meldet, ist in der letzten Zeit ein neuer Zuzug von Hauranicm nach Palästina festzustellen. Die Hauranier wenden sich hauptsächlich U%$W W-J®®^^ ate torß Arbeitskraft für ein. Brot täglich. anbieten. Sie berichten, daß in ihrer Heimat Hungersnot infolge der Mißernte herrsche. * Laut Mitteilungen der Stadtverwaltung von Tel- Aviv wurden dort in den ersten fünf Monaten dieses Jahres 1471 Kinder geboren. Die Zahl der Todesfälle in demselben Zeitraum betrug 414 einschließlich der 18 im April gefallenen Märtyrer. In demselben Zeitraum des vergangenen Jahres betrug die Zahl der Geburten 1305, die der Todesfälle 264. Der Geburtenüberschuß ist somit ziemlich konstant geblieben, Er§te Konferenz der Zionismen Skandinaviens Aus Kopenhagen wird gemeldet: Am Sonntag, den 12. Juli, wurde in Kopenhagen die erste Konferenz der Ende 1935 gegründeten zionistischen Föderation für Skandinavien in Anwesenheit von 26 Delegierten aus Dänemark, Schweden und Norwegen unter Vorsitz von Prof. Hugo Valentin (Schweden) feierlich eröffnet. Aus den einleitenden Berichten über die zionistische Arbeit in Skandinavien geht hervor, daß auf allen Gebieten, insbesondere auf dem der Hachschara, im abgelaufenen Jahre ein ganz bedeutender Aufschwung im Vergleich mit früheren Jahren eingetreten ist. Die bisher fast gänzlich assimiliert gewesene skandinavisch -jüdische Jugend beginnt in immer steigendem Grad, sich mit dem zionistischen Ge-t danken vertraut zu machen und aktiv am Aufbau Palästinas mitzuarbeiten. Die Konferenz hat an die britischen Gesandten in Kopenhagen, Stockholm und Oslo Telegramme gerichtet, in welchen sie ihren Glauben ausspricht, daß die britische Regierung die Ordnung in Palästina herstellen und an ihren Mandatsverpflichtungen festhalten wird, * Von den der Konferenz vorgelegten Berichten findet besondere Aufmerksamkeit der Bericht des Vorsitzende» der zionistischen Vereinigung in Dänemark, Herrn Slor, über die Hachschara-Arbeit in Dänemark. Gleich zu Beginn der Hitler-Aera haben die dänischen Zionisten in Zusammenarbeit mit der Kopenhagener Jüdischen Gemeinde begonnen, Chaluzim aus Deutschland bei dänischen Bauern unterzubringen. Bald hat es sich gezeigt, daß die Bauern mit den intelligenten und arbeitswilligen Chaluzim sehr zufrieden waren, es hat sich sogar in immer steigendem Maße seitens der Bauern eine Nachfrage nach Chaluzim eingestellt. Die zuständigen dänischen Regierungsstellen zeigten volles Entgegenkommen und gewährten Aufenthaltserleichterungen für die Chaluzim. Insgesamt wurden bis jetzt 586 Chaluzim aus Deutschland auf dänischen Bauernhöfen untergebracht, von wo sie nach zunächst einjähriger, jetit anderthalbjähriger Ausbildung nach Palästina gehen. Der Bericht hebt die Notwendigkeit hervor, eine breite Aktion in der ganzen jüdischen Welt zu entfalten, um die notwendigen Mittel zur Verbreiterung der Hachscharah-Tätigkeit in Dänemark zu schaffen. In Dänemark steht die Landwirtschaft auf einer hohen Stufe, die Chaluzim erhalten eine ganz vortreffliche Ausbildung, Je S 10.000.- auf 2. oder 3. Satz, gegen Übergabe der Verwaltung zu vergeben. Durch: Behördl. konzess. Realitätenkanzlei Vt.tk.$ais Wien I, Franz-Josefs-Kai l,Telephon R-21-5-30